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Die 35. Schwangerschaftswoche – in der 35. SSW wird es ein wenig ruhiger

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 24.05.2026 Lesezeit 12 Min.
Die 35. Schwangerschaftswoche – in der 35. SSW wird es ein wenig ruhiger

Auf einen Blick

  • Dein Baby ist etwa 46 cm groß und wiegt rund 2.300 Gramm
  • Das Immunsystem wird durch deine Antikörper gestärkt – wichtiger Nestschutz für die ersten Monate
  • Senkwehen und Vorwehen sind jetzt normal, echte Geburtswehen erkennst du eindeutig

Die 35. Schwangerschaftswoche läutet die zweite Hälfte des neunten Monats ein – und damit wird es langsam ernst. Vielleicht kreisen deine Gedanken schon um die Geburt, während dein Körper auf Hochtouren arbeitet. Gleichzeitig wird es für dein Baby in der Gebärmutter immer enger und es beginnt eine Phase der Entspannung. Zeit, auch für dich selbst einen Gang runterzuschalten.

👶 So entwickelt sich dein Baby in der 35. SSW

Das Wachstum und die Gewichtszunahme deines Babys sind beachtlich. In der 35. SSW hat dein Baby nun eine Größe von rund 46 cm und ein Gewicht von etwa 2.300 Gramm. Die letzten Monate waren ganz schön anstrengend für das Ungeborene und nun wird es auch in der Gebärmutter immer enger. Daher beginnt jetzt eher die Zeit der Entspannung beim Baby.

Das Immunsystem bereitet sich vor

Noch schwimmt dein Baby sicher im Fruchtwasser und ist durch den Mutterleib geschützt. Allerdings wird sich dies bald ändern und das ist auch für das Immunsystem eine echte Herausforderung. Die Plazentaschranke ist in den letzten Wochen durchlässiger geworden, sodass Antikörper von dir an das Baby weitergegeben werden. Dadurch wird das Immunsystem unterstützt. Sehr spannend ist, dass bei der Geburt nicht nur das angeborene Immunsystem vorhanden ist. In den ersten Lebensjahren muss das Immunsystem nun erst einmal mit neuen Erregern umgehen lernen. Dafür ist das adaptive Immunsystem zuständig.

Gut zu wissen: Dank der zwei Fontanellen sind die Schädelplatten deines Babys noch immer sehr flexibel. Sie können sich während der Geburt verschieben, damit dein Baby durch den Geburtskanal passt.

Schlaf- und Wachphasen mit Träumen

Bestimmt hast du schon gemerkt, dass dein Baby einen gewissen Rhythmus entwickelt hat. Es ist meist eher ruhig und entspannt, wenn du in Bewegung bist. Sobald du zur Ruhe kommst, beginnt bei deinem Baby auch schon die Turnstunde. Während sich das Ungeborene ausruht, beginnt es in der 35. Schwangerschaftswoche nun auch zu träumen. Es hat sogar REM-Phasen. Das ist eine besonders spannende Entdeckung der Forscher, denn lange Zeit wurde davon ausgegangen, dass dies bei einem Fötus nicht der Fall ist. Sogar Träume sind vorhanden.

Bewegungen und Muskeln

In den letzten Monaten hat der Fötus bereits sehr stark daran gearbeitet, seine Muskeln zu trainieren und das geht nun auch weiter. Allerdings kann sich dein Baby nicht mehr so viel bewegen, da es doch recht eng ist und auch eine Drehung wird immer schwieriger. Befindet sich das Ungeborene noch in der Steißlage, kannst du es nun ein wenig animieren. Das Baby reagiert auf Schatten und Licht. Vielleicht willst du gemeinsam mit der Hebamme versuchen, mit einer Taschenlampe die Neugier zu wecken und so dafür zu sorgen, dass sich das Baby doch noch in die Beckenendlage dreht.

Tipp: Wenn dein Baby noch in Steißlage liegt, kannst du mit einer Taschenlampe am unteren Bauchbereich seine Neugier wecken – viele Babys drehen sich dann noch in die richtige Position.

Die Organe arbeiten auf Hochtouren

Die Organe nehmen ihre Aufgaben bereits sehr umfangreich wahr. Das Fruchtwasser, welches dein Baby jeden Tag in größeren Mengen aufnimmt, wird über den Verdauungstrakt verarbeitet und durchläuft die Nieren und auch den Darm. Bei dieser Verarbeitung entsteht das sogenannte Mekonium. Es handelt sich hierbei um Kindspech. Der erste Kot wird nach der Geburt ausgeschieden und hat eine sehr dunkle Farbe. Es handelt sich um die Reste des verarbeiteten Fruchtwassers sowie von Käseschmiere und auch von Haaren. Wunder dich nach der Geburt also nicht über den ersten Windelinhalt.

🌸 Das verändert sich in deinem Körper

Die Sorgen in Bezug auf eine Frühgeburt nehmen ab und werden abgelöst durch die Ängste und die Vorfreude zur Geburt. Wenn jetzt Wehen einsetzen, die sich auf den Gebärmutterhals und den Muttermund auswirken, wirst du keine Wehenhemmer mehr erhalten. Dein Baby hat nun sehr gute Voraussetzungen, den Start in das Leben ohne große Schwierigkeiten zu meistern. Aber sicher kreisen in deinem Kopf viele Gedanken, wie die Geburt wohl sein wird. Auch die Beschwerden und Veränderungen deines Körpers lassen noch nicht nach.

Typische Schwangerschaftsbeschwerden jetzt

Dein Körper pumpt ein beeindruckendes Blutvolumen durch die Adern und genau dieses sorgt dafür, dass du vermutlich wieder mehr mit Schwindel zu kämpfen hast. Das ist ganz normal, allerdings auch sehr unangenehm. Vielleicht merkst du, dass es dir gut tut, einen Gang zurückzuschalten. Leg ruhig häufiger die Beine hoch. Aber auch Bewegung kann für eine Linderung sorgen. Spaziergänge an der frischen Luft sind eine gute Möglichkeit, etwas für dich, deinen Kreislauf und deinen Körper zu tun. Übelkeit und Sodbrennen sind keine Seltenheit in diesem Zeitraum. Noch immer drückt der Uterus stark die Organe in allen Richtungen. Mit den zunehmenden Senkwehen wird das Gefühl allerdings nachlassen und auch die Problematik der Kurzatmigkeit reduziert sich.

Ich erinnere mich noch gut an diese Phase – der Körper arbeitet auf Hochtouren und gleichzeitig kreisen die Gedanken um die Geburt. Gönn dir bewusst Ruhepausen, auch wenn der Nestbautrieb dich antreibt.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

Beckenschmerzen und Harndrang

Deine Gebärmutter hat inzwischen ein Gewicht von gut 1,5 kg, dazu kommen das Gewicht des Babys und das Fruchtwasser. Hier kommt ordentlich etwas zusammen und das drückt natürlich auf das Becken. Schmerzen im Becken sind keine Seltenheit, der Druck nach unten nimmt zu und vermutlich wird es dir auch schwerfallen, Urin zu halten – vor allem beim Lachen oder Niesen. Eine Slipeinlage gibt dir möglicherweise etwas mehr Sicherheit.

Wehentätigkeiten – was ist normal?

Dein Körper bereitet sich immer mehr auf die Geburt vor und die Gebärmutter übt fleißig. Oft reichen schon kleine Anstrengungen aus und es kommt zu Kontraktionen. Das ist möglicherweise unangenehm und auch schmerzhaft, aber kein Grund zur Sorge. Nun stellst du dir sicher die Frage, wie sich Wehen eigentlich unterscheiden. Die Senkwehen bringen einen starken Druck nach unten mit sich und sorgen dafür, dass sich dein Bauch absenkt. Sie drücken das Baby weiter ins Becken hinein. Jede Hebamme wird dir sagen, dass du den Start der Geburt gar nicht verpassen kannst, denn echte Wehen fühlen sich anders an als Vorwehen oder Senkwehen.

Achtung: Wenn du unsicher bist, regelmäßige Kontraktionen hast oder sich Blutungen und starker Ausfluss einstellen, solltest du dich immer im Krankenhaus, bei der Hebamme oder dem Gynäkologen vorstellen.

Es kann sein, dass sich der Schleimpfropf langsam löst. Das muss allerdings noch kein Zeichen dafür sein, dass die Geburt direkt startet. Viele Frauen gehen dennoch über den Geburtstermin.

Verdauungsprobleme

Bauchschmerzen und Rückenschmerzen können in einem direkten Zusammenhang mit der Verdauung stehen. Noch immer ist diese in ihrer Geschwindigkeit deutlich eingeschränkt, was mit den Hormonen zusammenhängt. Daher kann es sein, dass du starke Schmerzen durch die Verstopfungen verspürst. Mit einem kleinen Klistier kannst du dir selbst zu Hause einen leichten Einlauf geben. Sprich hier die Hebamme an, sie gibt dir Tipps, was sich dafür eignet.

Tipp: Mehr Schwung kommt in deine Verdauung, wenn du viel trinkst und auch sehr ballaststoffreich isst. Leinsamen, Trockenfrüchte und Vollkornprodukte können helfen.

Es kann übrigens sein, dass du sogar unter dem Gegenteil leidest und immer wieder sehr weichen Stuhl hast. Gerade bei stärkeren Kontraktionen wird der Darm mit beeinflusst und der Stuhl teilweise mit viel Schwung nach außen gebracht. Kurz vor der Entbindung berichten zudem viele Frauen von Durchfall.

🏥 Wichtige Vorsorgeuntersuchungen jetzt

Dein Frauenarzt und die Hebamme werden dich nun vermutlich in einem Rhythmus von zwei Wochen sehen wollen. Das ist ganz normal. Zudem wird langsam damit begonnen, ein CTG zu schreiben. Bei einem CTG lassen sich die Herztöne des Ungeborenen prüfen. Dies gehört zur normalen Vorsorge, ist aber kein Muss. Wenn du gerne auf das CTG verzichten möchtest, kannst du das dem Gynäkologen ebenfalls sagen.

Bei den Vorsorgeuntersuchungen in einem Abstand von zwei Wochen wird geprüft, wie dein Gebärmutterhals und der Muttermund aussehen, ob das Baby noch gut versorgt wird und wie es mit Eiweiß im Urin ist. Noch immer ist es wichtig darauf zu achten, dass sich keine Präeklampsie einstellt. Bei einer Schwangerschaftsvergiftung muss besonders schnell reagiert werden. Solltest du Schwächegefühle, einen verstärkten Harndrang, Übelkeit und Unwohlsein verspüren, ist es immer besser, einmal mehr alles kontrollieren zu lassen.

Gut zu wissen: Mach dir ruhig noch einmal Gedanken über den Geburtsplan. Mit zunehmender Schwangerschaft stellen sich bei dir vielleicht verschiedene Wünsche rund um die Geburt ein. Informiere dich über die Entbindung in der Wanne, welche Stellungen es für die Geburt gibt und wie du dein Baby gut unterstützen kannst. Halte deine Wünsche in einem Geburtsplan fest. Dies hilft auch deinem Partner, wenn er unter der Geburt besonders unsicher ist.

Häufig gestellte Fragen

Wie erkenne ich, ob es echte Wehen sind oder nur Übungswehen?

Echte Geburtswehen erkennst du daran, dass sie regelmäßig kommen, immer stärker werden und sich nicht durch Ruhe oder ein warmes Bad abschwächen lassen. Senkwehen und Vorwehen sind unregelmäßig und lassen nach, wenn du dich hinlegst. Jede Hebamme wird dir sagen: Echte Wehen kannst du nicht verpassen – sie fühlen sich deutlich anders an.

Mein Baby liegt noch in Steißlage – kann es sich jetzt noch drehen?

Ja, das ist noch möglich, wird aber zunehmend schwieriger, da der Platz enger wird. Du kannst versuchen, dein Baby mit einer Taschenlampe am unteren Bauchbereich zu animieren – viele Babys reagieren neugierig auf Licht. Sprich auch mit deiner Hebamme über weitere Möglichkeiten wie die indische Brücke oder eine äußere Wendung.

Ist es normal, dass ich ständig auf die Toilette muss?

Ja, absolut normal. Deine Gebärmutter wiegt jetzt etwa 1,5 kg plus Baby und Fruchtwasser – das drückt stark auf die Blase. Viele Frauen verlieren beim Lachen oder Niesen auch unwillkürlich etwas Urin. Eine Slipeinlage kann dir mehr Sicherheit geben. Nach der Geburt wird es schnell besser.

Was ist Mekonium und warum ist die erste Windel so dunkel?

Mekonium, auch Kindspech genannt, ist der erste Stuhlgang deines Babys nach der Geburt. Er besteht aus verarbeitetem Fruchtwasser, Käseschmiere, Haaren und Zellen. Die sehr dunkle, fast schwarze Farbe ist völlig normal und zeigt, dass der Darm deines Babys gut arbeitet.

Wann sollte ich unbedingt ins Krankenhaus oder zur Hebamme?

Geh sofort, wenn du regelmäßige Wehen hast, Blutungen oder starken Ausfluss bemerkst, Fruchtwasser verlierst oder dich einfach unsicher fühlst. Auch bei Schwächegefühlen, starker Übelkeit oder Unwohlsein ist es besser, einmal mehr kontrollieren zu lassen – besonders um eine Präeklampsie auszuschließen.

Hilft Bewegung gegen Schwindel oder sollte ich mich eher schonen?

Beides kann helfen – du musst auf deinen Körper hören. Dein erhöhtes Blutvolumen kann Schwindel verursachen, daher sind häufige Ruhepausen mit hochgelegten Beinen wichtig. Gleichzeitig können leichte Spaziergänge an der frischen Luft deinen Kreislauf stabilisieren. Finde deine Balance zwischen Aktivität und Erholung.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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