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Fieber beim Baby – Gründe erkennen und richtig behandeln

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 10.05.2026 Lesezeit 15 Min.
Fieber beim Baby – Gründe erkennen und richtig behandeln

Auf einen Blick

  • Ab 38,5 °C spricht man bei Babys von Fieber – bei Säuglingen unter 3 Monaten bereits ab 38,0 °C
  • Fieber ist eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers gegen Viren und Bakterien
  • Bei hohem Fieber (ab 39 °C) solltest Du immer den Kinderarzt kontaktieren

Wenn Dein Baby plötzlich heiße Wangen hat und sich die Stirn warm anfühlt, schrillen bei vielen Eltern die Alarmglocken. Fieber kann verunsichern – besonders, wenn es das erste Mal auftritt. Dabei ist es meist eine ganz normale Reaktion des kleinen Körpers. Wichtig ist, dass Du die Signale richtig deutest und weißt, wann Du handeln solltest.

🌡️ Was passiert im Körper bei Fieber?

Fieber kann in jedem Lebensalter eintreten und wird am häufigsten mit der Grippe oder einem grippalen Infekt verbunden. Wenn die Körpertemperatur auch im späteren Kindesalter oder bei Erwachsenen steigt, wissen viele Betroffene nicht, warum ihr Körper überhaupt so reagiert.

Der Grund ist einfach: Der Körper mobilisiert seine Abwehrkräfte. Fast immer ist ein Erreger wie ein Virus oder Bakterium eingedrungen und stellt eine akute Gefahr für den Organismus dar. Die meisten dieser Erreger können sich bei hohen Temperaturen nicht so gut vermehren. Dies nutzt das menschliche Immunsystem mit der Erfahrung der Evolution aus. Die Körpertemperatur wird bewusst erhöht, um Viren oder Bakterien zu bekämpfen und im Idealfall schnell absterben zu lassen.

Fieber ist also eigentlich etwas Gutes. Zum Problem wird Fieber, wenn die Temperatur zu hoch steigt und der gesamte Organismus hierunter leidet. Der empfindliche Körper eines Babys ist hiervon besonders betroffen, weshalb Du als Mama steigende Temperaturen bei Babys und Kleinkindern sehr ernst nehmen solltest.

Gut zu wissen: Fieber trainiert das Immunsystem Deines Babys. Deshalb ist es nicht immer sinnvoll, jedes Fieber sofort zu senken – solange es im kontrollierbaren Bereich bleibt.

📊 Ab wann liegt Fieber vor? Die Temperatur-Skala

Die menschliche Körpertemperatur unterliegt täglichen Schwankungen. So erreicht der Körper im Regelfall wenige Stunden vor dem Aufwachen das Minimum des Tages. Genauso wissen Erwachsene und Kinder mit einem grippalen Infekt, dass sie sich in den Abendstunden besonders „heiß" anfühlen. Es gibt also keine konstante Idealtemperatur, die zu jedem Zeitpunkt des Tages vorliegen sollte.

Im Falle von Babys und Kleinkindern hilft Dir unsere Skala, um Fieber von anderen Temperaturen des kindlichen Körpers zu unterscheiden:

Normaltemperatur ab 36,5 °C

Unterhalb von 36,5 °C, die in den Morgenstunden gemessen werden, liegt eine Untertemperatur vor. Ab dieser Grenze liegt die Körpertemperatur Deines Babys im Normalbereich und Du musst Dir keine Sorgen machen. In den Abendstunden kann die Normaltemperatur bis an die 37,0 °C heranreichen.

Erhöhte Temperatur ab 37,5 °C

Ab einem Grad mehr ist von einer erhöhten Temperatur auszugehen. Hier gilt es, aufmerksam zu bleiben und dem Baby ausreichend Ruhe und Erholung zu gönnen. Auch genügend Flüssigkeit ist wichtig, um dem Immunsystem des kindlichen Körpers zusätzlich zu helfen. Miss zudem in regelmäßigen Abständen Veränderungen der Temperatur.

Fieber ab 38,5 °C

Liegt die Temperatur mehr als zwei Grad oberhalb der Normaltemperatur, wird von Fieber gesprochen. Dieses ist ernstzunehmen, Kinder in jedem Alter sollten hier Bettruhe erhalten. Trinken ist hier besonders wichtig, genauso wie eine geregelte Nahrungsaufnahme. Je nach weiteren Symptomen ist der Kontakt zum Kinderarzt sinnvoll.

Hohes Fieber ab 39,0 °C

Hohes Fieber ist auf jeden Fall etwas für den Kinderarzt. Offensichtlich kämpft das Immunsystem Deines Babys oder Kindes mit einem Erreger und ist neben viel Flüssigkeit auf eine medikamentöse Unterstützung angewiesen. Auch Hausmittel wie Wadenwickel helfen, die Temperatur von außen etwas zu kontrollieren und den Körper vor dem gefürchteten Überhitzen zu schützen.

Achtung: Bei Säuglingen unter 3 Monaten gilt bereits ab 38,0 °C erhöhte Vorsicht. Der kleine Körper ist noch sehr empfindlich – kontaktiere hier lieber früher als später den Kinderarzt.

👀 Weitere Symptome richtig deuten

Wie Eltern aus Erfahrung wissen, kommt Fieber nur selten ohne weitere Symptome daher. In solchen Fällen hat ein Kleinkind vielleicht den ganzen Tag über herumgetollt und ist erhitzt, ohne dass es ihm schlecht geht. Bei einem Baby geht ein Fieber fast ausnahmslos mit weiteren Symptomen einher, unter denen Dein Sprössling ganz offensichtlich leidet. Typische Begleitsymptome sind:

  • Dein Baby ist müde und unruhig
  • Das Baby hat Schnupfen und Husten
  • Die Schleimhäute sind gerötet oder entzündet
  • Das Baby erbricht sich oder hat Magen-Darm-Probleme

In vielen Fällen liegt ein einfacher, grippaler Infekt vor. Das gute Immunsystem eines Erwachsenen wird mit diesem Angriff mühelos fertig. Bei einem Baby hat sich das Immunsystem als körpereigene Abwehr jedoch noch nicht so gut aufgebaut. Deshalb ist es wichtig, selbst eine „einfache Erkältung" bei Babys und Kleinkindern ernstzunehmen und frühzeitig eine Hilfe vom Hausmittel bis zum Medikament anzubieten.

Ich erinnere mich noch gut an das erste Fieber meiner Tochter – ich war völlig verunsichert. Heute weiß ich: Ruhe bewahren, regelmäßig messen und auf mein Bauchgefühl hören. Das hilft mehr als jede Panik.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

⚠️ Warum hohes Fieber gefährlich werden kann

Oben haben wir Dir schon aufgezeigt, dass Fieber grundsätzlich nichts Schlechtes ist. Es ist eine natürliche Reaktion des Körpers, um die Ausbreitung von Viren und Bakterien zu verhindern. Aus diesem Grund ist es sogar sinnvoll, den Körper von Babys und Kleinkindern bei einer Infektion etwas erhitzen zu lassen. So lassen sich die natürlichen Abwehrkräfte des Kindes trainieren und ein Immunsystem aufbauen, von dem der Säugling sein ganzes späteres Leben profitieren wird.

Zu hohe Temperaturen sorgen jedoch für das Gegenteil: eine Schädigung des Körpers. Herrscht hohes Fieber vor und steigt sogar deutlich über 39,0 °C an, können nicht nur Erreger sprichwörtlich „verbrennen". Auch körpereigene Zellen nehmen bei sehr hohen Temperaturen Schaden. Dies gilt übrigens auch im späteren Leben bei einem Sonnenstich, wenn Kinder und Erwachsene zu lange in der Hitze waren.

Das Nervensystem und Zellen Deines Körpers nehmen durch hohe Fiebertemperaturen Schaden. Besonders schlimm ist dies natürlich, wenn es sich um Zellen des Gehirns handelt. Da sich Kopf und Körper des Babys noch in der Entwicklung empfinden, wäre eine dauerhafte Schädigung dieser Art besonders gravierend. Tu deshalb alles dafür, um ein hohes Fieber möglichst schnell und effektiv zu bekämpfen.

🌡️ Fieber richtig messen – so geht's

Bislang haben wir viel darüber geredet, wie Du am besten auf eine erhöhte Temperatur oder ein Fieber Deines Babys reagierst. Doch woher weißt Du eigentlich, welche Körpertemperatur genau bei Deinem kleinen Liebling vorherrscht? Eine präzise Messung der Temperatur ist wichtig, wobei es verschiedene Methoden und Körperzonen gibt.

Die Zeiten des klassischen Quecksilber-Thermometers sind glücklicherweise vorbei. Viele Experten raten, die Messung nicht im Mundraum durchzuführen, diese Methode ist für ältere Kinder besser geeignet. Um Fieber beim Kind richtig zu messen, kann die rektale Messung mit einem Digitalthermometer im Po erfolgen.

Mess-Alternativen: Stirn oder Ohr?

Noch bequemer und ebenfalls sehr sicher ist die Messung mit einem Stirn-Thermometer. Dieses lässt sich einfach und bequem auf die Stirn des Kindes auflegen, was die Fiebermessung für alle Beteiligten sehr angenehm macht. Thermometer dieser Art sind vergleichsweise günstig und können über die gesamte Kindheit hinweg genutzt werden.

Häufig beworben werden außerdem digitale Thermometer, die binnen einer Sekunde im Ohr des Kindes die Temperatur messen. Für eine grobe Einschätzung, ob eine normale Temperatur oder ein Fieber vorliegt, ist diese Variante ebenfalls geeignet. Allerdings können Faktoren wie Ohrenschmalz das Messergebnis beeinflussen. Das Auflegen spezieller Messstreifen auf die Stirn oder die rektale Messung sind deshalb eher anzuraten.

Tipp: Miss immer zur gleichen Tageszeit, um Schwankungen besser vergleichen zu können. Notiere Dir die Werte – das hilft auch dem Kinderarzt bei der Einschätzung.

💊 Welche Medikamente sind geeignet?

Die richtigen Präparate für die Behandlung Deines Babys hängen von den weiteren Symptomen des Fiebers ab. In vielen Fällen geht das Fieber mit einem grippalen Infekt einher, weshalb auch Medikamente zur Bekämpfung von Husten und Schnupfen eingenommen werden sollten.

Um das Fieber zu senken, sind Wirkstoffe wie Ibuprofen oder Paracetamol grundsätzlich auch für Babys und Kleinkinder geeignet. Wichtig ist hier die Dosierung. Auf keinen Fall sollten nach dem Motto „viel hilft viel" Maßstäbe für Erwachsene angelegt werden. Dies bringt eher Probleme mit sich, als dass es der Heilung des Babys vom Fieber dient.

Sinnvolle Präparate sind beispielsweise Paracetamol 75mg Supp als Kindersaft. Diese sind mit ihrer Dosierung auf den kleinen Organismus abgestimmt und helfen, das Fieber schneller unter Kontrolle zu bringen. Von der Einnahme von Medikamenten auf Basis des Wirkstoffs Acetylsalicylsäure (ASS) wird im jüngsten Alter hingegen abgeraten.

Achtung: Sprich die Dosierung von Medikamenten immer mit Deinem Kinderarzt ab. Jedes Baby ist anders und braucht eine individuelle Behandlung.

💪 Was Du selbst tun kannst – praktische Hilfe

Die Einnahme und Dosierung von Medikamenten solltest Du im Regelfall mit Deinem Kinderarzt absprechen. Bestenfalls kommt es gar nicht erst zum hohen Fieber und Du kannst mit einfachen Mitteln des Alltags das Fieber unter Kontrolle bekommen. Wesentlich hierzu tragen einige Tipps bei, die Dir und dem Baby so manche Fiebernacht erträglicher machen:

Bettruhe

Der Körper erholt sich während des Schlafes am besten. Selbst wenn Dein Kind nicht sehr müde ist, hilft es dem Körper, sich im Bett zu entspannen und auf die Bekämpfung des Erregers zu konzentrieren. Achte deshalb auf ausreichend Bettruhe und gestalte diese bei etwas älteren Kindern mit Lesen, Spielen und anderen Aktivitäten so abwechslungsreich wie möglich.

Trinken

Wie schnell der Körper austrocknet, wissen auch Erwachsene von heißen Sommertagen her bestens. Dies gilt bei einem Fieber genauso, weshalb das Baby oder Kleinkind ausreichend trinken sollte. Der Körper der Mutter wird grundsätzlich genügend Muttermilch bilden, um auch einem erhöhten Bedarf nachzukommen. Hierbei nimmt das Kind noch zusätzliche Nährstoffe auf, die bei der Bekämpfung des Erregers helfen könnten.

Essen

Ist das Kleinkind bereits an feste Nahrung gewöhnt, sollte bei Fieber ausreichend gegessen werden. Auch hierbei geht es um die Zufuhr von genügend Nährstoffen, die dem Körper beim Kampf gegen den Erreger helfen. Die Nahrung sollte allerdings leicht verdaulich sein, schließlich hat der Organismus gerade schon genug mit dem Kampf gegen Viren und Bakterien zu tun.

Wäsche wechseln

Je nach Erreger kann sich dieser in der Bettwäsche oder Kleidung des Babys festsetzen. Ein häufiger Wechsel der Kleidung, genauso wie von Handtüchern und der Bettwäsche, ist in Zeiten akuten Fiebers dringend anzuraten. Ansonsten kann es passieren, dass sich das Kind nach einer Erholung oder Gesundung erneut ansteckt.

🌸 Das Drei-Tage-Fieber – eine Besonderheit

Nachdem wir hauptsächlich von Fieber mit einem grippalen Infekt als Ursache gesprochen haben, gehören natürlich auch klassische Kinderkrankheiten zu den Auslösern. Eine der bekanntesten ist das Drei-Tage-Fieber. Diese Fiebererkrankung verläuft im Regelfall harmlos und, wie es der Name bereits andeutet, sehr kurz.

Hervorgerufen wird das Drei-Tage-Fieber durch einen Herpesvirus. Nahezu jedes Baby oder Kleinkind erleidet in den ersten zwei bis drei Lebensjahren diese Fiebererkrankung. Oft hat Dein Kind Glück und es kommt zu einem harmlosen Verlauf. Im Idealfall bekommt sogar niemand etwas von dieser Fiebererkrankung mit. Markant für dieses Fieber sind zusätzliche, rötliche Flecken, die sich vor allem im Gesicht des Babys zeigen.

Hast Du einen Verdacht auf das Drei-Tage-Fieber und bleibt die Temperatur in einem überschaubaren Bereich, muss nicht zwingend der Kinderarzt besucht werden. Wie bei allen Erkrankungen gilt: Halte Deinen kleinen Schatz besonders gut im Auge und reagiere rechtzeitig, falls das Fieber erkennbar steigt.

🤰 Fieber in der Schwangerschaft

Noch bevor das Baby geboren ist, kann es bereits unter den Folgen einer Fiebererkrankung leiden. Gemeint ist ein grippaler Effekt oder eine andere Erkrankung der Mutter während der Schwangerschaft. Grundsätzlich sollten werdende Mütter darauf achten, sich von potenziellen Erregern fernzuhalten. Dies gilt speziell in den Herbst- und Wintermonaten, in denen sich Viren und Bakterien in größeren Menschenmengen und geschlossenen Räumen schneller ausbreiten.

Auch die Ernährung während der Schwangerschaft spielt eine Rolle. Wenn sich die werdende Mutter bewusst und ausgewogen ernährt, legt sie indirekt den Grundstein für die gute Entwicklung ihres Babys. Das Immunsystem baut sich zwar erst richtig nach der Geburt auf. Ein gestärkt im Mutterleib heranwachsendes Kind dürfte hier jedoch in vielen Fällen einen Vorsprung haben.

Ist ein Fieber bei der schwangeren Frau eingetreten, ist besonders auf Ruhe und Entspannung zu achten. Es lohnt sich, neben dem Hausarzt auch mit dem Frauenarzt über die Einnahme von Medikamenten zur Behandlung des Fiebers zu sprechen. So musst Du Dir als werdende Mutter wenig Gedanken um die Auswirkungen auf den Fötus machen.

Häufig gestellte Fragen

Ab welcher Temperatur sollte ich mit meinem Baby zum Arzt?

Bei Säuglingen unter 3 Monaten solltest Du bereits ab 38,0 °C den Kinderarzt kontaktieren. Bei älteren Babys ab 38,5 °C, spätestens aber bei 39,0 °C oder wenn weitere besorgniserregende Symptome auftreten.

Wie oft sollte ich die Temperatur messen?

Bei Fieber empfiehlt es sich, alle 2-3 Stunden zu messen, um den Verlauf zu beobachten. Notiere Dir die Werte mit Uhrzeit – das hilft dem Kinderarzt bei der Einschätzung.

Darf ich mein fiebriges Baby baden?

Ein lauwarmes Bad kann helfen, die Temperatur sanft zu senken. Achte darauf, dass das Wasser nicht zu kalt ist – das würde den Kreislauf zu sehr belasten. Nach dem Baden gut abtrocknen und warm einpacken.

Wann sind Wadenwickel sinnvoll?

Wadenwickel können ab einer Temperatur von 39,0 °C helfen. Wichtig: Die Füße Deines Babys müssen warm sein, sonst funktioniert die Methode nicht. Verwende lauwarmes (nicht kaltes!) Wasser.

Muss ich mein Baby bei Fieber wecken zum Trinken?

Ja, bei hohem Fieber ist es wichtig, dass Dein Baby ausreichend Flüssigkeit bekommt. Biete regelmäßig die Brust oder Fläschchen an, auch wenn das Baby schläft. Kurzes Wecken alle 2-3 Stunden ist bei Fieber sinnvoll.

Kann Fieber auch ohne Infektion auftreten?

Ja, auch beim Zahnen kann die Temperatur leicht erhöht sein. Ebenso nach Impfungen ist eine erhöhte Temperatur normal. Echtes Fieber über 38,5 °C deutet aber meist auf eine Infektion hin.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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