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Kind Ja oder Nein – gibt es beim Kinderwunsch eine Pro und Kontra Liste?

Nadine Scheiner
29 Dez 2021
13 min.
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Die meisten Menschen kommen irgendwann im Leben an einen Punkt, an dem sie sich fragen, ob sie ein Kind bekommen möchten oder nicht. Diese Frage ist für die meisten Menschen mit vielen Unsicherheiten und Zweifeln verbunden. Daher macht es Sinn, wenn ihr euch Anregungen und Hilfen sucht, die euch auf dem Weg zu einer Entscheidung helfen können. Im folgenden Text findet ihr wichtige Punkte und Denkanstöße.

Kind Ja oder Nein
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Die große Entscheidung Kind Ja oder Nein – Warum ist sie so schwer?

Vor der Entscheidung steht, ob ihr Eltern werden wollt oder nicht, könnt ihr oft die Folgen für euer gesamtes Leben nicht absehen. Aus diesem Grund sind mit der Entscheidung viele unterschiedliche Ängste verbunden. Darunter fallen zum Beispiel die folgenden Überlegungen:

  • Werde ich eine gute Mutter sein? Werde ich ein guter Vater sein?
  • Bin ich im Alter alleine, wenn ich keine Kinder bekomme?
  • Kann ich meinen Kindern auch finanziell ein gutes Leben bieten?
  • Werde ich mich durch die Schwangerschaft und die Geburt verändern?
  • Werde ich noch Zeit für die Dinge haben, die mir wichtig sind?
  • Werde ich die Entscheidung irgendwann bereuen?
  • Was werden Verwandte und Freunde zu meiner Entscheidung sagen?
  • Werde ich allen Herausforderungen gewachsen sein?

Diese Aufzählung kann nur einen Teil der möglichen Ängste und Unsicherheiten abbilden. Sie sind sehr individuell und können nicht immer abschließend beantwortet werden. Und gerade bei der Entscheidung, ob ihr euren Kinderwunsch erfüllen solltet, gibt es keine Möglichkeit für einen Test oder eine Rücknahme. Daher können die Gedanken in diesem Zusammenhang überwältigend scheinen.

Es ist aber wichtig, dass ihr euch nicht von euren Ängsten einnehmen lasst. Denn wenn sie zu viel Raum bekommen, werden sie euch dazu bringen, dass ihr alle Risiken vermeiden wollt. Solche Vermeidungsstrategien machen aber in der Regel nicht glücklich. Daher solltet ihr eure Ängste zwar ernst nehmen, euch aber nicht von ihnen überwältigen lassen.

Welche Bedingungen können die Entscheidung Kind Ja oder Nein beeinflussen?

Bei der Entscheidung für oder gegen ein Kind können viele Faktoren eine Rolle spielen. Die wichtigsten Punkte, die ihr dabei mit in den Blick nehmen solltet, sind unter anderem die folgenden:

  • Lebensplanung
  • Partnerschaft
  • Finanzen
  • Karriere
  • Mögliche Unterstützung
  • Betreuungsmöglichkeiten
  • Das „richtige“ Alter

Welche Grundvoraussetzungen in diesen Feldern erfüllt sein sollten, hängt stark von euren eigenen Bedürfnissen ab.

Darüber hinaus kommt die Frage nicht unbedingt nur beim ersten Kind auf. Auch die Entscheidung für ein weiteres Kind sollte gut überdacht werden. Denn egal, ob es das erste Kind, das zweite Kind, das dritte Kind ist, jedes weitere Kind bringt eine Veränderung mit sich.

Die Rollenverteilung in der Familie muss verändert werden und Ressourcen müssen anders verteilt werden. Hier spielt zusätzlich der Charakter der Geschwister und der Altersabstand eine große Rolle. Ihr solltet auch wissen, dass eine Geschwisterbeziehung nicht unbedingt mit großer Freude und Glück einhergeht. Als Eltern könnt ihr mit etwas Aufmerksamkeit aber dafür sorgen, dass die Grundbedürfnisse aller Kinder erfüllt sind.

Die Vor- und Nachteile, die ein Leben mit Kindern mit sich bringt

Wenn ein Kind aus einem Liebespaar Eltern macht, verändert sich das Leben deutlich. Das bringt viele schöne Momente und Erlebnisse mit sich, aber es gibt auch schwierige Zeiten, Zweifel und Nachteile. Allgemein ist das Leben eines Elternteils einfach anders als das Leben eines kinderlosen Menschen.

Die Argumente, die für und gegen ein Kind sprechen sind teilweise emotional und oft hoch individuell. Was für euch davon wichtig und richtig ist, könnt nur ihr selbst bestimmen. Andere Punkte lassen sich auch ganz objektiv messen und nachweisen. Die wichtigsten Vorteile und Nachteile könnt ihr in den folgenden Listen finden.

Was spricht für Kinder:

  • Die Verbindung zwischen Kindern und Eltern ist intensiv und etwas Besonderes.
  • Das Leben mit Kindern bringt viele einmalige Erlebnisse mit sich.
  • Mit Kindern können viele Erwachsene das Leben aus einem ganz anderen Blickwinkel noch einmal neu entdecken.
  • Kinder geben vielen Eltern einen besonderen Sinn im Leben und das Gefühl gebraucht zu werden.
  • Die meisten Eltern erleben viele besondere Glücksmomente mit ihren Kindern.
  • Kinder lieben ihre Eltern bedingungslos.

Was spricht gegen Kinder:

  • Kinder kosten viel Geld.
  • Kinder brauchen Zeit.
  • Eltern haben eine ständige Verantwortung gegenüber ihren Kindern.
  • Viele Eltern erleben eine starke Fremdbestimmung durch die Familiengründung, weil sich vor allem in der ersten Zeit alles nach den Kindern richten muss.
  • Gerade am Anfang müssen viele Eltern mit einem erheblichen Schlafmangel kämpfen.

Eine solche Pro und Kontra Liste kann bei einer so weitreichenden Entscheidung niemals vollständig sein. Darüber hinaus hat nicht jedes Argument für alle Personen das gleiche Gewicht. In manchen Fällen sind Vorteile für den einen Menschen sogar Nachteile für einen anderen und umgekehrt. Daher macht es Sinn, wenn ihr euch eure ganz eigene Liste erstellt. Dabei solltet ihr immer absolut ehrlich zu euch selbst sein.

Wie wirken sich die Veränderungen durch die Familiengründung genau aus?

Bevor ihr euch für ein Kind entscheidet, solltet ihr die Auswirkungen auf euer gemeinsames Leben genau in Augenschein nehmen. Durch die Elternschaft treten oft ganz neue Herausforderungen auf, die viele Menschen durch mangelnde Erfahrung nicht im Voraus einschätzen können.

Ein Umstand, der viele Eltern vor eine große Herausforderung stellt, ist die große Fremdbestimmung. Gerade im Babyalter wird euch euer Kind rund um die Uhr brauchen. Wenn der Hunger groß oder die Windel voll ist, müsst ihr umgehend reagieren und euch um euren Schatz kümmern.

Dabei gibt es deutliche Unterschiede im Temperament der Kleinen. Einige Babys sind oft zufrieden, wenn sie in einem Laufstall oder Stubenwagen liegen und ihre Umgebung im Blick behalten können. Andere Kinder brauchen dagegen fast dauerhaften Körperkontakt, um wirklich zufrieden zu sein. Dazwischen gibt es aber viele unterschiedliche Abstufungen.

Ihr solltet auf jeden Fall bedenken, dass auch ein pflegeleichtes Baby immer mal wieder schwierige Phasen haben wird. Oftmals gehen Entwicklungsschritte mit einer größeren Unruhe und Unzufriedenheit einher. Andere Gründe für schwierige Phasen können unter anderem folgende Umstände sein:

  • Das Baby zahnt
  • Das Kind ist krank
  • Das Kind wurde geimpft
  • Es gibt eine Veränderung im Leben des Kindes

Auch nach dem Babyalter können immer wieder schwierige Phasen auftreten. Wichtig für euch als Eltern ist es dann, möglichst auf Unterstützung durch andere Menschen zu setzen. Das können Verwandte und Freunde sein, aber auch professionelle Stellen wie eine Kindertagesstätte, eine Tagesmutter oder ein Tagesvater. Zusätzlich können Ärzte und Beratungsstellen hilfreiche Informationen und Ratschläge geben.

Andere Auswirkungen der Familiengründung betreffen eure Körper. Gerade Frauen machen während der Schwangerschaft große Veränderungen durch, die sie auch in ihrem Frausein beeinträchtigen können. Und auch Männer beobachten oft Veränderungen an sich.

Neben dem Körper kann auch die Psyche beeinträchtigt werden. Diese Veränderungen können so stark werden, dass eine postnatale Depression eintritt. In diesem Fall sollten die Mütter oder Väter umgehend ärztliche Hilfe suchen.

Aber auch die schönen Seiten solltet ihr nicht vergessen. Kinder bringen Freude und Lachen ins Haus. Viele Eltern fühlen sich gebraucht und haben einen Sinn im Leben durch ihre Kinder.

Pro & Contra Familie
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Was bedeutet die Entscheidung für ein Kind in Bezug auf eure finanzielle Situation?

Ein Kind kann eure finanzielle Lage in erheblichem Maße beeinflussen. Durchschnittlich 550 Euro müssen Eltern laut dem Statistischen Bundesamt monatlich für ein Kind ausgeben. Bis das Kind dann auf eigenen Füßen steht, kann eine stattliche Summe zusammenkommen.

Daher ist es wichtig, dass ihr vor der Entscheidung für oder gegen ein Kind auch eure finanzielle Situation anschaut und genau plant. Gerade wenn ihr bisher kaum über Geld nachdenken musstet, solltet ihr euch jetzt angewöhnen sachlich über Ausgaben und Einnahmen zu reden.

Welche Ausgaben müsst ihr aber genau in den Blick nehmen, damit ihr mit einem Kind nicht von plötzlichen Kosten überrascht werdet? Die folgende Liste gibt euch einen Überblick über die wichtigsten Bereiche:

  • Kleidung
  • Nahrung
  • Kosten für Arztbesuche und Medikamente
  • Versicherungen
  • Pflege (Windeln, Cremes, Shampoo etc.)
  • Transport (Tragetücher, Kinderwägen, Kindersitze und ähnliches)
  • Kinderzimmerausstattung
  • Betreuungskosten
  • Schulsachen
  • Spielzeug und Unterhaltung
  • Hobbies
  • Führerschein
  • Eigene Wohnung in der Ausbildung oder dem Studium

Die Auflistung zeigt wie umfangreich die Ausgaben sein können, die durch ein Kind verursacht werden. Dabei sind die anderen Ansprüche an die Wohnung oder das Haus und an das Auto noch gar nicht eingerechnet. Auch ein Urlaub sieht mit Kind ganz anders aus und kann unter Umständen mehr kosten. Zusätzlich sollte auch ein eventuell verändertes Einkommen in eure Überlegungen mit einfließen. Darüber hinaus können auch Behandlungen zur Empfängnishilfe mit hohen Kosten zu Buche schlagen.

Den Kosten stehen aber verschiedene Vergünstigungen und Förderungen gegenüber, die ihr in Anspruch nehmen könnt. Je nach Wohnort können sich die finanziellen Erleichterungen jedoch unterscheiden. Daher lohnt es sich, wenn ihr euch genau informiert. Zu den möglichen Förderungen gehören unter anderem:

  • Elterngeld
  • Kindergeld
  • Bafög
  • Steuererleichterungen
  • Wohngeld für Familien
  • Kinderzuschlag
  • Vergünstigungen für verschiedene Bereiche

Darüber hinaus solltet ihr bei allen Anschaffungen auch immer in Betracht ziehen, ob sie wirklich nötig sind. Oftmals sind auch gebrauchte Dinge eine gute Möglichkeit bei der Ausstattung zu sparen. Manche Dinge könnt ihr euch auch leihen, weil sie sowieso nicht lange gebraucht werden.

Wie wirkt sich ein Kind auf eure beruflichen Leben aus?

Ein Kind kann einen großen Einfluss auf die Karriere haben. Dabei sind Frauen in der Regel immer noch stärker eingeschränkt als Männer. Viele Mütter nehmen mindestens ein Jahr Elternzeit während Väter ihren Job oft nur kurz unterbrechen. Nicht umsonst wird das Wort „Vätermonate“ für die zwei Monate Elternzeit genutzt, die viele Väter übernehmen.

Nach der Elternzeit kehren viele Mütter erstmal in Teilzeit in den Beruf zurück. Allerdings ist das meist ein Aus für die vorher erfolgreiche Karriere. Gerade Führungspositionen gelten als nicht in Teilzeit machbar. Daher tritt nach der Elternzeit oft ein Karriereknick für Frauen ein.

Ihr solltet euch als Paar auch Unterhaltungen über diese Fragen führen. Denn oftmals führt die Mutterschaft und die Unterbrechung durch die Elternzeit zu einer stärker traditionellen Rollenverteilung. Die Frau übernimmt direkt nach der Geburt und im größten Teil des Babyjahres den größten Teil der Versorgung des Kindes. Eine Rückkehr in Teilzeit lässt dann abermals der Mutter mehr Raum für die Übernahme von Kinderbetreuung und Haushalt.

Diese Tendenzen solltet ihr euch vor der Entscheidung Kind Ja oder Nein gemeinsam bewusst machen. Denn nur dann könnt ihr ihnen entgegenwirken und Reue vermeiden. Väter können mehr Elternzeit nehmen und auch in Teilzeit gehen. Diese Entscheidungen müssen aber oft vor dem Umfeld verteidigt werden.

Es gibt aber auch Paare, die sich bewusst für eine traditionelle Aufteilung entscheiden. Es ist aber gut, wenn diese Entscheidung gemeinsam gefällt wird. So wird Frust vermieden und die Partner können auch über die finanziellen Folgen reden. Denn das Elternteil, das kein eigenes Einkommen hat, sollte über zusätzliche Pläne und Verträge finanziell abgesichert sein.

Was bedeutet die Entscheidung Kind Ja oder Nein für die Beziehung?

Einige denken sogar, dass ein Kind eine Paarbeziehung retten kann. Dies ist jedoch nur sehr selten der Fall. In der Regel sorgt die zusätzliche Belastung eher für verstärkte Streitpunkte und eine Überforderung zwischen den Partnern. Solche schwierigen Punkte umfassen zum Beispiel diese Fragen:

  • Wer übernimmt welche Aufgaben?
  • Wer hat mehr Freizeit?
  • Wer bekommt mehr Schlaf?
  • Wer gibt wann und für was Geld aus?

Streit und Unstimmigkeiten in der Beziehung als Elternpaar gehören daher meist zum neuen Leben mit dazu. Wichtig ist daher, dass ihr als Paar schon vor der Familienplanung Möglichkeiten und Wege kennt, euch auf gute Art mit diesen Fragen auseinanderzusetzen. Ihr solltet in der Lage sein, Konflikte möglichst sachlich besprechen und Lösungen finden zu können.

Aus diesem Grund solltet ihr vor dem Umsetzen des Kinderwunsches genau prüfen, wie ihr in schwierigen Situationen zusammenarbeiten könnt. Ihr solltet in einem Gespräch in der Lage sein, offen und ehrlich über eure Gefühle, Wünsche und Sorgen zu sprechen. Außerdem sollten sowohl Mama als auch Papa regelmäßige Freiheiten genießen dürfen.

In jeder Familie gibt es von Zeit zu Zeit Krisen. Wie ihr als Elternpaar durch diese schwierigen Zeiten kommt und wie gut ihr Lösungen finden könnt, kann dabei als wichtiges Beispiel für eure Kinder dienen. Es ist am besten wenn ihr ein gutes Vorbild sein könnt und damit euren Kindern Wege für die Konfliktlösung mitgebt.

Familienplanung
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Müsst ihr die Meinungen des Umfeldes beim Kinderkriegen bedenken?

Die Gesellschaft und euer direktes Umfeld haben wahrscheinlich einen großen Einfluss darauf, wie ihr über die Familienplanung denkt. Es kann sein, dass eure Eltern Kommentare abgeben, die sich auf den richtigen Zeitpunkt für die Kinderplanung beziehen. Vielleicht habt ihr im Umfeld auch eine bestimmte Lebendplanung vorgelebt bekommen. Oder alle befreundeten Paare bekommen plötzlich Kinder.

Oftmals werden solche Kommentare und Beobachtungen im Unterbewusstsein verankert und kommen als Glaubenssätze wieder zum Vorschein. Wenn ihr euch der Entscheidung Kind Ja oder Nein stellt, solltet ihr euch dieser unbewussten Botschaften zum Kinderkriegen bewusstwerden und euch von ihnen frei machen. Auch über die Mutterrolle und die Vaterrolle existieren viele oftmals unbewusste Glaubenssätze.

Die Meinungen von Verwandten und Freunden sollten euch nicht beeinflussen, denn nur ihr müsst am Ende mit der Entscheidung leben. Es kann aber hilfreich sein, wenn ihr eure Gedanken mit einer vertrauten Person besprecht. Dann können die Hinweise und Ideen, die ihr gewinnt, eine wichtige Entscheidungshilfe sein. Aber lasst euch auf keinen Fall eure eigene Entscheidungskompetenz absprechen.

Auf welche Unterstützung könnt ihr zählen?

Ganz wichtig bei der Entscheidung für oder gegen Kinder ist auch die Frage nach Unterstützung. Ein Kind ins Leben zu begleiten ist eine große Aufgabe, die viel fordert. Daher ist es gut, wenn ihr euch auch Pausen gönnen könnt.

Eine Form der Unterstützung können Verwandte und Freunde sein. Gibt es Personen in eurem Umfeld, denen ihr ein Kind anvertrauen würdet? Und sind diese Personen auch bereit dazu?

Auch offizielle und professionelle Stellen und Personen können euch bei der Erziehung unterstützen. Dazu zählen unter anderem:

  • Kindertagesstätten oder Kindergärten
  • Tagesmütter oder Tagesväter
  • Schulen
  • Hebammen
  • Ärzte
  • Erziehungsberatungsstellen
  • Babysitter Dienste
  • Familiencoach

Gibt es den richtigen Zeitpunkt für ein Kind?

Vielleicht wünscht ihr euch, dass irgendjemand euch den optimalen Zeitpunkt für die Kinderplanung nennt. Die Entscheidung würde leichter fallen, wenn ihr sicher sein könntet, dass alle Voraussetzungen optimal erfüllt sind. Allerdings gibt es diesen optimalen Zeitpunkt leider nicht, weil viele unterschiedliche Umstände eine Rolle spielen. Außerdem stellt ein Kind den Alltag immer erst einmal auf den Kopf, weil ihr euch viel um die Bedürfnisse des kleinen hilflosen Menschen kümmern müsst.

Zu den wichtigsten Punkten zur Beantwortung der Frage nach dem richtigen Zeitpunkt zum Kinderkriegen zählen unter anderem:

  • Wie lange dauert eure Ausbildung voraussichtlich?
  • Gibt es wichtige Erfolge, die ihr vor dem ersten Kind erreichen wollt?
  • Wie wichtig ist euch Sicherheit?
  • Wie steht es um eure Gesundheit und eure Fruchtbarkeit?

Dabei gibt es keine allgemeingültigen Antworten. Jedes Paar muss die Antworten für sich festlegen. Sicherlich müssen alle Eltern viele Kompromisse eingehen, egal wann das erste Kind sie zur Familie gemacht hat. Es kann für euch einfacher sein, wenn ihr früh Eltern werdet und schon während der Ausbildung oder des Studiums die ersten Jahre eurer Kinder begleitet. Andere Menschen brauchen dagegen die Möglichkeit sich erst voll auf sich selbst zu konzentrieren und können sich erst später auf die Bedürfnisse eines Kindes einlassen.

Bei der Frage nach dem richtigen Zeitpunkt solltet ihr aber auf keinen Fall die biologischen Grundlagen außer Acht lassen. Während Männer relativ unabhängig von ihrem Alter zeugungsfähig sind, hat eine Frau nur ein beschränktes Zeitfenster für die Kinderplanung.

Mit steigendem Alter nimmt die Fruchtbarkeit von Frauen ab und das Risiko für Komplikationen während der Schwangerschaft und Geburt steigen. Viele Mediziner sehen ein Alter zwischen 20 und 30 als optimal für eine Schwangerschaft an. Ab einem Alter von 35 gilt eine Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft, weil genetische Defekte, wie zum Beispiel ein Down-Syndrom, dann häufiger auftreten. Auch die Fruchtbarkeit lässt ab 35 deutlich nach. Allerdings können auch viele Frauen über 35 noch völlig problemlose Schwangerschaften erleben.

Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für Nachwuchs wird auch davon beeinflusst, wie lange es dauern kann, bis eine Schwangerschaft eintritt. Im Durchschnitt wird eine Frau nach vier Monaten schwanger und bei 90 Prozent der Paare tritt eine Schwangerschaft innerhalb eines Jahres ein. Andere Paare brauchen dagegen länger.

Ihr solltet auch immer die Möglichkeit bedenken, dass ihr medizinische Hilfe beim Kinderwunsch brauchen könntet. Der Frauenarzt und der Urologe sind die richtigen Anlaufstellen, wenn es mit der Schwangerschaft nicht klappen mag. Die Ärzte können die gesundheitliche Verfassung und die Fruchtbarkeit untersuchen und dann eventuell weitere Behandlungen für die Empfängnishilfe einleiten. Sie überweisen euch in schwierigen Fällen auch an eine Kinderwunschklinik.

Der Frauenarzt kann mit einem Test überprüfen, wie viele Eizellen einer Frau noch bleiben. Darüber hinaus kann auch die Hormonlage genau bestimmt werden. Der Urologe ist deshalb ein wichtiger Ansprechpartner, weil auch die Qualität der Spermien überprüft werden sollte. Bei allen Untersuchungen solltet ihr euren Partner oder eure Partnerin unterstützen.

Wie könnt ihr die Entscheidung Kind Ja oder Nein optimal angehen?

Es wird klar, dass ihr bei der Entscheidungsfindung viele unterschiedliche Aspekte bedenken solltet. Die folgenden Tipps können auch dabei eine gute Hilfe sein:

  • Tipp 1: Spielt durch, wie ihr euch die Zukunft mit und ohne Kind vorstellt.
  • Tipp 2: Schreibt eure ganz persönlichen Argumente für und gegen das Elternsein auf.
  • Tipp 3: Stellt euch mögliche Schwierigkeiten vor und sammelt Möglichkeiten, wie ihr ihnen begegnen wollt.
  • Tipp 4: Jeder von euch sollte unbedingt auch alleine für sich überlegen.
  • Tipp 5: Lasst euch nicht von euren Ängsten überwältigen.
  • Tipp 6: Hört auf euer Bauchgefühl.
  • Tipp 7: Schaut euch eure Lebenssituation und eure Entscheidungsoptionen genau an.

Wenn ihr verschiedene Situationen durchspielt, solltet ihr neben den sachlichen Argumenten auch immer eure Gefühle mit einbeziehen. Euer Bauch kann euch auf dem Weg zur richtigen Entscheidung eine wichtige Hilfe sein.

Passt auf, dass ihr nicht auf den Bestätigungsfehler hereinfallt

Unter dem Begriff Bestätigungsfehler versteht man einen psychologischen Effekt. Wir Menschen neigen unbewusst dazu unsere Erwartungen zu bestätigen. Daher suchen wir nach Informationen, die zu unserer Sicht passen.

Wenn jemand also gerne Vater oder Mutter werden möchte, wird diese Person eher auf Argumente für den Kinderwunsch stoßen. Wer dagegen den Kinderwunsch kritisch sieht, wird eher gegenteilige Informationen finden.

Um den Bestätigungsfehler zu vermeiden, ist es vor allem wichtig, dass ihr den Begriff und das Konzept dahinter kennt. So könnt ihr aktiv nach beiden Positionen suchen und eine ausgewogene Pro und Kontra Liste erstellen. Auch das Einnehmen von extremen Positionen kann euch dabei helfen, den Bestätigungsfehler zu umgehen.

Stellt euch zur Vermeidung des Bestätigungsfehlers jeweils vor, was eine Person sagen würde, die:

  • Auf gar keinen Fall Kinder bekommen möchte
  • Es für wichtig oder sogar notwendig hält, ein Kind zu bekommen.

Bei einer kompletten Ablehnung der Familiengründung kann auch eine sogenannte Tokophobie vorliegen. Darunter versteht man die Angst vor einer Schwangerschaft.

Kinder ja oder nein
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Was würde passieren, wenn sich der Kinderwunsch nicht erfüllt?

Unter den vielen Überlegungen, die ihr vor eurer endgültigen Entscheidung durchgehen solltet, ist auch die Frage nach alternativen Plänen. Nicht jeder Kinderwunsch erfüllt sich auch. Dann ist es gut, wenn ihr auch kinderlos glücklich werdet.

Es kann auch vorkommen, dass ihr bei dem Gedanken an eine Zukunft ohne Kinder eine gewisse Erleichterung spürt. Auch wenn die gesellschaftliche Norm sich noch an dem Idealbild einer Familie orientiert, gibt es doch viele unterschiedliche Möglichkeiten.

Fazit – Welche Entscheidung ist die richtige bei der Familienplanung?

Der wichtigste Punkt ist dieser: Es gibt nicht die eine richtige Entscheidung. Wenn ihr euch alle wichtigen Informationen und Umstände genau angesehen habt, könnt ihr euch noch mit anderen Personen besprechen oder euch beraten lassen. Die Entscheidung muss aber jeder Mensch ganz nach seinen eigenen Gefühlen und am besten zusammen mit dem Partner treffen. Ihr müsst eure ganz eigenen Grundvoraussetzungen für die Familiengründung finden und dafür sorgen, dass ihr mit eurer Entscheidung glücklich seid.

FAQ - Kind Ja oder Nein

Bis wann sollte man das erste Kind bekommen?

Das perfekte Alter für das erste Kind hängt von persönlichen körperlichen und psychischen Faktoren ab und kann nicht allgemeingültig bestimmt werden. Meist wird ein Zeitraum von Mitte Zwanzig bis Anfang Dreißig als ideal betrachtet. Der eigene Lebensentwurf ist allerdings wichtiger als die Meinungen anderer.

Wie viel kostet ein Kind?

Pro Monat kostet ein Kind laut Statistischem Bundesamt etwa 550 Euro.

Bis wann ist eine Frau fruchtbar?

Ganz genau lässt sich das Ende der Fruchtbarkeit nicht voraussagen. Allerdings gilt generell, dass die Fruchtbarkeit ab einem Alter von etwa 35 stark abnimmt.

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