moms.de

Hämorrhoiden nach der Geburt: Was wirklich hilft

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 04.07.2026 Lesezeit 29 Min.
Hämorrhoiden nach der Geburt: Was wirklich hilft

Auf einen Blick

  • Hämorrhoiden nach der Geburt betreffen etwa 50–80 % aller Frauen und entstehen durch starkes Pressen, Druck und hormonelle Veränderungen.
  • Die Beschwerden reichen von leichtem Juckreiz bis zu starken Schmerzen, Blutungen und tastbaren Knoten – meist bilden sie sich innerhalb weniger Wochen zurück.
  • Sanfte Hausmittel wie Sitzbäder, kühlende Kompressen und ballaststoffreiche Ernährung lindern die Symptome effektiv und beschleunigen die Heilung.
  • Bei anhaltenden Beschwerden, starken Blutungen oder Fieber solltest du unbedingt ärztliche Hilfe suchen – eine frühzeitige Behandlung verhindert Komplikationen.

Du hast gerade dein Baby bekommen und freust dich über das kleine Wunder – doch dann machen sich unangenehme Beschwerden im Analbereich bemerkbar? Keine Sorge, du bist nicht allein: Hämorrhoiden nach der Geburt sind ein sehr häufiges, wenn auch selten offen besprochenes Thema. In diesem Ratgeber erfährst du alles, was du wissen musst, um die Beschwerden zu lindern und schnell wieder beschwerdefrei zu werden.

🔍 Was sind Hämorrhoiden nach der Geburt?

Hämorrhoiden sind eigentlich ein ganz natürlicher Bestandteil unseres Körpers: Es handelt sich um Gefäßpolster im Enddarm, die zusammen mit dem Schließmuskel dafür sorgen, dass der Darmausgang dicht verschlossen bleibt. Problematisch wird es erst, wenn sich diese Gefäßpolster krankhaft vergrößern und nach außen treten.

Nach einer Geburt sind viele Frauen von diesem Phänomen betroffen. Die Kombination aus starkem Pressen während der Austreibungsphase, dem enormen Druck durch das Baby im Geburtskanal und den hormonellen Veränderungen der Schwangerschaft schaffen ideale Bedingungen für die Entstehung von Hämorrhoidalleiden.

Der Unterschied zwischen Hämorrhoiden und Analfissuren

Wichtig zu wissen: Nicht jede Beschwerde im Analbereich nach der Geburt ist automatisch ein Hämorrhoidalleiden. Häufig werden Hämorrhoiden mit Analfissuren verwechselt – kleinen Einrissen in der empfindlichen Schleimhaut des Analkanals. Während Hämorrhoiden meist als Knoten tastbar sind und eher zu Juckreiz und dumpfem Druckgefühl führen, verursachen Analfissuren stechende, brennende Schmerzen, besonders beim Stuhlgang.

Beide Beschwerden können nach der Geburt gleichzeitig auftreten und bedürfen unterschiedlicher Behandlungsansätze. Eine genaue Diagnose durch einen Arzt oder eine Ärztin ist daher wichtig für die richtige Therapie.

🤰 Warum entstehen Hämorrhoiden gerade nach der Geburt?

Die Geburt eines Kindes ist eine enorme körperliche Leistung, die verschiedene Faktoren zusammenbringt, die Hämorrhoiden begünstigen. Lass uns die wichtigsten Ursachen genauer betrachten:

Starkes Pressen während der Geburt

Während der Austreibungsphase presst du mit aller Kraft, um dein Baby auf die Welt zu bringen. Dieser intensive Druck über einen längeren Zeitraum – manchmal über Stunden – belastet die Gefäße im Analbereich extrem. Das Blut staut sich in den Hämorrhoidalpolstern, die Gefäßwände dehnen sich aus und können dauerhaft erweitert bleiben.

Hormonelle Veränderungen in der Schwangerschaft

Schon während der Schwangerschaft bereitet das Hormon Progesteron deinen Körper auf die Geburt vor, indem es Gewebe und Gefäße weicher und dehnbarer macht. Diese erhöhte Elastizität betrifft auch die Blutgefäße im Analbereich, die dadurch anfälliger für Erweiterungen werden. Gleichzeitig verlangsamt Progesteron die Darmtätigkeit, was zu Verstopfung führen kann – ein weiterer Risikofaktor.

Druck durch das wachsende Baby

In den letzten Schwangerschaftswochen und besonders während der Geburt drückt das Baby auf die großen Blutgefäße im Becken. Dieser Druck behindert den Blutabfluss aus dem Analbereich, sodass sich das Blut in den Hämorrhoidalpolstern staut. Je größer und schwerer dein Baby ist, desto stärker kann dieser Effekt sein.

Verstopfung und harter Stuhlgang

Viele Frauen leiden in der Schwangerschaft und besonders in den ersten Tagen nach der Geburt unter Verstopfung. Die Angst vor Schmerzen beim ersten Stuhlgang nach der Geburt, eventuelle Schmerzmittel, Flüssigkeitsmangel durch das Stillen und die veränderte Darmtätigkeit tragen dazu bei. Harter Stuhl und starkes Pressen verstärken die Belastung der bereits strapazierten Gefäßpolster.

Nadine Scheiner

💗 Nadines Empfehlung

Nadine Scheiner

Nach meiner ersten Geburt hatte ich selbst mit Hämorrhoiden zu kämpfen und weiß, wie unangenehm das ist. Was mir am meisten geholfen hat: viel trinken (mindestens 2,5 Liter täglich), Flohsamenschalen ins Müsli und nach jedem Toilettengang sanft mit lauwarmem Wasser reinigen statt mit Papier zu reiben. Und ganz wichtig: Sprich offen mit deiner Hebamme oder Ärztin darüber – es gibt so viele gute Behandlungsmöglichkeiten, du musst das nicht still ertragen!

📊 Die vier Grade von Hämorrhoiden

Hämorrhoidalleiden werden medizinisch in vier Schweregrade eingeteilt. Diese Klassifikation hilft Ärzten, die richtige Behandlung zu wählen, und gibt dir eine Orientierung, wie ernst deine Beschwerden sind:

📊

Die 4 Grade von Hämorrhoiden

moms.de
1
Grad I – Nicht sichtbar Vergrößerung nur im Analkanal, von außen nicht sichtbar oder tastbar, oft nur leichte Blutungen
2
Grad II – Beim Pressen Treten beim Stuhlgang nach außen, ziehen sich danach aber von selbst zurück, deutlichere Symptome
3
Grad III – Manuell zurückschiebbar Bleiben nach dem Stuhlgang außen, lassen sich aber mit dem Finger zurückschieben, stärkere Beschwerden
4
Grad IV – Dauerhaft außen Lassen sich nicht mehr zurückschieben, bleiben permanent außen, oft mit Komplikationen verbunden

Die meisten Frauen, die nach der Geburt Hämorrhoiden entwickeln, haben Grad I oder II. Diese bilden sich in der Regel innerhalb weniger Wochen von selbst zurück oder lassen sich gut mit konservativen Maßnahmen behandeln. Bei höheren Graden ist eine ärztliche Behandlung notwendig.

🩺 Symptome: So erkennst du Hämorrhoiden nach der Geburt

Die Symptome von Hämorrhoiden können sehr unterschiedlich sein und hängen vom Schweregrad ab. Viele Frauen bemerken die ersten Anzeichen bereits in den letzten Schwangerschaftswochen, bei anderen treten sie erst nach der Geburt auf:

Typische Anzeichen und Beschwerden

  • Hellrotes Blut auf dem Toilettenpapier oder im Stuhl: Dies ist oft das erste Symptom und entsteht, wenn die empfindlichen Gefäßpolster beim Stuhlgang verletzt werden. Das Blut ist hellrot und liegt meist auf dem Stuhl auf, vermischt sich aber nicht damit.
  • Juckreiz und Brennen im Analbereich: Durch die vergrößerten Hämorrhoiden kann Feuchtigkeit und Schleim aus dem Darm austreten, was die Haut reizt und zu unangenehmem Juckreiz führt.
  • Druckgefühl und Fremdkörpergefühl: Viele Frauen beschreiben das Gefühl, als würde etwas im Analbereich drücken oder als wäre der Darm nicht vollständig entleert.
  • Tastbare Knoten oder Schwellungen: Bei fortgeschrittenen Hämorrhoiden kannst du weiche Knoten am Afterrand ertasten oder sogar sehen. Diese können unterschiedlich groß sein.
  • Schmerzen beim Sitzen oder Stuhlgang: Während kleine Hämorrhoiden oft schmerzfrei sind, können größere oder thrombosierte (mit Blutgerinnseln gefüllte) Hämorrhoiden sehr schmerzhaft sein.
  • Nässen und Hautreizungen: Der austretende Schleim kann zu Hautekzemen und Entzündungen rund um den After führen.

Besonderheiten in der Wochenbettzeit

In den ersten Wochen nach der Geburt können die Symptome besonders ausgeprägt sein, da die Gewebe noch geschwollen und empfindlich sind. Gleichzeitig hast du mit vielen anderen körperlichen Veränderungen zu tun – Wochenfluss, eventuell Geburtsverletzungen, Stillbeschwerden –, sodass Hämorrhoiden manchmal zunächst übersehen werden.

Wichtig ist: Schmerzen beim Stuhlgang sind in den ersten Tagen nach der Geburt zwar häufig, sollten aber nicht als normal hingenommen werden. Sprich mit deiner Hebamme oder deinem Arzt darüber, damit die Ursache geklärt und behandelt werden kann.

Gut zu wissen: Hämorrhoiden selbst haben keine Schmerzrezeptoren und tun daher nicht weh. Schmerzen entstehen erst, wenn sie nach außen treten und eingeklemmt werden, sich Blutgerinnsel bilden (Thrombose) oder wenn zusätzlich Analfissuren oder Entzündungen vorliegen.

🏥 Wann solltest du zum Arzt gehen?

Viele Frauen zögern, wegen Hämorrhoiden ärztliche Hilfe zu suchen – aus Scham oder weil sie denken, das Problem würde von selbst verschwinden. Tatsächlich bilden sich leichte Hämorrhoiden nach der Geburt oft innerhalb von 4–6 Wochen zurück. Es gibt jedoch Situationen, in denen du nicht warten solltest:

Symptom Handlungsbedarf Mögliche Ursache
Starke, anhaltende Blutungen Sofort zum Arzt Größere Gefäßverletzung, Ausschluss anderer Ursachen nötig
Plötzlich auftretende, starke Schmerzen Zeitnah zum Arzt (innerhalb 1-2 Tagen) Mögliche Thrombose oder eingeklemmte Hämorrhoiden
Fieber über 38°C Sofort zum Arzt Hinweis auf Entzündung oder Abszess
Keine Besserung nach 2 Wochen Selbstbehandlung Arzttermin vereinbaren Möglicherweise höherer Schweregrad oder andere Erkrankung
Dunkles oder schwarzes Blut im Stuhl Sofort zum Arzt Hinweis auf Blutung im oberen Verdauungstrakt
Tastbare, verhärtete Knoten Zeitnah zum Arzt Mögliche Thrombose, Ausschluss anderer Erkrankungen
Stuhlinkontinenz oder Kontrollverlust Zeitnah zum Arzt Schweregrad III-IV oder Schließmuskelschwäche

Die richtige Anlaufstelle

Deine erste Ansprechpartnerin bei Beschwerden im Wochenbett ist deine Hebamme. Sie kennt sich mit postpartalen Hämorrhoiden gut aus und kann dir oft schon mit einfachen Mitteln helfen. Wenn eine ärztliche Abklärung nötig ist, kannst du dich an folgende Fachrichtungen wenden:

  • Gynäkologe/Gynäkologin: Besonders in der Wochenbettzeit die erste Anlaufstelle, kennt die besonderen Bedingungen nach der Geburt
  • Hausarzt/Hausärztin: Kann eine erste Einschätzung vornehmen und bei Bedarf überweisen
  • Proktologe/Proktologin: Spezialist für Erkrankungen des Enddarms, bei hartnäckigen oder schweren Fällen die beste Wahl
  • Chirurg/Chirurgin: Wenn operative Maßnahmen notwendig werden

Wichtig: Selbst wenn dir das Thema unangenehm ist – Ärzte und Hebammen sehen täglich Hämorrhoiden und behandeln sie routinemäßig. Eine frühzeitige Abklärung kann verhindern, dass sich die Beschwerden verschlimmern, und schließt ernstere Erkrankungen aus. Deine Gesundheit ist wichtiger als falsche Scham!

💊 Behandlung: Was wirklich gegen Hämorrhoiden nach der Geburt hilft

Die gute Nachricht: Die meisten Hämorrhoiden nach der Geburt lassen sich gut behandeln und bilden sich mit der richtigen Pflege innerhalb weniger Wochen zurück. Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad und umfasst verschiedene Ansätze:

Konservative Behandlung – die Basis

Bei Hämorrhoiden Grad I und II reichen in den meisten Fällen konservative Maßnahmen aus. Diese zielen darauf ab, die Symptome zu lindern, die Heilung zu fördern und ein Fortschreiten zu verhindern:

Stuhlregulierung – das A und O

Der wichtigste Behandlungsansatz ist, den Stuhl weich zu halten und starkes Pressen zu vermeiden. Dazu gehört:

  • Ballaststoffreiche Ernährung: Vollkornprodukte, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte – mindestens 30 Gramm Ballaststoffe täglich
  • Ausreichend trinken: Mindestens 2–3 Liter Wasser oder ungesüßten Tee pro Tag, besonders wichtig beim Stillen
  • Flohsamenschalen oder Leinsamen: Natürliche Quellstoffe, die den Stuhl geschmeidig machen (mit viel Wasser einnehmen!)
  • Bewegung: Leichte Spaziergänge regen die Darmtätigkeit an, sobald du dich danach fühlst
  • Regelmäßige Toilettengänge: Gehe zur Toilette, sobald du Stuhldrang verspürst, unterdrücke ihn nicht

Lokale Anwendungen und Salben

Verschiedene Salben, Cremes und Zäpfchen können die Symptome lindern. Achte darauf, dass die Präparate für die Stillzeit geeignet sind:

  • Hämorrhoidensalben mit Hamamelis oder Rosskastanie: Wirken abschwellend und entzündungshemmend, pflanzlich und gut verträglich
  • Zinksalbe: Schützt die gereizte Haut und fördert die Heilung
  • Panthenol-haltige Präparate: Unterstützen die Regeneration der Schleimhaut
  • Lokalanästhetika (z.B. Lidocain): Bei starken Schmerzen, nur kurzzeitig anwenden
  • Kortison-haltige Salben: Nur nach ärztlicher Verordnung und nicht länger als wenige Tage, da sie die Haut ausdünnen können

Trage die Salben nach der Reinigung dünn auf und wasche dir vorher und nachher gründlich die Hände. Zäpfchen werden am besten abends vor dem Schlafengehen eingeführt.

Sitzbäder – wohltuende Entspannung

Sitzbäder mit lauwarmem Wasser (nicht zu heiß!) können mehrmals täglich für 10–15 Minuten durchgeführt werden. Du kannst dem Wasser verschiedene Zusätze beifügen:

  • Kamille: Entzündungshemmend und beruhigend
  • Eichenrinde: Wirkt zusammenziehend und fördert die Heilung
  • Hamamelis: Abschwellend und juckreizlindernd
  • Einfaches lauwarmes Wasser: Auch ohne Zusätze wirksam und schonend

Nach dem Sitzbad die Haut vorsichtig trocken tupfen (nicht reiben!) oder an der Luft trocknen lassen.

Kühlung und Wärme

Je nach Symptomatik können Kälte oder Wärme helfen:

  • Kühlende Kompressen oder Kühlpads: Lindern Schwellungen und Schmerzen, besonders bei akuten Beschwerden oder Thrombosen (nicht direkt auf die Haut legen, in ein Tuch wickeln)
  • Wärme: Kann bei chronischen Beschwerden und zur Entspannung der Muskulatur hilfreich sein

Medikamentöse Behandlung

Bei stärkeren Beschwerden kann dein Arzt zusätzlich Medikamente verschreiben:

  • Schmerzmittel: Ibuprofen oder Paracetamol sind in der Stillzeit erlaubt und können bei Bedarf eingenommen werden
  • Venenmittel (Phlebotonika): Tabletten mit Flavonoiden können die Gefäßwände stärken und Beschwerden lindern
  • Stuhlaufweichende Medikamente: Bei hartnäckiger Verstopfung können kurzzeitig Lactulose oder Macrogol eingesetzt werden

Minimal-invasive und operative Verfahren

Bei Hämorrhoiden Grad III und IV oder wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen, kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz. Diese werden meist erst nach dem Wochenbett durchgeführt, wenn sich die Situation stabilisiert hat:

  • Verödung (Sklerosierung): Einspritzen eines Mittels, das die Gefäße verödet
  • Gummibandligatur: Abbinden der Hämorrhoiden mit kleinen Gummiringen, sodass sie absterben und abfallen
  • Infrarotkoagulation: Verödung durch Hitze
  • Hämorrhoidektomie: Operative Entfernung bei schweren Fällen
  • Stapler-Hämorrhoidopexie: Moderneres Verfahren mit weniger Schmerzen nach der OP

Diese Eingriffe werden in der Regel ambulant oder mit kurzem Klinikaufenthalt durchgeführt. Besprich mit deinem Arzt, welches Verfahren in deiner Situation am besten geeignet ist und wann der richtige Zeitpunkt dafür ist.

Viele meiner Leserinnen schreiben mir, dass sie sich geschämt haben, über ihre Hämorrhoiden zu sprechen – dabei ist das nach einer Geburt so normal! Ich rate dir: Nimm die Beschwerden ernst, aber mach dir keine Sorgen. Mit den richtigen Maßnahmen verschwinden die meisten Hämorrhoiden innerhalb weniger Wochen. Und wenn nicht, gibt es heute so gute Behandlungsmöglichkeiten, dass niemand dauerhaft damit leben muss.

Nadine Scheiner Redakteurin & Mama

🏠 Hausmittel und Selbsthilfe im Wochenbett

Neben den medizinischen Behandlungsmöglichkeiten gibt es viele bewährte Hausmittel und Selbsthilfemaßnahmen, die du sofort umsetzen kannst. Diese sind sanft, natürlich und perfekt für die Wochenbettzeit geeignet:

Die richtige Analhygiene

Eine sanfte, aber gründliche Reinigung ist wichtig, um Infektionen zu vermeiden und die Heilung zu fördern:

  • Wasser statt Papier: Reinige dich nach jedem Stuhlgang mit lauwarmem Wasser (Bidet, Dusche oder Po-Dusche). Das ist viel schonender als Toilettenpapier.
  • Tupfen statt reiben: Wenn du Toilettenpapier verwendest, tupfe nur vorsichtig. Weiches, unparfümiertes Papier oder feuchte Tücher ohne Alkohol und Duftstoffe sind am besten.
  • Lufttrocknen: Wenn möglich, lass die Haut an der Luft trocknen, bevor du dich anziehst.
  • Keine aggressiven Seifen: Verwende nur pH-neutrale, parfümfreie Waschlotionen oder einfach nur Wasser.
  • Atmungsaktive Unterwäsche: Baumwollslips sind besser als synthetische Materialien, die Feuchtigkeit stauen.

Ernährungstipps für weichen Stuhl

Die richtige Ernährung ist der Schlüssel zur Behandlung und Vorbeugung von Hämorrhoiden. Hier sind konkrete Lebensmittel, die helfen:

Besonders empfehlenswert:

  • Getreide: Haferflocken, Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Naturreis, Quinoa
  • Gemüse: Brokkoli, Karotten, Zucchini, Fenchel, Spinat, Kürbis
  • Obst: Äpfel, Birnen, Beeren, Pflaumen, Feigen (getrocknet), Kiwis
  • Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, Bohnen (langsam steigern, um Blähungen zu vermeiden)
  • Samen und Nüsse: Leinsamen, Flohsamenschalen, Chiasamen, Mandeln
  • Milchprodukte: Joghurt, Kefir, Buttermilch (fördern die Darmflora)

Besser meiden:

  • Weißmehlprodukte, Fastfood, stark verarbeitete Lebensmittel
  • Zu viel Fleisch und Wurst
  • Schokolade und Süßigkeiten in großen Mengen
  • Schwarzer Tee, Kaffee in großen Mengen, Alkohol
  • Stark gewürzte oder scharfe Speisen (können die Schleimhaut reizen)

Natürliche Helfer aus der Apotheke

Diese pflanzlichen Mittel haben sich bei Hämorrhoiden bewährt und sind in der Stillzeit unbedenklich:

  • Flohsamenschalen: 1–2 Teelöffel in Wasser einrühren, quellen lassen und mit viel Flüssigkeit trinken
  • Leinsamen: Geschrotet ins Müsli oder Joghurt, immer mit ausreichend Flüssigkeit
  • Aloe Vera Gel: Äußerlich aufgetragen wirkt es kühlend und heilungsfördernd (nur reines Gel ohne Zusätze)
  • Ringelblumensalbe: Fördert die Wundheilung und wirkt entzündungshemmend
  • Teebaumöl: Stark verdünnt (nie pur!) kann es desinfizierend wirken, aber Vorsicht bei empfindlicher Haut

Die richtige Sitzposition auf der Toilette

Auch die Art, wie du auf der Toilette sitzt, beeinflusst die Belastung der Hämorrhoiden:

  • Erhöhte Fußposition: Stelle einen kleinen Hocker unter die Füße, sodass deine Knie höher als deine Hüften sind. Diese Position öffnet den Enddarm und erleichtert die Darmentleerung.
  • Nicht pressen: Gib dir Zeit und presse nicht stark. Wenn es nicht klappt, stehe lieber auf und versuche es später noch einmal.
  • Nicht zu lange sitzen: Vermeide es, lange auf der Toilette zu sitzen (z.B. mit dem Handy). Das erhöht den Druck auf die Hämorrhoiden.

Bewegung und Beckenbodentraining

Sobald du dich nach der Geburt wieder bewegen darfst, sind leichte Aktivitäten hilfreich:

  • Spaziergänge: Regen die Darmtätigkeit an und fördern die Durchblutung
  • Rückbildungsgymnastik: Stärkt den Beckenboden und verbessert die Durchblutung im Beckenbereich
  • Vermeidung von langem Sitzen oder Stehen: Wechsle regelmäßig die Position
  • Keine schweren Lasten: Vermeide schweres Heben in den ersten Wochen nach der Geburt

🛡️ Hämorrhoiden vorbeugen – auch bei weiteren Schwangerschaften

Wenn du bereits Hämorrhoiden nach der Geburt hattest oder vorbeugend aktiv werden möchtest, gibt es einige wirksame Maßnahmen. Besonders wichtig ist dies, wenn du planst, weitere Kinder zu bekommen:

Vorbeugung in der Schwangerschaft

  • Früh mit Stuhlregulierung beginnen: Achte schon ab dem ersten Trimester auf weichen Stuhl und ausreichend Ballaststoffe
  • Gewicht im Blick behalten: Eine übermäßige Gewichtszunahme erhöht den Druck im Bauchraum
  • Beckenbodentraining: Stärke deinen Beckenboden schon während der Schwangerschaft
  • Kompressionsstrümpfe: Bei Venenproblemen können sie auch die Hämorrhoiden positiv beeinflussen
  • Regelmäßige Bewegung: Schwimmen, Yoga, Spaziergänge – was dir guttut

Vorbeugung während der Geburt

Einige Faktoren während der Geburt kannst du beeinflussen:

  • Geburtsvorbereitung: Lerne in einem Geburtsvorbereitungskurs die richtige Atemtechnik und effektives Pressen
  • Geburtspositionen: Aufrechte oder seitliche Positionen können den Druck auf den Beckenboden reduzieren
  • Geburtsbegleitung: Eine erfahrene Hebamme kann dich anleiten, effektiv zu pressen, ohne zu überanstrengen
  • Dammschutz: Warme Kompressen und Dammmassage während der Geburt schützen das Gewebe

Langfristige Vorbeugung nach der Geburt

  • Gesunde Ernährung beibehalten: Auch wenn die akuten Beschwerden weg sind, bleib bei ballaststoffreicher Kost
  • Ausreichend trinken: Besonders in der Stillzeit wichtig
  • Regelmäßige Bewegung: Integriere Sport in deinen Alltag mit Baby
  • Stressmanagement: Stress kann die Verdauung beeinflussen – gönn dir Auszeiten
  • Toilettengewohnheiten: Nimm dir Zeit, unterdrücke den Stuhldrang nicht, presse nicht

🔬 Diagnose: So werden Hämorrhoiden festgestellt

Wenn du wegen Beschwerden zum Arzt gehst, wird dieser verschiedene Untersuchungen durchführen, um die Diagnose zu sichern und andere Erkrankungen auszuschließen. Keine Sorge – die Untersuchung ist in der Regel nicht schmerzhaft und dauert nur wenige Minuten.

Das ärztliche Gespräch (Anamnese)

Zunächst wird dein Arzt dich ausführlich zu deinen Beschwerden befragen:

  • Seit wann bestehen die Symptome?
  • Welche Beschwerden hast du genau (Blutungen, Juckreiz, Schmerzen)?
  • Wie ist dein Stuhlgang (Konsistenz, Häufigkeit)?
  • Gab es Besonderheiten bei der Geburt?
  • Hattest du schon vor der Schwangerschaft Probleme?
  • Welche Maßnahmen hast du bereits ergriffen?

Die körperliche Untersuchung

Die Untersuchung erfolgt in Seitenlage oder in Knie-Ellenbogen-Lage:

  • Inspektion: Der Arzt betrachtet den Analbereich von außen, um sichtbare Veränderungen, Schwellungen oder Hautreizungen zu erkennen.
  • Austastung (digitale rektale Untersuchung): Mit einem behandschuhten, eingecremten Finger tastet der Arzt vorsichtig den Analkanal ab. So können Hämorrhoiden, Verhärtungen oder andere Auffälligkeiten ertastet werden.
  • Proktoskopie: Mit einem kurzen, röhrenförmigen Instrument (Proktoskop) wird der Analkanal beleuchtet und betrachtet. So lassen sich auch innere Hämorrhoiden sicher erkennen.
  • Rektoskopie: Bei Bedarf wird mit einem längeren Instrument auch der untere Teil des Enddarms untersucht.

Weiterführende Untersuchungen

In bestimmten Fällen können weitere Untersuchungen notwendig sein:

  • Darmspiegelung (Koloskopie): Wenn andere Ursachen für Blutungen ausgeschlossen werden müssen oder wenn du über 50 Jahre alt bist
  • Ultraschall: Zur Beurteilung von Abszessen oder anderen Strukturen
  • Blutuntersuchung: Bei stärkeren Blutungen zur Kontrolle der Blutwerte

Die meisten dieser Untersuchungen sind im Wochenbett problemlos möglich. Teile deinem Arzt mit, dass du gerade entbunden hast und eventuell noch Geburtsverletzungen hast, damit er besonders vorsichtig vorgeht.

🤱 Besonderheiten beim Stillen

Viele Mütter fragen sich, ob Hämorrhoiden und ihre Behandlung das Stillen beeinflussen. Hier die wichtigsten Informationen:

Medikamente in der Stillzeit

Die meisten lokal angewendeten Hämorrhoidenmittel sind in der Stillzeit unbedenklich, da sie kaum in den Blutkreislauf und damit in die Muttermilch gelangen. Dennoch solltest du immer deinen Arzt oder Apotheker fragen und auf die Packungsbeilage achten:

  • Unbedenklich: Hamamelis, Zink, Panthenol, Sitzbäder
  • Kurzzeitig erlaubt: Lokalanästhetika wie Lidocain, niedrig dosiertes Kortison
  • Vorsicht: Einige ätherische Öle können die Milchbildung beeinflussen
  • Systemische Medikamente: Ibuprofen und Paracetamol sind stillverträglich

Flüssigkeitsbedarf beim Stillen

Das Stillen erhöht deinen Flüssigkeitsbedarf erheblich. Achte darauf, mindestens 2,5–3 Liter täglich zu trinken, um sowohl die Milchproduktion als auch einen weichen Stuhl zu gewährleisten. Stelle dir am besten bei jeder Stillmahlzeit ein Glas Wasser bereit.

Stillpositionen bei Hämorrhoiden-Beschwerden

Wenn Sitzen schmerzhaft ist, probiere diese Stillpositionen:

  • Im Liegen stillen: In Seitenlage entlastest du den Analbereich komplett
  • Im Stehen oder Gehen: Manche Babys trinken auch beim Umhergehen
  • Auf einem weichen Kissen: Ein Sitzkissen mit Aussparung (Ringkissen) kann das Sitzen erträglicher machen
  • Rückenlage mit erhöhtem Oberkörper: Das Baby liegt auf deinem Bauch, du lehnst dich zurück

❓ Häufige Fragen zu Hämorrhoiden nach der Geburt

Wie lange dauert es, bis Hämorrhoiden nach der Geburt verschwinden?

Die meisten Hämorrhoiden, die während der Schwangerschaft oder Geburt entstanden sind, bilden sich innerhalb von 4–6 Wochen nach der Entbindung von selbst zurück oder verbessern sich deutlich. Bei konsequenter Behandlung mit Stuhlregulierung, Sitzbädern und Salben kann die Heilung beschleunigt werden. Hämorrhoiden höheren Grades oder thrombosierte Hämorrhoiden können länger bestehen und benötigen möglicherweise eine ärztliche Behandlung. Wenn nach 6–8 Wochen keine deutliche Besserung eingetreten ist, solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Können Hämorrhoiden nach der Geburt von selbst heilen?

Ja, leichte Hämorrhoiden (Grad I und II) heilen in vielen Fällen von selbst aus, sobald der Geburtsdruck nachlässt und sich die Hormone normalisieren. Wichtig ist jedoch, dass du die Heilung durch die richtigen Maßnahmen unterstützt: weicher Stuhl, keine Verstopfung, gute Hygiene und Vermeidung von langem Sitzen oder Pressen. Ohne diese unterstützenden Maßnahmen können die Beschwerden bestehen bleiben oder sich sogar verschlimmern. Bei höhergradigen Hämorrhoiden ist eine Selbstheilung unwahrscheinlich, hier ist eine ärztliche Behandlung notwendig.

Sind Hämorrhoiden nach der Geburt gefährlich?

Hämorrhoiden nach der Geburt sind in der Regel nicht gefährlich, aber sie können sehr unangenehm sein und die Lebensqualität beeinträchtigen. In seltenen Fällen können Komplikationen auftreten: starke Blutungen können zu Blutarmut führen, thrombosierte Hämorrhoiden verursachen starke Schmerzen, und bei Entzündungen kann sich ein Abszess bilden. Zudem ist es wichtig, andere ernstere Erkrankungen auszuschließen, die ähnliche Symptome verursachen können (z.B. Darmpolypen, entzündliche Darmerkrankungen oder in seltenen Fällen Darmkrebs). Deshalb solltest du bei anhaltenden oder starken Beschwerden immer ärztlichen Rat einholen.

Kann ich mit Hämorrhoiden normal auf die Toilette gehen?

Ja, du kannst und sollst normal auf die Toilette gehen. Wichtig ist, dass du nicht stark presst und dir Zeit lässt. Wenn der Stuhl zu hart ist, nutze die oben genannten Maßnahmen zur Stuhlregulierung. Die erhöhte Fußposition (mit einem Hocker) kann die Darmentleerung erleichtern. Nach dem Stuhlgang reinige dich sanft mit Wasser statt mit Toilettenpapier zu reiben. Wenn der Toilettengang sehr schmerzhaft ist, sprich mit deinem Arzt über schmerzlindernde Salben oder Zäpfchen. Vermeide es auf jeden Fall, den Stuhlgang aus Angst vor Schmerzen hinauszuzögern – das macht den Stuhl nur härter und die Beschwerden schlimmer.

Bekomme ich bei der nächsten Schwangerschaft wieder Hämorrhoiden?

Wenn du einmal Hämorrhoiden hattest, ist das Risiko erhöht, dass sie bei einer weiteren Schwangerschaft wieder auftreten. Allerdings kannst du durch vorbeugende Maßnahmen das Risiko deutlich senken: Achte von Anfang an auf weichen Stuhl, ausreichend Bewegung, gesunde Ernährung und Beckenbodentraining. Viele Frauen, die beim ersten Kind Probleme hatten, kommen bei weiteren Schwangerschaften besser zurecht, weil sie wissen, worauf sie achten müssen. Sprich mit deiner Hebamme oder deinem Arzt über deine Vorgeschichte, damit ihr gemeinsam einen Präventionsplan entwickeln könnt. Auch die Wahl der Geburtsposition und eine gute Geburtsbegleitung können helfen, die Belastung zu reduzieren.

Darf ich mit Hämorrhoiden Sport machen?

Leichte bis moderate Bewegung ist sogar sehr empfehlenswert, da sie die Darmtätigkeit anregt und die Durchblutung fördert. Geeignet sind Spaziergänge, Schwimmen, Yoga, Pilates und Rückbildungsgymnastik. Vermeide jedoch in der akuten Phase schweres Heben, intensives Krafttraining und Sportarten, die starken Druck auf den Beckenboden ausüben (z.B. Reiten, Radfahren auf hartem Sattel). Auch Sportarten mit starken Erschütterungen (Joggen, Trampolinspringen) solltest du erst wieder aufnehmen, wenn die Beschwerden abgeklungen sind. Höre auf deinen Körper und steigere die Belastung langsam. Nach einer Geburt ist ohnehin erst einmal Rückbildung angesagt, bevor du mit intensiverem Sport beginnst.

💡 Zusammenfassung: Dein Weg zu schneller Linderung

Hämorrhoiden nach der Geburt sind unangenehm, aber in den meisten Fällen gut behandelbar und vorübergehend. Die wichtigsten Punkte noch einmal zusammengefasst:

  • Stuhlregulierung ist das A und O: Weicher Stuhl durch Ballaststoffe, viel Trinken und Bewegung verhindert weiteres Pressen und fördert die Heilung.
  • Sanfte Pflege: Reinigung mit Wasser, Sitzbäder und geeignete Salben lindern die Symptome effektiv.
  • Keine falsche Scham: Sprich offen mit deiner Hebamme oder deinem Arzt über die Beschwerden – sie können dir schnell und unkompliziert helfen.
  • Geduld haben: Die meisten Hämorrhoiden bilden sich innerhalb von 4–6 Wochen zurück, wenn du die richtigen Maßnahmen ergreifst.
  • Bei Warnsignalen zum Arzt: Starke Blutungen, anhaltende Schmerzen oder Fieber erfordern eine ärztliche Abklärung.
  • Vorbeugung für die Zukunft: Gesunde Lebensgewohnheiten schützen dich auch bei weiteren Schwangerschaften.

Du hast gerade eine enorme Leistung vollbracht, indem du ein Kind zur Welt gebracht hast. Dein Körper braucht jetzt Zeit, um zu heilen. Sei geduldig mit dir selbst und nimm dir die Zeit für die richtige Pflege. Mit den Informationen aus diesem Ratgeber bist du bestens gerüstet, um die Beschwerden schnell in den Griff zu bekommen und die Zeit mit deinem Baby unbeschwert genießen zu können.

Abschließender Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Unsicherheiten oder anhaltenden Beschwerden wende dich bitte immer an medizinisches Fachpersonal. Deine Gesundheit und dein Wohlbefinden sind wichtig – für dich und für dein Baby!

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

Mehr über Nadine →