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Geburtserleichterung & Schmerzlinderung

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 23.05.2026 Lesezeit 12 Min.
Geburtserleichterung & Schmerzlinderung

Auf einen Blick

  • Jede Frau empfindet Geburtsschmerzen anders – es gibt keine „richtige" Methode für alle
  • Schmerzlinderung ist mit Medikamenten (Analgetika, Anästhetika) oder natürlichen Methoden (Atmung, Massage, Entspannung) möglich
  • Besprich alle Optionen vorher mit deiner Hebamme oder Ärztin – oft entscheidest du erst in den Wehen, was du wirklich brauchst

Du fragst dich, wie du die Schmerzen bei der Geburt am besten bewältigen kannst? Die gute Nachricht: Es gibt viele Wege – von Medikamenten bis zu natürlichen Techniken. Welche Methode für dich passt, hängt von deinen Vorlieben, dem Geburtsverlauf und deinem Schmerzempfinden ab. Oft weißt du erst in den Wehen, was dir wirklich hilft.

🌸 Geburtserleichterung mit oder ohne Medikamente?

Es gibt viele Mittel, Wehenschmerzen mit oder ohne Medikamente zu lindern. Mit entsprechenden betäubenden Medikamenten kann der Schmerz gestoppt werden, Medikamente bedeuten aber auch immer, dass du deinem Körper Arzneimittel beifügst.

Natürliche Methoden und Techniken betäuben den Wehenschmerz zwar nicht, können dir aber helfen, entspannter zu werden und dich so besser auf die nächsten Wehen vorzubereiten, um diese und den damit verbundenen Schmerz besser zu kontrollieren. Du kannst dir und deinem werdenden Kind so die Geburt erleichtern.

Welche Möglichkeiten du hast, erfährst du jetzt, welche Methode oder Technik, die für dich Beste darstellt, besprichst du am besten mit den Ärzten in der Klinik oder deiner Hebamme.

Gut zu wissen: Frauen, die bereits eine Geburt erlebt haben und sich mit anderen Müttern ausgetauscht haben, wissen, dass keine Frau den gleichen Schmerz empfindet wie andere Frauen. Die Geburtsschmerzen sind so unterschiedlich wie die Geburt selbst.

💊 Welche Medikamente zur Geburtserleichterung und Schmerzlinderung?

Medikamente zur Schmerzlinderung werden in zwei Gruppen eingeteilt:

  • Analgetika
  • Anästhetika

Auch hier gilt, besprich die Möglichkeiten mit deinen Medizinern. Jede Medikamentengruppe ist in unterschiedlichen Varianten und mit unterschiedlichen Wirkstoffen verfügbar. Beachte das einige dieser Medikamente Risiken bergen und daher nicht für jede Frau geeignet sind. Es ist daher wichtig, dass du vorher mit deinem Arzt über die Medikamente sprichst, um sicherzustellen, dass fundierte Entscheidungen zur Schmerzlinderung getroffen werden.

Die verfügbaren Analgetika

Bei Analgetika handelt es sich um Schmerzmittel, die die Schmerzen lindern, ohne einen vollständigen Verlust des Muskelempfindens oder der Bewegung zu verursachen. Diese Form der Medikation stoppen den Schmerz nicht immer vollständig, aber sie reduzieren ihn.

Systeme Schmerzmittel wirken auf das gesamte Nervensystem und nicht nur auf einen Bereich. Sie lindern deine Schmerzen, bringen dich aber nicht zum Einschlafen, sodass du die Geburt deines Babys miterleben kannst. Eingesetzt wird diese Art Schmerzmittel häufig bei vorzeitigen Wehen.

Achtung: Kurz vor der Geburt werden Analgetika allerdings nicht verabreicht, da sie die Atmung und die Reflexe deines Babys verlangsamen können.

Verabreicht werden Analgetika auf drei Weisen:

Intravenös

Das Analgetikum kann über eine Infusion in einen Muskel oder eine Vene geleitet werden. Oft kannst du die Menge des Schmerzmittels selbst kontrollieren.

Über die Atmung

Du kannst das Schmerzmittel alternativ auch über eine Sauerstoffmaske verabreicht bekommen. Es handelt sich dabei um ein Sauerstoffgemisch, das Analgetika enthält. Auch Lachgas kann zur Schmerlinderung und zur Bewältigung von Angst verabreicht werden.

Regionale Verabreichung

Die in Amerika am häufigsten verwendete Variante ist die regionale Anwendung von Analgetika. Du hast bei dieser Variante verschiedene Möglichkeiten, die regionale Analgesie verabreicht zu bekommen.

  • Epiduralanalgesie (Epidural-, Epiduralblockade)
  • Wirbelsäulenblockade
  • Eine Kombination aus Epidural- und Wirbelsäulenblock

Das Betäubungsmittel wird in diesen Fällen in den Rücken gespritzt. Das Betäubungsmittel wird aber in der Regel nicht in das Rückenmark gespritzt, also brauchst du nicht zu große Angst vor Schmerzen haben.

Die verfügbaren Anästhetika

Bei Anästhetika handelt es sich um Arzneimittel, die alle Empfindungen einschließlich Schmerzen blockieren. Bei manchen Anästhesie-Formen wirst du in den Schlaf versetzt, der Nachteil dieser Art der Geburtserleichterung du bekommst die Geburt deines Babys nicht mit.

Die Lokalanästhesie (Periduralanästhesie (PDA))

Mit einer Lokalanästhesie, auch als PDA bekannt, hingegen werden alle Empfindungen eliminiert, aber du wirst nicht in den Schlaf versetzt. Mit dieser Variante wirkt die Betäubung nur auf einen bestimmten Bereich deines Körpers.

Ärzte verwenden die Betäubungsmittel der PDA häufig bei einem Darmschnitt, einem chirurgischen Schnitt im Bereich zwischen Vagina und Anus, um die Vaginalöffnung während der Geburt zu erweitern oder beim Behandeln von Vaginalrissen und Verletzungen am Muttermund, die während der Geburt aufgetreten sind. Auch bei einem Kaiserschnitt werden häufig lokal wirkende Betäubungsmittel eingesetzt.

Verfügbare Alternativen

Neben Analgetika und Anästhetika gibt es auch Zäpfchen und andere Medikamente, die zum Einsatz kommen, um der schwangeren Frau die Geburt zu erleichtern. Bei diesen Zäpfchen handelt es sich um sogenannte Spasmolytika, die krampflösend wirken und so das Öffnen des Muttermunds erleichtern.

Ich habe bei beiden Geburten unterschiedliche Wege gewählt – und beide waren richtig für den Moment. Vertrau darauf, dass du in der Situation spürst, was du brauchst.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

🌿 Geburtserleichterung - Natürliche Methoden und Techniken

Schwangere Frauen, die sich für eine natürliche Geburt entscheiden, verlassen sich auf die Wirkung verschiedener Möglichkeiten, um Schmerzen zu lindern, ohne Medikamente zu nehmen. Dazu gehören folgende Methoden und Techniken, mit denen du dir die Geburt wesentlich erleichtern kannst.

Gesellschaft

Es mag erst einmal merkwürdig klingen, oft ist es aber die beste natürliche Methode, die Geburt zu erleichtern. Die Gesellschaft einer Begleitperson, egal ob es sich um deinen Partner, deine Mutter oder die beste Freundin handelt, wird als laufende Unterstützung bezeichnet und kann dir helfen, die Angst vor Schmerzen besser zu bewältigen.

Entspannungstechniken

Es gibt zudem verschiedene Entspannungstechniken, mit denen du die Wehen und den damit verbundenen Schmerz besser kontrollieren kannst. Versuche am besten schon vorher aus, welche Methode am besten für dich geeignet ist. Infrage kommen tiefes Atmen, Musiktherapie oder Biofeedback.

Yoga

Yoga hilft nicht nur Alltagsstress besser zu verarbeiten, den Körper gelenkig und flexibel zu halten und ein besseres Körpergefühl zu entwickeln. Bestimmte Yoga Übungen können zur Schmerzlinderung beifügen und dir so die Geburt erleichtern.

Hypnose

Hypnose ist nicht für jede Frau geeignet, weil es bedeutet, die Kontrolle abzugeben und dem Hypnotiseur 100 % zu vertrauen. Wenn du dich in der Lage siehst, dich in Hypnose versetzen zu lassen, kann dies aber durchaus hilfreich sein.

Aromatherapie

Verwende beruhigende Düfte, um dich zu entspannen. Lass dich am besten schon vorher von einem Aromatherapie-Experten beraten und such dir Düfte aus, die dich am meisten beruhigen. Nicht jeder Frau gefallen die gleichen Düfte, so kann es passieren, dass dich ein Duft, der auf eine andere Frau beruhigend wirkt, eher stresst und Kopfschmerzen bei der Gebärenden verursachen kann.

Tipp: Probiere verschiedene Entspannungstechniken schon in der Schwangerschaft aus – so findest du heraus, was dir wirklich guttut, bevor die Wehen einsetzen.

Akupunktur oder Akupressur und Homöopathie

Du kannst dich auch auf die Suche nach einem erfahrenen Komplementär Mediziner (Mediziner der Homöopathie) machen, der dir mit Akupunktur oder Akupressur helfen kann, indem er für Entspannung in deinem Körper sorgt. Möglicherweise kann dieser dir auch Globuli empfehlen, die du einnehmen kannst, um eine Schmerzlinderung zu erreichen.

Elektrischer Stimulation

Die Anwendung einer elektrischen Stimulation in kleinen Dosen auf die Nerven, um die Produktion von körpereigenen schmerzlindernden Substanzen zu fördern, kann ebenfalls helfen. Diese Methode wird auch als transkutane elektrische Nervenstimulation oder TENS bezeichnet.

Massagen

Auch Massagen während der Schwangerschaft und kurz vor der Geburt können Schmerzen lindern und zur Entspannung und Bewältigung von Angst beitragen. Schwangere können sich noch Stunden nach einer Massage besser entspannen und ihre Emotionen kontrollieren.

⚖️ Geburtshilfe und Schmerzlinderung - Vorteile & Nachteile

Jede Schmerztherapie hat ihre Vor- und Nachteile. Entspannungs- und Atemtechniken können dich ablenken und dir helfen, mehr Kontrolle zu haben, aber sie lindern die Schmerzen möglicherweise nicht. Medikamente können Wehenschmerzen lindern, verursachen aber möglicherweise Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Juckreiz. Zudem gibt es keine Garantie, dass Schmerzmittel helfen.

Einige Medikamente fordern zudem, dass du im Bett oder einer bestimmten Position bleibst. Außerdem ist es wahrscheinlich das ein Katheter gelegt werden muss oder du eine Sauerstoffmaske tragen musst. Zudem wirken viele Arzneimittel auch auf dein Kind.

Gut zu wissen: Die Intensität der Schmerzen während der Wehen und der Entbindung ist bei jeder Frau unterschiedlich. Dies liegt daran, dass die Schmerzen von verschiedenen Faktoren abhängig sind zum Beispiel davon, wie groß dein Baby ist und in welcher Position es sich befindet, deinem Befinden und der Stärke der Kontraktionen und mehr.

📝 Fazit: Abwägen ist angesagt

Welche Schmerztherapie oder Technik für dich am besten geeignet ist, ist von dir, deinem Baby und schlussendlich von der Situation abhängig. Mach dir am besten schon vorher einen Plan A und einen Plan B, um im Falle von starken Schmerzen auf eine Alternative zurückgreifen zu können.

Du solltest vor Beginn der Wehen alle Aspekte mit deinem Arzt und der Hebamme besprochen, um sicherzustellen, dass du alle Möglichkeiten, Wirkung, Risiken, Nebenwirkungen, Vorteile und Nachteile einer Schmerzlinderung während der Geburt kennenlernst und verstehst. Es kann zudem hilfreich sein, alle Entscheidungen schriftlich festzuhalten, um die Dinge für alle zu klären, die an der Geburt des Babys beteiligt sein könnten.

Häufig gestellte Fragen

Wann muss ich mich für eine Schmerzlinderungs-Methode entscheiden?

Du musst dich nicht im Voraus festlegen. Viele Frauen wissen erst in den Wehen, was sie wirklich brauchen. Es ist aber sinnvoll, dich vorher über alle Optionen zu informieren und mit deiner Hebamme oder Ärztin zu besprechen, welche Methoden in deiner Klinik verfügbar sind.

Kann ich während der Geburt zwischen verschiedenen Methoden wechseln?

Ja, das ist möglich. Manche Frauen kombinieren natürliche Methoden mit Medikamenten oder wechseln im Geburtsverlauf die Strategie. Wichtig ist, dass du dich nicht unter Druck setzt – jede Geburt verläuft anders.

Haben Schmerzmittel Auswirkungen auf mein Baby?

Einige Medikamente können die Atmung und Reflexe deines Babys beeinflussen. Deshalb werden bestimmte Analgetika kurz vor der Geburt nicht mehr verabreicht. Besprich alle Risiken und Nebenwirkungen vorher mit deinem Arzt oder deiner Hebamme.

Was ist der Unterschied zwischen Analgetika und Anästhetika?

Analgetika sind Schmerzmittel, die den Schmerz lindern, ohne dass du das Gefühl oder die Bewegungsfähigkeit komplett verlierst. Anästhetika blockieren alle Empfindungen – bei manchen Formen wirst du in den Schlaf versetzt, bei anderen (wie der PDA) bleibst du wach, spürst aber nichts.

Welche natürlichen Methoden helfen wirklich gegen Wehenschmerzen?

Das ist sehr individuell. Viele Frauen profitieren von Atemtechniken, Massagen, Bewegung oder der Unterstützung einer Begleitperson. Auch Aromatherapie, Yoga oder TENS können helfen. Probiere am besten schon in der Schwangerschaft aus, was dir guttut.

Muss ich bei einer PDA im Bett bleiben?

Bei vielen Medikamenten, einschließlich der PDA, musst du im Bett oder in einer bestimmten Position bleiben. Oft wird auch ein Katheter gelegt. Besprich vorher mit deiner Hebamme, welche Einschränkungen mit der jeweiligen Methode verbunden sind.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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