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Cola in der Schwangerschaft: Wie viel ist okay?

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 04.07.2026 Lesezeit 20 Min.
Cola in der Schwangerschaft: Wie viel ist okay?

Auf einen Blick

  • Bis zu 200 mg Koffein pro Tag gelten in der Schwangerschaft als sicher – das entspricht etwa 2 Gläsern Cola (500 ml)
  • Cola enthält neben Koffein auch viel Zucker und Phosphorsäure, die in großen Mengen problematisch sein können
  • Zuckerfreie Varianten mit Süßstoffen sind nicht grundsätzlich besser – einige Süßstoffe solltest du meiden
  • Bei Schwangerschaftsdiabetes oder Präeklampsie-Risiko ist besondere Vorsicht geboten

Du sehnst dich nach einem eiskalten Glas Cola, bist aber unsicher, ob das deinem Baby schaden könnte? Die gute Nachricht: Ein gelegentliches Glas Cola ist in der Schwangerschaft durchaus erlaubt. Entscheidend ist die Menge – und ein paar wichtige Details, die du kennen solltest.

🥤 Warum trinken so viele Schwangere gern Cola?

Viele werdende Mamas berichten, dass sie gerade in der Schwangerschaft ein besonderes Verlangen nach Cola entwickeln. Das hat verschiedene Gründe: Die Kohlensäure kann bei Übelkeit helfen, der süße Geschmack befriedigt Heißhunger, und das Koffein gibt einen kleinen Energieschub, wenn die Schwangerschaftsmüdigkeit zuschlägt.

Manche Frauen, die vor der Schwangerschaft kaum Cola getrunken haben, entwickeln plötzlich eine regelrechte Vorliebe dafür. Das ist völlig normal – dein Körper durchläuft gerade enorme hormonelle Veränderungen, die auch deinen Geschmackssinn beeinflussen. Wichtig ist nur, dass du weißt, worauf du achten solltest.

Cola gegen Schwangerschaftsübelkeit – hilft das wirklich?

Tatsächlich schwören viele Schwangere darauf, dass Cola bei Übelkeit hilft. Die Kohlensäure kann den Magen beruhigen, und der Zucker liefert schnelle Energie. Allerdings gibt es gesündere Alternativen wie Ingwertee oder trockene Kekse. Wenn Cola dir wirklich hilft, ist ein kleines Glas ab und zu in Ordnung – es sollte nur nicht zur Dauerlösung werden.

☕ Koffein in der Schwangerschaft: Das musst du wissen

Der Hauptgrund, warum du bei Cola in der Schwangerschaft vorsichtig sein solltest, ist das enthaltene Koffein. Anders als dein Körper kann dein Baby Koffein noch nicht richtig abbauen – es gelangt über die Plazenta direkt zu deinem Kind und verbleibt dort deutlich länger.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfehlen Schwangeren, nicht mehr als 200 mg Koffein pro Tag zu sich zu nehmen. Diese Menge gilt als sicher und wurde in zahlreichen Studien untersucht.

📊

Koffeingehalt beliebter Getränke

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🥤
Cola (250 ml) Etwa 25-35 mg Koffein – du kannst also 2 Gläser trinken
Filterkaffee (200 ml) Etwa 90 mg Koffein – damit ist schon fast die Hälfte verbraucht
🍵
Schwarzer Tee (200 ml) Etwa 45 mg Koffein – eine mildere Alternative
🍫
Zartbitterschokolade (100 g) Etwa 80 mg Koffein – auch Schokolade zählt mit!

Wie viel Koffein steckt in verschiedenen Cola-Sorten?

Nicht jede Cola enthält gleich viel Koffein. Hier ein Überblick über die gängigsten Sorten:

Cola-Sorte Koffeingehalt pro 100 ml Koffein in 250 ml Koffein in 500 ml
Coca-Cola Classic 10 mg 25 mg 50 mg
Coca-Cola Zero 10 mg 25 mg 50 mg
Pepsi Cola 10 mg 25 mg 50 mg
Fritz-Kola 25 mg 62,5 mg 125 mg
Afri-Cola 25 mg 62,5 mg 125 mg
Club-Mate (zum Vergleich) 20 mg 50 mg 100 mg

Wichtig: Achte besonders bei hippen Cola-Marken auf den Koffeingehalt! Fritz-Kola und Afri-Cola enthalten 2,5-mal so viel Koffein wie normale Cola – hier solltest du die Menge entsprechend anpassen.

Nadine Scheiner

💗 Nadines Empfehlung

Nadine Scheiner

Ich habe in beiden Schwangerschaften ab und zu Cola getrunken – besonders im Sommer war ein eiskaltes Glas einfach herrlich erfrischend. Mein Tipp: Führe ein kleines Koffein-Tagebuch auf dem Handy. Notiere dir morgens deinen Kaffee, mittags vielleicht die Schokolade und abends die Cola. So behältst du den Überblick und kannst ganz entspannt genießen, ohne dir Sorgen zu machen. Und wenn du mal über die 200 mg kommst, ist das auch kein Drama – es geht um den Durchschnitt, nicht um Perfektion.

🍬 Das Zucker-Problem: Warum zu viel Cola riskant ist

Neben dem Koffein ist der hohe Zuckergehalt von Cola ein wichtiger Punkt, den du beachten solltest. Ein Glas Cola (250 ml) enthält etwa 27 Gramm Zucker – das entspricht ungefähr 9 Würfelzuckern. Bei einer halben Literflasche sind es bereits 54 Gramm.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, nicht mehr als 50 Gramm freien Zucker pro Tag zu sich zu nehmen, besser sogar nur 25 Gramm. Mit einer halben Flasche Cola hättest du diese Menge also schon überschritten.

Risiken von zu viel Zucker in der Schwangerschaft

Ein dauerhaft hoher Zuckerkonsum in der Schwangerschaft kann verschiedene Probleme mit sich bringen:

  • Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes): Das Risiko steigt, wenn du regelmäßig sehr zuckerhaltige Getränke konsumierst. Schwangerschaftsdiabetes kann zu Komplikationen für dich und dein Baby führen.
  • Übermäßige Gewichtszunahme: Zu viele Kalorien aus Zucker können zu einer stärkeren Gewichtszunahme führen, als für dich und dein Baby gesund ist.
  • Größeres Baby: Ein hoher Blutzuckerspiegel kann dazu führen, dass dein Baby schneller wächst, was die Geburt erschweren kann.
  • Karies: Deine Zähne sind in der Schwangerschaft durch hormonelle Veränderungen anfälliger – Zucker und Säure in Cola greifen den Zahnschmelz zusätzlich an.
  • Präeklampsie-Risiko: Einige Studien deuten darauf hin, dass ein hoher Zuckerkonsum das Risiko für Schwangerschaftsvergiftung erhöhen könnte.

Phosphorsäure: Ein weiterer Inhaltsstoff im Blick

Cola enthält Phosphorsäure, die für den typisch säuerlichen Geschmack sorgt. In großen Mengen kann Phosphorsäure die Kalziumaufnahme beeinträchtigen. Da du in der Schwangerschaft einen erhöhten Kalziumbedarf hast (dein Baby baut gerade sein Skelett auf), solltest du nicht übermäßig viel Cola trinken.

Ein bis zwei Gläser gelegentlich sind kein Problem, aber wenn Cola zu deinem Hauptgetränk wird, könnte das langfristig die Knochengesundheit beeinträchtigen.

🥤 Cola Zero, Light & Co.: Sind zuckerfreie Varianten besser?

Viele Schwangere greifen zu zuckerfreien Cola-Varianten, um den Zucker zu vermeiden. Das klingt zunächst nach einer guten Idee, ist aber nicht ganz so einfach. Zuckerfreie Colas enthalten Süßstoffe, und nicht alle davon sind in der Schwangerschaft gleichermaßen empfehlenswert.

Welche Süßstoffe stecken in Cola Light und Zero?

Die gängigsten Süßstoffe in zuckerfreien Colas sind:

  • Aspartam: Der am häufigsten verwendete Süßstoff in Cola Light. In normalen Mengen gilt er als unbedenklich, allerdings solltest du bei Phenylketonurie (PKU) komplett darauf verzichten.
  • Acesulfam K: Wird oft zusammen mit Aspartam verwendet. Gilt als sicher in der Schwangerschaft.
  • Cyclamat: In einigen Ländern verboten, in Deutschland aber zugelassen. Die Studienlage ist nicht ganz eindeutig – vorsichtshalber solltest du Getränke mit Cyclamat eher meiden.
  • Saccharin: Früher gab es Bedenken, neuere Studien sehen es als unbedenklich. Dennoch wird empfohlen, es in Maßen zu konsumieren.
  • Stevia (Steviolglycoside): Ein natürlicher Süßstoff, der als sicher gilt.

Gut zu wissen: Coca-Cola Zero und Coca-Cola Light enthalten unterschiedliche Süßstoff-Kombinationen. Zero verwendet hauptsächlich Aspartam und Acesulfam K, während Light zusätzlich andere Süßstoffe enthalten kann. Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich!

Empfehlung zu Süßstoffen in der Schwangerschaft

Die meisten Gesundheitsbehörden, darunter die EFSA, stufen die gängigen Süßstoffe als sicher ein, wenn sie in normalen Mengen konsumiert werden. Das bedeutet: Ein Glas Cola Zero oder Light pro Tag ist in Ordnung. Du solltest aber nicht ausschließlich gesüßte Getränke trinken.

Wichtig ist auch: Zuckerfreie Cola enthält immer noch Koffein und Phosphorsäure – die Probleme, die damit verbunden sind, bleiben also bestehen.

⚖️ Die richtige Menge: Wie viel Cola ist in der Schwangerschaft okay?

Jetzt kommen wir zur entscheidenden Frage: Wie viel Cola darfst du nun wirklich trinken?

Basierend auf den Koffein-Empfehlungen und unter Berücksichtigung des Zuckergehalts lautet die Faustregel:

Ein bis zwei kleine Gläser Cola (insgesamt bis zu 500 ml) pro Tag sind in der Schwangerschaft völlig in Ordnung – vorausgesetzt, du hast keine Schwangerschaftsdiabetes und trinkst nicht zusätzlich mehrere Tassen Kaffee. Ich persönlich habe mir in der Schwangerschaft oft ein Glas Cola als kleinen Genussmoment gegönnt, besonders wenn mir danach war. Das Wichtigste ist, dass du insgesamt auf eine ausgewogene Ernährung achtest und Cola nicht dein Hauptgetränk wird.

Nadine Scheiner Redakteurin & Mama

Praktische Tipps für den Cola-Konsum

  • Zähle dein Gesamt-Koffein: Wenn du morgens schon einen Kaffee trinkst, reduziere die Cola-Menge entsprechend.
  • Verdünne deine Cola: Ein Cola-Schorle (halb Cola, halb Wasser) schmeckt immer noch gut, enthält aber nur die Hälfte an Zucker und Koffein.
  • Genieße bewusst: Trinke Cola als gelegentlichen Genuss, nicht als Durstlöscher. Für den Durst ist Wasser die bessere Wahl.
  • Achte auf die Tageszeit: Koffein am Abend kann deinen Schlaf stören – und der ist in der Schwangerschaft ohnehin oft schon problematisch genug.
  • Höre auf deinen Körper: Wenn du nach Cola Sodbrennen bekommst oder dich unwohl fühlst, reduziere die Menge.
Situation Empfohlene Cola-Menge Begründung
Normale Schwangerschaft, kein zusätzlicher Kaffee Bis zu 500 ml pro Tag Bleibt unter der Koffein-Grenze von 200 mg
Mit morgendlichem Kaffee (1 Tasse) Bis zu 250 ml Cola Koffein aus Kaffee + Cola sollte 200 mg nicht überschreiten
Schwangerschaftsdiabetes Nur zuckerfreie Varianten, max. 250 ml Blutzuckerkontrolle ist wichtig; mit Arzt besprechen
Bei Sodbrennen/Reflux Besser verzichten oder stark reduzieren Kohlensäure und Säure verschlimmern Sodbrennen
Bei Schlafproblemen Nur vormittags, max. 250 ml Koffein kann Schlafqualität beeinträchtigen
Erstes Trimester mit Übelkeit Nach Bedarf, aber in Maßen Kann bei Übelkeit helfen, aber nicht übertreiben

🩺 Wann du besonders vorsichtig sein solltest

Es gibt bestimmte Situationen in der Schwangerschaft, in denen du mit Cola besonders zurückhaltend sein oder sogar ganz darauf verzichten solltest:

Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes)

Wenn bei dir Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert wurde, solltest du normale, zuckerhaltige Cola komplett meiden. Der hohe Zuckergehalt lässt deinen Blutzuckerspiegel rasant ansteigen, was genau das ist, was du vermeiden musst.

Zuckerfreie Varianten sind eine Option, aber besprich das unbedingt mit deinem Arzt oder deiner Diabetesberaterin. Manche Süßstoffe können trotzdem einen Einfluss auf den Blutzucker haben oder das Verlangen nach Süßem verstärken.

Bluthochdruck oder Präeklampsie-Risiko

Koffein kann den Blutdruck kurzfristig erhöhen. Wenn du bereits mit Bluthochdruck zu kämpfen hast oder ein erhöhtes Risiko für Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) besteht, solltest du deinen Koffeinkonsum mit deinem Arzt besprechen. Möglicherweise wird dir geraten, komplett auf koffeinhaltige Getränke zu verzichten.

Eisenmangel oder Anämie

Die Phosphorsäure in Cola kann die Eisenaufnahme hemmen. Wenn du ohnehin schon mit niedrigen Eisenwerten kämpfst – was in der Schwangerschaft häufig vorkommt – solltest du Cola nicht direkt zu den Mahlzeiten trinken. Lass mindestens eine Stunde Abstand zwischen eisenhaltigen Lebensmitteln oder Eisenpräparaten und deiner Cola.

Starkes Sodbrennen

Viele Schwangere leiden unter Sodbrennen, besonders im zweiten und dritten Trimester. Cola mit ihrer Kohlensäure und Säure kann das deutlich verschlimmern. Wenn du zu Sodbrennen neigst, ist Cola leider keine gute Wahl – greife lieber zu stillem Wasser oder milden Kräutertees.

Schlafstörungen

Schlafprobleme sind in der Schwangerschaft weit verbreitet. Koffein macht es nicht besser – es bleibt mehrere Stunden im Körper aktiv. Wenn du Schwierigkeiten beim Einschlafen hast, solltest du nach 14 Uhr keine koffeinhaltigen Getränke mehr zu dir nehmen.

Wann zum Arzt: Wenn du extrem starkes Verlangen nach Cola hast (mehrere Liter pro Tag), könnte das auf einen Nährstoffmangel oder eine Essstörung hinweisen. Sprich in diesem Fall unbedingt mit deinem Frauenarzt oder deiner Hebamme darüber.

🔄 Gesunde Alternativen zu Cola in der Schwangerschaft

Du liebst den prickelnden, süßen Geschmack von Cola, möchtest aber eine gesündere Alternative? Hier sind einige Optionen, die du ausprobieren kannst:

Selbstgemachte Limonaden

Mixe Sprudelwasser mit einem Schuss Fruchtsaft (z.B. Apfel, Traube oder Kirsche). Das gibt dir die Süße und Kohlensäure, aber mit deutlich weniger Zucker und ohne Koffein. Du kannst auch frische Zitronenscheiben, Minze oder Ingwer hinzufügen.

Koffeinfreie Cola

Einige Hersteller bieten koffeinfreie Cola an. Diese enthält zwar immer noch Zucker und Phosphorsäure, aber zumindest fällt das Koffein-Problem weg. Achte auf Produkte, die explizit als "koffeinfrei" gekennzeichnet sind.

Fruchtschorlen

Mische Fruchtsaft mit Mineralwasser im Verhältnis 1:3 oder 1:4. Das schmeckt erfrischend, ist weniger süß als Cola und liefert gleichzeitig Vitamine.

Kombucha (in Maßen)

Kombucha ist ein fermentiertes Teegetränk mit natürlicher Kohlensäure. Es enthält meist wenig Koffein und kann eine interessante Alternative sein. Allerdings enthält es durch die Fermentation minimale Mengen Alkohol (meist unter 0,5%), daher solltest du es nur in kleinen Mengen trinken und auf Qualitätsprodukte achten.

Ingwerwasser

Besonders bei Übelkeit ist Ingwerwasser eine tolle Alternative. Schneide frischen Ingwer in Scheiben, übergieße ihn mit heißem Wasser, lass es abkühlen und füge nach Belieben etwas Honig und Zitrone hinzu. Kalt mit Eiswürfeln ist es super erfrischend.

Kräuter- und Früchtetees (kalt)

Viele Kräutertees schmecken auch kalt hervorragend. Probiere Rooibos (koffeinfrei und leicht süßlich), Früchtetees oder Pfefferminztee. Mit etwas Honig oder Agavendicksaft gesüßt und mit Eiswürfeln serviert, sind sie eine leckere Cola-Alternative.

🧪 Was sagt die Forschung: Studien zu Cola in der Schwangerschaft

Die wissenschaftliche Forschung zu Koffeinkonsum in der Schwangerschaft ist umfangreich. Die meisten Studien konzentrieren sich auf Kaffee, aber die Erkenntnisse lassen sich auf Cola übertragen.

Koffein und Fehlgeburtsrisiko

Mehrere große Studien haben untersucht, ob Koffein das Fehlgeburtsrisiko erhöht. Die Ergebnisse zeigen: Bei einem moderaten Konsum von bis zu 200 mg Koffein pro Tag ist kein erhöhtes Risiko nachweisbar. Erst bei deutlich höheren Mengen (über 300 mg täglich) steigt das Risiko leicht an.

Koffein und Geburtsgewicht

Einige Studien deuten darauf hin, dass sehr hoher Koffeinkonsum (über 300 mg täglich) zu einem leicht niedrigeren Geburtsgewicht führen kann. Bei moderatem Konsum innerhalb der empfohlenen Grenzen ist dieser Effekt jedoch nicht nachweisbar.

Zucker und Schwangerschaftsdiabetes

Die Forschung zeigt klar: Ein hoher Konsum von zuckerhaltigen Getränken erhöht das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes deutlich. Eine große Studie aus dem Jahr 2020 fand heraus, dass Frauen, die täglich mehr als einen halben Liter zuckerhaltige Getränke konsumierten, ein um 22% erhöhtes Risiko für Gestationsdiabetes hatten.

Süßstoffe und Schwangerschaft

Die Datenlage zu Süßstoffen ist weniger eindeutig. Die meisten zugelassenen Süßstoffe gelten in normalen Mengen als sicher. Einige neuere Studien untersuchen allerdings, ob künstliche Süßstoffe das Mikrobiom oder den Stoffwechsel des Babys beeinflussen könnten. Die Forschung ist hier noch im Gange, weshalb Experten zu einem maßvollen Konsum raten.

🍼 Cola und Stillen: Was gilt nach der Geburt?

Auch nach der Geburt fragst du dich vielleicht, ob du Cola trinken darfst, wenn du stillst. Die gute Nachricht: Die Einschränkungen sind etwas lockerer als in der Schwangerschaft.

Koffein geht zwar in die Muttermilch über, aber nur etwa 1% der Menge, die du konsumierst, erreicht dein Baby. Die meisten Babys vertragen das gut. Allerdings können manche Säuglinge empfindlich reagieren und unruhig oder wach werden, wenn die Mutter viel Koffein konsumiert hat.

Tipps für Cola-Konsum in der Stillzeit

  • Trinke Cola am besten direkt nach dem Stillen – so hat dein Körper Zeit, das Koffein abzubauen, bevor du das nächste Mal stillst
  • Beobachte dein Baby: Wird es nach deinem Cola-Konsum unruhiger oder schläft schlechter, reduziere die Menge
  • Die 200-mg-Grenze gilt auch in der Stillzeit als sicher
  • Neugeborene und Frühchen sind empfindlicher – in den ersten Wochen solltest du eher vorsichtig sein

❓ Häufige Fragen

Kann ich in der Schwangerschaft auch Energy-Drinks trinken?

Nein, von Energy-Drinks solltest du in der Schwangerschaft die Finger lassen. Sie enthalten nicht nur sehr viel Koffein (oft 80 mg oder mehr pro Dose), sondern auch Taurin, Guarana und andere Stimulanzien, deren Wirkung auf Schwangere und Ungeborene nicht ausreichend erforscht ist. Außerdem ist der Zuckergehalt extrem hoch. Energy-Drinks sind in der Schwangerschaft ein klares No-Go.

Ist Cola bei Durchfall in der Schwangerschaft empfehlenswert?

Der alte Hausmittel-Tipp "Cola und Salzstangen bei Durchfall" ist überholt und wird heute nicht mehr empfohlen – weder in der Schwangerschaft noch sonst. Cola enthält zu viel Zucker und zu wenig Elektrolyte, um den Flüssigkeitsverlust bei Durchfall auszugleichen. Besser sind spezielle Elektrolytlösungen aus der Apotheke oder selbstgemachte Lösungen aus Wasser, Salz und Zucker. Bei anhaltendem Durchfall in der Schwangerschaft solltest du unbedingt deinen Arzt kontaktieren.

Warum habe ich in der Schwangerschaft so großes Verlangen nach Cola?

Heißhunger auf bestimmte Lebensmittel ist in der Schwangerschaft völlig normal. Das Verlangen nach Cola kann verschiedene Ursachen haben: Dein Körper sehnt sich vielleicht nach schneller Energie (Zucker), nach der Erfrischung durch Kohlensäure oder nach dem leichten Kick durch Koffein. Manchmal steckt auch einfach eine Geschmacksveränderung durch die Hormone dahinter. Solange du es nicht übertreibst, ist es völlig okay, diesem Verlangen nachzugeben.

Kann ich in der Schwangerschaft Cola zum Kochen verwenden?

Ja, das ist kein Problem. Wenn Cola als Zutat in Marinaden, Soßen oder Kuchen verwendet wird, sind die Mengen so gering, dass sie keine Rolle spielen. Außerdem verflüchtigt sich beim Kochen ein Teil des Koffeins. Ein Braten mit Cola-Soße oder ein Cola-Kuchen sind also in der Schwangerschaft erlaubt.

Macht Cola in der Schwangerschaft süchtig?

Koffein kann zu einer leichten Gewöhnung führen, sodass du dich ohne müde oder schlapp fühlst. Eine echte Sucht wie bei Drogen entsteht dadurch aber nicht. Auch der Zucker kann ein gewisses Verlangen auslösen. Wenn du das Gefühl hast, ohne Cola nicht mehr zu können, versuche schrittweise zu reduzieren. Ersetze ein Glas Cola durch Wasser mit Zitrone oder eine Fruchtschorle. So gewöhnst du dich langsam um, ohne auf Entzugserscheinungen zu stoßen.

Ist Bio-Cola in der Schwangerschaft besser?

Bio-Cola wird mit biologisch angebauten Zutaten und oft mit Rohrzucker statt raffiniertem Zucker hergestellt. Das klingt gesünder, macht aber in Bezug auf Koffein und Zuckergehalt keinen großen Unterschied. Zucker bleibt Zucker, egal ob bio oder nicht. Bio-Cola kann weniger Zusatzstoffe enthalten, was ein kleiner Vorteil ist, aber die grundsätzlichen Empfehlungen zur Menge bleiben gleich.

📝 Fazit: Cola in der Schwangerschaft – genieße bewusst

Cola in der Schwangerschaft ist kein Tabu, sollte aber bewusst und in Maßen genossen werden. Ein bis zwei Gläser (insgesamt bis zu 500 ml) pro Tag sind völlig in Ordnung, solange du keine besonderen Risikofaktoren wie Schwangerschaftsdiabetes oder Bluthochdruck hast.

Denke daran, dass Cola nicht nur Koffein, sondern auch viel Zucker und Phosphorsäure enthält. Zuckerfreie Varianten sind eine Alternative, aber auch hier gilt: Maß halten. Das Wichtigste ist, dass du auf deinen Körper hörst und Cola als gelegentlichen Genuss betrachtest, nicht als Hauptgetränk.

Wasser sollte immer dein wichtigstes Getränk bleiben – mindestens 2 Liter pro Tag. Alles andere, ob Cola, Saft oder Kaffee, kommt zusätzlich dazu.

Wenn du unsicher bist oder besondere gesundheitliche Bedingungen hast, sprich mit deinem Frauenarzt oder deiner Hebamme. Sie können dir individuell beraten und auf deine spezifische Situation eingehen.

Genieße deine Schwangerschaft – und wenn ein kaltes Glas Cola dazugehört, dann ist das absolut okay!

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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