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Milch abpumpen: Der ultimative Ratgeber für stillende Mamas

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner Aktualisiert am 21.08.2026 Lesezeit 21 Min.
Milch abpumpen: Dein kompletter Praxis-Guide ()

Das Abpumpen von Muttermilch ist für viele Mamas ein Thema, das früher oder später auf den Tisch kommt. Vielleicht planst du deinen Wiedereinstieg in den Job, möchtest deinem Partner die Möglichkeit geben, auch mal zu füttern, oder du hast Stillprobleme und möchtest trotzdem nicht auf die Vorteile von Muttermilch verzichten. Was auch immer dein Grund ist – Milch abpumpen ist eine wunderbare Möglichkeit, um Flexibilität zu gewinnen, ohne auf die Nähe und die Vorteile des Stillens verzichten zu müssen. Gleichzeitig wirft das Thema viele Fragen auf: Welche Pumpe ist die richtige? Wie oft sollte ich abpumpen? Wie bewahre ich die Milch auf? Und warum klappt es manchmal einfach nicht so, wie ich es mir vorstelle?

In diesem Ratgeber nehme ich dich an die Hand und beantworte alle wichtigen Fragen rund ums Abpumpen – ehrlich, praxisnah und mit dem Wissen aus unzähligen Gesprächen mit Hebammen und Mamas. Denn eins ist sicher: Mit der richtigen Technik, etwas Geduld und ein paar hilfreichen Tricks wird das Abpumpen für dich zur Routine, die dir den Alltag erleichtert statt erschwert.

Warum Milch abpumpen? Die häufigsten Gründe

Die Gründe, warum Mamas sich dazu entscheiden, Milch abzupumpen, sind so individuell wie jede Stillbeziehung selbst. Manche planen es von Anfang an, andere kommen eher ungeplant dazu. Hier sind die häufigsten Situationen, in denen das Abpumpen zur wertvollen Unterstützung wird:

Beruflicher Wiedereinstieg: Wenn du nach der Elternzeit wieder arbeiten gehst, möchtest du vielleicht trotzdem weiter stillen. Durch regelmäßiges Abpumpen kannst du deinem Baby auch in deiner Abwesenheit Muttermilch zur Verfügung stellen und gleichzeitig deine Milchproduktion aufrechterhalten.

Mehr Flexibilität im Alltag: Manchmal tut es einfach gut zu wissen, dass auch der Papa, die Oma oder eine andere Bezugsperson das Baby füttern kann. Das gibt dir die Freiheit, mal länger zu schlafen, einen Termin wahrzunehmen oder einfach Zeit für dich zu haben.

Milchproduktion anregen oder aufrechterhalten: Bei Frühchen, kranken Babys oder Stillproblemen kann Abpumpen helfen, die Milchbildung anzukurbeln oder am Laufen zuhalten, bis das direkte Stillen besser klappt.

Entlastung bei Milchstau oder Engorgement: Wenn deine Brüste prall und schmerzhaft sind, kann vorsichtiges Abpumpen Erleichterung schaffen – allerdings mit Bedacht, um die Produktion nicht zusätzlich anzuregen.

Medikamente oder medizinische Eingriffe: In manchen Situationen, in denen du vorübergehend nicht stillen kannst oder darfst, ermöglicht dir das Abpumpen, die Milchproduktion zu erhalten.

Handpumpe oder elektrische Milchpumpe: Was passt zu dir?

Die Wahl der richtigen Pumpe ist entscheidend dafür, wie angenehm und effizient das Abpumpen für dich wird. Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen Handpumpen, einfachen elektrischen Pumpen und elektrischen Doppelpumpen. Jede hat ihre Vor- und Nachteile.

Die Handpumpe

Eine Handpumpe ist kompakt, leise und braucht keinen Strom. Sie eignet sich hervorragend, wenn du nur gelegentlich abpumpen möchtest, unterwegs bist oder einfach eine flexible Backup-Lösung suchst. Der Nachteil: Das Abpumpen dauert länger und kann auf Dauer anstrengend für die Hand werden. Wenn du planst, regelmäßig größere Mengen abzupumpen, stößt eine Handpumpe schnell an ihre Grenzen.

Die elektrische Einzelpumpe

Elektrische Pumpen nehmen dir die manuelle Arbeit ab und ahmen durch verschiedene Programme den Saugrhythmus deines Babys nach. Eine Einzelpumpe pumpt jeweils eine Brust ab. Sie ist eine gute Wahl, wenn du regelmäßig, aber nicht täglich mehrfach abpumpen musst – zum Beispiel für gelegentliche Auszeiten oder einzelne Arbeitstage.

Die elektrische Doppelpumpe

Wenn du berufstätig bist, ausschließlich abpumpst oder einfach Zeit sparen möchtest, ist eine Doppelpumpe gold wert. Sie pumpt beide Brüste gleichzeitig ab, halbiert damit die Zeit und regt durch die beidseitige Stimulation oft auch die Milchproduktion besser an. Viele Mamas berichten, dass sie mit einer Doppelpumpe insgesamt mehr Milch gewinnen. Der Nachteil: Diese Pumpen sind teurer und etwas sperriger.

Worauf du beim Kauf achten solltest

  • Trichtergröße: Die Brusthauben (Trichter) müssen zu deiner Brustwarze passen. Ist der Trichter zu klein, kann es schmerzhaft werden und die Milch fließt nicht optimal. Zu groß ist ebenfalls ungünstig. Miss im Zweifel nach oder probiere verschiedene Größen aus.
  • Einstellbare Saugstärke: Jede Brust ist anders. Eine Pumpe mit mehreren Intensitätsstufen lässt sich besser an deine Bedürfnisse anpassen.
  • Stimulations- und Abpumpphasen: Gute Pumpen haben zwei Modi: eine schnelle Stimulationsphase (ahmt das erste Saugen des Babys nach) und eine langsamere Abpumpphase.
  • Leise Arbeitsweise: Wenn du im Büro oder nachts abpumpen möchtest, ist eine leise Pumpe angenehmer.
  • Einfache Reinigung: Weniger Einzelteile bedeuten weniger Aufwand. Achte darauf, dass sich die Pumpe leicht auseinandernehmen und reinigen lässt.

Ein Tipp aus der Praxis: Viele Krankenkassen bezuschussen oder übernehmen die Kosten für eine Milchpumpe, wenn eine medizinische Indikation vorliegt. Frag bei deiner Hebamme oder Krankenkasse nach – es lohnt sich!

Die richtige Technik: So pumpst du Milch effektiv ab

Die beste Pumpe nützt wenig, wenn die Technik nicht stimmt. Milch abpumpen ist ein bisschen wie Stillen – es braucht Übung, und der Milchspendereflex muss in Gang kommen. Hier sind die wichtigsten Schritte für erfolgreiches Abpumpen:

Vorbereitung ist alles

Such dir einen ruhigen, entspannten Ort. Stress und Hektik hemmen den Milchspendereflex. Viele Mamas schwören darauf, ein Foto ihres Babys anzuschauen, an seinem Geruch zu schnuppern (ein getragenes Body tut's auch) oder sich vorzustellen, wie das Baby trinkt. Das klingt vielleicht esoterisch, aber es funktioniert – denn Oxytocin, das Hormon, das die Milch fließen lässt, wird durch emotionale Nähe ausgeschüttet.

Wasche deine Hände gründlich und stelle sicher, dass alle Pumpenteile sauber sind. Die Brust selbst musst du vor dem Abpumpen nicht extra reinigen – klares Wasser reicht beim normalen Duschen völlig aus.

Die richtige Position

Setze dich bequem hin, lehn dich leicht nach vorne (das unterstützt den Milchfluss durch die Schwerkraft) und positioniere die Brusthaube mittig über der Brustwarze. Die Brustwarze sollte sich frei in der Mitte des Trichters bewegen können, ohne an den Seiten zu reiben. Wenn es schmerzt oder die Brustwarze anschwillt, ist der Trichter vermutlich zu klein.

Der Ablauf

  1. Stimulationsphase: Starte mit der schnellen, leichten Saugbewegung (meist ein eigenes Programm oder niedrige Stufe). Das imitiert das erste Saugen deines Babys und regt den Milchspendereflex an. Diese Phase dauert etwa 1-2 Minuten.
  2. Abpumpphase: Sobald die Milch zu fließen beginnt, wechselst du in den langsameren, kräftigeren Rhythmus. Jetzt wird die Milch effektiv abgepumpt.
  3. Saugstärke anpassen: Starte mit niedriger Intensität und steigere sie langsam, bis es sich effektiv, aber nicht schmerzhaft anfühlt. Mehr Saugkraft bedeutet nicht automatisch mehr Milch – im Gegenteil, zu viel Druck kann kontraproduktiv sein.
  4. Dauer: Pumpe pro Brust etwa 10-15 Minuten ab, bei Doppelpumpen entsprechend gleichzeitig. Auch wenn nach einigen Minuten keine Milch mehr kommt, lohnt es sich, noch 2-3 Minuten weiterzumachen – oft kommt noch ein zweiter Milchspendereflex.

Massage und Wärme

Eine sanfte Brustmassage vor und während des Abpumpens kann Wunder wirken. Streiche mit den Fingerspitzen von außen zur Brustwarze hin, kreise sanft um verhärtete Stellen oder schüttle die Brust leicht. Manche Mamas legen vor dem Pumpen ein warmes Tuch auf oder pumpen nach einer warmen Dusche ab – Wärme fördert den Milchfluss.

Wie oft und wann solltest du Milch abpumpen?

Die Häufigkeit hängt stark von deinem Ziel ab. Grundsätzlich gilt: Die Brust funktioniert nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. Je öfter Milch entnommen wird (durch Stillen oder Pumpen), desto mehr wird produziert.

Wenn du eine Stillmahlzeit ersetzt

Möchtest du beispielsweise eine Flasche für den nächsten Tag vorbereiten, pumpst du am besten zu der Zeit ab, zu der dein Baby normalerweise trinkt, oder direkt nach dem Stillen die restliche Milch ab. Viele Mamas pumpen morgens am meisten Milch ab, weil die Prolaktinwerte nachts am höchsten sind.

Wenn du ausschließlich abpumpst

Ersetzt du das Stillen komplett durchs Abpumpen, solltest du anfangs etwa alle 2-3 Stunden pumpen, auch nachts mindestens einmal. Das entspricht dem natürlichen Stillrhythmus eines Neugeborenen. Mit der Zeit kannst du die Abstände etwas vergrößern, aber plane mindestens 6-8 Pumpsessions in 24 Stunden ein, um die Milchproduktion aufrechtzuerhalten.

Wenn du die Milchmenge steigern möchtest

Zusätzliches Abpumpen nach dem Stillen oder eine extra Session am frühen Morgen (zwischen 2 und 6 Uhr sind die Prolaktinwerte am höchsten) kann die Milchproduktion ankurbeln. Auch Power-Pumping ist eine bewährte Methode: Dabei pumpst du innerhalb einer Stunde mehrmals in kurzen Intervallen ab – zum Beispiel 10 Minuten pumpen, 10 Minuten Pause, 10 Minuten pumpen, 10 Minuten Pause, 10 Minuten pumpen. Das simuliert einen Wachstumsschub und signalisiert deinem Körper, mehr Milch zu produzieren.

Ein realistischer Blick auf die Menge

Viele Mamas sind frustriert, weil sie beim Abpumpen weniger Milch gewinnen, als ihr Baby beim Stillen trinkt. Das ist völlig normal! Keine Pumpe ist so effektiv wie ein Baby. Außerdem schwankt die abgepumpte Menge je nach Tageszeit, Stresslevel und wie lange die letzte Mahlzeit her ist. Lass dich nicht entmutigen, wenn du anfangs nur kleine Mengen siehst – das bedeutet nicht, dass du zu wenig Milch hast.

Muttermilch aufbewahren: So bleibt sie sicher und frisch

Du hast erfolgreich abgepumpt – super! Jetzt ist es wichtig, die wertvolle Milch richtig zu lagern, damit alle Nährstoffe und Antikörper erhalten bleiben und dein Baby sie sicher trinken kann.

Die richtigen Behälter

Verwende spezielle Muttermilchbeutel oder Behälter aus Glas oder BPA-freiem Plastik mit dicht schließendem Deckel. Muttermilchbeutel sind praktisch, weil sie platzsparend sind und direkt beschriftet werden können. Beschrifte jeden Behälter mit Datum und Uhrzeit – das ist wichtig, um die älteste Milch zuerst zu verwenden.

Lagerungszeiten im Überblick

  • Bei Raumtemperatur (16-25°C): 4-6 Stunden (optimal sind 4 Stunden)
  • Im Kühlschrank (4°C oder kälter): 3-5 Tage (am besten im hinteren Bereich, nicht in der Tür)
  • Im Gefrierfach innerhalb des Kühlschranks: 2 Wochen
  • Im separaten Gefrierschrank (-18°C): 6-12 Monate

Diese Richtwerte gelten für gesunde, termingeborene Babys. Bei Frühchen oder kranken Kindern können strengere Regeln gelten – besprich das mit deinem Kinderarzt oder der Klinik.

Einfrieren und Auftauen

Friere Milch in kleinen Portionen ein (50-120 ml), damit du nicht unnötig viel auftauen musst. Lasse frisch abgepumpte Milch erst im Kühlschrank abkühlen, bevor du sie ins Gefrierfach stellst. Zum Auftauen stellst du die Milch am besten über Nacht in den Kühlschrank. Wenn es schneller gehen muss, halte den Beutel oder die Flasche unter lauwarmes Wasser.

Wichtig: Erwärme Muttermilch niemals in der Mikrowelle! Das zerstört wertvolle Inhaltsstoffe und kann zu gefährlichen Hotspots führen. Verwende stattdessen einen Flaschenwärmer oder ein warmes Wasserbad (maximal 37°C). Aufgetaute Milch hält sich im Kühlschrank noch etwa 24 Stunden und darf nicht wieder eingefroren werden. Reste aus der Flasche, die dein Baby nicht getrunken hat, solltest du innerhalb von 1-2 Stunden verwenden oder entsorgen.

Warum sieht meine Milch manchmal anders aus?

Muttermilch ist ein lebendiges Lebensmittel und kann sich in Farbe und Konsistenz verändern. Nach dem Stehen trennt sich das Fett ab und schwimmt oben – das ist völlig normal. Schwenke die Flasche sanft, um die Milch wieder zu vermischen. Die Farbe kann von bläulich-weiß über gelb bis leicht grünlich variieren, abhängig von deiner Ernährung. Auch ein leicht seifiger Geruch nach dem Auftauen ist normal und entsteht durch das Enzym Lipase, das Fette abbaut. Die Milch ist trotzdem sicher, solange sie nicht sauer riecht.

Hygiene beim Abpumpen: Sauber, aber nicht steril

Hygiene ist wichtig, aber du musst nicht übertreiben. Muttermilch enthält natürliche antibakterielle Eigenschaften, und ein gesundes Baby braucht keine sterilen Bedingungen.

Vor dem Pumpen

Wasche deine Hände gründlich mit Seife und warmem Wasser. Deine Brust muss nicht extra gereinigt werden – die natürlichen Hautöle und die Bakterienflora sind sogar wichtig für dein Baby. Verzichte auf Seife oder Desinfektionsmittel auf der Brustwarze.

Nach dem Pumpen

Spüle alle Teile, die mit Milch in Kontakt gekommen sind, sofort mit kaltem Wasser ab (das verhindert, dass Milcheiweiß sich festsetzt), und wasche sie dann mit heißem Wasser und Spülmittel oder in der Spülmaschine. Einmal täglich solltest du die Teile auskochen oder in einem Sterilisator behandeln – vor allem in den ersten Lebensmonaten deines Babys. Lass alles gut trocknen, bevor du es wieder zusammenbaust.

Unterwegs

Wenn du unterwegs abpumpst, kannst du die Pumpenteile in einem verschließbaren Beutel im Kühlschrank aufbewahren und erst zu Hause gründlich reinigen. Oder du nimmst ein zweites Set mit. Manche Mamas nutzen auch Mikrowellen-Sterilisationsbeutel für unterwegs.

Wenn es nicht klappt: Troubleshooting beim Milch abpumpen

Manchmal läuft beim Abpumpen nicht alles rund. Das ist frustrierend, aber meistens gibt es eine Lösung. Hier sind die häufigsten Probleme und was du dagegen tun kannst:

Es kommt kaum oder keine Milch

Das liegt oft daran, dass der Milchspendereflex nicht ausgelöst wird. Versuche, dich mehr zu entspannen, schaue Fotos oder Videos deines Babys an, höre beruhigende Musik oder probiere Wärme und Massage aus. Manchmal hilft es auch, die Pumpe zu wechseln oder eine andere Trichtergröße zu verwenden. Wenn du gestresst bist, produziert dein Körper Adrenalin, das Oxytocin blockiert – und ohne Oxytocin fließt die Milch nicht.

Abpumpen tut weh

Schmerzen sind ein Alarmsignal. Überprüfe, ob der Trichter richtig sitzt und die passende Größe hat. Reduziere die Saugstärke – stärker ist nicht besser! Wenn die Brustwarze anschwillt, im Trichter reibt oder sich verfärbt, ist definitiv etwas nicht in Ordnung. Wunde Brustwarzen können auch durch zu langes Pumpen entstehen. Gönn dir eine Pause, pflege die Brustwarzen mit Lanolin oder Muttermilch und taste dich langsam wieder heran.

Die Milchmenge sinkt

Das kann verschiedene Ursachen haben: Stress, zu wenig Flüssigkeit, zu große Abstände zwischen den Pumpsessions, hormonelle Veränderungen (z.B. die Periode) oder einfach Erschöpfung. Erhöhe vorübergehend die Pumpfrequenz, achte auf ausreichend Ruhe und Trinken, und versuche Power-Pumping. Wenn die Menge dauerhaft sinkt, obwohl du alles richtig machst, sprich mit deiner Hebamme oder einer Stillberaterin.

Milchstau oder verstopfte Milchgänge

Wenn du beim Abpumpen verhärtete, schmerzhafte Stellen in der Brust bemerkst, könnte ein Milchstau dahinterstecken. Wärme vor dem Pumpen, massiere die betroffene Stelle sanft in Richtung Brustwarze und pumpe häufiger ab. Kühle nach dem Pumpen. Wenn Fieber, Rötung oder starke Schmerzen dazukommen, könnte es eine Brustentzündung (Mastitis) sein – dann ab zum Arzt!

Das Baby verweigert die Flasche

Manche Babys tun sich schwer mit dem Wechsel zwischen Brust und Flasche. Lass in diesem Fall jemand anderen die Flasche geben (nicht du – dein Baby riecht dich und will die Brust!). Probiere verschiedene Sauger aus, versuche es, wenn das Baby nicht zu hungrig ist, und hab Geduld. Manche Babys brauchen mehrere Anläufe.

Milch abpumpen und Beruf: So klappt der Alltag

Der Wiedereinstieg in den Job ist für viele stillende Mamas eine Herausforderung. Mit guter Planung und ein bisschen Routine lassen sich Stillen, Abpumpen und Arbeiten aber gut vereinbaren.

Deine Rechte kennen

In Deutschland haben stillende Mütter gesetzlichen Anspruch auf Stillpausen: mindestens zweimal täglich eine halbe Stunde oder einmal täglich eine Stunde. Diese Zeit darf nicht von deiner regulären Pause abgezogen werden und muss bezahlt werden. Dein Arbeitgeber muss dir außerdem einen geeigneten Raum zur Verfügung stellen – nicht die Toilette!

Praktische Organisation

Plane deine Pumpzeiten fest in deinen Arbeitstag ein und kommuniziere sie klar. Pack dir eine Pumptasche mit allem, was du brauchst: Pumpe, Ersatzbatterien oder Ladekabel, Aufbewahrungsbehälter, Kühlakku und Kühltasche, eventuell ein Foto deines Babys, ein Tuch zur Abdeckung und Snacks sowie Wasser für dich. Wenn möglich, richte dir einen festen Platz ein, an dem du ungestört bist.

Viele Mamas pumpen morgens vor der Arbeit, ein- bis zweimal während der Arbeit und abends zu Hause noch einmal ab. Die abgepumpte Milch bewahrst du gekühlt auf und transportierst sie in der Kühltasche nach Hause.

Gelassen bleiben

Die ersten Wochen können holprig sein. Vielleicht klappt das Abpumpen am Arbeitsplatz nicht sofort, oder die Milchmenge schwankt. Gib dir und deinem Körper Zeit, sich an den neuen Rhythmus zu gewöhnen. Und denk daran: Auch wenn du nicht die volle Milchmenge abpumpen kannst, ist jeder Tropfen Muttermilch wertvoll. Kombiniertes Füttern (Muttermilch plus Pre-Nahrung) ist völlig in Ordnung und kein Versagen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis ich routiniert Milch abpumpen kann?

Wie beim Stillen braucht auch das Abpumpen Übung. Die meisten Mamas berichten, dass es nach etwa einer Woche regelmäßigen Abpumpens deutlich einfacher wird. Dein Körper lernt, auf die Pumpe zu reagieren, und du findest heraus, welche Einstellungen und Techniken für dich am besten funktionieren. Gib dir mindestens zwei Wochen Zeit, bevor du entscheidest, ob eine Methode oder Pumpe für dich funktioniert.

Kann ich Milch von verschiedenen Pumpsessions mischen?

Ja, das ist möglich. Kühle frisch abgepumpte Milch erst im Kühlschrank ab, bevor du sie zu bereits gekühlter Milch gibst – so vermeidest du, dass die kalte Milch durch warme erwärmt wird. Milch aus verschiedenen Tagen solltest du mit dem Datum der ältesten Portion beschriften. Mische keine frische mit aufgetauter Milch.

Muss ich nachts abpumpen, wenn mein Baby durchschläft?

Das hängt von deinem Ziel und der Situation ab. Wenn dein Baby nachts durchschläft und du tagsüber ausreichend stillst, musst du normalerweise nicht extra nachts abpumpen. Wenn du aber ausschließlich abpumpst oder die Milchmenge steigern möchtest, ist mindestens eine nächtliche Session sinnvoll, da die Prolaktinwerte nachts am höchsten sind. Hör auf deinen Körper: Wenn deine Brüste nachts sehr voll und unangenehm werden, kann eine Entlastung durch Abpumpen sinnvoll sein.

Wie viel Milch sollte ich pro Pumpsession abpumpen können?

Das ist sehr individuell und hängt von vielen Faktoren ab: Tageszeit, wie lange die letzte Mahlzeit her ist, dein Stresslevel und wie gut dein Körper auf die Pumpe reagiert. Typischerweise pumpen Mamas zwischen 60 und 150 ml pro Session ab, manche mehr, manche weniger. Morgens ist die Menge meist größer. Wichtig: Die abgepumpte Menge sagt nichts darüber aus, wie viel Milch du insgesamt hast – Babys sind effizienter als jede Pumpe.

Verändert regelmäßiges Abpumpen meine Brust?

Abpumpen selbst verändert die Brust nicht mehr oder weniger als Stillen. Die Veränderungen, die während Schwangerschaft und Stillzeit auftreten (Größenzunahme, später eventuell Erschlaffung), sind hormonell bedingt und individuell unterschiedlich. Achte darauf, dass die Brusthaube richtig passt und die Saugstärke nicht zu hoch ist, um Irritationen zu vermeiden.

Kann ich gleichzeitig stillen und abpumpen?

Ja, viele Mamas kombinieren beides erfolgreich. Du kannst beispielsweise tagsüber stillen und abends oder morgens zusätzlich abpumpen, um einen Vorrat anzulegen. Oder du stillst, wenn du zu Hause bist, und pumpst ab, wenn du arbeitest. Dein Körper passt sich der Nachfrage an. Achte nur darauf, dass dein Baby weiterhin effektiv an der Brust trinkt und ihr eure Stillbeziehung genießen könnt.

Fazit

Milch abpumpen ist eine wunderbare Möglichkeit, die Vorteile von Muttermilch mit mehr Flexibilität zu verbinden. Ob du aus beruflichen Gründen abpumpst, dir mehr Freiräume schaffen möchtest oder bei Stillproblemen Unterstützung brauchst – mit der richtigen Technik, etwas Geduld und einer Pumpe, die zu dir passt, wird das Abpumpen zur machbaren Routine. Vergiss nicht: Es ist normal, dass nicht alles sofort perfekt klappt. Dein Körper braucht Zeit, um sich an die Pumpe zu gewöhnen, und jede Mama-Baby-Kombination ist einzigartig. Sei nachsichtig mit dir, hol dir Unterstützung, wenn du sie brauchst, und vertraue darauf, dass du den für euch passenden Weg findest. Du machst das großartig!

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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