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Zwillingsschwangerschaft – Was ihr wissen solltet!

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 09.04.2026 Lesezeit 14 Min.
Zwillingsschwangerschaft – Was ihr wissen solltet!

Auf einen Blick

  • Eine Zwillingsschwangerschaft ist ab der 8. Schwangerschaftswoche im Ultraschall erkennbar
  • Zwillingsmütter haben Anspruch auf 12 Wochen Mutterschutz nach der Geburt (statt 8 Wochen)
  • Die Gewichtszunahme liegt bei 17-20 kg, deutlich mehr als bei einer Einlingsschwangerschaft

Das Babyglück im Doppelpack – für viele frisch gebackene Eltern ist es zunächst ein Schock. Mit gleich zwei Babys hast auch Du wahrscheinlich nicht gerechnet. Doch Zwillinge sind etwas ganz Besonderes, auch wenn der Alltag mit zwei Babys erst einmal anstrengend erscheint. Auf 1000 Geburten in Deutschland kommen nur 35 Zwillinge zur Welt – Du gehörst also zu einer besonderen Gruppe werdender Mütter.

👶 Eineiig oder zweieiig – Die Unterschiede

Es kommt immer genau dann zu einer Zwillingsschwangerschaft, wenn zwei Eizellen gleichzeitig befruchtet werden oder sich Deine befruchtete Eizelle schon in einem frühen Stadium teilt. Bei letzterem spricht man von sogenannten eineiigen Zwillingen. Die beiden Babys teilen sich nicht nur eine Fruchthöhle, sondern haben gleichzeitig ein identisches Erbmaterial. Deine Kinder werden sich sehr ähnlich sehen und haben immer das gleiche Geschlecht. Das bedeutet, dass Du entweder zwei Jungen oder zwei Mädchen bekommst.

Bei zweieiigen Zwillingen ist es etwas anders. Diese können sich zwar ähnlich sehen, müssen es aber nicht. Deine Kinder können völlig unterschiedlich sein. Deine Babys entwickeln sich schließlich in verschiedenen Eizellen. Es besteht daher die Möglichkeit, dass Du ein Mädchen und einen Jungen bekommst.

Gut zu wissen: Frauen ab einem Alter von 35 Jahren haben eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit, Zwillinge zu bekommen.

🔍 Ab wann sieht man die Zwillingsschwangerschaft?

Wahrscheinlich hast auch Du schon des Öfteren von Eltern gehört, die erst bei der Geburt festgestellt haben, dass es Zwillinge sind. Eine solche unentdeckte Zwillingsschwangerschaft ist jedoch sehr selten. Während Deiner gesamten Schwangerschaft schaut Dein Frauenarzt danach, ob sich ein oder mehr Babys in Deinem Bauch befinden. Natürlich kann es vorkommen, dass sich eines der Babys in Deinem Bauch versteckt. In der Regel zeigt sich das Baby jedoch nach einer gewissen Zeit, sodass die Zwillingsschwangerschaft nicht unentdeckt bleibt.

Grundsätzlich lässt sich eine Zwillingsschwangerschaft sehr früh erkennen. Mit dem Ultraschall ist sie sogar schnell sichtbar. Dabei solltest Du wissen, dass es lediglich zwischen der 8. und 12. Schwangerschaftswoche möglich ist zu erkennen, ob es sich um eineiige Zwillinge handelt. Ab der 16. Schwangerschaftswoche ist dies nicht mehr feststellbar. Erkennbar ist die Zwillingsschwangerschaft schon dann, wenn die ersten Herzaktionen im Ultraschall sichtbar werden. Spätestens in der 9. oder 11. Schwangerschaftswoche wird Dir klar sein, ob Du Zwillinge bekommst oder nicht.

Eine Zwillingsschwangerschaft ist eine besondere Herausforderung, aber auch ein doppeltes Geschenk. Gönne Dir von Anfang an mehr Ruhe und nimm jede Unterstützung an, die Du bekommen kannst.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

💪 Was Du bei einer Zwillingsschwangerschaft beachten solltest

Sobald feststeht, dass eine Zwillingsschwangerschaft besteht, solltest Du als werdende Mutter einiges beachten. Die wichtigsten Punkte haben wir für Dich zusammengestellt:

  • Viel Wasser trinken: Im Alltag ist es grundsätzlich nicht leicht, immer ausreichend Wasser zu trinken. Sollte bei Dir eine Zwillingsschwangerschaft bestehen, ist es jedoch wichtig, dass Du konkret darauf achtest, täglich bis zu 2 Liter Wasser zu trinken.
  • Viel Ruhe: Stress und Überanstrengung sind für Mütter mit Zwillingen ungesund. Besonders im letzten Schwangerschaftsdrittel solltest Du auf sehr viel Ruhe achten. Eine zu hohe körperliche Belastung erhöht das Risiko für Komplikationen in der Schwangerschaft und das Risiko einer Fehlgeburt.
  • Gesunde Ernährung: Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist nicht nur für Zwillingsmütter wichtig, sondern grundsätzlich für Schwangere.
  • Beschäftigungsverbot: Es kann passieren, dass Du ein Beschäftigungsverbot bekommst. Dies ist besonders in einigen Berufen notwendig.

📅 Beschäftigungsverbot und Mutterschutz bei Zwillingen

Grundsätzlich gilt, dass Du 6 Wochen vor der Entbindung in Mutterschutz gehst. Diese Regelung ist nicht anders als bei einer normalen Schwangerschaft. Etwas anders ist hingegen die Dauer des Mutterschutzes. Die Mutterschutzfrist verlängert sich bei Zwillings- oder Mehrlingsschwangerschaften um 4 weitere Wochen. Das bedeutet auf insgesamt 12 Wochen ab der Geburt Deiner Zwillinge.

Tipp: Während des Beschäftigungsverbotes hast Du ein Recht auf Mutterschutzlohn. Dieser errechnet sich aus Deinem durchschnittlichen Lohn der letzten drei Monate vor dem Beschäftigungsverbot.

Wer bekommt 12 Wochen Mutterschutz nach der Geburt?

  • Frauen, bei denen eine medizinische Frühgeburt notwendig war (Neugeborenes wiegt unter 2500 g)
  • Frauen, die Zwillinge, Drillinge und Mehrlinge bekommen haben
  • Frauen, die ein Kind mit Behinderung bekommen haben

Betriebliches Beschäftigungsverbot

Neben dem generellen Beschäftigungsverbot steht das betriebliche Beschäftigungsverbot. Dieses hängt von dem jeweiligen Arbeitgeber und Beruf ab, den Du ausübst. Sobald Du schwanger bist, bekommst Du einen besonderen Schutz für Dich selbst und Dein ungeborenes Kind. Im Mutterschutzgesetz gibt es verschiedene Punkte, die als Gefahr gelten und denen Du nicht ausgesetzt werden darfst:

  • Körperliche Anstrengungen (schweres Heben, dauerndes Bücken oder Strecken)
  • Kontakt mit Giftstoffen und anderen Gefahrenstoffen
  • Belastende Arbeitssituationen (Räumen mit Überdruck oder anderes)

In der Regel sprechen Arbeitgeber nicht sofort ein Beschäftigungsverbot aus. Oftmals versuchen die Firmen Deinen Arbeitsplatz so zu gestalten, dass Du auch weiterhin arbeiten kannst, ohne Deine Zwillinge zu gefährden.

Bei einer Zwillingsschwangerschaft kann es sein, dass Dein Gynäkologe ein Beschäftigungsverbot ausspricht. Grundlage für ein solches Beschäftigungsverbot ist ein Attest Deines Arztes. Dieser bescheinigt Dir, dass ein erhebliches Gesundheitsrisiko besteht, wenn Du Deiner Tätigkeit weiter nachgehst. Mit diesem Beschäftigungsverbot möchte man in der Regel Frühgeburten vermeiden. Oftmals ist es der Fall, dass die werdenden Mütter psychisch nicht in der Verfassung sind, den Beruf während der Schwangerschaft weiter auszuführen.

⚠️ Risiken bei einer Zwillingsschwangerschaft

Die meisten Zwillingsschwangerschaften verlaufen ohne weitere Probleme. Aus medizinischer Sicht gesehen gilt eine Zwillings- und auch Mehrlingsschwangerschaft immer als Risikoschwangerschaft. Das bedeutet für Dich als werdende Mutter enge und strenge Kontrollen und eine deutlich intensivere Vorsorge.

Achtung: Eine regelmäßige Untersuchung beim Gynäkologen ist sehr wichtig, um die Gesundheit Deiner Kinder zu kontrollieren.

Die wichtigsten Risiken im Überblick

  • Erhöhtes Risiko für die Föten: Die Höhe des Risikos bei Deinen Zwillingen hängt stark davon ab, ob sich die Föten eine Plazenta (monochorial) und Fruchthöhle teilen oder nicht. Das Ergebnis wird vom Arzt in Deinen Mutterpass eingetragen.
  • Häufigere Frühgeburten: Zwillinge, bei denen jeder Fötus eine eigene Plazenta und Fruchthöhle hat, kommt es sehr selten zu diesen Komplikationen. Die Risiken einer Frühgeburt sind jedoch erhöht. Ein Grund dafür ist, dass die Babys bereits ab der 28. Schwangerschaftswoche so viel wiegen, wie ein einziges Kind (etwa 3 kg). Diese Last kann in Deiner Gebärmutter vorzeitige Wehen auslösen.
  • Fetofetales Transfusionssyndrom: Teilen sich Deine Zwillinge eine Plazenta und Fruchthöhle kann es passieren, dass weitere Probleme auftreten. Teilen sich Deine Zwillinge die Plazenta (auch monochorial genannt), aber entwickeln sich in getrennten Fruchthöhlen kann das fetofetale Transfusionssyndrom auftreten, kurz FFTS genannt. Bei dieser Erkrankung kommt es zu einem Blutaustausch zwischen den beiden ungeborenen Babys. Dies hat zur Folge, dass die Fruchtwassermenge stark ansteigen kann.
  • Nabelschnur als Schlinge: Föten in einer gemeinsamen Plazenta und Fruchthöhle sollten alle 14 Tage überprüft werden. Dies hat auch einen Grund. Es besteht ein deutlich höheres Risiko, dass sich die Nabelschnur um den Hals eines Fötus legen kann. Dies ist lebensgefährlich. Nicht selten werden Zwillinge bereits in der 32. oder 34. Woche mit einem Kaiserschnitt zur Welt geholt.

🌸 Komplikationen bei der Mutter

Komplikationen können nicht nur bei den ungeborenen Kindern auftreten, sondern auch bei Dir als Mutter selbst. Grundsätzlich handelt es sich dabei allerdings um dieselben Komplikationen, wie bei einer normalen Schwangerschaft (auch Einlingsschwangerschaft genannt) auch. Diese können jedoch deutlich ausgeprägter ausfallen. Sodbrennen, Verdauungsprobleme und Erbrechen sind nur einer der Komplikationen, mit denen Du als Zwillingsmutter zu kämpfen hast. Daneben kann es zu Rückenschmerzen und Kurzatmigkeit kommen.

In der Regel ist der Körper bei einer Zwillingsschwangerschaft deutlich stärker belastet. Die Blutmenge in Deinem Körper steigt an und die Gebärmutter wird größer. Das bedeutet somit, dass Du bei einer Zwillingsschwangerschaft mehr Gewicht zunimmst. In der Regel zwischen 17 kg und 20 kg. Gerade aus diesem Grund ist die Gefahr deutlich höher, an einer Anämie (Blutarmut) zu leiden. Auch Bluthochdruck oder eine Schwangerschaftsvergiftung (lat. Präeklampsie) ist möglich. Deine Gebärmutter wird bei einer Zwillingsschwangerschaft deutlich stärker belastet als bei einer normalen Geburt. Aufgrund dessen dauert es zudem länger, bis sie sich zurückbildet.

💰 Gewichtszunahme bei Zwillingsschwangerschaft

Wie schon erwähnt ist die Gewichtszunahme bei Zwillingsschwangerschaften deutlich höher. Schließlich wachsen zwei Embryonen in Deinem Bauch heran. Bei einer normalen Geburt nehmen Frauen im Durchschnitt 11 bis 16 kg zu. Es gibt Frauen, die deutlich mehr zunehmen. Diese Zahlen sind lediglich der Durchschnitt. Bei Deiner Zwillingsschwangerschaft solltest Du unbedingt darauf achten, nicht zu viel zuzunehmen, da sich eine zu hohe Gewichtszunahme negativ auf Deinen Körper auswirken kann.

Tipp: Sprich am besten mit Deinem Arzt, welches Gewicht während der Zwillingsschwangerschaft für Dich normal ist.

🖤 Wenn ein Zwilling stirbt

Die größte Angst vieler Frauen ist, das zweite Kind in der Schwangerschaft zu verlieren. Es kommt vor, dass die Zwillingsmutter selbst nicht einmal bemerkt, dass sie zwei Kinder in ihrem Bauch hatte. Viele Kinder sterben schon im Mutterleib und werden von dem Körper absorbiert. Stirbt das Kind sehr früh, verschmilzt es einfach mit der Plazenta der Mutter, ohne dass etwas bemerkt wird. Dabei darfst Du nicht vergessen, dass die Kinder ab der 10. Schwangerschaftswoche bereits damit beginnen zu tasten und die Lippen zu nutzen. Bei einer Zwillingsschwangerschaft ist es nicht auszuschließen, dass genau dieser Prozess noch deutlich früher einsetzt.

Für alle Frauen ist es wie ein Trauma, wenn ein Kind verloren geht. Zwillinge haben immer eine besondere Verbindung. Nicht nur im Mutterleib selbst, sondern auch im späteren Leben.

Häufig gestellte Fragen

Ab wann kann man eine Zwillingsschwangerschaft im Ultraschall erkennen?

Eine Zwillingsschwangerschaft ist bereits sehr früh erkennbar. Sobald die ersten Herzaktionen im Ultraschall sichtbar werden, kann Dein Frauenarzt feststellen, ob Du Zwillinge erwartest. Spätestens in der 9. oder 11. Schwangerschaftswoche wird Dir klar sein, ob Du Zwillinge bekommst. Ob es sich um eineiige Zwillinge handelt, lässt sich nur zwischen der 8. und 12. Schwangerschaftswoche feststellen.

Wie viel Gewicht nehme ich bei einer Zwillingsschwangerschaft zu?

Bei einer Zwillingsschwangerschaft ist die Gewichtszunahme deutlich höher als bei einer normalen Schwangerschaft. In der Regel nimmst Du zwischen 17 kg und 20 kg zu, während bei einer Einlingsschwangerschaft der Durchschnitt bei 11 bis 16 kg liegt. Sprich am besten mit Deinem Arzt, welches Gewicht für Dich persönlich normal ist.

Wie lange dauert der Mutterschutz bei Zwillingen?

Bei einer Zwillingsschwangerschaft verlängert sich die Mutterschutzfrist nach der Geburt um 4 Wochen. Das bedeutet, Du hast insgesamt 12 Wochen Mutterschutz nach der Geburt Deiner Zwillinge (statt der üblichen 8 Wochen bei einer Einlingsschwangerschaft). Vor der Geburt gilt wie gewohnt die 6-Wochen-Frist.

Warum gilt eine Zwillingsschwangerschaft als Risikoschwangerschaft?

Aus medizinischer Sicht gilt eine Zwillingsschwangerschaft immer als Risikoschwangerschaft. Das bedeutet für Dich als werdende Mutter engere Kontrollen und eine intensivere Vorsorge. Es besteht ein erhöhtes Risiko für Frühgeburten, und je nachdem, ob sich die Föten eine Plazenta teilen, können weitere Komplikationen wie das fetofetale Transfusionssyndrom auftreten.

Bekomme ich bei Zwillingen automatisch ein Beschäftigungsverbot?

Nicht automatisch, aber es ist möglich. Dein Gynäkologe kann ein Beschäftigungsverbot aussprechen, wenn ein erhebliches Gesundheitsrisiko besteht. Zudem gibt es das betriebliche Beschäftigungsverbot, wenn Dein Beruf körperliche Anstrengungen, Kontakt mit Giftstoffen oder andere belastende Arbeitssituationen beinhaltet. Während des Beschäftigungsverbotes hast Du Anspruch auf Mutterschutzlohn.

Was ist der Unterschied zwischen eineiigen und zweieiigen Zwillingen?

Eineiige Zwillinge entstehen, wenn sich eine befruchtete Eizelle in einem frühen Stadium teilt. Sie teilen sich eine Fruchthöhle, haben identisches Erbmaterial und immer das gleiche Geschlecht. Zweieiige Zwillinge entstehen, wenn zwei Eizellen gleichzeitig befruchtet werden. Sie entwickeln sich in verschiedenen Eizellen, können unterschiedlich aussehen und auch verschiedene Geschlechter haben.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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