Chiropraktik für Schwangere – Welche Vor- und Nachteile gibt es
Auf einen Blick
- Chiropraktik lindert Rücken- und Beckenschmerzen in der Schwangerschaft durch sanfte manuelle Impulse
- Behandlungen sind schmerzfrei und können ab dem ersten Trimester präventiv eingesetzt werden
- Nur funktionelle Beschwerden sind behandelbar – organische Erkrankungen wie Bandscheibenvorfälle müssen vorher ausgeschlossen werden
Dein Rücken schmerzt, das Becken zieht und die veränderte Körperhaltung macht Dir zu schaffen? Viele Schwangere kennen diese Beschwerden nur zu gut. Die Chiropraktik bietet eine sanfte Möglichkeit, Deinen Bewegungsapparat zu entlasten und Schmerzen zu lindern – ganz ohne Medikamente.
🔍 Was passiert bei einer chiropraktischen Behandlung?
Die chiropraktische Behandlung aktiviert die Selbstheilungskräfte Deines Körpers. Im Mittelpunkt stehen dabei Deine Wirbelsäule und die Nervenstränge – die wichtigsten Organsysteme für Dein körperliches Wohlbefinden. Blockaden an der Wirbelsäule, Fehlstellungen der Rückenwirbel oder Schmerzen können mit dieser Heilmethode gelindert werden. Die Beschwerden ziehen nämlich oft von der Wirbelsäule aus auf andere Körperteile und können in der Schwangerschaft erhebliche Probleme verursachen.
Durch kurze, manuelle Impulse werden bei der Therapie die betroffenen Wirbel gezielt behandelt und so bewegt, dass sich die einzelnen Wirbelflächen wieder voneinander lösen. Dadurch können die Nervenstränge Deines Rückenmarks die Reize wieder ungehindert weiterleiten. Neben der Wirbelsäule werden häufig auch die Gelenke und das Muskelgewebe mitbehandelt.
Gut zu wissen: Sollten Probleme in der Schwangerschaft auftreten, die zu Schmerzen im Rücken oder an den Wirbeln führen, kann ein Wirbeldoc, wie er gerne genannt wird, ebenfalls helfen.
🌸 Chiropraktik speziell für Schwangere – Was bringt's?
Gerade in Deiner Schwangerschaft kann die Chiropraktik einiges bewirken und viele Vorteile bieten. Schließlich kommt es aufgrund Deiner Schwangerschaft zu einer deutlichen Belastung der Wirbelsäule. Es ist nicht selten, dass Schwangere in Hinblick auf den Bewegungsapparat Probleme und Beschwerden haben. Diese reichen von schmerzhaften Verspannungen bis hin zu Ischias-Attacken oder sogar Überbeanspruchungsschmerzen. Hinzu kommt Deine veränderte Körperhaltung, die Du während Deiner Schwangerschaft einnimmst. Das typische Hohlkreuz, von dem Frauen in der Schwangerschaft häufig betroffen sind, kann einen großen Einfluss auf Deine Muskeln und Gelenke haben.
Mit Hilfe der Chiropraktik kannst Du das Ausmaß Deiner Schwangerschaftsbeschwerden erheblich minimieren. Dieses Heilverfahren hilft dabei, die Schmerzen zu lindern und gleichzeitig das allgemeine Wohlbefinden zu fördern. Schaden kann Dir eine chiropraktische Behandlung keinesfalls. Schließlich handelt es sich bei diesem Heilverfahren eher um eine sanfte Methode. Die Wirkung dieser Behandlung beschränkt sich jedoch auf Deinen Bewegungsapparat. Es kann vorkommen, dass bestimmte Wirbel auf die Nerven drücken und Kopfschmerzen verursachen. Selbst Sehstörungen können die Folge von einem eingeschränkten Bewegungsapparat sein. Genau bei diesen Problemen in der Schwangerschaft kann die Chiropraktik helfen.
Ich habe selbst in beiden Schwangerschaften chiropraktische Behandlungen genutzt – besonders im letzten Trimester waren sie eine echte Erleichterung für meinen geplagten Rücken.
Tipp: Am besten beginnst Du mit den Therapien im ersten Schwangerschaftsdrittel. Einige Frauen berichten sogar, dass eine frühe chiropraktische Behandlung die Schwangerschaftsübelkeit eindämmen kann.
⚠️ Welche Risiken gibt es bei der Behandlung?
Grundsätzlich gibt es keinerlei Risiken. In den meisten Fällen ist die Behandlung bei einem Chiropraktiker schmerzfrei.
Ein Chiropraktiker kann allerdings nur die Beschwerden behandeln, die eine funktionelle Ursache haben. Das bedeutet, dass eine Behandlung bei organischen Veränderungen, wie beispielsweise ein Bandscheibenvorfall oder Arthrose keineswegs behandelbar sind. Durch die chiropraktischen Maßnahmen können diese Erkrankungen nicht gebessert, sondern eher verschlechtert werden. Es ist daher sehr wichtig, alle Erkrankungen der Gelenke oder Knochen im Vorfeld ausschließen zu können. Am besten besprichst Du Deine Beschwerden im Vorfeld mit Deinem Arzt, damit es nicht zu unschönen Schädigungen oder weiteren Verletzungen kommt.
Achtung: Risiken direkt gibt es bei der Behandlung nicht. Es kann allerdings zu Komplikationen kommen. Lähmungserscheinungen oder Gefühlsstörungen sind zwar eher selten, aber dennoch möglich.
🏥 Wann solltest Du einen Chiropraktiker aufsuchen?
Ist ein Wirbel erst einmal blockiert, kann es passieren, dass die Probleme erst zu einem späteren Zeitpunkt auftreten oder die Schmerzen etwas später aufkommen. Verschiedene Symptome tauchen daher zeitversetzt auf, auch in der Schwangerschaft. Welche Symptome das sind, hängt von dem jeweiligen Abschnitt Deiner Wirbelsäule ab. Es kann schließlich passieren, dass dadurch unterschiedliche Nerven gereizt werden.
Typische Symptome nach Wirbelsäulenabschnitt
- Blockade am Hals: Heftige Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Schwindel und Sehstörungen
- Blockaden im Bereich der Wirbelsäule: Bluthochdruck, Rückenschmerzen und Verdauungsprobleme
- Hinterer Teil der Wirbelsäule: Schmerzen in der Hüfte oder in den Beinen
Solltest Du in Deiner Schwangerschaft Probleme bemerken oder Beschwerden haben, die nicht auf eine gesundheitliche Ursache zurückzuführen sind, sprich mit Deinem Arzt den Besuch bei einem Chiropraktiker ab. Dieser kann Dir schnellstens mit seiner Heilmethode helfen.
🔍 Welche Unterschiede gibt es bei Chiropraktikern?
Ein Chiropraktiker ist nicht gleich ein Chiropraktiker. Mittlerweile gibt es drei verschiedene Bezeichnungen für diese Berufssparte. In Deutschland ist es in der Regel der Chiropraktiker, der in diesen Fällen helfen kann. Achte bei der Wahl des passenden Fachmannes jedoch darauf, dass dieser die Zulassung als Heilpraktiker hat, und zwar nach dem deutschen Heilpraktiker-Gesetz. In der Regel besitzen Chiropraktiker neben dieser Ausbildung auch eine als Heilpraktiker. Inzwischen gibt es sogar Bachelor- und Masterstudiengänge in dem Bereich.
Ein Chiropraktor beispielsweise, auch unter dem Namen Chiroprakteur bekannt, hat ein Vollzeitstudium absolviert. Hierbei handelt es sich um die internationale Berufsbezeichnung, die einer strikten Qualitätskontrolle unterliegt. Eine Heilpraktiker-Zulassung muss in dem Fall ebenfalls vorhanden sein.
Tipp: In der Regel ist es nicht schwer, einen guten Chiropraktiker zu finden, der Dich durch die Schwangerschaft begleitet. Wichtig sind regelmäßige Anwendungen vor und während der Schwangerschaft, um die Beschwerden zu lindern.
Häufig gestellte Fragen
Ist Chiropraktik in der Schwangerschaft sicher?
Ja, chiropraktische Behandlungen sind in der Schwangerschaft sicher und schmerzfrei. Es handelt sich um eine sanfte Methode, die speziell auf Deinen Bewegungsapparat wirkt. Wichtig ist nur, dass organische Erkrankungen wie Bandscheibenvorfälle vorher ausgeschlossen werden.
Ab wann kann ich in der Schwangerschaft zum Chiropraktiker gehen?
Am besten beginnst Du mit den Therapien im ersten Schwangerschaftsdrittel. Eine frühere Behandlung ist ebenfalls möglich. Einige Frauen berichten sogar, dass eine vorherige chiropraktische Behandlung die Schwangerschaftsübelkeit eindämmen kann.
Welche Schwangerschaftsbeschwerden kann ein Chiropraktiker behandeln?
Chiropraktik hilft bei funktionellen Beschwerden wie Rückenschmerzen, Beckenschmerzen, Verspannungen, Ischias-Attacken, Kopfschmerzen durch Wirbelblockaden und Beschwerden durch das typische Hohlkreuz in der Schwangerschaft. Auch Sehstörungen, die durch eingeschränkten Bewegungsapparat entstehen, können gelindert werden.
Wie finde ich einen qualifizierten Chiropraktiker?
Achte darauf, dass der Chiropraktiker eine Zulassung als Heilpraktiker nach dem deutschen Heilpraktiker-Gesetz hat. Inzwischen gibt es auch Bachelor- und Masterstudiengänge in dem Bereich. Ein Chiropraktor oder Chiroprakteur hat ein Vollzeitstudium absolviert und unterliegt einer strikten Qualitätskontrolle.
Gibt es Situationen, in denen ich nicht zum Chiropraktiker gehen sollte?
Ja, bei organischen Veränderungen wie Bandscheibenvorfällen oder Arthrose solltest Du nicht zum Chiropraktiker gehen, da diese Erkrankungen durch chiropraktische Maßnahmen verschlechtert werden können. Besprich Deine Beschwerden immer vorher mit Deinem Arzt.
Wie oft sollte ich während der Schwangerschaft zur Behandlung gehen?
Regelmäßige Anwendungen vor und während der Schwangerschaft sind wichtig, um die Beschwerden zu lindern. Die genaue Häufigkeit besprichst Du am besten individuell mit Deinem Chiropraktiker, abhängig von Deinen Beschwerden.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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