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Herzförmige Gebärmutter – Uterus Bicornis

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 21.04.2026 Lesezeit 8 Min.
Herzförmige Gebärmutter – Uterus Bicornis

Auf einen Blick

  • Etwa 3 % der Frauen haben eine Gebärmutterfehlbildung – viele wissen nichts davon
  • 60-80 % der Schwangeren mit herzförmiger Gebärmutter haben keine Komplikationen
  • Die Fehlbildung entsteht bereits in der Embryonalphase durch unvollständiges Zusammenwachsen der Müller-Gänge

Viele Frauen erfahren erst durch Zufall oder nach wiederholten Fehlgeburten, dass ihre Gebärmutter eine besondere Form hat. Der medizinische Begriff Uterus bicornis klingt kompliziert – dabei ist diese herzförmige Gebärmutter eine der harmloseren Fehlbildungen. Hier erfährst Du, was das für Deine Schwangerschaft bedeutet und wann Du mit Deinem Arzt sprechen solltest.

🔍 Was ist eine herzförmige Gebärmutter?

Die Gebärmutter ist ein Hohlorgan, das medizinisch als Uterus bezeichnet wird. Eine normale Gebärmutter sieht aus wie eine umgedrehte Birne und liegt im Beckenbereich. Durchschnittlich ist sie etwa 7 cm lang – bei Frauen, die schon mehrmals entbunden haben, kann sie sogar bis zu einem Zentimeter größer sein.

Bei einer herzförmigen Gebärmutter (Uterus bicornis) handelt es sich um eine Uterusanomalie, also eine Fehlbildung der Gebärmutter. Die herzförmige Gebärmutter ähnelt einer normalen stark, hat aber an einer Stelle eine leichte Delle – daher der Name. Diese Form gehört zu den harmlosen Fehlbildungen.

Gut zu wissen: Etwa 3 % der Frauen sind von einer Uterusanomalie betroffen. Die genauen Zahlen sind nicht bekannt, da viele Schwangere nicht wissen, dass sie eine Gebärmutterfehlbildung haben.

🌸 Wie entsteht eine herzförmige Gebärmutter?

Die Entwicklung Deiner Gebärmutter beginnt bereits in der Embryonalphase. Verantwortlich dafür sind die sogenannten Müller-Gänge, die sich im Rumpfbereich des Embryos entwickeln. Bei einem Mädchen entstehen durch diese Müller-Gänge die Eileiter, die Vagina und die Gebärmutter.

Im Laufe der Schwangerschaft wachsen beide Müller-Gänge zusammen und bilden das Hohlorgan – Deine Gebärmutter. Verläuft dieses Zusammenwachsen nicht korrekt ab, kann es zu einer Fehlbildung kommen. Bei vielen Frauen mit einer Anomalie des Uterus ist eine Zweiteilung des Organs zu erkennen.

Mögliche Ursachen für die Fehlbildung

Die Ursachen für eine Uterusanomalie sind vielfältig:

  • Genetische Veranlagung
  • Gestörte Entwicklung des Embryos
  • Einnahme bestimmter Medikamente während der Schwangerschaft

👶 Wie verläuft die Schwangerschaft mit Uterus bicornis?

Die gute Nachricht zuerst: Frauen zwischen 60 und 80 % haben keinerlei Probleme, obwohl sie an einer herzförmigen Gebärmutter leiden. Genaue Zahlen kann man jedoch nicht nennen, da Frauen in der Schwangerschaft nicht routinemäßig auf diese Erkrankung untersucht werden.

Die meisten Frauen mit einer herzförmigen Gebärmutter können ganz normal schwanger werden und ihr Baby austragen. Wichtig ist nur, dass Du Dich regelmäßig untersuchen lässt und bei Unsicherheiten sofort mit Deinem Arzt sprichst.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

Bis heute wird das Risiko von Fehlgeburten und die Fruchtbarkeit bei einer herzförmigen Gebärmutter stark diskutiert. Einige Experten behaupten, dass durch die geringe Abwandlung der Gebärmutter keinerlei Einschränkungen gegeben sind. Andere Experten sagen, dass es zu Problemen bei der Austragung des Kindes kommen kann.

Achtung: Aufgrund der unterschiedlichen Expertenmeinungen ist es besonders wichtig, dass Du Dich mit Deinem Arzt besprichst und regelmäßig Deine Vorsorgeuntersuchungen wahrnimmst.

💪 Welche Probleme können auftreten?

Nicht immer treten Komplikationen in der Schwangerschaft auf. Zu den häufigsten Problemen bei Schwangeren mit einer herzförmigen Gebärmutter gehören:

  • Vorzeitige Wehen
  • Schwäche des Muttermundes (vorzeitiges Öffnen)
  • In seltenen Fällen: wiederholte Fehlgeburten (habitueller Abort)

Tipp: Bei späteren Schwangerschaften gibt es in der Regel keine weiteren Probleme mehr. Frauen, die zum wiederholten Male schwanger werden, haben kaum noch Symptome.

Chirurgischer Eingriff – ja oder nein?

Es ist möglich, eine Uterusanomalie mit Hilfe eines chirurgischen Eingriffs zu therapieren. Oftmals raten die Ärzte von einem solchen Eingriff jedoch ab, besonders wenn es bereits zu wiederholten Fehlgeburten gekommen ist.

Solltest Du Dich doch für einen chirurgischen Eingriff entscheiden, musst Du am Ende Deiner Schwangerschaft mit einem Kaiserschnitt rechnen. Das ist mit ein Grund, warum viele Ärzte von einer Operation dieser Art abraten.

🏥 Wie wird eine herzförmige Gebärmutter diagnostiziert?

Um herauszufinden, ob Du an einer Fehlbildung der Gebärmutter leidest, ist eine konkrete Untersuchung beim Arzt notwendig. Solltest Du beispielsweise schon eine Fehlgeburt erlebt haben, bei der die genauen Ursachen noch nicht erforscht wurden, besprich mit Deinem Arzt die Möglichkeit einer Gebärmutteranomalie.

Diese Untersuchungsmethoden gibt es

Dein Arzt kann Deine Gebärmutter mit verschiedenen Methoden genau untersuchen:

  • 3D-Ultraschall der Gebärmutter
  • Normaler Ultraschall
  • Ultraschall mit Flüssigkeit (diese wird vorher in die Gebärmutter gespritzt)
  • MRT (Magnetresonanztherapie)
  • Bauchspiegelung (Gebärmutterspiegelung)
  • Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung mit Endoskop)

Bei der Hysteroskopie wird ein Endoskop eingeführt und Deine Gebärmutter gespiegelt. Dadurch kann der Arzt sehen, ob eine Fehlbildung vorliegt oder Deine Gebärmutter normal gewachsen ist. Bei der Ultraschalluntersuchung mit Flüssigkeit wird diese in Deine Gebärmutter gespritzt, um genau zu schauen, ob Fehlbildungen da sind.

Tipp: Besprich die weitere Vorgehensweise der Untersuchung am besten mit Deinem Arzt. Dieser kann Dir genau sagen, mit welchem Vorgehen Du die besten Ergebnisse erzielen kannst.

✨ Fazit: Schwanger mit herzförmiger Gebärmutter

Grundsätzlich steht Deiner Schwangerschaft mit einer herzförmigen Gebärmutter nichts im Wege. Die meisten Frauen mit dieser Fehlbildung können problemlos schwanger werden und ihr Baby austragen. Wichtig ist allerdings, dass Du Dich regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen unterziehst und Dich ärztlich betreuen lässt.

In der Regel sind nur wenige Frauen von einer Gebärmutterfehlbildung betroffen. Solltest Du unsicher sein oder bereits eine Fehlgeburt erlebt haben, sprich offen mit Deinem Arzt über Deine Bedenken. Gemeinsam könnt ihr die beste Vorgehensweise für Deine individuelle Situation finden.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich mit einer herzförmigen Gebärmutter überhaupt schwanger werden?

Ja, die meisten Frauen mit einer herzförmigen Gebärmutter können problemlos schwanger werden. 60-80 % der betroffenen Frauen haben keinerlei Komplikationen während der Schwangerschaft.

Muss ich bei einer herzförmigen Gebärmutter per Kaiserschnitt entbinden?

Nicht unbedingt. Nur wenn Du Dich für einen chirurgischen Eingriff zur Korrektur der Gebärmutter entscheidest, ist am Ende der Schwangerschaft ein Kaiserschnitt notwendig. Ansonsten ist eine natürliche Geburt in den meisten Fällen möglich.

Wie merke ich, ob ich eine herzförmige Gebärmutter habe?

In der Regel merkst Du selbst nichts von der Fehlbildung. Die Diagnose erfolgt meist durch Zufall bei einer gynäkologischen Untersuchung oder nach wiederholten Fehlgeburten. Dein Arzt kann durch verschiedene Untersuchungsmethoden wie Ultraschall oder Hysteroskopie eine herzförmige Gebärmutter feststellen.

Erhöht eine herzförmige Gebärmutter das Risiko für Fehlgeburten?

Die Expertenmeinungen dazu sind unterschiedlich. Einige Studien zeigen kein erhöhtes Risiko, andere weisen auf mögliche Komplikationen hin. Wichtig ist, dass Du Dich regelmäßig untersuchen lässt und eng mit Deinem Arzt zusammenarbeitest.

Sollte ich meine herzförmige Gebärmutter operieren lassen?

Die meisten Ärzte raten von einem chirurgischen Eingriff ab, besonders wenn noch keine wiederholten Fehlgeburten aufgetreten sind. Besprich die Vor- und Nachteile einer Operation ausführlich mit Deinem Arzt, um die beste Entscheidung für Deine individuelle Situation zu treffen.

Wird bei jeder Schwangerschaft auf eine herzförmige Gebärmutter untersucht?

Nein, eine routinemäßige Untersuchung auf Gebärmutterfehlbildungen findet nicht statt. Deshalb wissen viele Frauen nicht, dass sie eine herzförmige Gebärmutter haben. Die Diagnose wird meist nur bei konkretem Verdacht oder nach Komplikationen gestellt.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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