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Fruchtbarkeit im Alter – so steigert ihr eure Fruchtbarkeit

Nadine Scheiner
26 Jul 2021
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Eure Fruchtbarkeit wird stark durch euer Alter beeinflusst. Mit jedem Lebensjahr nimmt sie ab. Gerade Frauen stehen unter zeitlichem Druck und hören die berühmte biologische Uhr ticken. Vielleicht habt ihr lange die Pille genommen und einen eher ungesunden Lebensstil gepflegt und macht euch nun Sorgen darüber, dass dies eure Fruchtbarkeit beeinflusst hat. Das ist nicht unbedingt der Fall. Hier reicht schon das zunehmende Alter aus. Doch es gibt einige Methoden, wie ihr eure Fruchtbarkeit im Alter noch einmal etwas steigern und die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft erhöhen könnt.

Wann ist die Fruchtbarkeit bei Frauen besonders hoch?

Die Fruchtbarkeit eines Mannes sinkt zwar mit zunehmendem Alter, bei Frauen ist dieser Prozess jedoch deutlich schneller. Die höchste Fruchtbarkeit habt ihr in einem Alter von 20 bis 24 Jahren. Die Wahrscheinlichkeit, zu diesem Zeitpunkt in den Zwanzigern schwanger zu werden, liegt bei 86 % bei regelmäßigem Geschlechtsverkehr. Wie der Verlauf der Schwangerschaft ist, ist jedoch immer unterschiedlich. Oft hat die Familienplanung in der fruchtbarsten Zeit aber noch gar keinen Platz. Ab einem Alter von 30 Jahren sinkt sie bereits auf 63 % und ab einem Alter von vierzig Jahren liegt sie nur noch bei 36 %. Sie nimmt also kontinuierlich ab.

Wie nimmt die Fruchtbarkeit im Alter ab?

Interessant ist für euch die Frage, warum die Fruchtbarkeit bei Frauen eigentlich abnimmt. Frauen haben ein Depot an Eizellen und dieses Depot reduziert sich schon ab der Geburt. Wird ein Mädchen geboren, hat es eine durchschnittliche Anzahl an etwa einer Million Eizellen. Wenn die eigentliche Fruchtbarkeit beginnt – im Rahmen der Pubertät -, liegt die Anzahl bei der Eizellreserve schon nur noch bei 300.000.

Wichtig zu wissen ist, dass diese 300.000 Eizellen jedoch nicht alle springen. Tatsächlich sind es nur rund 300 davon, die sich im natürlichen Zyklus entwickeln und dann springen. Hormonelle Umstellungen im Alter, die Einnahme von Hormonen zur Verhütung sowie eine ungesunde Lebensweise beeinflussen die Fruchtbarkeit.

Auch wenn bei einer Frau die Menopause erst ab einem Alter von durchschnittlich 50 Jahren eintritt, ist sie bis zu diesem Alter nicht zwingend fruchtbar. Die Wechseljahre tragen also nicht die alleinige Schuld an einer abnehmenden Fruchtbarkeit.

Fruchtbarkeit steigern – Wie geht das?

Die Steigerung der Fruchtbarkeit im klassischen Sinn ist nicht möglich. Wenn eure Reserve an Eizellen nur noch gering ist, dann habt ihr darauf keinen Einfluss. Oft hängt die Unfruchtbarkeit aber mit anderen Faktoren zusammen und hier könnt ihr auch im Alter nachhelfen.

Der erste Weg ist immer der Gang zu eurem Frauenarzt oder eurer Frauenärztin. Möchtet ihr schwanger werden und es klappt innerhalb eines Jahres nicht, sind weiterführende Untersuchungen zu empfehlen. Bei den ärztlichen Untersuchungen wird ein Zyklusprotokoll geführt. Hier ist erkennbar, ob möglicherweise hormonelle Störungen vorliegen.

Diese lassen sich durch Medikamente beeinflussen. Einigen Frauen hilft auch der Einsatz der Naturmedizin. Ein Hinweis für Zyklusstörungen sind beispielsweise verschieden lange Zyklen, Schmierblutungen und ein starkes prämenstruelles Syndrom. Unter anderem kann es sein, dass es gar nicht zu einem Eisprung kommt. Auch in dem Fall könnt ihr mit einer leichten hormonellen Medikamentengabe den Körper unterstützen. Das sollte jedoch immer mit dem Arzt abgesprochen werden.

Zusätzlich dazu gibt es eine Ultraschalluntersuchung bei der geschaut wird, ob jeder Eierstock gut funktioniert oder es hier möglicherweise einen Auslöser dafür geben kann, dass die Empfängnis nicht klappt. Die Gebärmutter wird kontrolliert. Auch eine vorliegende Endometriose kann ein Grund dafür sein, dass ihr nach wie vor einen unerfüllten Kinderwunsch habt. Woran genau die Kinderlosigkeit liegt, ist bei jeder Frau unterschiedlich.

Fruchtbarkeit im Alter
Monkey Business Images - Shutterstock

Kontrolle der Eileiter ist empfehlenswert

Vielleicht ist eure Fruchtbarkeit an sich gar nicht eingeschränkt, sondern es liegt an den Eileitern. Im Laufe eures Lebens seid ihr möglicherweise schon mit einigen Bakterien oder Viren in Berührung gekommen. Einige davon können dafür sorgen, dass die Eileiter verkleben. Dies findet ihr durch eine Bauchspiegelung heraus. Bei der Bauchspiegelung werden die Eileiter geprüft und auch durchgespült. Dies hat bei vielen Frauen bereits dafür gesorgt, dass sich doch noch eine Schwangerschaft eingestellt hat.

Eine Kontrolle der Eileiter kann auch ohne Bauchspülung erfolgen. Der Arzt oder die Ärztin geben ein Kontrastmittel in die Eileiter und prüfen diese. Das Problem dabei ist jedoch, dass das Kontrastmittel nicht alle Bereiche der Eileiter erreicht und die Ergebnisse daher teilweise nicht aufschlussreich sind.

Zu beachten ist, dass verklebte Eileiter zudem die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen erhöhen. Klappt es mit der Befruchtung, erhöht sich die Gefahr für eine Eileiterschwangerschaft.

Einen Blick auf das Gewicht werfen

Sowohl ein zu hohes als auch ein zu geringes Gewicht beeinflussen eure Fruchtbarkeit. Der Stoffwechsel ändert sich im Alter. Es gibt Frauen, die dazu neigen schneller Fett anzusetzen. Bei Übergewicht kann es sein, dass sich starke Schwankungen im Zyklus einstellen. Diesen wirkt ihre entgegen, wenn ihr durch Sport und eine gesunde Lebensweise das Gewicht langsam und auf einem gesunden Weg reduziert. Dadurch verringert sich in einer Schwangerschaft auch die Gefahr für einen möglichen Schwangerschaftsdiabetes und bei vielen Frauen sinkt der Bluthochdruck.

Aber auch ein zu geringes Gewicht wirkt sich auf die Fruchtbarkeit im Alter aus. Frauen mit Untergewicht haben oft einen sehr ungenauen Zyklus oder bekommen gar keinen Eisprung mehr. Hierbei handelt es sich um einen Eigenschutz des Körpers. Dieser ist sich bewusst, dass er bei dem geringen Gewicht kein Kind austragen kann. Habt ihr Untergewicht, solltet ihr daher darauf schauen, dass ihr an Gewicht zunehmt.

Lebensmittel für eine bessere Fruchtbarkeit im Alter

Es gibt einige Lebensmittel, denen eine fruchtbarkeitssteigernde Wirkung nachgesagt wird. Wichtig ist es, dass ihr auf eine ausgewogene Ernährung schaut. Lebensmittel mit viel Folsäure, Kalzium sowie den Vitaminen E, B6 und B12 sollten im Fokus stehen. Dazu gehören beispielsweise grünes Gemüse, Bohnen, Brokkoli, Sonnenblumenöl, Eier, Joghurt und auch Käse, Fisch und Fleisch. Zudem braucht euer Körper ausreichend Flüssigkeit.

Der Verzicht auf Nikotin und Alkohol ist ebenfalls ein Hinweis, den viele Experten geben. Zusätzlich dazu ist ausreichend Bewegung eine große Hilfe. Bewegung kurbelt euren Stoffwechsel an und hält die Systeme im Körper am Laufen.

Kontrolle der Spermien

Jetzt habt ihr schon so lange ungeschützten Sex und der Schwangerschaftstest ist schon wieder negativ? Eure Untersuchungen waren unauffällig? Woran kann es noch liegen? Eine Schwangerschaft kann nur eintreten, wenn bei beiden alles ok ist. Oft wird es als unwahrscheinlicher angesehen, dass es am Mann liegt. Doch die Kraft der Spermien wird häufig überschätzt. Eine Schwangerschaft kann nur dann eintreten, wenn eine befruchtete Eizelle es in die Gebärmutter schafft. Doch in vielen Fällen kommt es erst gar nicht zur Befruchtung, weil im Ejakulat zu wenige Spermien enthalten sind oder diese eine schlechte Qualität haben.

Die Unterstützung durch die Reproduktionsmedizin

Teilweise hilft im Alter nur noch der Weg zur Reproduktionsmedizin. Doch diese bietet euch bei einer ungewollten Kinderlosigkeit oder immer wiederkehrender Fehlgeburt heute schon sehr gute Möglichkeiten für eine erfolgreiche Schwangerschaft. Eine Überweisung könnt ihr durch den Gynäkologen erhalten. Oft reicht es schon, wenn es Anzeichen dafür gibt, dass eure Fruchtbarkeit vermindert ist und es schwieriger bis unmöglich scheint, auf natürlichem Weg schwanger zu werden. Bevor eine künstliche Befruchtung durchgeführt wird, gibt es noch einmal umfangreiche Untersuchungen. Hier erfahrt ihr auch, welche der Methoden zu euch und eurem Partner passt, wie die Chancen stehen und welche Kosten auf euch zukommen. Empfehlenswert ist es, sich mehrere Zentren der Reproduktionsmedizin anzusehen. Achtet auch darauf, dass ihr ein gutes Gefühl habt.

Die Abnahme von Blut ist der erste Schritt. Hier werden unter anderem eure Gesundheit, aber auch mögliche genetische Probleme geprüft. Dies gilt sowohl für weibliche als auch für männliche Patienten. Können Erkrankungen und andere Risiken ausgeschlossen werden, habt ihr die Möglichkeit, euch befruchtete Eizellen einsetzen zu lassen. Dies geht allerdings nur, wenn diese auch noch durch euren Körper gebildet werden.

 

Fruchtbarkeit im Alter fördern
Chinnapong - Shuttersock

Die Fruchtbarkeit im Alter hat viele Facetten

Ihr seht, die Fruchtbarkeit im Alter wird durch viele verschiedene Faktoren beeinflusst. Die Grundlagen bilden jedoch die Eizellreserve sowie die hormonelle Ausstattung eures Körpers. Wenn ihr über 35 Jahre seid und einen Kinderwunsch habt, ist es grundsätzlich empfehlenswert, schon recht zeitig mit dem Arzt oder der Ärztin zu sprechen und verschiedene Untersuchungen durchführen zu lassen. Aufschluss über eure bestehende Anzahl an Eizellen kann das Anti-Müller-Hormon geben. Besprecht zudem mit eurem Frauenarzt oder der Frauenärztin, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und was ihr noch tun könnt, um die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft zu erhöhen.

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