Die 37. Schwangerschaftswoche – in der 37. SSW wachsen die Fettdepots
Auf einen Blick
- Dein Baby wiegt jetzt etwa 2.800 Gramm und ist circa 48 cm groß – ab Ende dieser Woche gilt es nicht mehr als Frühchen
- Die Fettreserven werden jetzt angelegt, damit dein Baby nach der Geburt ein paar Tage ohne Milch auskommt
- Vorsorge alle 14 Tage mit CTG – jetzt wird's ernst, die Kliniktasche sollte bereitstehen
Nur noch vier Wochen bis zum errechneten Termin – und die Ungeduld steigt. Dein Baby legt jetzt ordentlich an Gewicht zu, während du vielleicht mit Rückenschmerzen und schlaflosen Nächten kämpfst. Gleichzeitig kreisen deine Gedanken um die eine große Frage: Wann geht es endlich los?
🍼 Was dein Baby jetzt macht – Fettdepots für den Start ins Leben
Dein Baby ist in der 37. SSW fleißig dabei, braunes Fett anzulegen. Diese Fettreserven sind wie ein Energiespeicher, der dafür sorgt, dass dein Kleines nach der Geburt noch einige Tage ohne Milch auskommt – bis sich bei dir der Milcheinschuss einstellt. Außerdem hilft das braune Fett bei der Temperaturregulierung nach der Geburt.
Inzwischen wiegt dein Baby rund 2.800 Gramm und misst etwa 48 cm. Aber Achtung: Alle Größenangaben sind jetzt nur noch Schätzungen. Es wird für den Gynäkologen immer schwieriger, genau auszumessen – dein Baby ist einfach zu groß geworden. Auch deine Hebamme kann nur noch ungefähre Werte abgeben.
Gut zu wissen: Ab Ende der 37. Schwangerschaftswoche gilt dein Baby offiziell nicht mehr als Frühchen. Es ist bereit für die Welt!
Bewegungen werden weniger – oder doch nicht?
Deine Gebärmutter kommt langsam an ihre Grenzen und kann sich kaum noch dehnen. Für dein Baby wird es immer enger, deshalb können die Bewegungen jetzt weniger oder schwächer werden. Manche Babys bleiben aber bis zum Schluss sehr aktiv und sorgen weiter für Action im Bauch.
Wenn du das Gefühl hast, dass sich dein Baby kaum noch regt, und du ein ungutes Gefühl hast, dann lass das bitte abklären. Der Weg ins Krankenhaus oder zum Gynäkologen steht dir jederzeit offen. Über ein CTG lässt sich auch außerhalb der normalen Vorsorge herausfinden, ob alles in Ordnung ist.
Achtung: Dein Baby hat jetzt kaum noch Platz, um sich zu drehen. Die Senkwehen drücken es immer mehr ins Becken. Falls es noch in Beckenendlage liegt, kann jetzt eventuell noch eine äußere Wendung versucht werden.
Käseschmiere und Lanugo-Haar verschwinden
Die Käseschmiere und das feine Lanugo-Haar haben dein Baby bisher geschützt und dafür gesorgt, dass die Haut mit der Feuchtigkeit im Fruchtwasser gut umgehen kann. Nun löst sich beides langsam von der Haut ab. Die Käseschmiere zieht sogar zum Teil in die Haut ein, das Lanugo-Haar fällt aus.
Beides landet im Fruchtwasser. Wenn dein Baby atmet, nimmt es das Fruchtwasser auf. Die Zellen der Haare und der Käseschmiere lagern sich dann im Darm ab und sind ein Teil des Kindspechs – dem Mekonium, also dem ersten Stuhlgang nach der Geburt. Manche Babys kommen aber auch noch mit Käseschmiere auf der Haut zur Welt. Hebammen empfehlen, diese auf der Haut zu lassen, da sie die Haut mit Fett versorgt.
Die Sinne sind voll entwickelt
Dein Baby liebt es, deine Stimme zu hören und deine Hände zu spüren. Auch in der 37. SSW ist es wichtig, dass du ins Zwiegespräch gehst und mit deinem Baby Kontakt aufnimmst. Nutze die Zeit und sprich mit dem Ungeborenen. Deine Stimme wirkt beruhigend und die Verbindung zwischen euch wird stärker.
Ich habe in den letzten Wochen vor der Geburt viel mit meinen Babys gesprochen und ihnen vorgelesen. Diese Nähe hat mir geholfen, ruhiger zu werden – und ich bin sicher, dass sie es auch gespürt haben.
🌸 Was in deinem Körper passiert – Ungeduld und Vorbereitung
Die Ungeduld nimmt zu. Du schaust jeden Tag auf den Schwangerschaftskalender, obwohl du den Geburtstermin im Mutterpass genau kennst. Jedes CTG ist wie Musik in deinen Ohren, denn hier hörst du den Herzschlag deines Babys. Deine Gedanken drehen sich rund um die Entbindung: Wann wird es losgehen?
Schwangerschaftsbeschwerden nehmen zu
Rückenschmerzen, Krämpfe in den Waden oder Schmerzen im Becken – die Liste an Beschwerden ist jetzt lang. Es wird immer schwerer, in der Nacht Ruhe zu finden. Die Mutterbänder dehnen sich, die Last des Bauches wirkt sich auf den Rücken aus. Viele Frauen nutzen ein Stillkissen, damit der Körper entlastet wird. Vielleicht stellen sich auch immer mehr Krämpfe in den Muskeln ein. Die Belastung deines Körpers mit dem erhöhten Blutvolumen und der Versorgung von zwei Kreisläufen ist nicht zu unterschätzen.
Tipp: Ein Stillkissen kann dir schon jetzt helfen, nachts eine bequemere Position zu finden und deinen Rücken zu entlasten.
Gebärmutterhals und Muttermund bereiten sich vor
Der Weg auf die Welt führt durch den Muttermund, und dieser muss ebenfalls auf die Entbindung vorbereitet werden. Die Wehen, die du jetzt vielleicht vermehrt spürst, können sich nun schon auf den Gebärmutterhals auswirken. Dieser verstreicht langsam. Bei den Vorsorgeuntersuchungen werden Frauenarzt oder Hebamme schauen, wo er steht. Aber auch wenn dein Gebärmutterhals schon verstrichen ist, kann die Geburt noch auf sich warten lassen.
Emotionale Achterbahnfahrt
Die Hormone sind die ganze Schwangerschaft hindurch schon ein starker Begleiter. Sie sorgen dafür, dass du wilde Träume hast, deine Gedanken Achterbahn fahren, du im einen Moment glücklich bist und im nächsten wieder traurig. Wenn es auf die Geburt zugeht, wird dein Körper noch einmal die Hormone neu würfeln – und das merkst du auch.
Vielleicht hast du Angst. Das ist ganz normal, denn als werdende Mama weißt du nicht, was bei der Geburt auf dich zukommt und wie es danach weitergeht. Vielleicht kommt jetzt auch Unsicherheit darüber auf, ob du alles vorbereitet hast. Es kann helfen, eine Liste zu machen und mit vertrauten Personen über deine Gedanken zu sprechen. Bereite auch die Kliniktasche weiter vor oder schau nach, ob ausreichend Windeln vorhanden sind. Sich zu beschäftigen ist eine gute Möglichkeit, die Zeit bis zur Entbindung zu verkürzen.
💪 Echte Wehen erkennen – wann geht's los?
Besonders groß ist die Unsicherheit darüber, woran sich eigentlich echte Wehen erkennen lassen. Vorwehen oder Senkwehen sind oft schon sehr schmerzhaft, sie kommen aber normalerweise nicht in regelmäßigen Abständen.
Geburtswehen arbeiten in Wellen. Sie beginnen und kommen dann in gleichmäßigen Abständen. Sie werden stärker und fühlen sich noch einmal anders an. Es gibt viele Frauen, die davon berichten, dass ihnen bei der ersten Geburtswehe klar gewesen ist, dass es nun losgeht. Wenn dennoch Unsicherheit herrscht, kannst du dich jederzeit an die Hebamme wenden.
Gut zu wissen: Geburtswehen kommen in regelmäßigen Abständen, werden stärker und lassen sich nicht durch ein warmes Bad oder Ruhe aufhalten – im Gegensatz zu Übungswehen.
🏥 Beckenendlage – was jetzt noch möglich ist
Bei den Vorsorgeuntersuchungen hat sich gezeigt, dass dein Baby noch in der Beckenendlage liegt? Das ist natürlich ein Schreck, denn die Wahrscheinlichkeit, dass es sich nun noch dreht, ist sehr gering. Vielleicht wird deine Hebamme es noch mit der Taschenlampe versuchen oder auch das Moxen ausprobieren. Hierbei handelt es sich um eine Technik, bei der mit Wärme gearbeitet wird. Es kann auch sein, dass dir eine äußere Wendung empfohlen wird.
Aber auch wenn das alles nicht funktioniert oder du es nicht möchtest, muss das nicht unbedingt auf einen Kaiserschnitt hindeuten. Natürliche Geburten in der Beckenendlage sind möglich. Sie sollten jedoch nur unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden. Lass dich dazu am besten von einer Hebamme und dem Gynäkologen beraten. Hier erfährst du auch mehr dazu, welche Geburtspositionen helfen können, das Baby auf die Welt zu bringen.
📅 Kliniktasche packen – jetzt wird's ernst
Die Kliniktasche sollte in der 37. Schwangerschaftswoche unbedingt bereitstehen. Gerade für deinen Partner ist es schwierig, bei einem Geburtsstart noch die notwendigen Unterlagen zusammenzustellen. Es ist leichter für ihn, wenn das alles schon erledigt ist.
Das gehört in die Tasche:
- Kleidung für dich und fürs Baby
- Etwas zum Lesen
- Spucktücher
- Alle notwendigen Unterlagen (Mutterpass, Versichertenkarte, Personalausweis, Anmeldeunterlagen)
Tipp: Sicher hast du dir schon in Ruhe die Krankenhäuser angesehen oder auch die Geburtshäuser besucht. Die Anmeldung sollte schon durchgeführt worden sein. Du kannst dich aber jederzeit noch anders entscheiden, wenn du nun doch eine Hausgeburt oder den Weg ins Geburtshaus in Betracht ziehst. Allerdings sollte eine Hausgeburt nicht ohne Hebamme durchgeführt werden.
Häufig gestellte Fragen
Ab wann gilt mein Baby nicht mehr als Frühchen?
Ab Ende der 37. Schwangerschaftswoche gilt dein Baby offiziell nicht mehr als Frühchen. Es ist dann reif genug für die Welt und braucht in der Regel keine besondere medizinische Betreuung mehr.
Warum bewegt sich mein Baby jetzt weniger?
Deine Gebärmutter kann sich kaum noch dehnen und es wird für dein Baby immer enger. Deshalb können die Bewegungen jetzt weniger oder schwächer werden. Wenn du aber ein ungutes Gefühl hast, lass das bitte beim Frauenarzt oder im Krankenhaus per CTG abklären.
Wie erkenne ich echte Geburtswehen?
Geburtswehen kommen in regelmäßigen Abständen, werden immer stärker und lassen sich nicht durch Ruhe oder ein warmes Bad aufhalten. Viele Frauen berichten, dass sie bei der ersten Geburtswehe sofort gespürt haben, dass es nun losgeht. Im Zweifel kannst du dich jederzeit an deine Hebamme wenden.
Mein Baby liegt in Beckenendlage – muss ich jetzt einen Kaiserschnitt machen?
Nicht unbedingt. Es gibt noch Möglichkeiten wie Moxen oder eine äußere Wendung. Und auch natürliche Geburten in Beckenendlage sind möglich, sollten aber unter ärztlicher Aufsicht stattfinden. Lass dich von deiner Hebamme und dem Gynäkologen beraten.
Was sollte alles in der Kliniktasche sein?
Kleidung für dich und fürs Baby, Spucktücher, etwas zum Lesen und alle wichtigen Unterlagen wie Mutterpass, Versichertenkarte, Personalausweis und Anmeldeunterlagen fürs Krankenhaus. Pack die Tasche am besten schon jetzt, damit im Ernstfall alles griffbereit ist.
Warum legt mein Baby jetzt so viel Gewicht zu?
Dein Baby legt jetzt braunes Fett an – das sind wichtige Energiereserven für die ersten Tage nach der Geburt, bis sich bei dir der Milcheinschuss einstellt. Außerdem hilft das braune Fett bei der Temperaturregulierung nach der Geburt.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
Mehr über Nadine →