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Mit Hashimoto Thyreoiditis schwanger werden?

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 05.05.2026 Lesezeit 9 Min.
Mit Hashimoto Thyreoiditis schwanger werden?

Auf einen Blick

  • Hashimoto Thyreoiditis ist eine chronische Schilddrüsenerkrankung, die die Fruchtbarkeit beeinflussen kann – aber eine Schwangerschaft ist mit richtiger Behandlung möglich
  • Regelmäßige Kontrolle der Schilddrüsenwerte (TSH, T3, T4) und Anpassung der Medikamente sind während Kinderwunsch und Schwangerschaft entscheidend
  • Mit Hashimoto ist das Fehlgeburtsrisiko dreifach erhöht, durch engmaschige ärztliche Betreuung lässt sich dieses Risiko aber deutlich senken

Ein unerfüllter Kinderwunsch kann viele Ursachen haben – eine davon ist Hashimoto Thyreoiditis. Diese Autoimmunerkrankung der Schilddrüse betrifft etwa 6 % aller Frauen und kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Doch mit der richtigen Behandlung und engmaschiger ärztlicher Betreuung ist eine gesunde Schwangerschaft trotz Hashimoto möglich.

🔍 Was ist Hashimoto Thyreoiditis?

Hashimoto Thyreoiditis ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse, die nach dem japanischen Arzt Hakaru Hashimoto benannt wurde, der sie 1912 erstmals beschrieb. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das eigene Immunsystem das Schilddrüsengewebe angreift und nach und nach zerstört.

Die Erkrankung ist nicht heilbar, aber gut behandelbar. Mit dem Medikament L-Thyroxin können die Symptome gelindert und die Schilddrüsenfunktion ausgeglichen werden. Hashimoto verläuft schubweise und bleibt oft lange Zeit unbemerkt.

Gut zu wissen: Mediziner unterscheiden zwischen Hashimoto Thyreoiditis (bei vergrößerter Schilddrüse) und Ord-Thyreoiditis (bei verkleinerter Schilddrüse). Beide sind Formen der gleichen Autoimmunerkrankung.

🌸 Welche Symptome treten bei Hashimoto auf?

Eine Schilddrüsenerkrankung ist nicht immer leicht zu erkennen. Folgende Anzeichen können auf Hashimoto hindeuten:

  • Übermäßige Müdigkeit
  • Sehr starke Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme
  • Nicht erklärbare Zyklusstörungen
  • Wärmeempfindlichkeit oder Kälteempfindlichkeit
  • Trockene Haut
  • Herzrhythmusstörungen

Achtung: Bevor Du Dir Sorgen machst, sprich unbedingt mit Deinem Arzt. Nur eine genaue Diagnose durch Blutuntersuchung kann Hashimoto sicher feststellen. Neben Gynäkologen können auch Endokrinologen (Spezialisten für Hormonerkrankungen) weiterhelfen.

💪 Wieso kann Hashimoto die Fruchtbarkeit verringern?

Die Schilddrüse wird durch Hormone gesteuert. Produziert sie zu wenig L-Thyroxin, kann sie nicht korrekt arbeiten. Dadurch erhöht sich der Prolaktin-Spiegel im Körper – und genau das ist das Problem bei Kinderwunsch.

Das Hormon Prolaktin ist für die Reifung der Eizellen und Samenzellen verantwortlich. Ein erhöhter Prolaktin-Spiegel hemmt diese Reifung massiv. Die Folge: Frauen mit Schilddrüsenstörung bekommen oft keinen Eisprung oder die Eizellen wachsen nicht richtig heran.

Die Schilddrüsenfunktion ist aber nicht nur für den Eisprung wichtig, sondern auch für die Einnistung der Eizelle und das Heranwachsen des Embryos. Deshalb ist eine engmaschige ärztliche Betreuung während der Kinderplanung und Schwangerschaft so wichtig.

Bei Hashimoto und Kinderwunsch ist die richtige Einstellung der Medikamente das A und O. Lass Deine Werte regelmäßig kontrollieren – das gibt Dir und Deinem Baby die beste Chance auf eine gesunde Schwangerschaft.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

🍼 Was solltest Du bei Kinderwunsch mit Hashimoto beachten?

Wenn Du unter Hashimoto leidest und schwanger werden möchtest, ist es wichtig, Deinen Lebensstil anzupassen und Deine Schilddrüsenwerte regelmäßig bestimmen zu lassen. Zunächst muss festgestellt werden, ob eine Unterfunktion oder Überfunktion vorliegt.

Zusätzlich zu Deinen regelmäßigen Medikamenten kann es hilfreich sein, Vitamin D zu supplementieren. Die richtige Einstellung der Medikamente ist jedoch deutlich wichtiger als jedes Nahrungsergänzungsmittel.

Die richtige Ernährung bei Hashimoto und Kinderwunsch

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist bei Kinderwunsch generell wichtig – bei Hashimoto aber besonders. Achte darauf, dass Deine Ernährung reich an Nährstoffen und arm an Giftstoffen oder Reizstoffen ist.

Gesunde Lebensmittel bei Hashimoto:

  • Gemüse
  • Natürliche Lebensmittel in Bio-Qualität
  • Fisch (enthält wichtiges Jod)
  • Olivenöl und Leinöl
  • Knoblauch, Zwiebel, Lauch
  • Beeren

Vermeidbare Lebensmittel bei Hashimoto:

  • Frittierte Produkte
  • Alkohol
  • Zuckerhaltige, koffeinhaltige Getränke
  • Rapsöl, Sonnenblumenöl, Sojaöl
  • Soja
  • Makrele, Tunfisch, Schwertfisch

Tipp: Jod ist wichtig für die Schilddrüsenhormone, aber Vorsicht vor Überdosierung! Die Höchstdosis sollte 200 µg pro Tag nicht überschreiten – das sind etwa 1400 µg in der Woche. Zu viel Jod kann Deiner Schwangerschaft und Deinem Kind schaden.

👶 Schwanger mit Hashimoto – was jetzt wichtig ist

Etwa 6 % der Frauen leiden unter Hashimoto. Frauen mit dieser Erkrankung haben ein dreifach erhöhtes Risiko für eine Fehlgeburt im Vergleich zu gesunden Frauen. Das klingt erst mal beängstigend – aber mit der richtigen Behandlung lässt sich dieses Risiko deutlich senken.

Während der Schwangerschaft ist es wichtig, die Schilddrüsenhormone weiter einzunehmen. In der Regel wird die Dosis um 25 bis 50 % erhöht. Die drei Werte T3, T4 und TSH sind entscheidend, um das Risiko einer Fehlgeburt zu minimieren.

Frühzeitige Anpassung der Hormondosis

Warte nicht, bis die Blutwerte eine Unterfunktion zeigen – passe die Hormondosis frühzeitig an. Ärzte empfehlen in der Regel bereits beim Feststellen der Schwangerschaft, die Thyroxindosis um 25 µg zu erhöhen. Sprich dies unbedingt mit Deinem Frauenarzt oder Endokrinologen ab.

Nur durch regelmäßige Kontrolle der Schilddrüsenwerte kannst Du vermeiden, dass Dein Kind einer mütterlichen Unterfunktion ausgesetzt ist.

Gut zu wissen: Für Dein Baby besteht keine Gefahr durch Deine Schilddrüsenunterfunktion. Die TPO-Antikörper werden zwar über die Plazenta übertragen, können aber die Schilddrüse Deines Kindes nicht angreifen. Hohe Antikörperwerte haben keine Auswirkungen auf Dein ungeborenes Kind.

Nach der Geburt: Hormondosis wieder reduzieren

Nach der Entbindung ist es sehr wichtig, die Hormondosis wieder zu reduzieren. Die Thyroxindosis sollte um 25 µg gesenkt werden. Nach der Schwangerschaft können vermehrt Symptome auftreten, deshalb lass Deine Schilddrüsenwerte im ersten Jahr nach der Geburt regelmäßig kontrollieren – am besten alle vier Wochen.

🤱 Ist Stillen mit Hashimoto unbedenklich?

Viele Mamas machen sich Sorgen, ob sie mit Hashimoto und Medikamenteneinnahme stillen dürfen. Die gute Nachricht: Ja, das ist problemlos möglich!

Nur in den ersten Wochen des Stillens sind Schilddrüsenantikörper in der Muttermilch enthalten. Diese Mengen sind aber so gering, dass sie beim Baby keine Erkrankung auslösen können. Du kannst also beruhigt stillen.

Tipp: Lass Dich nicht verunsichern – Stillen ist auch mit Hashimoto-Medikamenten sicher für Dein Baby. Die Vorteile der Muttermilch überwiegen bei Weitem.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich mit Hashimoto überhaupt schwanger werden?

Ja, eine Schwangerschaft ist mit Hashimoto möglich! Wichtig ist die richtige Einstellung Deiner Medikamente und eine engmaschige ärztliche Betreuung. Mit optimalen Schilddrüsenwerten stehen Deine Chancen auf eine gesunde Schwangerschaft gut.

Wie oft sollte ich meine Schilddrüsenwerte in der Schwangerschaft kontrollieren lassen?

Während der Schwangerschaft solltest Du Deine Schilddrüsenwerte regelmäßig kontrollieren lassen – idealerweise alle 4 bis 6 Wochen. So kann die Medikamentendosis rechtzeitig angepasst werden und Dein Baby optimal versorgt werden.

Ist das Fehlgeburtsrisiko mit Hashimoto wirklich so hoch?

Frauen mit Hashimoto haben ein dreifach erhöhtes Fehlgeburtsrisiko – aber das klingt dramatischer als es ist. Mit optimal eingestellten Schilddrüsenwerten und guter ärztlicher Betreuung lässt sich dieses Risiko deutlich senken. Viele Frauen mit Hashimoto haben gesunde Schwangerschaften.

Welche Schilddrüsenwerte sind in der Schwangerschaft optimal?

Die Werte T3, T4 und TSH sollten im Normbereich liegen. Dein Arzt wird die genauen Zielwerte mit Dir besprechen, da diese individuell sein können. Wichtig ist, dass die Werte regelmäßig kontrolliert und die Medikamente bei Bedarf angepasst werden.

Muss ich nach der Geburt meine Medikamente anpassen?

Ja, nach der Entbindung sollte die Thyroxindosis wieder um etwa 25 µg reduziert werden. Lass Deine Werte im ersten Jahr nach der Geburt alle vier Wochen kontrollieren, da nach der Schwangerschaft vermehrt Symptome auftreten können.

Kann ich mit Hashimoto-Medikamenten stillen?

Ja, Stillen ist auch mit Hashimoto-Medikamenten unbedenklich. Nur in den ersten Wochen sind geringe Mengen Schilddrüsenantikörper in der Muttermilch enthalten – diese sind aber so gering, dass sie Deinem Baby nicht schaden können.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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