Schwangerschaftsdiabetes – Diagnose und Behandlung
Auf einen Blick
- Schwangerschaftsdiabetes betrifft etwa 3,7 Prozent aller Schwangeren in Deutschland
- Die Diagnose erfolgt zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche durch einen Glukosetoleranztest
- In 9 von 10 Fällen lässt sich die Erkrankung durch Ernährungsumstellung in den Griff bekommen
Gesteigerter Durst, häufige Müdigkeit und Harnwegsinfekte – manchmal steckt mehr dahinter als die üblichen Schwangerschaftsbeschwerden. Ein Schwangerschaftsdiabetes entwickelt sich oft unbemerkt, kann aber sowohl für Dich als auch für Dein Baby Folgen haben. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Behandlung lässt sich die Erkrankung meist gut kontrollieren.
🔍 Was ist Schwangerschaftsdiabetes?
Bei einem Schwangerschaftsdiabetes handelt es sich um eine Form von Diabetes mellitus, also um eine Zuckerkrankheit. Sie wird auch Gestationsdiabetes bezeichnet. Diese tritt im Lauf der Schwangerschaft erstmals auf und wird normalerweise durch den Gynäkologen diagnostiziert. Teilweise wird ein Diabetes in der Schwangerschaft unter der Bezeichnung „Typ-4-Diabetes" geführt. Hast Du schon vor der Schwangerschaft unter einem Diabetes gelitten, wird normalerweise nicht von einem Schwangerschaftsdiabetes gesprochen.
Hinsichtlich der Zahl der Schwangerschafts-Diabetes-Fälle ist in Deutschland seit einigen Jahren ein Anstieg zu verzeichnen. Schätzungsweise betrifft diese Erkrankung derzeit etwa 3,7 Prozent aller Schwangeren.
💡 Wo liegen die Ursachen des Schwangerschaftsdiabetes?
Die Gründe für das Auftreten einer Zuckerkrankheit während der Schwangerschaft sind oft hormoneller Natur. In der Schwangerschaft erhöht Dein Körper die Produktion von Hormonen wie Östrogen, Kortisol, Progesteron, Prolaktin und Plazentalaktogen. Diese gesteigerte Ausschüttung kann den Insulin-Haushalt durcheinanderbringen. Dies geschieht, da die genannten Hormone dafür sorgen, dass im Körper größere Mengen an Energie zur Verfügung gestellt werden, um die Entwicklung des im Mutterleib heranwachsenden Kindes bestmöglich zu fördern.
In der Regel wird von Deinem Körper genügend Insulin in der Bauchspeicheldrüse produziert, um mit dieser Erhöhung des Blutzuckerspiegels umgehen zu können. In manchen Fällen ist dies aber nicht so, was wiederum dazu führt, dass ein Schwangerschaftsdiabetes auftritt. Dein Körper reduziert im Laufe der Schwangerschaft die Insulinproduktion. Daher kann es zu Veränderungen im Stoffwechsel einer Insulinresistenz bei Dir kommen.
Gut zu wissen: Viele betroffene Frauen leiden bereits vor der Schwangerschaft unter einer eingeschränkten Insulinsensitivität. Ab der 20. Schwangerschaftswoche reagieren die Zellen noch deutlich unempfindlicher auf das Insulin – deshalb fällt der Zuckertest beim Gynäkologen auch in diese Zeit.
⚠️ Wer gehört zur Risikogruppe?
Einige Frauen gehören einer Risikogruppe an. Das heißt, bei Dir ist die Gefahr, dass es zu einem Diabetes in der Schwangerschaft kommt, deutlich höher. Dazu gehören Frauen, bei denen einer oder auch mehrere der folgenden Risikofaktoren auftreten:
Übergewicht
Besonders stark gefährdet an einem Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken bist Du dann, wenn Du zu starkem Übergewicht neigst. Die Gefährdung steigt hier ab einem Body Mass Index (BMI) oberhalb von 27. Bei vorliegender Adipositas kann es daher sein, dass Hebamme und Frauenarzt Dich ganz besonders im Auge behalten und den Zuckerspiegel öfter kontrollieren. Dies gilt übrigens auch dann, wenn sich Dein Übergewicht erst im Laufe der Schwangerschaft bildet. Natürlich ist eine Gewichtszunahme während der Schwangerschaft normal. Hier gibt es aber Werte, die deutlich machen, wann Du eine zu hohe Zunahme hast.
Genetik
Du hast bereits einen oder auch mehrere Fälle an Diabetes in der Familie? Dies ist besonders dann ein Risiko, wenn es sich bei den Betroffenen um Verwandte 1. Grades handelt. Es wird davon ausgegangen, dass eine Beeinflussung durch genetische Faktoren durchaus besteht. Du kannst bei Deinen Eltern oder Geschwistern also nachfragen, ob hier ein Diabetes vorliegt oder bei Deiner Mutter in der Schwangerschaft vorgelegen hat.
Alter
Je älter Du bei Deiner Schwangerschaft bist, umso höher ist auch das Risiko, dass Du einen Schwangerschaftsdiabetes ausbildest. Ab welchem Alter genau sich das Risiko erhöht, ist nicht ganz klar. Hier gibt es unterschiedliche Meinungen. Teilweise heißt es, dass dieses bereits ab 30 Jahren der Fall ist. Einige Experten sagen aber auch, dass erst 35 oder älter ein Risiko darstellt.
Vorherige Schwangerschaften mit einem Diabetes oder fehlgebildeten Kindern
Wenn Du schon in einer oder mehreren vorangegangenen Schwangerschaften einen Diabetes hattest, erhöht sich das Risiko, dass dies bei einer weiteren Schwangerschaft ebenfalls der Fall ist. Dies gilt auch dann, wenn Du schon einmal oder mehrmals ein besonders schweres Kind bekommen hast oder Dein Kind aus der vorangegangenen Schwangerschaft eine Fehlbildung hatte.
🌸 Was sind die Symptome eines Schwangerschaftsdiabetes?
Da sich im Leben einer Frau im Laufe einer Schwangerschaft viele körperliche Veränderungen ergeben, wird das Vorliegen eines Schwangerschaftsdiabetes oft nicht sofort festgestellt. Denn das häufigste bereits früh auftretende Symptom ist ein gesteigerter Durst, welcher entsprechend zu einem erhöhten Harndrang führt. Aber auch die folgenden Reaktionen des Körpers sind ein Hinweis:
Müdigkeit
Schwäche und Müdigkeit treten dagegen bei diesem Diabetes Typ in der Regel nur in schwacher Form auf. Da solche Ermüdungserscheinungen aber bei Schwangeren nicht ungewöhnlich sind, wird auch in diesem Zusammenhang meist nicht auf einen Schwangerschaftsdiabetes geschlossen.
Infekte der Harnwege oder Entzündungen im Bereich der Scheide
Im Voranschreiten der Erkrankung treten häufig Symptome auf, die klarer auf eine schwangerschaftsbedingte Zuckererkrankung schließen lassen. Hierzu gehören etwa gehäuft auftretende Harnwegsinfekte oder auch Scheidenentzündungen, da der im Urin enthaltene Zucker eine gute Grundlage für die Vermehrung von Bakterien bzw. Pilzen im Intimbereich bildet.
Bluthochdruck
Im Rahmen eines Schwangerschaftsdiabetes kann es sein, dass Du unter arterieller Hypertonie leidest. Der Bluthochdruck macht sich beispielsweise mit einem vermehrten Schwindelgefühl bemerkbar. Wichtig zu wissen ist, dass Bluthochdruck auch auf eine Gestose bzw. eine Präeklampsie hindeuten kann.
Fruchtwassermenge
Mit dem Ultraschall kann die behandelnde Frauenärztin oder der Frauenarzt gegebenenfalls eine ungewöhnliche Steigerung der Fruchtwassermenge feststellen. Ist dies der Fall, wird bei Dir vermutlich relativ kurzfristig ein Zuckertest durchgeführt. Zu viel Fruchtwasser kann aber auch andere Ursachen haben.
Größe des Fötus
Es kann im Rahmen der Erkrankung zu einem übermäßigen Wachstum des im Mutterleib heranreifenden Kindes kommen. Nicht selten weisen Babys von Müttern, die an Schwangerschaftsdiabetes erkrankt waren, ein Geburtsgewicht von mehr als 4.500 Gramm auf. Auch die Größe des Babys liegt dann über dem Durchschnitt. Dies kann auch dazu führen, dass ein Kaiserschnitt notwendig wird oder es sogar zu einer Frühgeburt kommt.
Achtung: Wenn Du Dir beim Auftreten eines oder mehrerer Symptome nicht sicher bist, ist es im Zweifel immer besser, dass Du Dir umgehend ärztlichen Rat holst oder mit der Hebamme sprichst.
🏥 Wie erfolgt die Diagnose eines Schwangerschaftsdiabetes?
Kontrollen auf das Vorliegen eines Schwangerschaftsdiabetes werden in der Regel zwischen der 24. und der 28. Schwangerschaftswoche (SSW) durchgeführt. Bei Patientinnen mit einem erhöhten Risiko erfolgt ein entsprechender Test gleich in der 24. SSW in Form eines oralen Glukosetoleranztests. Der Ansprechpartner, wenn Du schon vorher Symptome bemerkst, ist immer erst einmal der Frauenarzt.
Du selbst kannst die Arbeit der Ärzte dadurch erleichtern, dass Du auf das Auftreten möglicher Symptome achtest. Hierbei ist hilfreich, dass Du Dir selbst verschiedene Fragen stellst:
- Hat sich in letzter Zeit mein Durstgefühl verstärkt?
- Verspüre ich häufiger Müdigkeit und eine damit einhergehende Konzentrationsschwäche?
- Wird mir häufiger schwindelig?
- Ist es nach Eintritt der Schwangerschaft zu einer Schwächung meines Sehvermögens gekommen?
- Sind in den letzten Wochen und Monaten Harnwegsinfekte oder auch Entzündungen der Scheide vorgekommen?
Auf diese Weise kannst Du der Ärztin oder dem Arzt schneller und einfacher die mit einer Kontrolle auf Schwangerschaftsdiabetes in Zusammenhang stehenden Fragen beantworten.
Der Zuckertest gehört zu den wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft. Ich rate jeder werdenden Mama, diesen Test wahrzunehmen – auch wenn keine Symptome vorliegen.
Der Zuckerbelastungstest in der Übersicht
Der Glukosetest gehört in der Schwangerschaft zu den regulären Vorsorgeuntersuchungen und wird durch die Krankenkasse übernommen. Die Abkürzung für den oralen Glukosetoleranztest ist OGTT. Durchgeführt werden ein Vortest sowie der reguläre Test für den Zuckerstoffwechsel.
Der Vortest besteht aus einer Zuckerlösung, die 50 Gramm Glukose enthält. Nachdem Du das Wasser mit der Glukose getrunken hast, wartest Du eine Stunde und dann wird ein Bluttest durchgeführt. Wenn sich der Wert unter 7,5 mmol/l befindet, ist der Test vorbei und es gibt keinen Hinweis auf einen Diabetes. Liegt der Wert höher, wird der große Zuckertest bei Dir gemacht.
Bei diesem Test ist es wichtig, dass Du nüchtern bist und direkt zur Blutentnahme gehst. Es wird nun erst einmal der Nüchternwert bei Deinem Blutzucker bestimmt. Nun bekommst Du erneut eine Zuckerlösung, die dieses Mal allerdings 75 Gramm Glukose enthält. Der Blutzucker wird dann bei Dir nach einer und nach zwei Stunden geprüft. Sollte auch nur einer der Werte über den Grenzwerten liegen, ist die Wahrscheinlichkeit eines Diabetes hoch.
Gut zu wissen: Der Nüchternblutzucker darf nicht über 5,1 mmol/l liegen. Nach dem ersten Test darf der Blutzucker nicht über 10 mmol/l liegen und nach der zweiten Blutabnahme nicht über 8,5 mmol/l.
💪 Welche Behandlungen sind bei einem Schwangerschaftsdiabetes nötig?
Bei der Therapie eines Schwangerschaftsdiabetes geht es vor allem um die Zurückführung der Blutzuckerwerte auf ein gesundheitlich unbedenkliches Maß. Acht Stunden nach der letzten Nahrungsaufnahme sollte dabei der entsprechende Blutzuckerwert unterhalb von 95 mg/dl liegen. Zwei Stunden nach dem Essen sollte dieser nicht mehr als 120 mg/dl betragen. Dies kannst Du selbst mit Blutzuckerteststreifen kontrollieren, Dein Frauenarzt oder ein darauf spezialisierte Diabetologe können Dich hierbei unterstützen.
Sofern hierfür eine Umstellung der Ernährung nicht genügen sollte, ist eine Behandlung mit Insulin in Spritzen der logische nächste Schritt. Erst einmal wird Dir eine Ernährungsumstellung ans Herz gelegt. Oft mildern sich dann die Beschwerden bereits ab.
Ernährungsumstellung
Im Hinblick auf die Ernährung wirst Du dann aufgefordert darauf zu achten, dass Du täglich nicht mehr als 2.000 Kalorien insgesamt bei den Mahlzeiten zu Dir nimmst. Verzichten solltest Du vor allem auf schnell resorbierbare Kohlenhydrate. Denn durch Weißmehl-Produkte oder auch Fruchtsäfte steigt der Zuckerspiegel im Blut übermäßig und schnell an.
Im Vergleich dazu wird die Energie aus Vollkornprodukten wesentlich langsamer und dauerhafter an den Körper abgegeben. Wichtig ist auch, dass Du Dich im Falle eines Schwangerschaftsdiabetes leicht und regelmäßig bewegst. Außerdem ist es wichtig, dass Du für eine kontinuierliche und ausreichende Aufnahme von Flüssigkeit sorgst. Wasser ist natürlich die beste Wahl. Vielleicht magst Du aber kein Wasser oder schaffst es nicht, die Menge zu trinken, die notwendig ist.
Wahlweise ist es möglich, auf ungezuckerten Tee zurückzugreifen. Sprich dazu mit Deinem Frauenarzt, wenn Du unsicher bist. Beachte das Kräutertee in der Schwangerschaft nicht immer optimal ist. Einige Kräuter können sich beispielsweise auf die Wehentätigkeiten auswirken.
Tipp: Vollkornprodukte statt Weißmehl, viel Wasser trinken und regelmäßige Bewegung – diese drei Säulen helfen Dir, Deinen Blutzuckerspiegel auf natürliche Weise zu stabilisieren.
Bewegung
Bewegung ist ein weiterer wichtiger Faktor. Nicht nur die Ernährung kann einen Einfluss auf die Entwicklung des Diabetes haben. Achte darauf, dass Du möglichst viel Bewegung hast, soweit es die Schwangerschaft zulässt. Dabei kannst Du verschiedene Sportarten machen. Unter anderem eignen sich in der Schwangerschaft das Schwimmen sowie Walken oder auch Radfahren.
Achtung: Sprich mit dem Arzt ab, welche Sportarten für Dich in der Schwangerschaft geeignet sind. Unter anderem ist es wichtig, dass die Schwangerschaft ohne Auffälligkeiten verläuft. Bei einem verkürzten Gebärmutterhals oder vorzeitigen Wehen sind viele Sportarten nicht möglich.
Medikamente bei einem Schwangerschaftsdiabetes
In der Schwangerschaft besteht bisher nicht die Möglichkeit einer Behandlung mit oralen Antidiabetika. Bisher ist nicht bekannt, ob die Medikamente einen Schaden beim Ungeborenen hervorrufen können. Um den Fötus zu schützen wird daher auf die Gabe verzichtet. Daher wird vor allem mit der Gabe von Insulin gearbeitet. Wenn die Gabe von Insulin bei Dir nicht ausreicht, wird der Gynäkologe weitere Schritte veranlassen und Dich möglicherweise zu einem Facharzt, dem Diabetologen, überweisen oder ins Krankenhaus einweisen.
Gut zu wissen: Du hast Fragen rund um die Erkrankung und die Behandlung? Es ist Dein gutes Recht, Dich umfangreich zu informieren. Sollte etwas unklar sein, kannst Du Dich immer an Deinen behandelnden Arzt wenden.
📊 Wie gestaltet sich der Krankheitsverlauf bei einem Schwangerschaftsdiabetes?
Für gewöhnlich verschwindet die während einer Schwangerschaft aufgetretene Zuckerkrankheit kurz nach der Entbindung. In neun von zehn Fällen lässt sich ein Schwangerschaftsdiabetes durch eine Anpassung der Ernährung in den Griff bekommen. Trotzdem hat die Erkrankung zur Folge, dass eine Risikoschwangerschaft vorliegt, da die Gefahr von Komplikationen steigt.
Solche Komplikationen können sich etwa in Form einer Unterzuckerung von Neugeborenen niederschlagen. Außerdem erschweren der bereits erwähnte höhere Blutdruck sowie Scheidenentzündungen gerade die Endphase einer Schwangerschaft. Auch das Risiko von Fehlgeburten ist durch das Vorliegen einer Zuckerkrankheit erhöht. Tritt der Diabetes bereits früh in der Schwangerschaft auf, besteht zudem die Gefahr von Fehlbildungen beim Kind in signifikantem Maße. Eine weitere mögliche Folge ist ein Atemnotsyndrom beim Baby. Dieses kann eine Folge zu hohem Blutzucker bei der werdenden Mutter sein, weil hierdurch die Bildung von Surfacant behindert wird. Dieses ist aber wichtig, damit die Lungenbläschen nicht verkleben und sich die Lunge nach der Geburt aufblähen kann.
🌸 Fazit - Schwangerschaftsdiabetes
Wenn Du schwanger bist beginnt damit ein neuer Abschnitt in Deinem Leben. Neben der Veränderung der äußeren Umstände und der mentalen Bewältigung dieser neuen Situation, macht auch Dein Körper in dieser Phase jede Menge durch. Insofern sind die Antennen möglicherweise nicht immer darauf ausgerichtet, die eigene Gesundheit minutiös zu überwachen. Trotzdem ist es gerade während einer Schwangerschaft wichtig, auf Dich selbst und auch die eigene Ernährung zu achten. Denn je später ein Schwangerschaftsdiabetes festgestellt wird, desto schwerer ist dieser in der Regel in den Griff zu bekommen.
Das bedeutet nicht, dass Du jedes Anzeichen von Müdigkeit zum Anlass nehmen solltest, Dich sofort mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt in Verbindung zu setzen. Wenn sich aber mehrere Symptome zeigen, die auf einen Schwangerschaftsdiabetes schließen lassen, ist es in jedem Fall angeraten, dass Du Dir ärztlichen Rat einholst und baldmöglichst einen Termin für eine Untersuchung vereinbarst.
Häufig gestellte Fragen
Wann wird der Test auf Schwangerschaftsdiabetes gemacht?
Der Glukosetoleranztest wird normalerweise zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Bei Frauen mit erhöhtem Risiko kann der Test bereits früher, in der 24. SSW, erfolgen. Der Test gehört zu den regulären Vorsorgeuntersuchungen und wird von der Krankenkasse übernommen.
Verschwindet der Schwangerschaftsdiabetes nach der Geburt wieder?
Ja, für gewöhnlich verschwindet die während einer Schwangerschaft aufgetretene Zuckerkrankheit kurz nach der Entbindung. In neun von zehn Fällen lässt sich ein Schwangerschaftsdiabetes durch eine Anpassung der Ernährung in den Griff bekommen.
Welche Blutzuckerwerte sind in der Schwangerschaft normal?
Acht Stunden nach der letzten Nahrungsaufnahme sollte der Blutzuckerwert unterhalb von 95 mg/dl liegen. Zwei Stunden nach dem Essen sollte dieser nicht mehr als 120 mg/dl betragen. Beim Glukosetoleranztest darf der Nüchternblutzucker nicht über 5,1 mmol/l liegen.
Kann ich Schwangerschaftsdiabetes durch Ernährung behandeln?
Ja, in neun von zehn Fällen lässt sich ein Schwangerschaftsdiabetes durch eine Anpassung der Ernährung in den Griff bekommen. Du solltest auf schnell resorbierbare Kohlenhydrate wie Weißmehl-Produkte oder Fruchtsäfte verzichten und stattdessen auf Vollkornprodukte setzen. Täglich solltest Du nicht mehr als 2.000 Kalorien zu Dir nehmen.
Welche Risiken hat Schwangerschaftsdiabetes für mein Baby?
Mögliche Komplikationen können eine Unterzuckerung des Neugeborenen, übermäßiges Wachstum des Babys (Geburtsgewicht über 4.500 Gramm), ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten oder bei frühem Auftreten auch Fehlbildungen sein. Eine weitere mögliche Folge ist ein Atemnotsyndrom beim Baby.
Wer hat ein erhöhtes Risiko für Schwangerschaftsdiabetes?
Zu den Risikofaktoren gehören Übergewicht (BMI über 27), Diabetes-Fälle in der Familie (besonders Verwandte 1. Grades), höheres Alter (ab 30 oder 35 Jahren), sowie ein Schwangerschaftsdiabetes oder besonders schwere Babys in vorherigen Schwangerschaften.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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