Brustkrebs & Stillen – Schutz und Möglichkeiten
Auf einen Blick
- Stillen über mehr als 6 Monate kann das Brustkrebsrisiko statistisch signifikant senken
- Muttermilch enthält Lactalbumin, das Tumorzellen direkt bekämpft und abnormale Zellveränderungen verhindert
- Bei Brustkrebs während der Stillzeit unbedingt mit dem Arzt über individuelle Behandlungsmöglichkeiten sprechen
Stillen ist nicht nur wertvoll für dein Baby – es schützt auch dich selbst. Aktuelle Studien zeigen: Mütter, die länger stillen, haben ein deutlich geringeres Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Wie dieser natürliche Schutz funktioniert und was du wissen solltest, erfährst du hier.
🔍 Was die Forschung über Stillen und Brustkrebs sagt
Eine 2018 veröffentlichte Studie von Dr. Emilio González-Jiménez von der Universität Granada zeigt eindeutig: Stillen über einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten führt zu einer statistisch signifikanten Verringerung des Risikos für Brustkrebs – den häufigsten gynäkologischen Tumor bei jungen Frauen.
Das American Institute for Cancer Research (AICR) hat diese Ergebnisse bestätigt. Die Experten analysierten 18 Studien, von denen 13 belegten, dass das Brustkrebsrisiko durch Stillen verringert wird. Ein zusätzlicher Bonus: Gestillte Babys leiden mit zunehmendem Alter seltener an Übergewicht, was ihr Krebsrisiko im späteren Leben senken könnte.
Gut zu wissen: Ob diese Risikominderung auch für Frauen mit einer großen genetischen Anfälligkeit für Brustkrebs gilt, wird noch erforscht.
💪 Wie Stillen dich vor Brustkrebs schützt
Stillen schützt deinen Körper auf verschiedene Weise vor Krebs:
- Die ständige Milchproduktion schränkt die Fähigkeit der Brustzellen ein, abnormal zu wirken
- Stillen verzögert die Rückkehr der Menstruation und verändert die Reaktion deines Körpers auf Hormone wie Östrogen
- Der Verlust von Brustgewebe nach dem Stillen hilft, Zellen mit beschädigter oder veränderter DNA loszuwerden
- Die meisten Frauen haben während der Stillzeit weniger Menstruationszyklen, was zu einem niedrigeren Östrogenspiegel führt
- Viele Mütter nehmen während der Stillzeit nährstoffreichere Lebensmittel zu sich und leben gesünder
🌸 Das Wunder Lactalbumin
In der Muttermilch ist ein Proteinbestandteil enthalten, der Tumorzellen offensichtlich direkt bekämpft: Lactalbumin. Dieser Bestandteil der Milchproteine ist für die ordentliche Funktion und Stärke der Brust und des Gewebes verantwortlich und geht sofort gegen anormale Zellen vor.
Stillen ist ein natürlicher Schutzschild für dich und dein Baby. Wenn es dir möglich ist, nutze diese wunderbare Chance – dein Körper dankt es dir langfristig.
🍼 Wie lange solltest du stillen?
Die AICR empfiehlt jungen Müttern, bis zu sechs Monate ausschließlich zu stillen und dann die Ernährung deines Babys um andere Flüssigkeiten und Nahrungsmittel zu ergänzen. Je länger du stillst, desto größer der Schutzeffekt – sowohl für dich als auch für dein Kind.
Tipp: Sprich bei Problemen oder Beschwerden beim Stillen am besten mit deiner Hebamme oder deinem Arzt. Du solltest dabei unterstützt werden, über einen möglichst langen Zeitraum zu stillen.
Für dein Baby ist Stillen besonders wichtig, denn es bietet nicht nur wichtige Nährstoffe, sondern stärkt auch das Immunsystem und schützt vor Krankheiten. Darüber hinaus unterstützt das Stillen den Bindungsprozess zwischen dir und deinem Kind.
🏥 Brustkrebs während der Stillzeit – was nun?
Auch wenn das Risiko geringer ist: Brustkrebs kann sich auch während des Stillens bilden. Wenn du einen Knoten in deiner Brust bemerkst, solltest du unbedingt sofort einen Arzt aufsuchen.
Achtung: Stelle das Stillen niemals über deine eigene Gesundheit. Bei Verdacht auf Brustkrebs ist eine schnelle Diagnose und Behandlung entscheidend.
Stillen trotz Brustkrebs-Diagnose?
Obwohl das Stillen wichtig ist, lohnt es sich nicht, dein Leben zu gefährden. Leidest du unter Brustkrebs und möchtest trotzdem stillen, sprich mit deinem Arzt über die Möglichkeiten und eine passende Behandlung.
In vielen Fällen gibt es außer einer möglichen Operation (Mastektomie oder Biopsie) keine anderen Behandlungen, die ein Weiterstillen ermöglichen. Einige Ärzte schlagen vor, das Stillen vor einer Operation abzubrechen, um Infektionen zu vermeiden und die Durchblutung sowie Entzündungen der Brüste zu reduzieren.
🌸 Stillen nach einer Brustkrebs-Operation
Ob du nach einer Operation stillen kannst, hängt stark von deiner individuellen Krebserkrankung ab. Dein Arzt muss berücksichtigen, welcher Teil der Brust von Krebs befallen ist und ob die Brust noch Milch produzieren könnte.
Obwohl es offizielle Richtlinien gibt, die auf Basis neuester Studien basieren, ist es wichtig, mit deinem Mediziner über die Möglichkeiten zu sprechen, um auf die Besonderheiten deines Falls einzugehen.
Gut zu wissen: Wenn möglich sollte auf Chemotherapien und Bestrahlung während der Stillzeit verzichtet werden, da dies nicht nur Auswirkungen auf dich hat, sondern auch das Stillen des Säuglings verhindern kann.
✨ Fazit: Stillen als natürlicher Schutz
Frauen ohne Brustkrebserkrankung sollten, wenn es ihnen möglich ist, ihr Kind direkt nach der Schwangerschaft stillen und dies so lange wie möglich beibehalten. Die Risikofaktoren, irgendwann an Krebs zu erkranken, können für dich und dein gestilltes Kind minimiert werden.
Kinder, die als Säugling gestillt wurden, leiden auch im Alter nachweislich seltener unter Übergewicht und haben ein stärkeres Immunsystem. Die in der Milch enthaltenen Bestandteile verhindern anormale Veränderungen im Körper von Säugling und Mutter.
Bei einer Brustkrebserkrankung während der Schwangerschaft oder nach der Geburt gilt: Deine Gesundheit steht an erster Stelle. Es gibt Alternativen, um dein Baby mit den wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Arbeite gemeinsam mit deinem Arzt eine individuelle Therapie aus.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange muss ich stillen, um mein Brustkrebsrisiko zu senken?
Studien zeigen, dass Stillen über einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten zu einer statistisch signifikanten Verringerung des Brustkrebsrisikos führt. Je länger du stillst, desto größer der Schutzeffekt. Die AICR empfiehlt, bis zu sechs Monate ausschließlich zu stillen.
Kann ich während des Stillens trotzdem Brustkrebs bekommen?
Ja, auch wenn das Risiko geringer ist, kann sich Brustkrebs auch während des Stillens bilden. Wenn du einen Knoten in deiner Brust bemerkst, solltest du unbedingt sofort einen Arzt aufsuchen.
Kann ich mit Brustkrebs noch stillen?
Das hängt von deiner individuellen Situation ab. Sprich unbedingt mit deinem Arzt über die Möglichkeiten und eine passende Behandlung. In vielen Fällen ist Stillen während einer Krebsbehandlung nicht möglich, aber dein Arzt kann dich individuell beraten.
Ist Stillen nach einer Brustkrebs-Operation möglich?
Das hängt stark von der Art der Operation und davon ab, welcher Teil der Brust betroffen war. Dein Arzt ist dafür verantwortlich, festzustellen, ob die Brust noch Milch produzieren könnte. Besprich die Möglichkeiten individuell mit deinem Mediziner.
Was ist Lactalbumin und wie schützt es vor Krebs?
Lactalbumin ist ein Proteinbestandteil in der Muttermilch, der Tumorzellen direkt bekämpft und sofort gegen anormale Zellen vorgeht. Es ist für die ordentliche Funktion und Stärke der Brust und des Gewebes verantwortlich.
Was kann ich tun, wenn ich Probleme beim Stillen habe?
Sprich bei Problemen oder Beschwerden beim Stillen am besten mit deiner Hebamme oder deinem Arzt. Du solltest dabei unterstützt werden, über einen möglichst langen Zeitraum zu stillen – sowohl für deine Gesundheit als auch für die deines Babys.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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