Die Doula – Begleitung vor, während und nach der Geburt
Auf einen Blick
- Eine Doula ist eine geburtserfahrene Begleiterin ohne medizinische Ausbildung, die dich emotional durch Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett unterstützt
- Sie steht dir kontinuierlich zur Seite – anders als Hebammen, die oft mehrere Frauen gleichzeitig betreuen
- Die Kosten trägst du selbst, da Krankenkassen die Begleitung nicht übernehmen – Preise werden individuell vereinbart
Schwanger zu sein bedeutet Freude, aber auch Unsicherheit und tausend Fragen. Vielleicht wünschst du dir jemanden an deiner Seite, der genau weiß, wie sich das alles anfühlt – weil sie es selbst erlebt hat. Eine Doula kann genau diese Vertraute sein, die dich durch diese aufregende Zeit begleitet.
🌸 Was ist eine Doula?
Der Begriff „Doula" stammt aus dem Altgriechischen und bedeutete ursprünglich „Dienerin". Heute ist eine Doula jedoch keine Dienerin, sondern eine erfahrene Begleiterin durch deine Schwangerschaft. Schon seit Jahrtausenden stehen geburtserfahrene Frauen jungen werdenden Müttern zur Seite und geben ihnen Sicherheit und Kraft.
Wenn du von deiner Schwangerschaft erfährst, sind da Freude, Sorgen und auch Unsicherheit. Vielleicht suchst du nach Literatur oder fragst Freunde um Rat. Vielleicht bist du mit deinen Gedanken aber auch allein. Viele Frauen wünschen sich eine Vertrauensperson, die ihre Fragen beantwortet und dafür sorgt, dass sie mit Sicherheit und Vertrauen durch Schwangerschaft und Geburt gehen können.
In Deutschland gibt es Doulas erst seit rund zehn Jahren – der Trend ist noch nicht so verbreitet wie in den USA. Dort haben Doulas bereits einen sehr wichtigen Stand, da es noch schwieriger ist, eine Hebamme zu finden als hierzulande. Einer der bekanntesten Ansprechpartner zu dieser Thematik ist John Kennell, Autor des „Doula Book".
Gut zu wissen: Eine Doula ist nicht nur für die Geburtsbegleitung da. Sie unterstützt dich auch bereits während der Schwangerschaft und im Wochenbett.
💪 Was sind die Aufgaben einer Doula?
Die Aufgaben einer Doula lassen sich nicht so einfach zusammenfassen. Es handelt sich um eine emotionale Hilfe, die viele Aufgaben übernimmt. Dabei steht sie nicht nur dir als werdende Mutter zur Verfügung, sondern auch werdenden Vätern. Sehr oft wird vergessen, dass auch der werdende Vater in einer emotionalen Ausnahmesituation ist – und das nicht nur bei der Geburt.
Die wichtigsten Aufgabenbereiche:
- Betreuung während der Schwangerschaft: Eine Doula kann dich von Anfang an unterstützen und dafür sorgen, dass du ernst genommen wirst. Sie ist bei Fragen und Unsicherheiten zur Schwangerschaft an deiner Seite, hört dir zu und zeigt dir auch, wo es Unterstützung gibt.
- Geburtsvorbereitung: Die Geburtsvorbereitung ist ein wichtiges Thema, das dich vor dem Geburtstermin wahrscheinlich sehr umfangreich beschäftigt. Das Gute ist, dass eine Doula genau weiß, wovon du sprichst, denn sie hat selbst schon eines oder auch mehrere Kinder auf die Welt gebracht, lag im Wochenbett und kennt den Geburtsverlauf. Sie beantwortet Fragen rund um die Entbindung und die Zeit davor sowie danach sehr ehrlich.
- Geburtsbegleitung: Eine Doula steht Gebärenden zur Seite. Sie bietet eine Rufbereitschaft an und ist daher auch eine verlässliche Begleiterin bei der Geburt. Ihre Anwesenheit hat auf viele Frauen eine beruhigende Wirkung. Je nach Vereinbarung steht sie bis über die gesamte Geburtsdauer zur Verfügung.
- Begleitung im Wochenbett: Das Wochenbett ist eine Zeit, in der du vermutlich sehr viel Beistand brauchst. Auch hier ist die Doula eine Ansprechpartnerin, die immer zur Verfügung steht. Das kontinuierliche Angebot, einfach zuzuhören und Fragen zu beantworten, ist eine ideale Ergänzung zur Betreuung durch die Hebamme.
Achtung: Eine Doula kann auch eine Begleiterin bei der Hausgeburt oder im Geburtshaus sein. Sie ersetzt jedoch keine Hebamme.
📚 Was für eine Ausbildung hat eine Doula?
Eine Doula ist eine geburtserfahrene Frau, die dich auch im Kreißsaal zur Seite stehen kann. Um Doula zu werden, muss eine Frau wenigstens ein Kind auf die Welt gebracht haben und auch schon älter als 25 Jahre sein. Es handelt sich nicht um eine medizinische Ausbildung – Doulas nehmen an einer Weiterbildung teil. Zudem informieren sie sich selbst sehr umfangreich über alle wichtigen Themen rund um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett.
Eine Weiterbildung zur Doula kann über den GfG in Anspruch genommen werden. Es handelt sich um die Gesellschaft für Geburtsvorbereitung. Die Weiterbildung wird an verschiedenen Standorten angeboten, unter anderem in München und in Berlin.
Bei einer Doula geht es vor allem darum, dass sie zu einer Vertrauten wird. Eine wichtige Eigenschaft, die sich nicht in einer Ausbildung erreichen lässt, ist das Einfühlungsvermögen – nur wer sich auf die Belange, Wünsche und Sorgen der werdenden Mutter einlassen kann, ist für diesen Beruf geeignet.
💰 Wie sieht es mit den Kosten für eine Doula aus?
Wenn du eine Doula in Anspruch nehmen möchtest, solltest du wissen, dass die Kosten nicht durch die Krankenkassen übernommen werden. Die Krankenkassen tragen die Kosten für eine Hebamme – aber auch nur für bestimmte Leistungen. Das heißt, die Gebühren für die Doula trägst du selbst.
Wie hoch diese Kosten sind, ist ganz unterschiedlich. Daher ist es grundsätzlich wichtig, dass du dir die Frage stellst, was du von einer Begleitung erwartest. Möchtest du die Doula von Beginn der Schwangerschaft an an deiner Seite haben? Oder suchst du vor allem eine Begleitung für die Geburt? Ein erstes Gespräch ist unbedingt notwendig. Hier erfährst du mehr darüber, welche Angebote durch die Doula zur Verfügung gestellt werden und welche Kosten sie aufruft.
Den Preis für ihre Dienste kann sie selbst festlegen. Es gibt keine Preisliste, an der sich orientiert wird. Stattdessen berechnet die Doula natürlich ihren Aufwand und die Kosten, die für sie anfallen. Oft ist es so, dass die Kosten auf die finanziellen Mittel der werdenden Eltern angepasst werden. Das heißt, wenn die Doula feststellt, dass du ihre Dienste gerne nutzen möchtest, es dir aber nicht leisten kannst, wird sie vermutlich weniger Geld nehmen.
Tipp: Der Verein der Doulas in Deutschland bietet Unterstützung an. Du kannst einen Antrag auf anteilige Kostenübernahme stellen und prüfen lassen, ob diese Übernahme möglich ist.
🔍 Was unterscheidet die Doula von einer Hebamme?
Eine der relevantesten Fragen ist natürlich, warum du eine Doula in Anspruch nehmen solltest, wenn du eine Hebamme hast. In dem Zusammenhang ist es wichtig zu schauen, wo eigentlich die Unterschiede liegen.
Die wichtigsten Unterschiede:
Die Doula hat keine medizinische Ausbildung und kann nicht als Geburtshelferin agieren. Das heißt, sie bringt keine Kinder auf die Welt. Sie kann bei einer Geburt dabei sein, wird aber diese nicht leiten und auch keine medizinischen Handlungen durchführen.
Die Doula ist jedoch immer an deiner Seite. Sie betreut nur dich, das heißt, sie verlässt den Kreißsaal nicht. Bei einer Hebamme ist das anders. Oft betreut sie zeitgleich mehrere Frauen und kann nicht die gesamte Geburt über an der Seite einer werdenden Mutter sein.
Eine Doula gibt dir sehr viel Kraft und hilft dir dabei, auf deinen Körper zu hören. In einigen Fällen kann sie so sogar dafür sorgen, dass ein Kaiserschnitt vermieden wird. Die Kaiserschnittrate ist in jedem Krankenhaus anders. Es gibt viele medizinische Indikatoren. Ein Kaiserschnitt wird von Frauen aber teilweise auch dann gewünscht, wenn sie die Kraft verlässt. Möglicherweise kann es dir helfen, jemanden an deiner Seite zu haben, der dieses Gefühl kennt und auch schon einmal erlebt hat.
Gut zu wissen: Eine Hebamme und eine Doula sind keine Konkurrenten, sie ergänzen sich. Eine gute Hebamme geht ebenfalls auf deine Gedanken ein und beantwortet deine Fragen. Eine Doula ist eine ideale Ergänzung. Sie geht oft noch tiefer in die Materie, steht nicht unter Zeitdruck und bietet eine Betreuung 1:1 an.
🌸 Für wen ist eine Doula geeignet?
Vielleicht stellst du dir die Frage, ob eine Doula für dich geeignet ist. Möglicherweise hast du gerade erst davon gehört, dass es eine solche Begleitung gibt und bist nicht sicher, ob dies für dich ein guter Weg ist. Es ist nie verkehrt, ein Gespräch in Ruhe zu führen.
Die meisten Frauen wünschen sich, dass ihre Schwangerschaft und Geburt selbstbestimmt ist. Du möchtest dich auf deinen Körper verlassen können. Bis zum errechneten Geburtstermin ist es nach dem positiven Schwangerschaftstest ein langer Weg. Es handelt sich um eine sogenannte Geburtsreise.
Diese Geburtsreise gehst du allein, mit deinem Partner, mit Freunden, mit der Hebamme und dem Gynäkologen. Du kannst auf der Reise aber auch eine Doula mitnehmen. Gut geeignet ist sie eigentlich für jede Frau, die gerne mehr über ihren Körper und ihre Schwangerschaft erfahren möchte. Wenn du offen dafür bist, mit einem Menschen zu sprechen, der selbst schon viele Erfahrungen mit der Schwangerschaft und Geburt gemacht hat, ist eine Doula eine sehr gute Ansprechpartnerin.
Es ist aber auch verständlich, wenn du noch sehr unsicher bist. Es ist eine ganz neue Situation für dich. Du stehst vor einer einschneidenden Veränderung in deinem Leben. Ein Kind zu bekommen ist immer ein Abenteuer – dabei ist es ganz egal, ob du das erste oder auch das dritte und vierte Kind bekommst. Nicht immer ist es nur Unsicherheit, die in einer Schwangerschaft dafür sorgt, dass du dir Sorgen machst. Es sind so viele Akzente, die sich am Anfang noch gar nicht greifen lassen.
🖤 Sicherheit und Wohlbefinden stehen im Fokus
Für eine gute Doula ist es wichtig, dass sie für eine werdende Mutter eine besondere Umgebung schafft. Diese Umgebung soll sie einhüllen und für Ruhe und Entspannung sorgen. Wenn du schwanger bist, dann kann es sein, dass jeder gute Tipps für dich hat. Tipps sind natürlich eine nett gemeinte Hilfe. Gleichzeitig können sie aber auch verunsichern. Ein sicherer Hafen, in den du immer wieder fahren kannst, ist eine gute Lösung. Diese Lösung bietet dir eine Doula.
Du solltest vom Gedanken abkommen, dass eine Doula für eine perfekte Geburt sorgen kann. Sie kann auch keine Fehlgeburt verhindern. Sie kann jedoch für dich da sein und das in jeder Lage. Eine ihrer wichtigsten Aufgaben ist es, Schwangere zu ermutigen. Es geht um den Mut, die eigenen Wünsche in den Vordergrund zu stellen.
Gerade bei der Geburt ist das ein schwieriges Thema. Noch immer finden viele Geburten nicht selbstbestimmt statt. Stattdessen wirst du vielleicht in Situationen gebracht, die du gar nicht möchtest, gegen die du dich aber auch nicht wehren kannst. In diesen Situationen ist die Doula deine Stimme und handelt in deinem Interesse.
📅 Wie erfolgt eine Betreuung durch die Doula?
Die Betreuung ist ganz unterschiedlich. Es gibt Doulas, die vor allem für die Geburt zur Verfügung stehen. Es gibt aber auch Doulas, die mit Beginn der Schwangerschaft ihre Dienste anbieten. Alles beginnt mit einem ersten Gespräch. Bei diesem Gespräch geht es darum, sich kennenzulernen. Es ist ganz besonders wichtig, dass du ein gutes Gefühl hast und die Doula dir sympathisch ist. Bei dem Treffen beantwortet sie deine Fragen und hilft dir, ein Bild von ihrer Arbeit zu bekommen.
In einem Abstand von rund vier Wochen um den errechneten Geburtstermin steht sie dir mit der Rufbereitschaft zur Verfügung. Sie ist dann bei der Geburt an deiner Seite. Auch nach der Geburt kommt sie zu dir und das bis zu einem Alter von drei Monaten des Babys.
Am Anfang ist es gar nicht so einfach, die Leistungen einer Hebamme und einer Doula auseinanderhalten zu können. Du wirst jedoch schnell den Unterschied in den Gesprächen bemerken.
Tipp: Informiere dich einfach, ob es in deiner Umgebung Angebote gibt und vereinbare ganz unverbindlich ein erstes Gespräch. So kannst du herausfinden, ob die Chemie stimmt.
✨ Fazit: Eine besondere Art der Begleitung durch die Geburt
Eine Schwangerschaft und eine Geburt sind ein sehr natürlicher und naturverbundener Prozess. Du lernst dich, deinen Körper und deine Seele noch einmal auf eine ganz andere Weise kennen. Du entwickelst Freude, Sorge und Unsicherheit. Hier einen Gesprächspartner an deiner Seite zu haben, der dich auffängt, dir in diesem Zusammenhang einen Halt gibt und für dich da ist, ist besonders wertvoll.
Natürlich sind die Hebamme und auch der Gynäkologe wichtige Partner in der Schwangerschaft. Möchtest du aber in eine sehr selbstbestimmte Richtung gehen und noch mehr über dich lernen, kann es für dich vielleicht ein richtiger Weg sein, eine Doula in Anspruch zu nehmen.
Häufig gestellte Fragen
Ersetzt eine Doula die Hebamme?
Nein, eine Doula ersetzt keine Hebamme. Sie hat keine medizinische Ausbildung und kann keine Geburt leiten oder medizinische Handlungen durchführen. Sie ergänzt die Hebamme durch kontinuierliche emotionale Begleitung und ist ausschließlich für dich da.
Wann sollte ich Kontakt zu einer Doula aufnehmen?
Am besten nimmst du frühzeitig Kontakt auf, wenn du eine Begleitung ab Beginn der Schwangerschaft wünschst. Für eine reine Geburtsbegleitung reicht es auch, einige Monate vor dem errechneten Geburtstermin ein erstes Gespräch zu führen.
Was kostet eine Doula ungefähr?
Die Kosten sind sehr unterschiedlich und werden individuell vereinbart. Viele Doulas passen ihre Preise an die finanziellen Möglichkeiten der Familien an. Der Verein der Doulas in Deutschland bietet zudem Unterstützung bei der Finanzierung an.
Kann mein Partner trotzdem bei der Geburt dabei sein?
Ja, auf jeden Fall! Eine Doula unterstützt auch den werdenden Vater und entlastet ihn emotional. Sie ist eine Ergänzung, kein Ersatz für den Partner bei der Geburt.
Muss eine Doula selbst Kinder haben?
Ja, um Doula zu werden, muss eine Frau mindestens ein Kind auf die Welt gebracht haben und älter als 25 Jahre sein. Diese eigene Geburtserfahrung ist eine wichtige Voraussetzung für die Tätigkeit.
Wo finde ich eine Doula in meiner Nähe?
Der Verein der Doulas in Deutschland und die Gesellschaft für Geburtsvorbereitung (GfG) können dir weiterhelfen. Dort findest du Kontakte zu ausgebildeten Doulas in deiner Region.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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