Scheidenpilz in der Schwangerschaft – Ursachen & Behandlung
Auf einen Blick
- Scheidenpilz tritt in der Schwangerschaft häufiger auf, ist aber meist ungefährlich für dein Baby
- Typische Symptome sind Juckreiz, Brennen und weißlicher Ausfluss
- Eine schnelle Behandlung mit geeigneten Salben oder Zäpfchen ist wichtig, um Folgeinfektionen zu vermeiden
Juckreiz, Brennen und ein unangenehmes Gefühl im Intimbereich – viele Schwangere kennen diese Beschwerden. Eine Pilzinfektion ist zwar lästig, aber mit der richtigen Behandlung schnell in den Griff zu bekommen. Wichtig ist, dass du die Symptome ernst nimmst und zeitnah abklären lässt.
🔍 Was genau ist ein Scheidenpilz?
Scheidenpilz wird von Hefepilzen ausgelöst. Am häufigsten ist es der Erreger „Candida albicans". Auch in der normalen gesunden Scheidenflora befinden sich Hefepilze der Familie Candida. Zusätzlich leben in der Vagina spezielle Milchsäurebakterien, die dafür sorgen, dass sich die Pilze nicht unkontrolliert vermehren.
Unter bestimmten Umständen kann die normale Scheidenflora aber aus dem Gleichgewicht geraten. Dann vermehrt sich der Candida albicans unkontrolliert. Dann spricht man von einem Scheidenpilz. Andere Bezeichnungen sind Vaginalmykosen oder Soorinfektionen.
Häufige Ursachen für Scheidenpilz
- Luftundurchlässige Kleidung
- Falsche Intimhygiene
- Ein geschwächtes Immunsystem
- Ein unkontrollierter Diabetes
- Ein hoher Östrogenspiegel
- Antibiotika-Einnahme (tötet auch gute Bakterien ab)
Gut zu wissen: In der Schwangerschaft verändern die Hormone die Zellen in deiner Vagina. Sie haben dann einen höheren Zuckergehalt – ein idealer Nährgrund für Pilze. Gleichzeitig ist dein Immunsystem herunterreguliert, um dein Baby zu schützen. Deshalb sind Pilzinfektionen jetzt häufiger.
🌸 Wie erkennst du einen Scheidenpilz?
Auch wenn eine Scheidenpilzerkrankung nicht unbedingt gefährlich ist, kann das Krankheitsbild doch sehr unangenehm werden. Typische Symptome für einen Scheidenpilz umfassen die folgenden Punkte:
- Juckreiz
- Brennen
- Rötung
- Schwellung
- Weißlicher, stückiger Ausfluss
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Probleme beim Wasserlassen
Achtung: Auch wenn es typische Symptome für einen Vaginalpilz gibt, sollten sie doch professionell abgeklärt werden. Nicht jede Vaginalinfektion und jeder Juckreiz wird durch einen Hefepilz ausgelöst. Dein Arzt kann einen Abstrich machen und eine Pilzkultur anlegen. Damit kann die genaue Art der Besiedlung der Schleimhaut bestimmt werden. Auch Mischinfektionen können so entdeckt werden.
👶 Ist Scheidenpilz gefährlich für dein Baby?
Scheidenpilz ist in der Regel nicht gefährlich, wenn du schwanger bist. Dein Kind wird davon nicht beeinträchtigt. Eine Infektion mit einem Scheidenpilz führt auch nur in seltenen Fällen direkt zu frühzeitigen Wehen.
Trotzdem sollte die Infektion schnell behandelt werden, weil es sein kann, dass es durch die Pilzinfektion und die Störung des Säurehaushalts der Vagina zu anderen Erkrankungen kommt. Dann kann die Scheide mit gefährlichen Bakterien besiedelt werden. Diese können wiederum zu Fehl- oder Frühgeburten führen.
Eine Pilzinfektion selbst schadet dem Baby nicht, aber ich rate immer zur schnellen Behandlung. So vermeidest du Folgeinfektionen und kannst die Geburt entspannt angehen.
Ansteckung bei der Geburt
Darüber hinaus kann sich das Baby auch bei der Geburt anstecken. Das ist für das Kind meist nicht gefährlich, kann aber sehr unangenehm sein. Ein Soor bei Neugeborenen kann sich im Mund- und Rachenraum ausbreiten. Auch eine Windeldermatitis ist möglich. Eine Behandlung mit einem Antipilzmittel wirkt jedoch meist schnell. Stillende Frauen sollten auch immer die Brustwarzen mit behandeln.
💊 Wie wird Scheidenpilz in der Schwangerschaft behandelt?
Scheidenpilz kann in der Schwangerschaft wie üblich behandelt werden. Es ist aber immer sinnvoll einen Rat deines Frauenarztes oder deiner Frauenärztin einzuholen. Die Fachpersonen können am besten einschätzen, welches Mittel das richtige zur Behandlung der Infektion ist. Auch die genaue Länge der Anwendung wird vom Gynäkologen festgelegt.
Typische Behandlungsmethoden
In der Regel werden dir Salben oder Cremes verschrieben. Ergänzend werden meist Tabletten zum Einführen in die Scheide genutzt. Auch Zäpfchen sind eine Möglichkeit. Antipilz-Medikamente können zum Beispiel den Wirkstoff Clotrimazol enthalten.
Viele Salben wirken lokal begrenzt und es gibt Präparate mit Wirkstoffen, die sich nicht negativ auf das Baby auswirken. Damit können die Mittel auch gut von Schwangeren angewendet werden. Antimykotika in Tablettenform sollten in der Schwangerschaft allerdings nur mit dem Finger und nicht mit dem sonst üblichen Applikator für Vaginaltabletten eingeführt werden.
Achtung: Du solltest auf Selbstexperimente mit angeblich sanften Heil- und Hausmitteln verzichten. Mittel mit Teebaumöl, Knoblauch oder Ringelblume können die Vaginalhaut zusätzlich reizen und damit die Situation noch weiter verschlimmern.
Nach der Behandlung: Scheidenflora aufbauen
Eine zusätzliche Milchsäurekultur nach der Behandlung kann helfen, die gesunde Vaginalflora wieder herzustellen. Durch die Milchsäure wird der pH-Wert in den idealen Bereich gebracht und die Vermehrung der nützlichen Milchsäurebakterien wird unterstützt. Auch in der Stillzeit kann das sehr hilfreich sein. Du solltest aber auch hier nicht in Eigenregie handeln.
Tipp: Neben der Behandlung deiner eigenen Infektion ist auch die Behandlung deines Partners wichtig. Ein Vaginalpilz kann auch übertragen werden und es entsteht ein Penispilz. Bleibt dieser unentdeckt, steckst du dich erneut an.
✨ So beugst du einer Pilzinfektion vor
Damit gar nicht erst eine Hefepilzinfektion entstehen kann, solltest du auf einige vorbeugende Maßnahmen achten. Es ist wichtig, dass du das Scheidenmilieu nicht störst und die Scheidenschleimhaut nicht austrocknet.
Hygiene-Tipps für den Intimbereich
- Reinige den Genitalbereich einmal täglich mit warmem Wasser, aber nicht öfter
- Verzichte auf eine Reinigung mit Scheidenspülungen oder Vaginalduschen
- Wenn du zusätzliche Mittel zum Waschen brauchst, nutze pH-neutrale Varianten für den Schambereich
- Trockne den Intimbereich immer gut ab
- Reinige dich immer von der Scheide zum After hin, sonst trägst du unter Umständen Keime aus dem Darm in den Scheideneingang
Kleidung und Wäsche
- Trage luftdurchlässige Kleidung und Slipeinlagen
- Wasche Handtücher, Slips und Waschlappen bei mindestens 60 °C
Ernährung und Scheidenflora
- Ernähre dich gesund und zuckerarm
- Unterstütze dein Scheidenklima mit einer Milchsäurekur, wenn dein Arzt dazu rät
Häufig gestellte Fragen
Wie schnell sollte ich bei Scheidenpilz in der Schwangerschaft zum Arzt gehen?
Du solltest Beschwerden schnell abklären lassen. Darüber hinaus ist auch eine Untersuchung im letzten Schwangerschaftsdrittel sinnvoll, wenn es keine Symptome gibt. Dann kann eine Therapie vor der Geburt erfolgen.
Kann Scheidenpilz von alleine wieder verschwinden?
Ein Scheidenpilz kann unter Umständen auch von alleine verschwinden. Allerdings solltest du gerade in der Schwangerschaft nicht auf eine spontane Heilung warten.
Kann eine Pilzinfektion Wehen auslösen?
Die Infektion mit dem Hefepilz löst an sich normalerweise keine Wehen aus. Sie kann aber zu einer zusätzlichen Infektion mit gefährlichen Bakterien führen, die Wehen verursachen können.
Ist mein Baby durch den Scheidenpilz in Gefahr?
Nein, dein Baby wird durch den Scheidenpilz selbst nicht beeinträchtigt. Wichtig ist aber eine schnelle Behandlung, um Folgeinfektionen mit gefährlichen Bakterien zu vermeiden.
Darf ich in der Schwangerschaft normale Pilzmittel aus der Apotheke verwenden?
Du solltest immer Rücksprache mit deinem Frauenarzt oder deiner Frauenärztin halten. Es gibt Präparate, die in der Schwangerschaft sicher sind, aber die Fachpersonen können am besten einschätzen, welches Mittel für dich das richtige ist.
Wie lange dauert die Behandlung eines Scheidenpilzes?
Die genaue Länge der Anwendung wird von deinem Gynäkologen festgelegt. In der Regel wirken die Mittel aber recht schnell und die Beschwerden bessern sich innerhalb weniger Tage.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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