Wochenfluss – Infos rund um die Lochien
Auf einen Blick
- Der Wochenfluss (Lochien) entsteht durch die Wunde in der Gebärmutter, wo die Plazenta saß – ein völlig normaler Heilungsprozess nach der Geburt
- Die Farbe verändert sich von hellrot über rosa und bräunlich bis gelblich – das zeigt dir, wie die Heilung voranschreitet
- Der Wochenfluss dauert durchschnittlich 4-8 Wochen, je nach Geburtsmodus und individueller Heilung
40 Wochen lang hat dein Baby in deiner Gebärmutter gewachsen – versorgt über die Plazenta, die fest mit der Gebärmutterwand verbunden war. Nach der Geburt löst sich dieser Mutterkuchen und hinterlässt eine Wunde. Der Wochenfluss ist die natürliche Antwort deines Körpers darauf – ein Heilungsprozess, der dich durch die ersten Wochen mit deinem Baby begleitet.
🌸 Was genau ist der Wochenfluss?
Jede Frau hat nach der Entbindung Wochenfluss – auch Lochien genannt. Dieser postnatale Ausfluss ist zunächst hellrot, weil das Blut noch sehr frisch ist. In den ersten Tagen wirst du verhältnismäßig viel Wochenfluss haben.
Im Laufe der Zeit verändert sich die Farbe:
- Hellrot in den ersten Tagen (frisches Blut)
- Rosa nach etwa einer Woche
- Bräunlich, sobald sich die Wunde verschließt
- Gelblich zum Abschluss
Gut zu wissen: Wenn die Lochien bereits alle Stadien durchlaufen haben und du plötzlich wieder hellrote Blutungen bekommst, kann es sich um deine erste Menstruation nach der Entbindung handeln.
⚠️ Wann wird der Wochenfluss zum Problem?
Der Wochenfluss ist ein völlig normaler Vorgang – aber nur, wenn er dir keine Probleme bereitet. Leider kann das manchmal passieren. Die Ursachen sind unterschiedlich: akuter Stress, verbliebene Plazentareste oder Infektionen. Achte auf diese Warnzeichen:
1. Die Menge des Wochenflusses
Du musst nicht ständig kontrollieren, aber beobachte, wie oft du die Einlagen wechseln musst. Pro Stunde sollte das nicht mehr als ein- bis zweimal nötig sein. Merkst du, dass du sehr stark blutest, lass das kontrollieren.
2. Zunahme des Wochenflusses
Nach dem Frühwochenbett (den ersten beiden Wochen nach der Entbindung) sollte der Wochenfluss nicht wieder stark zunehmen. Es kann zwar sein, dass er kurz verschwindet und wieder auftaucht – das ist normal.
Achtung: Wenn du viel auf den Beinen bist (zum Beispiel wegen älterer Kinder) oder nach längerem Liegen plötzlich aufstehst, kann der Wochenfluss kurzzeitig stärker werden. Das sollte aber nur kurz so sein.
3. Gestocktes Blut
Der Wochenfluss ist normalerweise flüssig. Zeigen sich auf den Einlagen immer wieder Koagel oder Gerinnsel, sag das deiner Hebamme. Das kann darauf hindeuten, dass der Wochenfluss nicht richtig abfließen kann.
4. Dein Körper sendet Warnsignale
Du fühlst dich krank, hast erhöhte Temperatur oder Schüttelfrost? Dann kontaktiere sofort deinen Gynäkologen. Er wird prüfen, ob eine Infektion durch den Wochenfluss entstanden ist.
🏥 Welche Komplikationen können auftreten?
Lochialstau – wenn der Wochenfluss nicht abfließt
Eine der häufigsten Komplikationen ist der Lochialstau. Dabei kann der Ausfluss nicht richtig abfließen. Steht das Blut zu lange in der Gebärmutter, wird es zu einem Herd für Bakterien und kann zu einer schweren Infektion führen – bis hin zu einer Blutvergiftung.
Wenn der Wochenfluss schon frühzeitig nachlässt, kannst du ihn sanft wieder in Schwung bringen: Häufiges Stillen, leichte Bauchmassagen oder sanfte Gymnastik wirken anregend. Dein Körper zeigt dir, was er braucht – hör auf ihn.
Achtung: Ein sehr unangenehmer Geruch ist ein Warnsignal. Normalerweise riecht der Wochenfluss nach Eisen. Hat er eine fischige Note oder wirkt sehr muffig, lass das kontrollieren.
Plazentareste in der Gebärmutter
Wenn sich die Nachgeburt nicht vollständig gelöst hat, können Plazenta-Teile in der Gebärmutter verbleiben. Das zeigt sich durch:
- Bauchschmerzen
- Schüttelfrost
- Fieber
In diesem Fall ist eine Ausschabung notwendig.
📅 Wie lange dauert der Wochenfluss?
Das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Nach einem Kaiserschnitt endet der Wochenfluss meist früher – der durchschnittliche Zeitraum liegt bei vier Wochen. Nach einer natürlichen Entbindung dauert er vermutlich zwischen sechs und acht Wochen.
Tipp: Du kannst deinen Körper unterstützen, damit sich die Wunde schneller schließt: Gönn dir viel Ruhe, trag nicht zu schwer, iss und trink ausreichend und genieß einfach die ersten Wochen mit deinem Baby. Damit legst du die wichtigste Basis für eine gute Regeneration.
💪 Was ist während des Wochenflusses wichtig?
Der Wochenfluss ist ein Wundsekret und damit auch leicht infektiös. Daher solltest du einige Hygiene-Regeln beachten:
Hände gründlich reinigen
Nachdem du auf Toilette warst oder anderweitig in Kontakt mit den Lochien hattest, reinige immer gut deine Hände und nutze ein Desinfektionsmittel. Immerhin berührst du mit den Händen auch dein Baby, deine Brust beim Stillen oder die Umgebung.
Regelmäßig Vorlagen wechseln
Die Vorlagen, die den Wochenfluss auffangen, solltest du regelmäßig wechseln. Trag die Binden nicht länger als drei Stunden. Je länger der Wochenfluss am Intimbereich ist, desto höher die Gefahr für Infektionen.
Kein Vollbad nehmen
Während des Wochenflusses solltest du auf Vollbäder verzichten. Ausnahmen sind Sitzbäder, die die Heilung von Geburtsverletzungen unterstützen können. Bei einem Vollbad können Bakterien aus dem Wochenfluss an die Brüste gelangen und von dort in die Milchkanäle eintreten – das führt zu Infektionen.
Tipp: Trag ausschließlich Unterwäsche aus reiner Baumwolle. Synthetik ist nicht atmungsaktiv und kann zu einem Wärmestau führen – eine optimale Grundlage für Infektionen.
✨ Fazit: Gib deinem Körper Zeit
Der Wochenfluss ist ein natürlicher Vorgang nach der Entbindung. Die Blutungen entstehen durch die Wunde in der Gebärmutter, wo sich die Plazenta befand. Während dieser Zeit ist besondere Hygiene wichtig – und vor allem ausreichend Ruhe. So unterstützt du die Rückbildung und Wundheilung optimal. Dein Körper hat Großartiges geleistet – gib ihm jetzt die Zeit, die er zur Heilung braucht.
Häufig gestellte Fragen
Wie unterscheide ich Wochenfluss von meiner ersten Periode?
Wenn die Lochien bereits alle Farbstadien durchlaufen haben (von hellrot über rosa und bräunlich bis gelblich) und du plötzlich wieder hellrote Blutungen bekommst, handelt es sich wahrscheinlich um deine erste Menstruation nach der Entbindung. Der Wochenfluss nimmt normalerweise kontinuierlich ab und wird heller.
Ist es normal, dass der Wochenfluss zwischendurch stärker wird?
Ja, das kann vorkommen – besonders wenn du viel auf den Beinen bist oder nach längerem Liegen plötzlich aufstehst. Das sollte aber nur kurzzeitig so sein. Nach dem Frühwochenbett (erste zwei Wochen) sollte der Wochenfluss nicht dauerhaft wieder stark zunehmen. Ist das der Fall, sprich mit deiner Hebamme.
Warum dauert der Wochenfluss nach Kaiserschnitt kürzer?
Nach einem Kaiserschnitt dauert der Wochenfluss durchschnittlich etwa vier Wochen, während er nach einer natürlichen Geburt meist sechs bis acht Wochen anhält. Der Grund: Bei einem Kaiserschnitt wird die Gebärmutter während der OP bereits teilweise gereinigt, was den Heilungsprozess beschleunigt.
Darf ich während des Wochenflusses Tampons verwenden?
Nein, während des Wochenflusses solltest du keine Tampons verwenden. Sie erhöhen das Infektionsrisiko erheblich, da sie Bakterien in die noch heilende Gebärmutter transportieren können. Verwende stattdessen spezielle Wochenbett-Vorlagen oder dicke Binden, die du alle zwei bis drei Stunden wechselst.
Woran erkenne ich, dass etwas mit dem Wochenfluss nicht stimmt?
Achte auf diese Warnsignale: sehr starke Blutungen (mehr als ein bis zwei Vorlagen pro Stunde), unangenehmer fischiger oder muffiger Geruch (statt des normalen eisenartigen Geruchs), Gerinnsel oder Koagel, Fieber, Schüttelfrost oder starke Bauchschmerzen. Bei diesen Symptomen kontaktiere sofort deine Hebamme oder deinen Gynäkologen.
Kann ich den Wochenfluss beschleunigen?
Du kannst deinen Körper sanft unterstützen: Häufiges Stillen regt die Gebärmutterrückbildung an, leichte Bauchmassagen und sanfte Gymnastik können helfen. Vor allem aber: Gönn dir Ruhe, iss und trink ausreichend und trag nicht zu schwer. Dein Körper braucht Zeit zur Heilung – und die solltest du ihm geben.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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