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Kindspech – Was ihr über das Mekonium wissen solltet

Nadine Scheiner
17 Mai 2022
4 min
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Kindspech - Was ihr über das Mekonium wissen solltet

Der erste Stuhlgang des Babys überrascht nicht wenige Eltern, nicht nur wegen seiner Farbe, vielmehr wegen des unverkennbaren Geruchs, den viele Mütter und Väter als wirklich unerträglich beschreiben. Dieser erste Kot ist unter dem Begriff Mekonium bekannt, wird aber auch Kindspech genannt und eines ist sicher, wer das Baby nach diesem Stuhl versorgen muss, hat definitiv die Pechkarte gezogen.

Was Kindspech aber wirklich ist, wie die Farbe, die Konsistenz und der Geruch zustande kommen und ob dieser erste Stuhlgang normal ist, erklären wir euch heute.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kindspech ist völlig normal und wird im Normalfall innerhalb von 48 Stunden nach der Entbindung ausgeschieden.
  • Es kann zu Komplikationen kommen, wenn die Masse vor der Entbindung ausgeschieden wird und vom Baby über das Fruchtwasser aufgenommen wird.
  • Im Mutterleib ausgeschiedenes Mekonium ist an der gelblichen oder grünlichen Verfärbung des Fruchtwassers zu erkennen.
Kindspech Meconium
Sohel Parvez Haque via shutterstock

Was ist Mekonium (Kindspech)?

Mekonium ist der medizinische Begriff für den ersten Stuhlgang des Babys, gekennzeichnet durch eine dicke, klebrige und grünlich-schwarze Substanz, die sich ab dem vierten Monat der Schwangerschaft im Darm des Fötus ansammelt. Sobald das Kind geboren wird, wird diese grüne und zähe Masse ausgeschieden.

Im Normalfall wird das Mekonium in den ersten 48 Stunden nach der Entbindung ausgeschieden. Es kann aber auch passieren, dass der Säugling den Kot bereits während der Geburt ausstößt, dies kann aufgrund einer Komplikation während der Entbindung passieren oder weil das ungeborene Baby extremen Stress bei der Geburt erfährt.

Dies kann sehr gefährlich werden, weil es passieren kann, dass das ungeborene Baby den Stuhl einatmet und dieser in die Lunge gerät und dies zu Komplikationen führen kann. Sobald das neugeborene Kind entbunden ist untersuchen Ärzte dieses, um sicherzustellen, dass kein Kindspech eingeatmet wurde.

Dieser erste Kot verschwindet, wenn das Neugeborene während der Stillzeit Muttermilch oder Milchpulver aufnimmt. Ihr müsst euch also bei einem besonders stark stinkenden und untypisch aussehenden ersten Stuhlgang keine Sorgen machen, er ist normal.

Wie setzt sich Kindspech zusammen?

Die Bildung von Mekonium beginnt im 4. Monat (13. – 16. Schwangerschaftswoche) Schwangerschaftskalender der Fetalperiode und besteht aus verschiedenen Stoffen, die der Körper des Säuglings nicht komplett verarbeiten kann.

Zu den Ausscheidungsstoffen gehören abgestorbene Zellen, die sich von der Haut oder dem Verdauungstrakt abgelöst haben. Hinzukommen Sekrete des Magens und der Leber, Fruchtwasser, Haare, die den Körper des Babys bedecken (Lanugo) und Wasser. In der Regel besteht Kindspech aus 85 bis 95 Prozent Wasser.

All diese Stoffe werden gefiltert, sodass lediglich das Fruchtwasser bleibt, um das Baby in der Gebärmutter zu schützen. Die gefilterten Stoffe setzen sich zum Mekonium zusammen und verbleiben die restliche Schwangerschaft im Darm, sodass das Fruchtwasser immer sauber und rein bleibt.

Komplikationen treten auf, wenn das Mekonium in das Fruchtwasser ausgestoßen wird und sich die Substanzen verbinden, die das neugeborene Kind einatmen kann. Die Fehlfunktion dieses Zyklus führt dazu, dass das Baby am Ende der Schwangerschaft an einer Lungenentzündung leidet.

Es ist ratsam, Stress und Launenhaftigkeit zu vermeiden, da Beides Ursachen für eine Fehlfunktion der Ausscheidungsdynamik des Babys sind. Wenn dies passiert, kann es sein, dass ein Not-Kaiserschnitt erforderlich wird.

Was passiert, wenn das Baby Mekonium einatmet?

Atmet der Säugling die Mischung aus Mekonium und Fruchtwasser ein, kann es zum sogenannten Mekoniumaspirationssyndrom kommen. Fruchtwasser ist bekanntlich die Flüssigkeit, die das Baby im Mutterleib umgibt. Mekonium ist wie bereits erläutert der erste Stuhl des Babys, der klebrig, dick und dunkelgrün ist.

Das Baby scheidet diese Substanz normalerweise zu Beginn der Schwangerschaft und dann wieder einige Tage nach der Geburt aus. Kommt es in der Gebärmutter zum Ausscheiden, mischen sich die Substanzen und es kann für Mutter und Baby eine lebensbedrohliche Situation entstehen, wenn das Baby die Mischung aufnimmt.

Kommt es zur Aufnahme, wird das Baby mit großer Wahrscheinlichkeit an Atem- und Verdauungsproblemen leiden. Im schlimmsten Fall aspiriert das Baby soviel Kindspech ein, dass es nicht mehr richtig atmen kann, unter Atemnot leidet und sogar ersticken kann.

Auch können Magen und Darm betroffen sein. Die aufgenommene Mischung kann in diesem Fall dafür verantwortlich sein, dass das Verdauungssystem des Babys aus dem Gleichgewicht kommt und das Baby nach der Geburt die Muttermilch nicht verträgt. Die Nahrungsaufnahme reguliert sich aber im Normalfall selbst.

Dies kann dazu führen, dass eine Magenspülung nötig wird, um das Mekonium auszuspülen. Es ist jedoch üblich, dass das Baby nach einigen Tagen seinen Appetit wiedererlangt. Tatsache ist, dass etwa 25 % der Babys von gelblichem Fruchtwasser umgeben sind, wenn sie geboren werden. Dies nennt sich Mekoniumwasser. Nur 10 % leiden aber auch unter dem Mekoniumaspirationssyndrom.

Wann ist die Gefahr besonders groß, dass ein Baby Mekonium aufnimmt?

Es gibt bestimmte Faktoren, die das Risiko erhöhen, dass ein Baby das Mekonium aufnimmt und unter den Folgen der Aufnahme leidet. Die Mekoniumaspiration tritt häufiger bei Babys auf, die zwar die volle Schwangerschaftszeit im Mutterleib verbleiben, aber für ihr Alter zu klein sind, aber auch Postterm, also nach der 42. Woche kann es zur Aspiration kommen, wenn das Baby noch im Mutterleib ist.

Bekannte Risikofaktoren und Gründe:

  • Erkrankungen der Mutter wie Diabetes, Bluthochdruck oder Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Nabelschnurkomplikationen
  • Komplikationen bei der Geburt
  • Verlängerte Schwangerschaft (mehr als 42 Wochen)
  • Rauchende Mutter
  • Wachstumsverzögerung

Symptome eines Mekoniumaspirationsyndroms

Kommt es nicht zu Komplikationen, wird die Mischung der Substanzen oft erst bei der Geburt bemerkt, wenn ersichtlich wird, dass das Fruchtwasser gelblich oder grünlich gefärbt ist. Hat zudem Haut und Nägel des Babys eine gelbliche Färbung (Gelbsucht), deutet dies darauf hin, dass das Mekonium bereits längere Zeit im Fruchtwasser war.

Weitere Symptome und Folgen:

  • Schnelles Atmen
  • Die Rippenmuskeln sinken beim Atmen des Babys in die Brust ein
  • Schnarch-Geräusche beim Atmen aufgrund von Schleim
  • Gereizte Schleimhäute
  • Bläuliche Farbe auf der Haut
  • Eine vergrößerte oder geschwollene Brust aufgrund von Lufteinschlüssen

Resümee: Ist Kindspech normal?

Ja die Ansammlung und Ausscheidung von Kindspech ist normal. Die Ausscheidung erfolgt im Normalfall jedoch nach der Geburt, kommt es vor der Entbindung zur Ausscheidung kann es sein, dass ein sofortiger Kaiserschnitt erforderlich wird.

Solltet ihr ungewöhnliche Veränderungen bemerken ist zu empfehlen, dies eurer Hebamme oder eurem Arzt mitzuteilen. Platzt eure Fruchtblase und ihr bemerkt, dass dieses gelblich oder grünlich gefärbt ist teilt dies im Krankenhaus ebenfalls eurer Hebamme oder den Ärzten mit, sodass diese sofort einen Hinweis haben, dass Mekonium im Fruchtwasser ist sein kann.

Verläuft alles normal werdet ihr das Kindspech auf jeden Fall bemerken, viele Mütter und Väter sprechen von einem unvergesslichen Erlebnis.

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