Wochenbettbetreuung – Wer, wann und wie oft?
Auf einen Blick
- Du hast nach der Geburt Anspruch auf 8-12 Wochen Wochenbettbetreuung durch eine Hebamme – die Krankenkasse übernimmt die Kosten
- In den ersten 10 Tagen kann deine Hebamme täglich kommen, danach werden die Abstände größer
- Die Betreuung umfasst Rückbildungskontrolle, Stillhilfe, Babypflege und Unterstützung bei allen Fragen rund ums Wochenbett
Die ersten Wochen mit Baby sind wunderschön – und gleichzeitig eine riesige Umstellung. Dein Körper heilt, dein Baby kommt in der Welt an, und du hast vermutlich tausend Fragen. Genau dafür gibt es die Wochenbettbetreuung: Eine Hebamme kommt zu dir nach Hause und begleitet euch durch diese intensive Zeit.
🌸 Was ist die Wochenbettbetreuung?
Mit dem Abschluss der Entbindung beginnt für acht Wochen dein Wochenbett. Das ist die Zeit, in dem dein Körper den größten Heilungsprozess durchläuft und die dein Baby normalerweise braucht, um in der Welt anzukommen. Im Rahmen der Hebammenbetreuung hast du einen Anspruch auf eine Wochenbettbetreuung. Diese erfolgt über Hausbesuche durch die Hebamme.
Bist du in einer Entbindungsklinik, wird eine der Hebammen vor Ort die ersten Schritte der Wochenbettbetreuung übernehmen. Bei einer Hausgeburt oder im Geburtshaus ist meist die Hebamme an deiner Seite, die dich bereits durch die Schwangerschaft begleitet hat.
Gut zu wissen: Die Wochenbettbetreuung ist eine Kassenleistung – du zahlst nichts dafür, egal wie oft deine Hebamme kommt.
💪 Was macht die Hebamme bei der Wochenbettbetreuung?
Die Hebammenhilfe im Wochenbett hat viele Facetten und ist sowohl für dich als Eltern als auch für dein Baby eine optimale Unterstützung. Welche Angebote du in Anspruch nimmst, besprichst du individuell mit deiner Hebamme. Grundsätzlich umfasst die Wochenbettbetreuung die folgenden Punkte:
- Kontrolle der Rückbildung der Gebärmutter
- Kontrolle der Geburtsverletzungen und der Wundheilung
- Dokumentation des Wochenbettverlaufs
- Einführung in die Stillzeit und Hilfe bei Stillproblemen
- Kontrolle bei Kaiserschnitt
- Der Blick auf den Nabel bei deinem Baby
- Einführung in die Säuglingspflege
- Gewichtskontrolle und Kontrolle beim Trinkverhalten deines Babys
- Tipps zur Einführung der Beikost nach Auftreten der Beikostreifezeichen
Die Nachsorge ist also umfassend. Einige Hebammen zeigen dir auch, wie eine sanfte Babymassage geht, wie du dein Baby pucken und beruhigen kannst.
Ich habe die Wochenbettbetreuung bei beiden Kindern als unglaublich wertvoll empfunden – nicht nur medizinisch, sondern auch emotional. Es tut einfach gut, jemanden an seiner Seite zu haben, der einen versteht und alle Fragen geduldig beantwortet.
📅 Wie oft kommt die Hebamme?
Innerhalb der ersten zehn Tage nach der Geburt kann deine Hebamme täglich für eine halbe Stunde oder auch eine Stunde kommen. Hast du Probleme, beispielsweise mit dem Stillen, sind auch zwei Besuche pro Tag über die Krankenkasse finanzierbar.
Nach dem Ablauf der ersten zehn Tage wird der Abstand zwischen den Terminen immer größer. Deine Hebamme wird in einem Abstand von zwei bis drei Tagen kommen, dann vielleicht nach fünf Tagen und dann nur noch einmal die Woche.
Du kannst in der Wochenbettbetreuung aber jederzeit die Hebamme kontaktieren und dir Unterstützung bei Fragen und Problemen holen.
Tipp: Auch nach den acht Wochen Wochenbett hast du Anspruch auf Hebammenhilfe – so lange du stillst. Das gilt auch, wenn dein Kind schon ein Jahr oder älter ist.
🔍 Muss ich die Wochenbettbetreuung in Anspruch nehmen?
Dir steht nach der Entbindung gesetzlich für acht bis zwölf Wochen die Hilfe einer Nachsorgehebamme zu. Die Kosten dafür werden durch die Krankenkasse übernommen. Dennoch musst du die Wochenbettbetreuung nicht in Anspruch nehmen.
Einige Frauen, die vielleicht schon ein oder mehrere Kinder haben, empfinden es nicht als notwendig, wieder eine Betreuung im Wochenbett in Anspruch zu nehmen. Daher verzichten sie auf die Nachsorgehebamme.
Das kannst du natürlich tun. Allerdings ist wichtig zu wissen, dass jede Geburt und jedes Wochenbett anders ist. Auch wenn du schon viel Erfahrung hast, kann es hilfreich sein, dennoch die Hilfe der Hebamme in Anspruch zu nehmen.
Achtung: Jede Geburt ist anders – auch wenn du schon Kinder hast, kann das Wochenbett diesmal ganz andere Herausforderungen mit sich bringen. Die Hebamme ist auch beim zweiten oder dritten Kind eine wertvolle Unterstützung.
✨ Individuelle Absprachen sind möglich
Bei den Gesprächen mit deiner Hebamme während der Schwangerschaft kannst du natürlich auch schon über die Wochenbettbetreuung sprechen. Möchtest du nicht jeden Tag einen Besuch behalten, ist das natürlich auch möglich. Bedenke aber auch, dass die Hebamme mehrere Frauen betreut und daher nicht immer flexibel in ihrer Terminplanung ist.
Häufig gestellte Fragen
Wer bezahlt die Wochenbettbetreuung?
Die Kosten für die Wochenbettbetreuung übernimmt vollständig deine Krankenkasse. Du musst nichts zuzahlen – egal wie oft deine Hebamme kommt.
Kann ich auch nach den 8 Wochen noch Hebammenhilfe bekommen?
Ja, absolut! So lange du stillst, hast du Anspruch auf Hebammenberatung – auch wenn dein Baby schon älter als ein Jahr ist. Bei Stillproblemen oder Fragen zur Beikost kannst du dich jederzeit an deine Hebamme wenden.
Was ist, wenn ich mit dem Stillen Probleme habe?
Bei Stillproblemen kann deine Hebamme in den ersten zehn Tagen sogar zweimal täglich zu dir kommen. Die Krankenkasse übernimmt auch diese zusätzlichen Besuche. Scheue dich nicht, um Hilfe zu bitten – Stillen muss man oft erst lernen.
Muss ich die Hebamme jeden Tag kommen lassen?
Nein, du kannst mit deiner Hebamme individuell besprechen, wie oft sie kommen soll. Gerade wenn du schon Erfahrung hast, reichen vielleicht auch weniger Besuche. Bedenke aber, dass die Hebamme mehrere Frauen betreut und nicht immer spontan Zeit hat.
Was macht die Hebamme bei einem Kaiserschnitt?
Bei einem Kaiserschnitt kontrolliert die Hebamme besonders die Wundheilung der Narbe, achtet auf Anzeichen von Entzündungen und unterstützt dich dabei, trotz der OP-Wunde gut mit deinem Baby zurechtzukommen. Auch hier hast du vollen Anspruch auf Wochenbettbetreuung.
Brauche ich beim zweiten Kind auch eine Wochenbettbetreuung?
Auch wenn du schon Erfahrung hast: Jede Geburt und jedes Wochenbett ist anders. Viele Mütter empfinden die Hebammenbetreuung auch beim zweiten oder dritten Kind als sehr wertvoll – schon allein, weil jemand da ist, der sich Zeit nimmt und alle Fragen beantwortet.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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