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So verändert sich der Körper nach Schwangerschaft und Geburt

Nadine Scheiner
17 Mai 2022
5 Min.
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Viele schwangere Frauen wissen vom ersten Tag an, dass sie Mutter werden, ihr Körper hat begonnen, sich zu verändern, vielleicht nicht gleich in großen Schritten, doch nach und nach werden die Veränderungen immer deutlicher. Und trotz der körperlichen Veränderungen ist die Schwangerschaft ein für die meisten Frauen.

Frauen fürchten sich nicht vor allen Veränderungen, besonders während der Schwangerschaft nehmen sie die meisten Veränderungen mit einem Gefühl von Glückseligkeit wahr, sie fürchten sich vor jenen Veränderungen, die auch nach der Schwangerschaft bleiben. Jene, die womöglich bleiben und ihren Körper für den Rest ihres Lebens verändern.

Aber keine Sorge, die viele Veränderungen bilden sich von allein zurück, andere benötigen etwas mehr Beachtung und Pflege, aber nur die wenigsten Veränderungen bleiben bestehen. Es gibt eine Gruppe von Frauen, die vor, während und nach der Geburt auf ihre Figur achten, ein gesundes Leben führen und häufig Sport treiben, wodurch die Veränderungen ihrer Figur nach der Geburt nicht so drastisch sind.

In jedem Fall werden die Veränderungen nach Schwangerschaft und Geburt mehr oder weniger stark sein, wichtig ist es, die Gründe zu verstehen, um die Rückbildung nach der Geburt anzuregen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nicht alle Veränderungen sind äußerlich und sichtbar, es gibt auch Veränderungen im Körper, die dauerhaft bleiben oder sich selbstständig zurückbilden.
  • Viele Veränderungen bilden sich selbstständig innerhalb weniger Wochen zurück. Die Gebärmutter bildet sich in nur 6 Wochen vollständig zurück.
  • Der Körper kann bei der Rückbildung unterstützt werden, sollte aber in keinem Fall überfordert werden.

Wie sich der Körper nach der Geburt verändert

Der Körper einer Frau verändert sich eigentlich nur ein wenig, was sich wirklich verändert ist das Innere einer Frau, das Muttersein verändert alles und ihr solltet dies auf jeden Fall voll und ganz genießen. Die körperlichen Veränderungen, ob vorübergehend oder dauerhaft, sind, solange sie euch nicht Schmerzen bereitet oder euer Leben beeinflussen, „nur“ ein Nebeneffekt.

Die auffälligste Veränderung ist die Vergrößerung der Gebärmutter, da sie fast das 7-fache ihrer tatsächlichen Größe zunehmen kann, da das Baby sein Bildungssystem hat, in dem ein beträchtlicher Platz benötigt wird (Nabelschnur und Plazenta). Die Gebärmutter kehrt jedoch nach der Entbindung in maximal 6 Wochen in ihren Normalzustand zurück und das ohne dass ihr etwas dafür tun müsst.

Körperinnere Veränderungen: Nicht nur die Gebärmutter verändert sich, auch die Organe können sich aufgrund der Vergrößerung dieser verschieben. Die Verschiebung ist von außen im Normalfall nicht sichtbar.

Schlaffe Bauchdecke: Die Bauchdecke gehört ebenfalls zu den am häufigsten betroffenen Regionen des Körpers, die sich stark verändern und oft nicht 100%ig zurückbilden. Der Bauch muss sich extrem dehnen und dabei trotzdem stabil genug sein, um das Gewicht halten zu können.

Oft bleibt der Bauch dauerhaft etwas schlaffer, mit Bauchübungen kann jedoch der Muskel darunter gestärkt werden, wodurch die Decke ebenfalls wieder straffer wird. Auch bei einem Kaiserschnitt ist es möglich, dass der Bauch schlaffer bleibt. Sprecht in diesem Fall am besten mit eurer Hebamme, wie ihr vorgehen könnt, um die Narbe nicht zu strapazieren. In diesem Zuge ist auch eine Rektusdiastase möglich, dabei werden die geraden Bauchmuskeln auseinandergezogen und es können Brüche in Bauchmuskeln und Bauchwand entstehen.

Hautveränderungen: Die wohl von vielen schwangeren Frauen am meisten gefürchtetste Veränderung, die Dehnung und Pigmentierung der Haut und die damit entstehenden Dehnungsstreifen (Schwangerschaftsstreifen) am Bauch nach der Geburt.

Es ist eine Veränderung, die mit großer Wahrscheinlichkeit nicht verschwinden wird, wenn Sie sie einmal haben, obwohl es gute vorbeugende Methoden und wirksame Behandlungen gibt, um ihr Auftreten zu verhindern, treten sie in den meisten Fällen auf und bleiben zurück.

Beckenbodenveränderungen: Bei einer natürlichen Geburt ist es möglich, dass der Beckenboden etwas „entspannter“ bleibt und nicht mehr so fest ist wie vorher. Es gibt aber Übungen, die durchgeführt werden könne, um Beckenboden und Blase wieder zu stärken und zum Normalzustand zurückzuführen.

Verringerte Libido: Die Schwangerschaft mit einer natürlichen Geburt oder besser bekannt als „vaginale Entbindung“ kann zu einer Dehnung des inneren Gewebes führen, wodurch die sexuelle Lust erheblich reduziert werden kann. Darüber hinaus nimmt die vaginale Straffung ab, dies hängt von der Größe des Babys ab.

Es gibt noch weitere mögliche Veränderungen, die jedoch oft mit den genannten Veränderungen in Verbindung stehen. Viele der körperlichen Veränderungen bilden sich im Laufe der Zeit selbstständig zurück, oft ist etwas Bewegung ausreichend, um die Selbstregenerierung anzuregen. Es gibt Beschwerden, die klingen in den ersten Tagen ab. Es gibt aber auch Schmerzen und Veränderungen, die erst nach der Wochenbett-Zeit oder Stillzeit abklingen.

Es ist auch möglich, dass ihr Probleme habt, euren Urin oder Stuhl zu halten, diese Veränderungen bilden sich aber im Normalfall ebenfalls zurück. Sollte über Wochen keine Verbesserung deutlich werden, sucht euren Arzt auf.

 

Weitere mögliche Veränderungen:

  • Geschwollener Bauch
  • Hämorrhoiden
  • Vaginale Schmerzen (Schmerzen in der Scheide)
  • Schwellungen in den Beinen
  • Starkes Schwitzen
  • Rückenschmerzen
  • Schwellungen der Brust und Überempfindlichkeit der Brust und Brustwarzen
  • Schmerzen und Beschwerden am ganzen Körper kurz nach der Geburt
  • Bei einem Kaiserschnitt schmerzen der Narbe und der damit verbundenen Wunde

Wann ist der Körper nach der Geburt wieder normal?

Die Sorge darüber, wie sich der Körper nach der Geburt verändert, bereitet uns Angst, da wir sicherlich oft nicht wissen, was wirklich dauerhaft bleiben könnte. Auch die Frage, wann der Körper wieder „normal“ ist, lässt vielen Frauen keine Ruhe, eine klare Zeitangabe kann dazu jedoch nicht gemacht werden.

Wenn ihr aber alle Informationen habt, könnt ihr euren Körper unterstützen, wieder in den Vorherzustand zu gelangen nachdem euer Kind geboren wurde. Mit großer Wahrscheinlichkeit kann sich euer Körper nicht 100 % zurückbilden, aber eine deutliche Verbesserung ist durchaus möglich.

So sehr frisch gebackene Mütter sich auch um eine gesunde Ernährung kümmern und die Gewichtszunahme von Monat zu Monat kontrollieren, können sie bestimmte Prozesse nicht kontrollieren. Entspannt euch, ihr müsst eurem Körper Zeit geben und geduldig bleiben.

Das Wichtigste bei diesem gesamten Prozess ist, dass ihr nach der Geburt eures Babys neue Routinen in eurem Alltag aufnehmt. Routinen, die euch helfen die Rückbildung eures Körpers zu fördern, euch selbst dabei aber nicht unter Druck setzt. Geht die Sache langsam an und hört auf euren Körper.

Fazit: Bleibt nach der Geburt eures Kindes geduldig

Denkt daran, dass das Schönste an der Schwangerschaft darin besteht, sie in vollen Zügen zu genießen und wenn euer Baby gesund und stark ist habt ihr und euer Körper erstklassige Arbeit geleistet. Ihr habt nach der Entbindung noch genügend Zeit, euch wieder eurem Körper zu widmen, vergesst nicht der Schlüssel ist Geduld, ohne dabei den Fokus zu verlieren, um euer Ziel zu erreichen.

Solltet ihr selbst unsicher sein, wie ihr euren Körper bei der Rückbildung optimal unterstützt holt euch Rat vom Experten. Nicht nur euer Frauenarzt und eure Hebamme können euch Tipps geben, es gibt auch Personal Trainer, Physiotherapeuten und Ernährungsexperten, die euch begleiten können und euch mit Rat und Tat zur Seite stehen, bis euer Körper wieder in Form ist.

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