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Antibiotika in der Schwangerschaft und Stillzeit – Worauf ihr bei der Einnahme achten solltet

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 09.03.2026 Lesezeit 9 Min.
Antibiotika in der Schwangerschaft und Stillzeit - Worauf ihr bei der Einnahme achten solltet

Auf einen Blick

  • Antibiotika gehen über Plazenta und Muttermilch auf dein Baby über – deshalb nur nach ärztlicher Absprache einnehmen
  • Beta-Lactam-Antibiotika (Penicilline, Cephalosporine) gelten in Schwangerschaft und Stillzeit als am besten untersucht und sichersten
  • Unbehandelte bakterielle Infektionen sind oft gefährlicher für dein Baby als die richtige Antibiotika-Therapie

Du bist schwanger oder stillst und hast eine Infektion? Die Sorge, Medikamente einzunehmen, kennen viele Mamas. Doch manchmal führt kein Weg an Antibiotika vorbei – und das ist auch gut so. Denn unbehandelte bakterielle Infektionen können für dein Baby gefährlicher sein als die richtige Therapie. Wir zeigen dir, worauf du achten musst und welche Antibiotika in dieser besonderen Zeit sicher sind.

💊 Was sind Antibiotika eigentlich?

Der Begriff stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet „gegen etwas Lebendes". Antibiotika greifen lebende Mikroorganismen in deinem Körper an, hindern sie an der Vermehrung oder töten sie ab. Deshalb werden sie bei unterschiedlichen bakteriellen Erkrankungen eingesetzt. Heute gibt es zu nahezu jeder bakteriellen Infektion passende Antibiotika, die über einen bestimmten Zeitraum eingenommen werden müssen.

⚠️ Diese bakteriellen Erreger sind für dein Baby gefährlich

Selbst bei größter Vorsicht lässt sich eine Erkrankung manchmal nicht verhindern. Einige Infektionen sind besonders riskant für dein ungeborenes Kind und lassen sich nicht mit Hausmitteln bekämpfen. Zu den gefährlichen Infektionen gehören:

  • Listerien
  • B-Streptokokken
  • Toxoplasmose
  • Chlamydien
  • Gonokokken (Tripper)
  • Viele andere bakterielle Erreger

Achtung: Bei diesen Krankheiten wurde beobachtet, dass betroffene Frauen häufiger eine Frühgeburt oder Fehlgeburt erleiden als gesunde Schwangere. Wenn die Infektion auf dein Baby übergeht, besteht zusätzlich ein erhöhtes Risiko, dass das Kind krank zur Welt kommt.

In diesen Fällen ist die Einnahme passender Antibiotika dringend zu raten, da so das Infektionsrisiko für dein Baby stark gemindert wird.

Tipp: Die Beschwerden durch die Infektion kannst du mit Hausmitteln zusätzlich lindern: Mach dir bei Fieber Wadenwickel, gurgle bei Halsschmerzen oder nimm Lutschtabletten mit natürlichen Inhaltsstoffen. Auch homöopathische Präparate können begleitend helfen – die eigentliche Infektion bekämpfen sie jedoch nicht.

🤰 Besonderheiten bei der Antibiotika-Therapie in der Schwangerschaft

Natürlich kann es passieren, dass du während der Schwangerschaft oder später in der Stillzeit eine Infektion bekommst. In diesem Fall ist es sehr wichtig, direkt einen Arzt aufzusuchen und nicht einfach irgendwelche Medikamente einzunehmen. Oft ist bis zur vollständigen Heilung eine Therapie mit Antibiotika nötig.

Während der Schwangerschaft hast du einen gemeinsamen Blutkreislauf mit deinem ungeborenen Baby. Das bedeutet, dass das Baby während der Einnahme des Medikaments nicht unberührt bleibt. Aus diesem Grund ist es wichtig, mit einem Facharzt alles durchzugehen. Ausgebildete Mediziner wissen genau, welche Medikamente während der Schwangerschaft das kleinste Risiko für dich und deinen Schatz darstellen und welche Wirkstoffe effizient gegen die Infektion helfen.

Die Angst vor Medikamenten in der Schwangerschaft ist völlig verständlich. Aber eine unbehandelte Infektion kann für dein Baby viel gefährlicher sein als das richtige Antibiotikum. Vertrau deinem Arzt – er wählt das sicherste Mittel für euch beide.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

✅ Auch in der Schwangerschaft müssen Infektionen behandelt werden

Viele Frauen haben große Angst, in der Schwangerschaft Medikamente einzunehmen. Das lässt sich aber leider nicht immer zu 100 Prozent vermeiden. Allerdings werden schwangere und stillende Frauen meistens mit den sogenannten Beta-Lactam-Antibiotika versorgt. Hierbei handelt es sich um Penicilline und Cephalosporine. Diese sind aktuell in Sachen Schwangerschaft am besten untersucht worden und bieten daher eine größere Sicherheit.

Solltest du gegen einzelne Wirkstoffe allergisch sein, stehen deinem Arzt noch Makrolide zur Verfügung, die er dir verschreiben kann.

Gut zu wissen: Handelt es sich um eine besonders schwere oder sogar lebensbedrohliche Infektion, kann auch zu weniger erprobten Antibiotika gegriffen werden. Der Arzt hat dabei die Aufgabe, den therapeutischen Nutzen gegen das potenzielle Risiko für dein Baby abzuwägen.

Aber keine Angst: Dein Arzt muss dich immer über alle Risiken, Bedenken und Abläufe informieren. Auch die Notwendigkeit der Verabreichung des Antibiotikums wird genauestens besprochen.

Achtung: Eine vorzeitige Absetzung des Medikaments ist nicht nur nutzlos, sondern kann auch sehr gefährlich werden! Nimm das Antibiotikum immer so lange ein, wie dein Arzt es verordnet hat.

📅 Gibt es ein kritisches Timing in der Schwangerschaft?

Viele werdende Mütter stellen sich die Frage, ob die Einnahme von Antibiotika in der Schwangerschaft zu jedem Zeitpunkt die gleichen Gefahren mit sich bringt. Die Frage kann nicht so einfach beantwortet werden, denn aus ethischen Gründen werden von Wissenschaftlern und Medizinern an schwangeren Frauen keinerlei Experimente in dieser Richtung vorgenommen.

Allerdings gibt es natürlich Einzelbeobachtungen und sogenannte epidemiologische Studien. Dabei gibt es auch umfangreiche Studien, die an Tieren durchgeführt wurden. Allerdings muss gesagt sein, dass sich diese Untersuchungen in Sachen Nebenwirkungen und auch eventuellen Schädigungen am Baby nicht alle auf den Menschen übertragen lassen.

Bekannt ist auf jeden Fall, dass der Fötus in den ersten Monaten der Schwangerschaft besonders anfällig gegen diverse Störungen von außen ist. Dazu zählt zum Beispiel die Zuführung von geringen Mengen der Antibiotika über die Plazenta. Aus diesem Grund ist während der ersten Schwangerschaftsmonate besonders viel Vorsicht geboten.

Achtung: Solltest du denken, dass du schwanger bist, oder sollte auch nur eventuell eine Schwangerschaft vorliegen, ohne dass diese nachgewiesen wurde, teile das trotzdem deinem Arzt mit. Der Arzt kann das berücksichtigen und achtet darauf, ein Medikament zu wählen, was auch in den ersten Wochen bzw. Monaten der Schwangerschaft eingenommen werden darf.

🌸 Fazit – Antibiotika in der Schwangerschaft

Es gibt mittlerweile für fast jede Erkrankung und Infektion durch Bakterien ein Antibiotikum bzw. Mittel, welches während der Schwangerschaft oder Stillzeit eingenommen werden darf. Auch wenn die Inhaltsstoffe auf das ungeborene Kind übergehen können, ist es trotzdem immer ratsam, eine Infektion mit einer speziellen Antibiotikatherapie zu behandeln. Denn das ist weniger gefährlich für das Kind. So gilt es als die wohl beste Methode, um eine Erkrankung bei deinem Baby oder eine Fehlgeburt sowie eine Frühgeburt zu verhindern. Es ist aber immer wichtig, mit deinem Arzt Rücksprache zu halten, damit dieser dich auch zu 100 Prozent aufklären kann.

Häufig gestellte Fragen

Welche Antibiotika sind in der Schwangerschaft am sichersten?

Beta-Lactam-Antibiotika wie Penicilline und Cephalosporine gelten als am besten untersucht und sichersten in der Schwangerschaft. Bei Allergien können auch Makrolide eingesetzt werden. Dein Arzt wählt immer das Medikament mit dem kleinsten Risiko für dich und dein Baby.

Kann ich Antibiotika einfach weglassen, um mein Baby zu schützen?

Nein, das ist sogar gefährlich! Unbehandelte bakterielle Infektionen können zu Frühgeburten, Fehlgeburten oder Erkrankungen deines Babys führen. Eine richtig gewählte Antibiotika-Therapie ist in den meisten Fällen sicherer als eine unbehandelte Infektion.

Sind die ersten Schwangerschaftsmonate besonders kritisch für Antibiotika?

Ja, der Fötus ist in den ersten Monaten besonders anfällig gegen Störungen von außen. Deshalb ist in dieser Zeit besondere Vorsicht geboten. Informiere deinen Arzt immer, wenn du schwanger bist oder eine Schwangerschaft vermutest – auch wenn sie noch nicht bestätigt ist.

Darf ich das Antibiotikum absetzen, wenn es mir besser geht?

Nein, auf keinen Fall! Eine vorzeitige Absetzung ist nicht nur nutzlos, sondern kann sehr gefährlich werden. Nimm das Antibiotikum immer so lange ein, wie dein Arzt es verordnet hat – auch wenn du dich schon besser fühlst.

Welche Infektionen sind besonders gefährlich für mein Baby?

Besonders gefährlich sind Listerien, B-Streptokokken, Toxoplasmose, Chlamydien und Gonokokken (Tripper). Diese Infektionen erhöhen das Risiko für Frühgeburten, Fehlgeburten oder dass dein Baby krank zur Welt kommt. Deshalb ist eine Antibiotika-Therapie hier besonders wichtig.

Kann ich Antibiotika auch in der Stillzeit nehmen?

Ja, auch in der Stillzeit gibt es sichere Antibiotika. Einige Wirkstoffe gehen zwar in die Muttermilch über, aber dein Arzt wählt ein Medikament, das für dein Baby unbedenklich ist. Sprich immer mit deinem Arzt, bevor du ein Medikament einnimmst.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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