Die Kliniktasche – Das solltet ihr mitnehmen
Auf einen Blick
- Die Kliniktasche sollte spätestens in der 36. SSW fertig gepackt sein
- Packt für drei Situationen: Geburt, Wochenbett und Heimfahrt
- Wichtigste Dokumente: Mutterpass, Versicherungskarte, Personalausweis und Familienstammbuch
Die letzten Wochen vor der Geburt sind aufregend – und manchmal auch ein bisschen überwältigend. Eine gut gepackte Kliniktasche gibt euch Sicherheit und das beruhigende Gefühl, auf alles vorbereitet zu sein. Damit ihr nichts Wichtiges vergesst und trotzdem nicht zu viel einpackt, haben wir für euch die wichtigsten Tipps zusammengestellt.
📅 Wann solltet ihr die Kliniktasche packen?
Jede Schwangere hat ihren eigenen Rhythmus beim Packen. Einige von euch fangen schon früh an, weil es ein gutes Gefühl gibt, vorbereitet zu sein. Andere warten lieber bis zum letzten möglichen Zeitpunkt. Es ist aber sinnvoll, wenn ihr eure Tasche spätestens in der 36. SSW fertig gepackt habt. So seid ihr auch bei einer früheren Geburt bestens vorbereitet.
Tipp: Packt die Tasche gemeinsam mit eurem Partner. So weiß er im Ernstfall genau, wo was liegt und kann euch schnell die richtigen Dinge anreichen.
👜 Welche Tasche eignet sich am besten?
Vor dem Packen steht die Frage: Tasche oder Koffer? Generell gilt: Je kompakter, desto besser. In einem Krankenhauszimmer ist meist nicht viel Platz, und ihr wollt wichtige Dinge schnell finden können. Eine mittelgroße Reisetasche oder ein kleiner Trolley sind ideal. Hilfreich sind Außentaschen, in denen ihr kleine und wichtige Gegenstände griffbereit unterbringt.
🍼 Was muss in die Kliniktasche?
Beim Packen solltet ihr an unterschiedliche Situationen denken, damit ihr rundum vorbereitet seid. Am besten erstellt ihr eure eigene Liste als Geburtsvorbereitung. Denkt dabei an diese drei Phasen:
- die Geburt
- die Zeit nach der Geburt
- die Heimreise
Gut zu wissen: Fragt in eurer Klinik oder eurem Geburtshaus nach, welche Dinge gestellt werden. Eine zu volle Tasche macht es schwierig, dringend Benötigtes zu finden.
👗 Was solltet ihr bei der Geburt tragen?
Im Kreißsaal zählt nicht, was besonders hübsch ist, sondern was für euch bequem ist. Es ist wichtig, dass ihr euch wohlfühlt – das kann auch schöne Sachen einschließen. Nicht jede will sich in einem alten großen Shirt zeigen. Generell sind diese Kleidungsstücke empfehlenswert:
- ein langes Shirt oder Nachthemd (möglichst bequem)
- zwei Paar warme Socken
- eventuell eine oder zwei bequeme Hosen
- Haus- oder Badeschuhe
Was genau ihr für die Geburt benötigt, hängt stark vom Verlauf ab. Wenn die Geburt schnell voranschreitet, kann es sein, dass ihr nicht einmal in andere Kleidung wechseln könnt. Aus diesem Grund solltet ihr schon bei den ersten Anzeichen zu Hause in bequeme Kleidung wechseln.
Wenn ihr eine Wassergeburt plant, können zusätzliche Kleidungsstücke hilfreich sein. Vor allem ein Bikinioberteil oder Bandeau können die Wahrung der Privatsphäre unterstützen. Auch ein Bademantel oder Morgenmantel kann euch zusätzliche Sicherheit geben.
✨ Was kann zusätzlich bei der Geburt hilfreich sein?
Neben der Kleidung gibt es noch ein paar weitere Dinge, die euch die Geburt angenehmer machen können:
- Lippenpflege
- Haargummis
- Musik
- Kirschkernkissen oder Wärmeflasche
- Brille oder Kontaktlinsen und eine Aufbewahrung
- euer Handy oder eine Kamera mit einem Ladekabel oder Akku
Eine Lippenpflege kann eine echte Wohltat sein, wenn die angestrengte Atmung und die trockene Luft im Kreißsaal die Lippen rissig gemacht haben. Haargummis können die Haare aus dem Gesicht halten, sodass sie nicht stören.
Bei der Brille oder den Kontaktlinsen kommt es auf das eigene Empfinden an. Einige von euch wollen gerne sehen können, was um sie herum vorgeht. Andere stören sich an jeglichem Fremdkörper. Weil ihr die Situation nicht immer im Voraus einschätzen könnt, solltet ihr auf beide Möglichkeiten vorbereitet sein.
Packt unbedingt Dinge ein, die euch guttun – sei es eure Lieblingsmusik oder ein bestimmter Duft. Alles, was euch entspannt, kann während der Geburt Gold wert sein.
Darüber hinaus braucht ihr Dinge, die die Geburt angenehm machen. Für einige kann das eine bestimmte Musik bedeuten, andere brauchen einen schönen Duft und nutzen Duftkerzen. Am besten sprecht ihr solche Möglichkeiten bei der Anmeldung in der Klinik ab.
🍪 Welche Snacks solltet ihr einpacken?
Eine Geburt kann viele Stunden dauern. Es ist gut, wenn ihr daher einige Snacks und Getränke mit in die Geburtstasche packt. Traubenzucker kann eine gute Hilfe für einen schnellen Energieschub sein. Zusätzlich ist ein Strohhalm oder eine Sportflasche sinnvoll. Dann könnt ihr in jeder Position trinken. Vergesst bei den Snacks auch den werdenden Papa nicht.
🛏️ Was könnt ihr in der Zeit im Krankenhaus tragen?
Wenn ihr keine ambulante Geburt plant, werdet ihr wahrscheinlich nach der Geburt noch einige Tage im Krankenhaus bleiben. Für diese Zeit solltet ihr bequeme Kleidung einpacken, die euch etwa im 6. bis 7. Schwangerschaftsmonat gepasst hat. Der Bauch ist natürlich kleiner, aber bis ihr wieder in eure alte Kleidung hineinpasst, wird wahrscheinlich noch einige Zeit vergehen.
Die folgende Liste kann euch bei der Auswahl helfen:
- Bequeme und stillfreundliche Kleidung
- Schlafanzug oder Nachthemd
- Still-BH und Stillwäsche (denkt daran, dass eure Brüste am Anfang der Stillzeit deutlich größer sind als später)
Achtung: Denkt bei der Kleiderwahl auch an mögliche Besuche und das erste Fotoshooting mit eurem Baby. Ihr müsst euch darin wohlfühlen!
Wenn Besuche möglich sind, solltet ihr bei der Auswahl der Kleidung auch daran denken, dass ihr euch in einem Besucherzimmer oder Besucherraum wohlfühlen solltet. Aber generell müsst ihr keine besondere Kleidung mitbringen. Denkt aber daran, dass es manchmal eine Möglichkeit für ein erstes Fotoshooting mit dem Kind gibt. Auch die Heimfahrt am Entlassungstag solltet ihr bedenken.
🌸 Was braucht ihr noch nach der Geburt?
Neben der Kleidung solltet ihr auch alle Dinge einpacken, die ihr für einige Übernachtungen benötigt. Generell sind diese Dinge hilfreich:
- zwei oder drei große und kleine Handtücher
- einige Waschlappen
- ein Kulturbeutel mit den wichtigsten Pflegeutensilien
- ein wenig Bargeld
- ein kleines Licht, das als Nachtlicht dienen kann
- Ladekabel für das Handy, Tablet oder einen E-Book-Reader
Darüber hinaus solltet ihr mitbringen, was ihr zum Wohlfühlen und zur Beschäftigung braucht. Für einige Frauen sind das ein paar Bücher, andere nehmen gerne etwas zum Schreiben mit oder einen Zeichenblock.
Gut zu wissen: Viele Verbrauchsmaterialien werden von der Klinik gestellt. Dazu gehören zum Beispiel Vorlagen, Binden, Stilleinlagen und anderes Stillzubehör.
👶 Was braucht ihr für euer Kind?
Im Normalfall stellen Geburtskliniken alle Dinge, die für ein Neugeborenes benötigt werden. Dazu gehören Windeln, Schnuller, Flaschen und Ersatznahrung. Aber auch Kleidung, Spucktücher und Schlafsäcke für Babys sind vorhanden. Ihr müsst nur die Kleidung für die Heimfahrt einpacken.
Es gibt auch die Möglichkeit, dass ihr eurem Baby eure eigene Babykleidung anzieht. Dann solltet ihr das aber dem Personal der Klinik mitteilen, damit nicht zufällig etwas in der Wäsche verschwindet.
Neben der Kleidung ist eine Babyschale für die Heimfahrt wichtig. Nur richtig gesichert kann ein Kind im Auto nach Hause fahren. Eine Decke oder ein Wärmesack können vor allem im Winter notwendig sein.
📋 Welche Dokumente und Unterlagen braucht ihr?
Eine Geburt bringt immer auch eine gewisse Menge an Verwaltungsaufwand mit sich. Daher solltet ihr wichtige Dokumente und Unterlagen mit in die Kliniktasche packen. Besonders wichtig sind die folgenden Dinge:
- Mutterpass
- Einweisung vom Frauenarzt (es geht im Notfall auch ohne)
- Versicherungskarte oder ähnliche Unterlagen
- Personalausweis
- Familienstammbuch oder Geburtsurkunde, Vaterschaftsanerkennung und Sorgerechtserklärung
Zusätzliche medizinische Unterlagen können sehr sinnvoll sein. Ihr könnt auch einen zusätzlichen Zettel mit den wichtigsten Informationen in euren Mutterpass legen. Dort könnten zum Beispiel frühere Operationen und aktuelle Medikamente notiert sein. Zusätzlich kann die Telefonnummer eures Partners oder anderer Angehöriger vermerkt sein.
Tipp: Wenn ihr einen Geburtsplan erstellt habt, packt ihn mit in die Kliniktasche. Haltet ihn aber kurz – die Hebammen haben meist keine Zeit, eine lange Liste zu lesen.
Häufig gestellte Fragen
Wann sollte ich spätestens die Kliniktasche gepackt haben?
Spätestens in der 36. SSW sollte eure Kliniktasche fertig gepackt sein. So seid ihr auch bei einer früheren Geburt bestens vorbereitet und müsst euch keine Sorgen mehr machen.
Reicht eine Tasche oder brauche ich einen Koffer?
Eine mittelgroße Reisetasche oder ein kleiner Trolley sind ideal. Je kompakter, desto besser – in einem Krankenhauszimmer ist meist nicht viel Platz. Außentaschen sind praktisch für kleine, wichtige Gegenstände.
Sollte mein Partner beim Packen helfen?
Unbedingt! Nehmt euch die Zeit, gemeinsam über den Inhalt zu sprechen. Wenn euer Partner bei der Geburt dabei ist, sollte er schnell die richtigen Gegenstände finden können, ohne die gesamte Tasche auf den Kopf zu stellen. Am besten packt ihr zusammen.
Was stellt die Klinik und was muss ich selbst mitbringen?
Die meisten Kliniken stellen Verbrauchsmaterialien wie Vorlagen, Binden, Stilleinlagen und Stillzubehör. Auch für das Baby sind meist Windeln, Schnuller, Flaschen und Kleidung vorhanden. Fragt am besten direkt in eurer Klinik nach, was genau gestellt wird.
Welche Kleidung sollte ich für nach der Geburt einpacken?
Packt bequeme, stillfreundliche Kleidung ein, die euch etwa im 6. bis 7. Schwangerschaftsmonat gepasst hat. Der Bauch ist nach der Geburt kleiner, aber bis ihr wieder in eure alte Kleidung passt, dauert es noch eine Weile.
Welche Dokumente dürfen auf keinen Fall fehlen?
Unbedingt mitnehmen: Mutterpass, Versicherungskarte, Personalausweis und Familienstammbuch oder Geburtsurkunde. Bei unverheirateten Paaren auch die Vaterschaftsanerkennung und Sorgerechtserklärung. Eine Einweisung vom Frauenarzt ist hilfreich, geht im Notfall aber auch ohne.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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