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Schwangerschaftspiercing – Risiken und Möglichkeiten

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 20.05.2026 Lesezeit 12 Min.
Schwangerschaftspiercing - Risiken und Möglichkeiten

Auf einen Blick

  • Neue Piercings während der Schwangerschaft sind tabu – erhöhte Infektions- und Allergiegefahr
  • Bestehende Piercings können mit flexiblen PTFE-Schwangerschaftspiercings ersetzt werden
  • Intimpiercings sollten sofort entfernt werden, Bauchnabelpiercings ab dem 4. Monat wechseln

Dein Bauchnabelpiercing ist Teil von dir – und jetzt fragst du dich, ob es mit deinem wachsenden Babybauch vereinbar ist? Die gute Nachricht: Mit den richtigen Vorkehrungen kannst du deinen Körperschmuck auch in der Schwangerschaft tragen. Wir zeigen dir, worauf du achten musst und wann es Zeit ist, auf spezielle Schwangerschaftspiercings umzusteigen.

🌸 Warum Piercings in der Schwangerschaft besondere Aufmerksamkeit brauchen

In den letzten 15 Jahren sind Piercings zu einem beliebten Körperschmuck geworden, den besonders junge Frauen schätzen. Vielleicht hast auch du ein Piercing im Bauchnabel, in der Brustwarze oder im Intimbereich – außer in der Zunge, der Augenbraue oder der Nase.

Durch die hormonellen Veränderungen in der Schwangerschaft erhöht sich die Entzündungsgefahr – und das gilt leider auch für ältere und längst verheilte Piercings. Dazu kommen mögliche allergische Reaktionen auf das Metall, selbst wenn vorher nie Probleme aufgetreten sind.

Achtung: Ein neues Piercing während der Schwangerschaft stechen zu lassen ist absolut tabu! Kein seriöser Piercer wird diesen Auftrag übernehmen – und das ist auch gut so für dich und dein Baby.

💪 Die Lösung: Schwangerschaftspiercings aus PTFE

Falls du dich darauf gefreut hast, dass auf deinem schönen, prallen Schwangerschaftsbauch ein Glitzersteinchen zu sehen ist, kannst du auf spezielle Schwangerschaftspiercings zurückgreifen, die aus Kunststoff hergestellt sind. Dank dieser PTFE-Stäbchen besteht weder die Gefahr einer Allergie noch einer Entzündung und dazu sind sie auch wesentlich biegsamer.

Vorteile von PTFE-Piercings

  • Extrem flexibel und biegsam – wächst mit deinem Bauch mit
  • Verlängerter Stab (ca. 25 mm) für ausgedehnte Haut
  • Keine Allergiegefahr durch hohe Hautverträglichkeit
  • Glatte Oberfläche verhindert Anhaftungen
  • Lässt sich nach Belieben kürzen
  • Leicht zu reinigen

Tipp: Dein bisheriges Piercing solltest du spätestens ab dem vierten Monat gegen ein PTFE-Piercing austauschen. Wer vollkommen auf Nummer sicher gehen möchte, kann auch Klebe-Piercings nutzen – hier wird zwar ein wenig geschummelt, aber es sieht dennoch schick aus.

🔍 Piercing-Arten im Detail: Was ist wo erlaubt?

Bauchnabelpiercing in der Schwangerschaft

Es ist nicht abzustreiten, dass sich ein schickes Bauchnabelpiercing richtig toll auf einem prallen Babybauch macht. Aber ein normales Piercing macht das enorme Wachstum des Bauches nicht mit.

Behaltest du dein herkömmliches Bauchnabelpiercing bei, wird es früher oder später dazu kommen, dass die Haut an der Stelle einreißt, wo sich das Piercing befindet. Denn die Haut dehnt sich in den neun Monaten Schwangerschaft um circa 20 bis 30 Zentimeter. Ein starres Schmuckstück aus Metall wird dann irgendwann durch die Überdehnung der Haut diese einreißen lassen.

Der Stecker sollte dann am besten gewechselt werden, wenn du merkst, dass sich der Metallstecker unangenehm anfühlt. Achte auch auf Entzündungszeichen wie Rötung, Schwellung oder Juckreiz. Doppelt eincremen hilft, denn dann bleibt die Haut schön elastisch!

Gut zu wissen: Es kann sein, dass dein Frauenarzt dich auffordert, das Piercing kurzzeitig während des Ultraschalls herauszunehmen. Ein Metallpiercing kann beim Ultraschall stören, sodass ein Plastikpiercing immer besser ist. Wenn nach dem Ultraschall ein wenig Wundsalbe als Gleitmittel verwendet wird, kann das Piercing ohne Probleme wieder eingesetzt werden.

Brustwarzenpiercing in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft kannst du dein Brustwarzenpiercing behalten, solange es dich nicht stört. Doch durch die Veränderung des Brustdrüsengewebes kann es dazu kommen, dass das Piercing in den Brustwarzen bereits in der frühen Schwangerschaft eher als unangenehm empfunden und daher entfernt wird.

Spätestens im 6. Monat werden die Brüste für gewöhnlich empfindlich und produzieren teilweise sogar schon Vormilch – dann ist es an der Zeit, das Piercing zu entfernen. Aufgrund dessen, dass Piercings Entzündungen hervorrufen und vom Baby verschluckt werden können, dürfen die Brustwarzenpiercings erst wieder einige Wochen nach der Stillzeit eingesetzt werden.

Intimpiercing in der Schwangerschaft

Vor allem für die Piercings, die sich an Stellen befinden, die starken Belastungen ausgesetzt sind, heißt es: raus damit während der Schwangerschaft. Du musst dich von dem Piercing im Intimbereich verabschieden. Der Grund ist, dass sie bei der Geburt stören und auch bei den Vorsorgeuntersuchungen.

Dazu kommt, dass die Infektionsgefahr leicht erhöht ist während der Schwangerschaft und besonders ein Infekt im Vaginalbereich kann sehr gefährlich für das Baby sein und im schlimmsten Fall sogar eine Fehlgeburt auslösen.

Achtung: Es ist aus Rücksicht auf dein Baby besser, das Schmuckstück sofort nach der Feststellung der Schwangerschaft zu entfernen.

Ich rate werdenden Mamas immer, lieber früher als später auf Schwangerschaftspiercings umzusteigen. Der Bauch wächst schneller als man denkt und die Haut dankt es dir, wenn du rechtzeitig auf flexibles Material wechselst.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

✨ Alternativen: Schön geschmückt ohne Risiko

Selbst dann, wenn kein Piercing während der Schwangerschaft gestochen werden sollte, so gibt es andere Möglichkeiten, wie du deinen Körper in Szene setzen kannst:

  • Durch bereits bestehende Piercings in Nase, Ohren, Lippen oder Augenbrauen – hier können immer wieder neue Stecker gesetzt werden
  • Piercing zum Aufkleben – heute wird schon Schmuck angeboten, der einfach nur aufgeklebt wird. Das ist für die Zeit der Schwangerschaft eine tolle Alternative

🌸 Schwangerschaftspiercings: Große Auswahl für werdende Mamas

Es werden sehr attraktive Schmuckstücke geboten mit Motiven für werdende Mütter und mit diesen kannst du zeigen, wie stolz du auf deinen Babybauch und dein heranwachsendes Kind bist. Ganz besonders trendy sind beispielsweise Schmuckstücke mit kleinen Anhängern, die sich in einer vielschichtigen Auswahl präsentieren.

Da die meisten der Schwangerschaftspiercings aus PTFE-Kunststoff hergestellt werden, musst du keine Allergie befürchten, denn hier ist eine hohe Hautverträglichkeit gewährleistet. Zwar ist der Stab kürzbar, aber aufgrund der Bequemlichkeit solltest du den Stab doch besser länger halten und nicht zu kurz abschneiden. Es ist immer von Vorteil, wenn der Stab länger ist, denn dann drückt nichts während der Schwangerschaft.

Tipp: Keinesfalls solltest du auf eine regelmäßige Reinigung verzichten, denn gerade in der Schwangerschaft sollte die Hygiene im Mittelpunkt stehen. So können Entzündungen vermieden werden, die für dich schädlich sein können ebenso wie für dein ungeborenes Kind.

💪 Was passiert mit dem Piercingloch nach der Schwangerschaft?

Wenn du dich während der Schwangerschaft doch lieber deiner Piercings entledigst, dann musst du keine Sorge haben, dass das Loch zwangsläufig zuwächst, selbst wenn das Piercing einige Monate draußen bleibt. Sollte es doch dazu kommen, dann kann der Piercer das Loch zwei bis drei Monate nach der Geburt vorsichtig dehnen und dann kann der flacher werdende Bauch auch wieder mit einem Piercing verziert werden.

Wird das Piercing während der Schwangerschaft herausgenommen, dann wird der Stichkanal in den meisten Fällen zuwachsen. Um das zu verhindern, kannst du entweder ein Piercing mit flexiblem Kunststoff-Stab nutzen und so deinen Babybauch attraktiv in Szene setzen oder aber einen sogenannten Retainer nutzen.

🌸 Prominentes Beispiel: Sarah Engels machte es vor

Auch Ex-DSDS-Star Sarah Engels hat es vorgemacht. Sie posierte während ihrer ersten Schwangerschaft auf einem Foto, wo ihr Piercing deutlich zu erkennen war – und hat dafür einen regelrechten Shitstorm geerntet. Doch sie beruhigte ihre Fans und erklärte, dass es sich dabei um ein Schwangerschaftspiercing handelt.

Eines ist sicher: Wird das normale Piercing während der Schwangerschaft getragen, dann kann es zu Ausreißungen kommen und das zweite Risiko kommt durch die hormonellen Veränderungen, mit denen sich die Entzündungsgefahr extrem erhöht – auch für die älteren und bereits verheilten Piercings.

Häufig gestellte Fragen

Was ist überhaupt ein Schwangerschaftspiercing?

Der Begriff Schwangerschaftspiercing umschreibt einen Piercingschmuck, der ein verlängertes und gleichzeitig flexibles Zwischenstäbchen beinhaltet, welches sich an den Bauchumfang anpasst bzw. anpassen lässt. Üblicherweise wird ein Schwangerschaftspiercing aus PTFE gefertigt. PTFE ist absolut flexibel und neutral in Bezug auf Unverträglichkeiten, Allergien und Entzündungen. Dazu kommt, dass die Oberfläche des Materials so glatt ist, dass es nicht zu Anhaftungen kommt.

Ab wann sollte ich ein Schwangerschaftspiercing verwenden?

Frauenärzte raten im Allgemeinen dazu, das Schwangerschaftspiercing ab dem vierten oder fünften Monat einzusetzen. Denn sobald dein Bauch beginnt zu wachsen, entsteht viel Spannung auf der Haut und ganz speziell rund um den Bauchnabel. In dem Moment ist ein Standard-Bauchnabelpiercing zu kurz, um länger in die ausgedehnte Haut zu passen. Bei einem Schwangerschaftspiercing ist der Stab ungefähr 25 mm lang und so flexibel, dass er sich biegt und die gepiercte Haut nicht beschädigt.

Kann ich mir während der Schwangerschaft ein neues Bauchnabelpiercing stechen lassen?

Nein, es ist keinesfalls empfehlenswert, in der Schwangerschaft ein Bauchnabelpiercing stechen zu lassen oder überhaupt irgendeine Art von Piercing – und das gilt für die kompletten neun Monate! Der Grund dafür ist die Infektionsgefahr und der Fakt, dass dein Körper in der Zeit der Schwangerschaft mit etwas ganz anderem beschäftigt ist, als das neue Piercingloch verheilen zu lassen. Selbst wenn von der Gesundheit des Babys abgesehen wird, ist es sehr wahrscheinlich, dass das Piercing wieder zuwächst, da der Bauch am Wachsen ist.

Was passiert, wenn ich mein herkömmliches Nabelpiercing behalte?

Behältst du dein herkömmliches Bauchnabelpiercing bei, wird es früher oder später dazu kommen, dass die Haut an der Stelle einreißt, wo sich das Piercing befindet. Denn die Haut dehnt sich in den neun Monaten Schwangerschaft um circa 20 bis 30 Zentimeter. Ein starres Schmuckstück aus Metall wird dann irgendwann durch die Überdehnung der Haut diese einreißen lassen und in den Löchern verschwinden, sofern der Stichkanal das zulässt. Die Folge davon wäre eine operative Entfernung des Bauchnabelpiercings. Zudem kann es durch die hormonellen Veränderungen zu Unverträglichkeiten kommen, beispielsweise gegen Metall.

Wächst das Piercingloch zu, wenn ich es während der Schwangerschaft herausnehme?

Du musst keine Sorge haben, dass das Loch zwangsläufig zuwächst, selbst wenn das Piercing einige Monate draußen bleibt. Sollte es doch dazu kommen, dann kann der Piercer das Loch zwei bis drei Monate nach der Geburt vorsichtig dehnen und dann kann der flacher werdende Bauch auch wieder mit einem Piercing verziert werden.

Muss ich mein Brustwarzenpiercing während der Schwangerschaft entfernen?

In der Schwangerschaft kannst du dein Brustwarzenpiercing behalten, solange es dich nicht stört. Spätestens im 6. Monat werden die Brüste für gewöhnlich empfindlich und produzieren teilweise sogar schon Vormilch – dann ist es an der Zeit, das Piercing zu entfernen. Aufgrund dessen, dass Piercings Entzündungen hervorrufen und vom Baby verschluckt werden können, dürfen die Brustwarzenpiercings erst wieder einige Wochen nach der Stillzeit eingesetzt werden.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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