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U9 Untersuchung: Was wird gemacht und wie Sie Ihr Kind vorbereiten

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 27.04.2026 Lesezeit 21 Min.
U9 Untersuchung: Was wird gemacht und wie Sie Ihr Kind vorbereiten

Auf einen Blick

  • Die U9 findet zwischen dem 60. und 64. Lebensmonat statt – die letzte große Vorsorge vor der Schule
  • Dauer: 30-45 Minuten für körperliche Untersuchung, Seh- und Hörtests, Motorik, Sprache und Beratung
  • Dein Kind sollte auf einem Bein hüpfen, Formen nachzeichnen, fließend sprechen und bis 10 zählen können

Die U9 ist ein besonderer Meilenstein: Dein Kind ist jetzt etwa fünf Jahre alt und steht kurz vor dem Schulstart. Diese umfassende Untersuchung zeigt dir, ob dein Kind körperlich, sprachlich und emotional bereit für die Schule ist. Hier erfährst du, was genau passiert, welche Fähigkeiten geprüft werden und wie du dein Kind am besten vorbereitest.

📅 Wann findet die U9 statt und was passiert bei Versäumnis?

Die U9 ist die zehnte Vorsorgeuntersuchung für Kinder und markiert einen wichtigen Meilenstein vor dem Schulbeginn. Mit dieser Untersuchung bekommst du eine letzte umfassende Beurteilung der Entwicklung deines Kindes, bevor der Schulstart beginnt.

Der richtige Zeitpunkt für die U9

Der empfohlene Zeitraum für die U9 liegt zwischen dem 60. und 64. Lebensmonat. Dein Kind ist dann etwa fünf Jahre alt. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten nur innerhalb dieses vorgegebenen Zeitraums.

Falls du den optimalen Zeitpunkt verpasst hast, gibt es eine Toleranzgrenze bis zum 66. Lebensmonat. Du hast also noch bis zu einem halben Jahr nach dem fünften Geburtstag Zeit, die U9 wahrzunehmen, ohne dass zusätzliche Kosten entstehen. Diese Toleranzzeit bietet Familien etwas Spielraum bei der Terminvereinbarung.

Nach Ablauf der Toleranzgrenze musst du die U9 als individuelle Gesundheitsleistung selbst bezahlen. Die Krankenkasse übernimmt dann keine Kosten mehr.

Achtung: Plane 30-45 Minuten für die U9 ein – sie ist deutlich umfangreicher als frühere Untersuchungen. Nimm dir Zeit und vermeide Termindruck danach.

Was passiert, wenn du die U9 vergisst?

Das Überwachungssystem für Vorsorgeuntersuchungen funktioniert in Deutschland systematisch. Familien mit Kindern bis zum sechsten Lebensjahr werden vom Gesundheitsamt zu jeder Untersuchung von U4 bis U9 schriftlich eingeladen.

Jede Vorsorgeuntersuchung in der Kinderarztpraxis wird an das Gesundheitsamt gemeldet. Erscheint dein Kind nicht zur U9, startet ein mehrstufiges Erinnerungsverfahren:

  1. Zwei Monate vor Ablauf der Toleranzgrenze verschickt das Landesfamilienbüro ein Erinnerungsschreiben an Familien, von denen keine Rückmeldung eingegangen ist
  2. Falls du auf dieses Schreiben nicht reagierst, werden einen Monat vor Ablauf der Toleranzgrenze die Daten deines Kindes an das zuständige Gesundheitsamt weitergegeben
  3. Das Gesundheitsamt nimmt dann zeitnah schriftlichen Kontakt auf, damit möglichst schnell ein Termin in einer ärztlichen Praxis vereinbart wird
  4. Bleibt auch dieser Kontaktversuch erfolglos, führt das Gesundheits- oder Jugendamt einen angekündigten Hausbesuch durch

Falls du bei der Kinderarztpraxis keinen Termin bekommst, kannst du die Untersuchung im Gesundheitsamt nachholen. Dort bist du gesetzlich verpflichtet, dir einen Termin anzubieten. Das sollte jedoch als Notlösung betrachtet werden, denn der behandelnde Kinderarzt kennt dein Kind über Jahre und kann die Entwicklungsschritte besser beurteilen.

🏥 Körperliche Untersuchung: Von Kopf bis Fuß

Bei der körperlichen Untersuchung verschafft sich deine Kinderärztin einen gründlichen Eindruck vom Gesundheitszustand deines Kindes. Verschiedene Körperbereiche und Organfunktionen werden dabei systematisch überprüft.

Größe, Gewicht und Körpermaße

Die Untersuchung startet mit den grundlegenden Körpermaßen. Körpergröße, Gewicht und Kopfumfang deines Kindes werden gemessen. Diese Werte trägt der Arzt ins gelbe Untersuchungsheft ein und vergleicht sie mit den vorherigen Messungen. So zeigt sich, ob dein Kind sich altersentsprechend entwickelt.

Die Daten werden in Wachstumskurven eingetragen. Sie zeigen, ob die körperliche Entwicklung im normalen Bereich liegt. Abweichungen können auf Ernährungsprobleme, Stoffwechselstörungen oder andere gesundheitliche Themen hinweisen. Der BMI wird ebenfalls ermittelt, um das Verhältnis von Größe zu Gewicht zu beurteilen.

Urinprobe und Blutdruckmessung

Du bringst eine Urinprobe deines Kindes mit. Die Probe kannst du von zu Hause mitbringen oder direkt in der Praxis abgeben lassen. Ein Toilettengang in der Arztpraxis funktioniert problemlos.

Der Urin wird auf mehrere Bestandteile untersucht:

  • Eiweiß
  • Blutbestandteile
  • Zucker
  • Bakterien

Diese Analyse hilft, Stoffwechselstörungen oder Nierenerkrankungen frühzeitig zu erkennen. Bei Auffälligkeiten oder Verdacht auf Krankheiten des Harntrakts wird der Urin genauer untersucht.

Der Blutdruck deines Kindes wird ebenfalls gemessen. Diese Standardmessung bei der U9 gibt Aufschluss über die Herz-Kreislauf-Gesundheit.

Tipp: Bringe die Urinprobe in einem sauberen, verschließbaren Behälter mit – am besten Morgenurin. Falls das nicht klappt, kann dein Kind auch vor Ort auf die Toilette gehen.

Herz, Lunge und innere Organe

Mit dem Stethoskop hört der Arzt Herz und Lunge ab. Dabei achtet er auf ungewöhnliche Geräusche, die auf Herzfehler oder Atemwegsprobleme hindeuten könnten. Die Atmung wird kontrolliert, damit sie regelmäßig und ohne Anstrengung erfolgt.

Der Bauch wird mit dem Stethoskop abgehört und abgetastet. Nabel- oder Leistenbrüche (Hernien) können so ausgeschlossen werden. Die Ärztin prüft, ob die Organe normal groß sind und ob dein Kind Schmerzen beim Abtasten zeigt.

Geschlechtsorgane und Analregion werden untersucht. Der Arzt achtet auf altersgerechte Entwicklung und mögliche Auffälligkeiten. Die Reflexe deines Kindes werden getestet, um die neurologische Entwicklung zu beurteilen. Die Muskeleigenreflexe zeigen, ob das Nervensystem richtig funktioniert.

Der gesamte Bewegungsapparat wird kontrolliert. Gelenke, Beweglichkeit und Körperhaltung deines Kindes werden geprüft. Fußstellung und Gangbild werden begutachtet, um Fehlstellungen oder Haltungsschäden zu erkennen.

Haut, Mund und Zähne

Die Haut wird auf Verletzungen, Blässe oder Hautveränderungen untersucht. Auffälligkeiten können auf Allergien, Ekzeme oder andere Hauterkrankungen hinweisen.

Bei der Untersuchung der Mundhöhle achtet der Arzt auf mehrere Aspekte. Kiefer, Nase und Augen werden kontrolliert. Besonders wichtig ist die Beurteilung möglicher Mund-, Zahn- und Kieferanomalien. Zähne und Mundschleimhaut werden genau betrachtet, um Karies oder Zahnfehlstellungen zu entdecken.

Bei Problemen mit der Zahngesundheit erhältst du entsprechende Beratung zur Kariesprophylaxe. Kinder haben bis zum sechsten Lebensjahr Anspruch auf sechs Früherkennungsuntersuchungen in der Zahnarztpraxis. Zahnärzte können das Kariesrisiko abschätzen, zur Mundhygiene beraten und Prophylaxe-Maßnahmen empfehlen.

👁️ Seh- und Hörtests: Wichtig für die Schule

Die Sinnesorgane deines Kindes stehen bei der U9 im Fokus. Sehvermögen und Hörvermögen werden sorgfältig getestet – unentdeckte Probleme können die Schule erheblich erschweren.

Sehtest: Fehlsichtigkeit rechtzeitig erkennen

Sehtests gehören zur U9 dazu, um Sehstörungen zu erkennen. Die Zahlen sind eindeutig: Etwa jedes zehnte Kind in Deutschland sieht schlecht. Das Problem: Rund zwei Drittel der Sehfehler bleiben lange unentdeckt. Kinder merken selbst nicht, dass sie schlecht sehen – ihnen fehlt der Vergleich.

Dein Kinderarzt nutzt altersgerechte Testverfahren. Bei Fünfjährigen kommt häufig der H-Test zum Einsatz. Dieser Sehschärfetest kann Amblyopie (Schwachsichtigkeit) diagnostizieren, die oft nur ein Auge betrifft. Statt Buchstaben zeigen Sehtafeln altersgerechte Symbole: Kreise, Häuser oder Äpfel.

Farb- und Stereotafeln testen den Farbsinn und das räumliche Sehen. Die Ärztin prüft, ob dein Kind Farben altersgerecht wahrnimmt und Entfernungen richtig einschätzt. Beim räumlichen Sehen verwendet sie postkartengroße Testtafeln mit schwarzen Punkten, die dreidimensionale Objekte bilden. Aus etwa 40 Zentimeter Entfernung soll dein Kind Figuren wie einen Stern oder ein Auto erkennen und benennen.

Viele Eltern unterschätzen, wie wichtig gutes Sehen für den Schulstart ist. Wenn dein Kind die Tafel nicht richtig erkennt oder beim Lesen Probleme hat, kann das schnell zu Frust führen. Lieber einmal zu viel zum Augenarzt als zu wenig!

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

Bei Auffälligkeiten erhältst du eine Überweisung zum Facharzt. Der Kinderarzt erkennt möglicherweise Anzeichen für eine Fehlsichtigkeit, aber nur die umfassende Untersuchung beim Augenarzt zeigt, ob dein Kind eine Brille braucht.

Nimm Verdacht auf Sehschwäche ernst! Je früher erkannt, desto besser lässt sie sich korrigieren. Bei Weitsichtigkeit kann sich die Sehkraft mit einer Brille sogar erheblich verbessern. Viele früh erkannte Sehschwächen lassen sich vollständig korrigieren.

Die häufigsten Sehfehler: Weitsichtigkeit (Hyperopie), Kurzsichtigkeit (Myopie), Hornhautverkrümmung (Astigmatismus), Schielen (Strabismus) und Schwachsichtigkeit (Amblyopie).

Hörtest und Sprachverständnis

Bei der U9 findet keine spezielle Audiometrie statt. Stattdessen befragt die Ärztin dich zum Hörvermögen deines Kindes. Diese Befragung zeigt, ob weitere Untersuchungen nötig sind.

Ab vier Jahren oder wenn dein Kind problemlos Kopfhörer trägt, sind Hörschwellenbestimmungen möglich – beide Ohren werden einzeln untersucht. Töne in verschiedenen Frequenzen und Lautstärken werden vorgespielt, beginnend mit leisen Tönen. Dein Kind meldet sich, sobald es einen Ton hört. Diese Tests erfolgen nur bei Auffälligkeiten in der Befragung oder im Alltag.

Das Sprachverständnis hängt eng mit dem Hörvermögen zusammen. Der Arzt achtet darauf, wie gut dein Kind gesprochene Anweisungen versteht und umsetzt. Sprachstörungen können mit Hörproblemen zusammenhängen – deshalb werden beide Bereiche meist gemeinsam untersucht.

Artikulationstests und Wortschatz-Überprüfung zeigen den Stand der Sprachentwicklung. Dabei berücksichtigt der Arzt die soziale, motorische und altersabhängige Entwicklung. Bei Auffälligkeiten erfolgt eine Überweisung an HNO-Arzt oder Logopäden.

💪 Motorik: Was dein Kind können sollte

Die motorischen Fähigkeiten stehen bei der U9 im Mittelpunkt. Dein Kinderarzt beobachtet, wie dein Kind verschiedene Bewegungsübungen meistert – sowohl grobmotorische als auch feinmotorische Aufgaben. Diese Tests zeigen, ob dein Kind körperlich fit für die Schule ist.

Grobmotorik: Laufen, Hüpfen und Balancieren

Der Arzt fordert dein Kind zu bestimmten Bewegungen auf. Auf einem Bein hüpfen sollte dein Kind können, rechts wie links, und dabei kurz das Gleichgewicht halten. Diese Übung prüft die Gleichgewichtsentwicklung.

Größere Bälle fangen gehört ebenfalls dazu. Das erfordert Hand-Augen-Koordination und die richtige Entfernungseinschätzung. Treppen steigen im Erwachsenenschritt – also wechselfüßig ohne Festhalten – sollte dein Kind schaffen.

Weitere Aufgaben sind rückwärts laufen und auf Zehenspitzen sowie Fersen gehen. Diese Bewegungen wirken einfach, verlangen aber gute Körperbeherrschung und Koordination. Schafft dein Kind diese Übungen noch nicht sicher, bedeutet das nicht automatisch eine Verzögerung. Manche Kinder entwickeln ihre Motorik langsamer als Gleichaltrige.

Tipp: Fördere die Grobmotorik spielerisch im Alltag: Hüpfkästchen auf dem Gehweg, Seilspringen, Trampolinspringen oder ein kleiner Hindernisparcours im Garten trainieren Koordination und Gleichgewicht ganz nebenbei.

Rhythmische Bewegung, Klettern und Ballspiele fördern die motorische Entwicklung. Hüpfspiele wie Hüpfkästchen, Seilspringen oder Trampolinspringen stärken Sprungkraft, Koordination und Ausdauer. Balancieren trainiert den Gleichgewichtssinn und das Körperbewusstsein – dabei lernen Kinder ihre Muskeln gezielt an- und entspannen.

Klettergerüste und Kletterwände stärken Arm- und Beinmuskulatur sowie das Selbstbewusstsein. Klassische Fangspiele fördern Ausdauer, Schnelligkeit und Reaktionsfähigkeit. Ein kleiner Hindernisparcours im Garten oder Park trainiert Beweglichkeit und Geschicklichkeit durch Springen, Klettern, Kriechen und Balancieren auf verschiedenen Untergründen.

Feinmotorik: Malen, Schneiden und Stifthaltung

Mal- und Schneidaufgaben prüfen die Feinmotorik. Kreise, Quadrate und Dreiecke nachzumalen sollte dein Kind schaffen. Perfektion ist nicht gefragt – die Grundformen müssen nur erkennbar sein. Das Ausmalen dieser geometrischen Figuren gehört zum Test.

Besonders wichtig ist das Zeichnen eines Menschen. Wie detailliert dein Kind die Figur darstellt, zeigt die kognitive Entwicklung und die Fähigkeit, komplexe Formen zu erfassen.

Die Stifthaltung wird genau beobachtet. Mit fünf Jahren sollte dein Kind den Stift wie ein Erwachsener halten. Der Dreipunktgriff – Daumen und Zeigefinger greifen den Stift, der auf dem vorderen Glied des Mittelfingers liegt – ermöglicht ermüdungsfreies Schreiben.

Das Schneiden mit der Kinderschere entlang einer geraden Linie sollte klappen. Diese Fertigkeit verlangt, dass beide Hände unterschiedliche Bewegungen ausführen. Die Handmotorik zählt zu den kompliziertesten Bewegungen – für die Stiftführung müssen mehr als 30 Muskeln und 17 Gelenke präzise zusammenarbeiten.

Viel Malen und Basteln unterstützt die Feinmotorikentwicklung. Auch Perlen auffädeln, Kneten, Backen, Kleben, Schneiden, Häkeln und Falten fördern Handmotorik und Geschicklichkeit. Zeigt dein Kind Schwierigkeiten bei diesen Aufgaben, lässt häufig Dinge fallen oder hat Probleme beim Malen und Zeichnen, spricht der Arzt dies an und empfiehlt gegebenenfalls gezielte Fördermaßnahmen.

🗣️ Sprachentwicklung und kognitive Fähigkeiten

Bei der U9 steht die Sprachentwicklung deines Kindes im Mittelpunkt. Dein Kinderarzt überprüft, wie gut dein Kind spricht und ob es für die Schule bereit ist. Falls Auffälligkeiten auftreten, lassen sich diese durch gezielte Förderung meist noch gut beeinflussen.

Sprechen und Erzählen

Mit fünf Jahren spricht dein Kind fließend und zusammenhängend. Die Sprache ist jetzt vollständig entwickelt. Dein Kind beherrscht alle wichtigen Strukturen der deutschen Sprache und bildet komplexe Sätze mit Haupt- und Nebensätzen.

Der Wortschatz umfasst etwa 2.100 Wörter. Dein Kind redet über alles Mögliche, spielt mit Worten und äußert eigene Meinungen. Es erzählt von Erinnerungen und teilt Wünsche mit. Bekannte Wörter verwendet es sicher und spricht mit korrekter Betonung.

Besonders wichtig: Dein Kind kann Ereignisse in der richtigen Reihenfolge erzählen. Geschichten und Erlebnisse gibt es im logischen Ablauf wieder. Der Arzt bittet dein Kind, zu einem Bild eine Geschichte zu erfinden oder kurze Geschichten nachzuerzählen. Dabei achtet er auf ungestörten und logischen Sprachfluss. Dein Kind sollte von Erlebnissen berichten und einfache Witze erzählen können.

Die Ärztin prüft, ob dein Kind Präpositionen wie oben, unten, vor und auf richtig benutzt. Fragt dein Kind nach der Bedeutung von Wörtern, zeigt das gesundes Sprachinteresse. Bei Sprachtests muss dein Kind Wörter nachsprechen oder falsche Wörter korrigieren. Auch der, die, das und andere grammatische Formen werden überprüft.

Gut zu wissen: Bei Auffälligkeiten in der Sprachentwicklung erhältst du eine Überweisung zur Logopädie. Wichtig ist, mögliche Schwierigkeiten vor der Einschulung anzugehen, damit dein Kind den Schulstart problemlos meistert.

Farben, Formen und Zahlen erkennen

Dein Kind sollte mindestens drei Farben erkennen und benennen können. Die Kinder müssen Farben, Formen und Gegenstände richtig benennen. Diese einfach wirkende Aufgabe gibt wichtige Hinweise auf Wahrnehmung und Sprachverständnis.

Das Mengenverständnis sollte sicher entwickelt sein. Dein Kind kann Mengen bis 5 erkennen und bis 10 zählen. Kleine Rechenaufgaben oder das Nachsprechen von Zahlenfolgen gehören zum Test. Diese Fähigkeiten zeigen, ob mathematische Grundlagen verstanden sind.

Zusätzlich unterscheidet dein Kind Kreis, Dreieck und Viereck voneinander. Diese Formenerkennung testet sowohl die visuelle Wahrnehmung als auch das Benennen abstrakter Konzepte. Solche kognitiven Fähigkeiten sind wichtig für das spätere Lernen.

Den eigenen Namen schreiben

Dein Kind sollte seinen Namen schreiben können. Meist geschieht das in großen Druckbuchstaben. Falls das noch nicht klappt, ist das kein Grund zur Sorge. Manche Kinder entwickeln diese Fertigkeit etwas später.

Die Ärztin fragt nach Interessen und Ängsten deines Kindes. Diese Informationen helfen bei der rechtzeitigen Unterstützung. Alle genannten Fähigkeiten dienen als Orientierung, denn jedes Kind entwickelt sich individuell. Der Arzt berücksichtigt das bei der Beurteilung und gibt Förderempfehlungen.

🌸 Sozialverhalten und emotionale Entwicklung

Das Sozialverhalten und die emotionale Entwicklung stehen bei der U9 im Fokus. Dein Kinderarzt möchte wissen, wie sich dein Kind im Alltag verhält, wie es mit anderen Kindern spielt und welche emotionalen Fähigkeiten es entwickelt hat. Dafür befragt er dich zum Verhalten im Kindergarten, mit Freunden und in der Familie. Du und dein Kind könnt gemeinsam erzählen.

Falls du zur U8 einen Fragebogen zum Sozialverhalten von den Erziehern ausgefüllt bekommen hast, bring ihn mit zur U9!

Spielverhalten mit anderen Kindern

Mit fünf Jahren sollte dein Kind problemlos mit anderen Kindern spielen können. Es kann sich abwechseln, teilen und selbstständig Kontakte knüpfen. Freundschaften entstehen, auch wenn sie noch oft kurzlebig sind.

Gemeinsames Spielen ist wichtig für die Entwicklung deines Kindes. Dabei lernt es verschiedene Rollen auszuprobieren, auf andere zu reagieren und Kompromisse zu schließen. Dein Kind erfährt Vertrauen, Nähe und Freundschaft. Es lernt sich durchzusetzen, aber auch nachzugeben.

Konflikte beim Spielen sind völlig normal! Dabei lernen Kinder ihren Platz in der Gruppe zu finden, dass es verschiedene Meinungen geben kann und dass Spielregeln für alle gelten. Sie erfahren, dass man mal gewinnt und mal verliert oder dass Kompromisse möglich sind.

Manchmal reagieren Kinder noch mit Schubsen oder Treten, weil ihnen andere Lösungswege fehlen. Zeig deinem Kind immer wieder, dass Worte besser sind als Fäuste. Falls dein Vorschulkind noch sehr an Mama oder Papa hängt, kann das verschiedene Gründe haben – Schüchternheit oder starke Reizempfindlichkeit etwa.

Umgang mit Gefühlen und Enttäuschungen

Dein fünfjähriges Kind sollte seine Emotionen meist selbst regulieren können und kleinere Enttäuschungen verkraften. Den Umgang mit heftigen Gefühlen muss es aber erst noch lernen – dabei braucht es deine Unterstützung und klare Orientierung.

Grenzen sind wichtig: Wenn andere verletzt oder Dinge zerstört werden, musst du eingreifen. Trotz aller Fortschritte wird dein Kind immer wieder an seine Grenzen stoßen. Selbst Schulkinder brauchen noch deinen Trost, wenn die Gefühle überkochen.

Der Gehirnbereich für Gefühle ist von Geburt an vollständig entwickelt, der für die Vernunft braucht noch Jahre. Deshalb werden Kinder öfter von ihren Emotionen überflutet als Erwachsene.

Tipp: Geh offen mit Gefühlen um! Gib Gefühlsäußerungen Raum, sprich darüber und zeig deinem Kind, dass du seine Gefühle ernst nimmst. Lach niemals über die Gefühle deines Kindes – das kann sehr verletzend sein.

💉 Impfung und Beratungsgespräch bei der U9

Das Beratungsgespräch ist ein wichtiger Teil der U9. Dein Kinderarzt überprüft den Impfstatus und bespricht mit dir zentrale Themen zur Gesundheit und Sicherheit deines Kindes.

Welche Impfungen stehen an?

Der Impfschutz deines Kindes wird bei der U9 kontrolliert und nötige Auffrischungsimpfungen durchgeführt. Mit fünf Jahren sollten Kinder ihre erste Auffrischimpfung gegen Tetanus (Wundstarrkrampf), Diphtherie und Keuchhusten bekommen. Diese erfolgt direkt im Rahmen der U9-Untersuchung.

Dein Arzt berät dich zu allen empfohlenen Schutzimpfungen laut Impfkalender. Versäumte Impfungen kannst du jetzt nachholen: Poliomyelitis, Hepatitis B, Meningokokken C, Masern, Mumps, Röteln und Varizellen (Windpocken). Dabei orientiert sich der Arzt an den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission des Robert Koch-Instituts.

Bring das gelbe Untersuchungsheft mit! Dort werden alle Impfungen dokumentiert. Der Impfpass zeigt genau, welche Impfungen dein Kind bereits hat und welche noch fehlen.

Beratung zu Ernährung und Bewegung

Ernährung und Bewegung deines Kindes sind wichtige Gesprächsthemen. Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige körperliche Aktivität unterstützen die gesunde Entwicklung optimal! Dein Arzt gibt dir konkrete Tipps für gesunde Ernährungsgewohnheiten.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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