Menstruationsschmerzen – Ursachen und Lösungen
Auf einen Blick
- 25–35 % aller Frauen leiden unter Menstruationsschmerzen – von leichten Krämpfen bis zu sehr starken Beschwerden
- Ursache sind Kontraktionen der Gebärmutter und oft zu viele Prostaglandine (Botenstoffe)
- Wärme, Kräutertees und Entspannung helfen natürlich – bei plötzlichen Veränderungen zum Frauenarzt
Jeden Monat das Gleiche: Ziehende Krämpfe im Unterleib, manchmal so stark, dass Du Dich am liebsten nur noch zusammenrollen möchtest. Du bist nicht allein – jede dritte Frau kennt diese Schmerzen. Die gute Nachricht: Es gibt viele sanfte Wege, die Dir wirklich helfen können.
🔍 Woher kommen die Schmerzen?
Nachdem sich kein befruchtetes Ei eingenistet hat, versucht der weibliche Körper jeden Monat die natürlich aufgebaute Gebärmutterschleimhaut wieder loszuwerden. Das Zusammenziehen der Gebärmutter, also die sogenannte Kontraktion führt zu unterschiedlich starken Schmerzen und Krämpfen im Unterleib.
Dabei treten oft auch diverse Begleitsymptome auf:
- Übelkeit
- Kopfschmerzen
- Durchfall
Das wiederum steht oft in Verbindung mit der Freisetzung zu vieler Botenstoffe, den Prostaglandinen.
Gut zu wissen: Auch während der Periode führt der Gynäkologe Untersuchungen durch. Lediglich Vorsorgeuntersuchungen müssen während der Menstruation verschoben werden, da Abstriche keine gültigen Ergebnisse liefern.
Weitere mögliche Auslöser
Grundsätzlich spielen in diesem Zusammenhang aber auch weitere Faktoren eine wichtige Rolle:
- Aktuelle Lebensumstände und Stress
- Mangelnde und ungesunde Ernährung
- Krankheiten wie Myome (gutartige Geschwülste)
- Zysten
- Endometriose
🏥 Wann zum Frauenarzt?
Eine Vorstellung beim Frauenarzt kann betroffenen Frauen helfen, die Ursache für Regelbeschwerden herauszufinden. Auch wenn sich das Regelverhalten plötzlich ändert, also die Periode auf einmal stärker oder länger geht und neue Beschwerden auftreten, ist der ärztliche Rat unbedingt empfehlenswert.
Achtung: Wenn sich Deine Periode plötzlich verändert – stärker wird, länger dauert oder ganz neue Schmerzen auftreten – lass das unbedingt abklären. Dahinter können behandlungsbedürftige Erkrankungen stecken.
🌸 Natürliche Hilfe bei Regelschmerzen
Nach Abklärung der Schmerzen beim Frauenarzt stehen Dir viele Möglichkeiten zu, die nicht-krankheitsbedingten Beschwerden effektiv und ohne Zusatz von Chemie zu lindern.
Wärme – der Klassiker
Viele von uns empfinden Wärme als wohltuend und krampflösend. In diesem Fall empfiehlt sich:
- Eine einfache Wärmflasche auf den Unterleib
- Ein in der Mikrowelle erwärmtes Kirschkernkissen
- Ein warmes Bad
Ich schwöre auf meine Wärmflasche – sie ist bei mir in der Regelwoche ständige Begleiterin. Manchmal sind es die einfachsten Dinge, die am besten helfen.
Heilkräuter und Tees
Die Einnahme von verschiedenen Teesorten, zum Beispiel einem Schwangerschaftstee kann helfen. Darin enthaltene Kräuter wie der Frauenmantel oder Himbeerblätter haben sich bei der Behandlung von Regelbeschwerden bewährt.
Zu weiteren Heilkräutern gehören:
- Salbei
- Rotklee
- Schafgarbe
Tipp: Gegen depressive Verstimmungen oder PMS-Symptome wie Brustspannen, Reizbarkeit und Lustlosigkeit, die circa vier bis vierzehn Tage vor der Periode auftreten, empfiehlt sich die Einnahme von Lavendel oder Melisse.
Schmerzmittel – mit Bedacht einsetzen
Auch die in der Apotheke erhältlichen Schmerzmittel sind eine Möglichkeit der Schmerzlinderung. Hier ist jedoch Achtsamkeit geboten, die Einnahme sollte nicht dauerhaft und nicht jeden Monat erfolgen. Im Zweifelsfall ist das Gespräch mit dem Arzt zu suchen.
Achtung: Schmerzmittel sollten nicht dauerhaft und nicht jeden Monat eingenommen werden. Besprich die regelmäßige Einnahme mit Deinem Arzt.
💪 Was Du selbst tun kannst – Zusammenfassung
Zahlreiche Frauen leiden jeden Monat unter unangenehmen bis krampfhaften Unterleibsschmerzen, die mit einfachen Mitteln wie Wärme oder Heilkräuter unkompliziert und natürlich behandelt werden können.
Sollten diese Maßnahmen jedoch keine Besserung bringen oder andere Zyklus- und Regelveränderungen auftreten, ist der Gang zum erfahrenen Gynäkologen das Mittel der Wahl. Neben harmlosen Kontraktionen könnten auch unterschiedliche Krankheiten hinter den Symptomen stecken, die einer Abklärung und entsprechenden Therapie bedürfen.
Der Einsatz von Tee kann nicht nur bei körperlichen Beschwerden, sondern auch bei seelischen Belastungen in Zusammenhang mit PMS helfen.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Frauen leiden unter Menstruationsschmerzen?
Laut Studien leiden rund 25–35 % aller Frauen unter Menstruationsschmerzen. Das Schmerzempfinden kann dabei sehr unterschiedlich sein – von leichten Krämpfen bis zu sehr starken Beschwerden.
Warum habe ich während meiner Periode so starke Schmerzen?
Die Schmerzen entstehen durch das Zusammenziehen (Kontraktion) der Gebärmutter, die die aufgebaute Schleimhaut abstößt. Oft sind zu viele Prostaglandine (Botenstoffe) im Spiel. Auch Stress, Ernährung oder Erkrankungen wie Endometriose können eine Rolle spielen.
Welche natürlichen Mittel helfen gegen Regelschmerzen?
Wärme (Wärmflasche, Kirschkernkissen, warmes Bad) wirkt krampflösend. Auch Kräutertees mit Frauenmantel, Himbeerblättern, Salbei oder Schafgarbe können helfen. Bei PMS-Symptomen sind Lavendel und Melisse empfehlenswert.
Kann ich während meiner Periode zum Frauenarzt gehen?
Ja, grundsätzlich schon. Nur Vorsorgeuntersuchungen mit Abstrichen müssen verschoben werden, da diese während der Menstruation keine gültigen Ergebnisse liefern. Normale Untersuchungen sind aber möglich.
Wann sollte ich mit Regelschmerzen zum Arzt?
Wenn sich Deine Periode plötzlich verändert – stärker oder länger wird, neue Beschwerden auftreten oder natürliche Maßnahmen nicht helfen. Auch bei sehr starken Schmerzen solltest Du die Ursache abklären lassen, da Erkrankungen wie Myome, Zysten oder Endometriose dahinterstecken können.
Darf ich jeden Monat Schmerzmittel gegen Regelschmerzen nehmen?
Schmerzmittel aus der Apotheke können helfen, sollten aber nicht dauerhaft und nicht jeden Monat eingenommen werden. Besprich die regelmäßige Einnahme am besten mit Deinem Arzt, um die Ursache der Schmerzen abzuklären.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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