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Dammmassage – Anleitung und Tipps

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 13.04.2026 Lesezeit 8 Min.
Dammmassage – Anleitung und Tipps

Auf einen Blick

  • Dammmassage ab der 34. SSW, 3-4x pro Woche für 5-10 Minuten durchführen
  • Macht das Gewebe elastischer und kann Dammrisse oder Dammschnitte bei der Geburt verhindern
  • Pflanzliche Öle wie Mandel-, Jojoba- oder Weizenkeimöl verwenden

Dein Körper leistet während der Schwangerschaft Unglaubliches – und bei der Geburt wird besonders der Damm stark beansprucht. Mit einer regelmäßigen Dammmassage kannst Du Deinen Körper gezielt vorbereiten und das Risiko für Geburtsverletzungen senken. Wir zeigen Dir, wie's geht.

🌸 Was ist der Damm und warum ist er so wichtig?

Der Damm (medizinisch: Perineum) ist die Verbindung zwischen Deinen äußeren Genitalien und dem After. Bei Frauen ist er etwas kürzer als bei Männern und besteht aus Muskeln und Bindegewebe. Diese Muskeln gehören zur Beckenbodenmuskulatur, die Deinen Körper stabilisiert und Inkontinenz verhindert. Die Dammhaut selbst ist sehr elastisch.

Während der Geburt wird Dein Damm extrem beansprucht: In der Austreibungsphase drückt Dein Baby mit jeder Wehe weiter ins Becken und dehnt dabei das Dammgewebe. Dabei kann es zu einem Dammriss oder – in Notsituationen – zu einem Dammschnitt kommen.

Was ist ein Dammriss?

Wenn der Kopf Deines Babys geboren wird, wird Dein Damm stark gedehnt. Dabei kann das Gewebe und die Haut einreißen – das nennt man Dammriss. In den meisten Fällen handelt es sich um leichte Verletzungen, die direkt nach der Geburt mit wenigen Stichen genäht werden. Du bleibst dabei bei Deinem Baby. Normalerweise heilen Dammrisse schnell ab, können aber zunächst unangenehm sein.

Was ist ein Dammschnitt?

Ein Dammschnitt (Episiotomie) wird nur in Notsituationen vorgenommen, wenn der Austritt Deines Babys nicht möglich ist oder die Geburt sehr schwierig verläuft. Oft dürfen auch Hebammen diesen Eingriff vornehmen, aber in den meisten Krankenhäusern versucht man heute, darauf zu verzichten.

Gut zu wissen: Zahlreiche Studien bestätigen: Frauen, die regelmäßig Dammmassage machen, senken das Risiko für Dammrisse und Dammschnitte deutlich.

✨ Was bringt eine Dammmassage in der Schwangerschaft?

Eine Dammmassage trainiert Dein Dammgewebe und macht es flexibler und elastischer. Durch die Massage wird der Bereich besser durchblutet und kann sich bei der Geburt leichter dehnen. Das Ergebnis: Geburtsverletzungen werden geringer oder bleiben im besten Fall ganz aus.

Die Massage ist relativ einfach: Du machst das Gewebe zwischen Scheide und After nach und nach geschmeidiger – genau den Bereich, der bei der Geburt am stärksten beansprucht wird. Besondere Hilfsmittel brauchst Du dafür nicht, nur ein gutes Öl und ein paar Minuten Zeit.

📅 Ab wann und wie oft Dammmassage machen?

Die meisten Frauen beginnen ab der 34. Schwangerschaftswoche mit der Dammmassage – also etwa 6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. Zu Beginn reichen 3 bis 4 Mal pro Woche für jeweils 5 bis 10 Minuten. Ideal wäre es, die Massage täglich in Deinen Alltag einzubauen.

Verwende am besten pflanzliche Öle wie Jojobaöl, Weizenkeimöl oder Mandelöl. Es gibt auch spezielle Dammmassage-Öle zu kaufen – Deine Hebamme kann Dir sicher ein gutes Produkt empfehlen.

Tipp: Erwärme das Öl vorher in Deinen Händen – viele Frauen empfinden warmes Öl als deutlich angenehmer.

💪 Dammmassage Anleitung – Schritt für Schritt

Bevor Du mit der Massage beginnst, schaffe Dir eine entspannte Umgebung. Ein warmes Bad oder eine gemütliche Ecke auf dem Sofa sind perfekt. Such Dir eine Position, in der Du Dich wohlfühlst – das kann im Liegen, Sitzen oder sogar im Stehen sein. Wichtig ist, dass Du nicht verkrampfst.

Achte darauf, dass Deine Finger sauber sind. Nimm dann etwas Öl in die Finger und verreibe es, damit es sich leicht erwärmt.

So geht's:

  1. Führe Deinen Daumen vorsichtig in die Vagina ein
  2. Massiere mit den Fingerspitzen den inneren und äußeren Dammbereich – von links nach rechts mit sanften Bewegungen
  3. Erhöhe nach und nach den Druck, aber achte darauf, dass es nicht wehtut
  4. Führe den Daumen komplett ein und dehne das Gewebe strahlenförmig in Richtung Anus
  5. Wölbe den Damm mit dem Daumen nach außen und nach unten – Du wirst einen leichten Widerstand spüren, aber es sollte nicht schmerzen

Die Dammmassage fühlt sich am Anfang ungewohnt an – das ist völlig normal. Nach ein paar Malen wird es zur Routine und Du merkst, wie Dein Körper sich auf die Geburt vorbereitet.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

Wenn Du Dir unsicher bist, ob Du die Massage richtig machst, lass sie Dir von Deiner Hebamme zeigen. Du kannst Dir auch im Internet Anleitungsbilder anschauen.

Achtung: Die Manipulationen im Dammbereich können ab und an vorzeitige Wehen auslösen. Bei einer Scheideninfektion darfst Du keine Dammmassage durchführen.

🖤 Tipps für eine entspannte Dammmassage

Nicht alle Frauen empfinden die Dammmassage von Anfang an als angenehm. Wahrscheinlich dauert es einige Male, bis es Dir nichts mehr ausmacht. Diese Tipps können helfen:

  • Eine warme Dusche oder ein Bad vor der Massage lockert das Gewebe schon im Vorfeld und hilft Dir, generell entspannter zu sein
  • Such Dir bei jeder Massage eine gute Position – das macht es deutlich leichter
  • Beziehe gerne Deinen Partner mit ein, besonders wenn Dein Bauch größer wird und es schwieriger wird, selbst an den Damm zu kommen
  • Beginne erst ab der 34. SSW – nicht früher – und starte mit wenigen Minuten am Tag

Tipp: Mach die Massage zu einem festen Ritual – zum Beispiel jeden Abend nach dem Duschen. So vergisst Du sie nicht und sie wird zur Routine.

🌸 Alternativen zur Dammmassage

Nicht alle Frauen mögen diese Form der intimen Massage, auch wenn sie einen sehr positiven Effekt auf die Geburt haben kann. Als Alternative eignen sich Sitzbäder, zum Beispiel aus Heublumen oder Lindenblüten. Diese können den Dammbereich ebenfalls lockern.

Achtung: Wenn Du Krampfadern im Intimbereich hast, können Sitzbäder diese verstärken. Sprich vorher mit Deiner Hebamme.

Häufig gestellte Fragen

Ab wann soll ich mit der Dammmassage beginnen?

Am besten beginnst Du ab der 34. Schwangerschaftswoche mit der Dammmassage. Das sind etwa 6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. Früher ist nicht nötig.

Wie oft sollte ich die Dammmassage machen?

Zu Beginn reichen 3 bis 4 Mal pro Woche für jeweils 5 bis 10 Minuten. Ideal wäre eine tägliche Massage, aber mach Dir keinen Stress – regelmäßig ist wichtiger als täglich.

Welches Öl eignet sich am besten für die Dammmassage?

Pflanzliche Öle wie Mandelöl, Jojobaöl oder Weizenkeimöl haben sich besonders bewährt. Es gibt auch spezielle Dammmassage-Öle zu kaufen. Frag am besten Deine Hebamme nach einer Empfehlung.

Kann die Dammmassage vorzeitige Wehen auslösen?

In seltenen Fällen können die Manipulationen im Dammbereich vorzeitige Wehen auslösen. Wenn Du unsicher bist oder Wehen bekommst, sprich mit Deiner Hebamme oder Deinem Arzt.

Kann mein Partner die Dammmassage für mich übernehmen?

Ja, das ist sogar eine gute Idee – besonders wenn Dein Bauch größer wird und es für Dich schwieriger wird, selbst an den Damm zu kommen. Viele Paare empfinden das als schöne gemeinsame Vorbereitung auf die Geburt.

Wann darf ich keine Dammmassage machen?

Bei einer Scheideninfektion darfst Du keine Dammmassage durchführen. Auch bei vorzeitigen Wehen oder anderen Komplikationen solltest Du vorher mit Deiner Hebamme oder Deinem Arzt sprechen.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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