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Eltern Kind Turnen – Motorik fördernd oder totaler Schwachsinn?

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 09.03.2026 Lesezeit 13 Min.
Eltern Kind Turnen - Motorik fördernd oder totaler Schwachsinn?

Auf einen Blick

  • Eltern-Kind-Turnen richtet sich an Kinder von 1 bis 3 Jahren und fördert Motorik, Koordination und Selbstvertrauen
  • Die Kosten liegen bei 30 bis 80 Euro pro Jahr bei Sportvereinen
  • Viele Übungen lassen sich auch ganz einfach zu Hause durchführen

Dein Kleinkind klettert überall hoch, rennt durch die Wohnung und hat einen schier unendlichen Bewegungsdrang? Dann fragst Du Dich vielleicht, ob Eltern-Kind-Turnen eine sinnvolle Möglichkeit ist, diesen Bewegungsdrang zu kanalisieren – oder ob es sich dabei nur um einen überbewerteten Trend handelt. Wir zeigen Dir, was wirklich dahintersteckt.

🤸 Was ist Eltern-Kind-Turnen?

Eltern-Kind-Turnen ist ein bisschen mit dem Baby Schwimmen vergleichbar, bei dem Babys das Bewegungen im Wasser kennen lernen. Das Turnen hingegen findet an Land statt und bietet entsprechend viel mehr Möglichkeiten. Die Kinder üben in Begleitung ihrer Eltern in der Gruppe verschiedene körperliche Fähigkeiten wie Klettern, Hüpfen, Springen, Kriechen, Krabbeln, Slalom laufen und Balancieren. Dazu wird beispielsweise ein Parcours aufgebaut, auf dem sich die Kinder austoben können. Die Eltern machen mit und leisten gegebenenfalls auch mal Hilfestellung.

Begleitet werden die Übungen durch Reime und Lieder, bei denen alle Kinder mitsprechen oder mitsingen. Beim Eltern-Kind-Turnen steht der Spaß des Kindes ohne Leistungsdruck im Vordergrund. Nebenbei werden nicht nur die motorischen Fähigkeiten und die Kreativität des Kindes gefördert. Das Eltern-Kind-Turnen erleichtert es den Kindern im Schulalter verschiedene sportliche Aktivitäten anzufangen, da Hand-Augen-Koordination, Gleichgewicht, Kraft, Geschicklichkeit und Ausdauer schon vorhanden sind.

Gut zu wissen: In der Gruppe lernt Dein Kind andere Kinder kennen und schließt vielleicht neue Freundschaften. Das hat auch einen positiven Einfluss auf das Selbstvertrauen.

📅 Ab wann sollte man Eltern-Kind-Turnen machen?

Das Eltern-Kind-Turnen richtet sich regulär an Kinder im Alter von 1 bis 3 Jahren. In diesem Alter ist der Bewegungsdrang besonders stark ausgeprägt. Es gibt jedoch auch Kurse bis 4 oder 5 Jahre und welche, die sich bereits an Säuglinge richten. Die Babys wachsen dann wortwörtlich in die Kurse rein. Im Kindergarten-, Vorschul- und Grundschulalter werden altersgerechte Kinderturnkurse ohne Eltern angeboten.

👕 Was sollte man zum Eltern-Kind-Turnen anziehen?

Zum Eltern-Kind-Turnen eignen sich sowohl für das Kleinkind, als auch für Dich als Elternteil bequeme Klamotten, die genug Bewegungsfreiheit gewährleisten. Dazu kannst Du eine normale Stoff-, eine Jogging- oder Yogahose anziehen. Oft werden Stoppersocken mit einer Vollgummisohle empfohlen. Stoppersocken verhindern das Abrutschen auf dem Boden. Sollen beim Eltern-Kind-Turnen Schuhe getragen werden, ist in Hallen auf eine helle Sohle zu achten.

💰 Was kostet Eltern-Kind-Turnen?

Inzwischen bieten viele Sportvereine das Eltern-Kind-Turnen an. Die Kosten richten sich dann jeweils nach der Mitgliedschaft und liegen zwischen 30 und 80 Euro pro Jahr. Für Kinder ist die Mitgliedschaft in der Regel deutlich günstiger. Kurse ohne Vereinsmitgliedschaft sind auf ein Jahr gerechnet häufig teurer.

Eltern-Kind-Turnen war für uns eine wunderbare Möglichkeit, gemeinsam Zeit zu verbringen und gleichzeitig den natürlichen Bewegungsdrang meiner Kinder zu fördern. Die Freude in ihren Augen beim Klettern und Balancieren war unbezahlbar.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

🏠 Eltern-Kind-Turnen für zu Hause

Verschiedene Übungen lassen sich auch ganz einfach zu Hause machen. Dies ist zum Beispiel eine gute Alternative, wenn sich in der Nähe keine Gruppe zum Eltern Kinder Turnen finden lässt. Verlegt man das Turnen auf zu Hause, ist man natürlich deutlich eingeschränkter, weil man keine Geräte zur Verfügung hat. Ohne Gruppe fallen auch viele Gruppenspiele, die sozialen Kontakte und ein erfahrener Übungsleiter weg.

Trotzdem sind Übungen zur Schulung der Motorik und des Gleichgewichts auch gut, wenn sie zu Hause gemacht werden. Für die meisten Übungen benötigst Du kein Zubehör oder nur einen Gymnastikball oder Schaumstoffball. So gibt es Stabilisierungsübungen, Übungen für den Bauch, Rücken und die Fußmuskulatur.

Achtung: Sollte Dein Kind angeborene körperliche Schwächen haben, sollten die geplanten Übungen zunächst mit einem Kinderarzt abgesprochen werden.

✨ Die Vorteile vom Eltern-Kind-Turnen

  • Verbesserung der motorischen Fähigkeiten und der Hand-Augen-Koordination
  • Förderung der Kreativität
  • Aufbau von Selbstvertrauen
  • Unterstützung von Selbständigkeit
  • Entwicklung eines gesunden Ehrgeizes
  • Erlernen von sozialem Verhalten innerhalb der Gruppe
  • Nachweislich positive Auswirkungen auf das Gehirn
  • Verbesserung von Konzentration, Ausdauer, Geschicklichkeit, Kraft und Gleichgewicht
  • Stärkung der Eltern-Kind-Bindung
  • Gesunde Auslastung des Bewegungsbedürfnisses
  • Erleichtert den Übergang in verschiedene sportliche Aktivitäten

💡 Eltern-Kind-Turnen Ideen

Zur Gestaltung von Eltern-Kind-Turnen hast Du viele Möglichkeiten. Natürlich musst Du immer darauf achten, mit welcher Altersklasse Du arbeitest, denn zwischen einem 1-jährigen Kind und einem 3-jährigen Kind bestehen große Unterschiede. Während man bei ganz kleinen Kindern schon mit leichtem Klettern über niedrige Hindernisse und Krabbeln beginnen kann, sind ältere Kinder schon für ganz andere Herausforderungen und Spiele bereit.

Für ein Eltern-Kind-Turnen eignen sich grundsätzlich:

  • Laufen
  • Klettern
  • Hüpfen
  • Springen
  • Kriechen
  • Krabbeln
  • Slalom laufen
  • Balancieren
  • Bälle werfen
  • Singen
  • Tanzen
  • Fingerspiele
  • Gymnastik

Tipp: Hast Du die Möglichkeit, eine richtige Sporthalle mit Geräten zu nutzen, können diese zum Bau von Parcours verwendet werden. Aus Matten und einem Stufenbarren lässt sich zum Beispiel eine hervorragende Rutsche bauen. Matten eignen sich auch zum Bau eines Tunnels.

An den Seilen lässt sich das Festhalten und das Klettern üben. Kletterübungen kann man auch an "Burgmauern" machen, die aus verschieden großen Kästen gebaut werden. In vielen Hallen sind auch kleine Trampolin vorhanden, die allen Kindern Spaß machen und sich gut in einen Parcours mit einbinden lassen.

🤸 Eltern-Kind-Turnen Übungen

Es gibt verschiedene Übungen, die beispielsweise den Gleichgewichtssinn oder die Motorik besonders herausfordern.

Schwungtuch-Namensspiel:

Das Schwungtuch-Namensspiel eignet sich besonders gut für Turngruppen, die sich noch nicht so gut kennen. Alle Kinder schwingen dabei das Schwungtuch. Ein Spielleiter wirft einen Ball und ruft dabei den Namen eines Kindes. Mit Hilfe des Schwungtuches versuchen die anderen Kinder den Ball zu diesem Kind zu spielen. Das Kind nimmt den Ball heraus, ruft einen anderen Namen und wirft den Ball zurück auf das Schwungtuch. Das Schwungtuch-Namensspiel hilft dabei, die verschiedenen Namen zu lernen, fördert die Gemeinschaft innerhalb der Gruppe und die Koordination.

Wasserschlucht:

Alles wird mit blauen Matten ausgelegt, die das Wasser symbolisieren. Darauf wird eine umgedrehte Sportbank gestellt. Die Kinder müssen jetzt darüber balancieren. Dabei darfst Du auch gerne Hilfestellung geben. Wasserschlucht fördert den Gleichgewichtssinn.

Hüpfen:

Etwas einfacher, aber dennoch herausfordernd ist das Stehen und Hüpfen auf einem Bein. Dazu kann das Katzenlied "Und die Katze tanzt allein, tanzt und tanzt auf einem Bein" gesungen werden. Hüpfen fördert das Gleichgewicht.

Eierlauf:

Jedes Kind erhält einen Löffel und ein hart gekochtes Ei. Die Kinder müssen nun von einer Seite zur anderen gehen, ohne, dass das Ei dabei vom Löffel fällt. Klappt das schon gut, kannst Du die Strecke auch etwas anspruchsvoller gestalten. Zum Beispiel mit einer Sportbank, über welche die Kinder gehen müssen. Der Eierlauf schult die Feinmotorik, die Hand-Augen-Koordination und den Gleichgewichtssinn.

🎮 Eltern-Kind-Turnen Spiele

Typische Spiele für das Eltern-Kind-Turnen sind solche, die aus Laufen und Fangen bestehen.

Eckenlaufen:

Bei diesem Spiel fangen alle Kinder in einer ihnen zugeteilten Ecke an. Dann wird eine Geschichte erzählt. Die Kinder wechseln bei einem bestimmten Wort schnell in eine andere Ecke.

Stopptanz:

Beim Stopptanz wird Musik gemacht und alle Kinder tanzen dazu. Wird die Musik ausgeschaltet, bleiben alle in der Bewegung stehen. Das sieht manchmal sehr komisch aus und sorgt für gute Stimmung.

Fischer, Fischer wie tief ist das Wasser:

Bei diesem Spiel ist ein Kind der Fischer und steht auf einer Seite der Halle, die anderen Kinder auf der anderen. Sie rufen dem Fischer zu: "Fischer, Fischer, wie tief ist das Wasser?" Der Fischer überlegt sich, wie viel Meter das Wasser tief ist und antwortet "(Die Zahl) Meter tief". Die anderen Kinder rufen "Wie kommen wir darüber?" Jetzt muss sich der Fischer etwas überlegen wie, krabbelnd, hüpfend auf einem Bein etc. Während die anderen Kinder auf diese Weise versuchen so auf die andere Seite zu kommen, muss der Fischer ebenfalls auf die Art zur anderen Seite und tickt dabei so vielen Kinder möglich. Diese müssen dann mit ihm kommen und helfen dem Fischer. Wer als letztes übrig bleibt, ist der neue Fischer.

Kettenticken:

Zwei Kinder halten sich an den Händen und dürfen sich nicht los lassen. Sie versuchen die anderen Kinder zu fangen. Ticken sie eines, muss es sich der Kette anschließen.

🌸 Fazit: Eltern-Kind-Turnen – Motorik fördernd oder Schwachsinn?

Eltern-Kind-Turnen ist eine tolle Möglichkeit, dem Bewegungsbedürfnis Deines Kindes nachzukommen und es zugleich körperlich und geistig zu fördern. Durch die Steigerung von Gleichgewicht, Koordination, Kraft, Geschicklichkeit und Ausdauer ist Dein Kind schon bestens auf alle sportlichen Aktivitäten vorbereitet, denen es vielleicht im Grundschulalter nachgehen will. Auch der positive Einfluss auf das Gehirn, die Konzentration und die Kreativität ist ein Argument für Eltern-Kind-Turnen.

Zudem lernt Dein Kind auch andere Kinder in seiner Gruppe kennen und macht neue Erfahrungen, die ihm dabei helfen, ein gesundes Selbstvertrauen aufzubauen. Eine Stärkung der Eltern-Kind-Bindung ist ein weiterer Vorteil. Deswegen ist Eltern-Kind-Turnen sehr zu empfehlen. Von totalem Schwachsinn kann hier keine Rede sein. Wer in seiner Umgebung keine Gruppe finden kann, der kann auch Übungen mit seinem Kind zu Hause durchführen.

Häufig gestellte Fragen

Ab welchem Alter ist Eltern-Kind-Turnen sinnvoll?

Eltern-Kind-Turnen richtet sich regulär an Kinder im Alter von 1 bis 3 Jahren. Es gibt jedoch auch Kurse, die sich bereits an Säuglinge richten oder bis zum Alter von 4 oder 5 Jahren gehen. Im Kindergarten- und Grundschulalter werden dann altersgerechte Kinderturnkurse ohne Eltern angeboten.

Wie oft sollte man zum Eltern-Kind-Turnen gehen?

Die meisten Sportvereine bieten Eltern-Kind-Turnen einmal pro Woche an. Diese Häufigkeit ist ideal, um den Bewegungsdrang Deines Kindes zu fördern, ohne es zu überfordern. Zusätzlich kannst Du auch zu Hause mit Deinem Kind turnen und spielen.

Was brauche ich für das Eltern-Kind-Turnen?

Du brauchst für Dich und Dein Kind bequeme Kleidung, die genug Bewegungsfreiheit bietet – zum Beispiel eine Jogginghose oder Yogahose. Oft werden Stoppersocken mit Vollgummisohle empfohlen, die das Abrutschen auf dem Boden verhindern. Falls Schuhe getragen werden sollen, achte auf eine helle Sohle.

Kann ich Eltern-Kind-Turnen auch zu Hause machen?

Ja, verschiedene Übungen lassen sich auch ganz einfach zu Hause durchführen. Das ist eine gute Alternative, wenn sich in Deiner Nähe keine Gruppe finden lässt. Für die meisten Übungen benötigst Du kein Zubehör oder nur einen Gymnastikball. Allerdings fallen ohne Gruppe die sozialen Kontakte und ein erfahrener Übungsleiter weg.

Muss mein Kind schon laufen können für Eltern-Kind-Turnen?

Nein, es gibt auch Kurse für Säuglinge, die noch nicht laufen können. Die Übungen werden dann dem Entwicklungsstand angepasst. Kinder wachsen wortwörtlich in die Kurse rein und können mit zunehmendem Alter immer anspruchsvollere Übungen machen.

Was ist der Unterschied zwischen Eltern-Kind-Turnen und normalem Kinderturnen?

Beim Eltern-Kind-Turnen sind die Eltern aktiv dabei und machen mit. Es richtet sich an jüngere Kinder von 1 bis 3 Jahren. Beim normalen Kinderturnen turnen die Kinder ohne Eltern in der Gruppe – diese Kurse sind für ältere Kinder im Kindergarten-, Vorschul- und Grundschulalter gedacht.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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