Kindereinlagen – Fußfehlstellung beheben
Auf einen Blick
- Kindereinlagen sind orthopädische Sohlen, die Fehlstellungen wie Knick-Senkfüße, X- oder O-Beine korrigieren können
- Die Kosten werden bei gesetzlich Versicherten mit Rezept von der Krankenkasse übernommen – Kinder sind von Zuzahlungen befreit
- Für optimale Passform werden individuelle Fußabdrücke im Orthopädiefachgeschäft genommen
Wenn Dein Kind über Schmerzen beim Laufen klagt oder Du Fehlstellungen an Füßen oder Beinen bemerkst, fragst Du Dich vielleicht, ob Einlagen helfen können. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Kindereinlagen lassen sich viele Probleme korrigieren – wichtig ist nur, dass Du Dich gut beraten lässt und auf Qualität achtest.
👶 Was sind Kindereinlagen?
Kindereinlagen sind spezielle Sohlen, die von Orthopäden angefertigt werden. Kindereinlagen werden in die festen Schuhe von Kleinkindern gelegt und sollen Fehlstellungen des Fußes korrigieren. Bei der Frage, ab wann Kindereinlagen wirklich sinnvoll sind, gehen die Meinungen weit auseinander. Mit Kindereinlagen lassen sich selbst Fehlstellungen wie die sogenannten X- oder O-Beine korrigieren.
Viele Kleinkinder, die Kindereinlagen tragen, empfinden mit diesen Kindereinlagen das Laufen sogar als bequemer. Damit die Kindereinlagen perfekt sitzen und sich angenehm tragen lassen, werden im Fachhandel, Orthopädiefachgeschäft, Abdrücke der Kinderfüße genommen. Nach diesen Abdrücken werden dann die individuellen Kindereinlagen gefertigt.
Achtung: Kleinkinder, welche bei Fehlstellungen des Fußes keine Einlagen tragen, schädigen die Füße weiter. Außerdem kann es zu Hüft- und Knieproblemen kommen. Wenn Du Fehlstellungen bei Deinem Kind bemerkst, solltest Du Dich nicht scheuen, einen Orthopäden aufzusuchen.
🔍 Welche Arten von Kindereinlagen gibt es?
Es gibt verschiedene Arten von Kindereinlagen. Aber eins ist sicher: Es gibt Kindereinlagen für fast jeden Kinderschuh. Leider gibt es auch Kindereinlagen, die das erwünschte Ziel völlig verfehlen. Für welche Art von Kindereinlagen Du Dich entscheidest, ist von Deiner persönlichen Vorstellung abhängig.
- Korklederkindereinlagen
- Weichschaumkindereinlagen
- Plexilederkindereinlagen
- sensomotorische Kindereinlagen
Tipp: Du solltest niemals Kindereinlagen ohne fachmännischen Rat kaufen. Bei einem Orthopäden kannst Du Dich entsprechenden Rat einholen.
Korklederkindereinlagen
Korklederkindereinlagen bestehen aus einem Leder, welche schweißbeständig ist. Außerdem bestehen Korklederkindereinlagen aus einem Korkunterbau sowie einem festen Kern. Korklederkindereinlagen sollen das Fußgewölbe Deines Kindes optimal unterstützen. Die meisten Korklederkindereinlagen sind mit einer langsohligen Weichpolsterung versehen und polstern die Füße Deines Kindes zusätzlich.
Geeignet für: Spreizfüße, Knick-Senkfüße sowie Hohlfüße
Weichschaumkindereinlagen
Kindereinlagen aus Weichschaum besitzen einen Kern, der aus Kunststoffweichschaum besteht. Auch Kindereinlagen aus Weichschaum unterstützen Kinderfüße und bringen die Kinderfüße zurück in ihre ursprüngliche Form. Wie es der Name bereits erahnen lässt, überzeugen Kindereinlagen aus Weichschaum besonders aufgrund des Tragekomforts.
Auf dem Kern der Kindereinlagen aus Weichschaum befindet sich häufig eine Polsterschicht. Diese Polsterschicht soll dazu dienen, die Fußteile Deines Kindes zu polstern, die sehr stark überlastet sind. Der Bezug von Kindereinlagen aus Weichschaum kann frei gewählt werden. Sehr häufig wird hierfür Leder verwendet. Bei Kindereinlagen aus Weichschaum werden häufig Versteifungselemente mit eingearbeitet. Oberste Priorität dieser Kindereinlagen ist die Flexibilität.
Geeignet für: Beschwerden im Rücken- und Gelenkbereich
Plexilederkindereinlagen
Kindereinlagen aus Plexileder werden aufgrund ihrer flexiblen Nutzungsmöglichkeiten sehr gerne genutzt. Plexilederkindereinlagen zählen zu den orthopädischen Einlagensohlen. Orthopädische Kindereinlagen aus Plexileder sind in der Regel zwei bis vier Millimeter dick. Sie verfügen über einen sehr festen Kern und sind sehr platzsparend, weshalb sie in den unterschiedlichsten Schuhen zum Einsatz kommen können.
Achtung: Für Kinderschuhe, die eine sehr dünne, weiche Sohle haben, sind Kindereinlagen aus Plexileder nicht geeignet. Bei Kindereinlagen aus Plexileder ist jedoch Vorsicht geboten. Denn nicht alle Kindereinlagen aus Plexileder gewährleisten eine gewünschte gute Führung von Kinderfüßen. Dies liegt daran, dass Kindereinlagen aus Plexileder im Vergleich zu herkömmlichen Korkledereinlagen weniger Schale haben als diese.
Kindereinlagen aus Plexileder überzeugen vor allem durch ihre hygienischen Eigenschaften.
Geeignet für: Senkfüße, Knick-Senkfüße, Knick-Plattfüße, Plattfüße und Spreizfüße
Sensomotorische Kindereinlagen
Auch sensomotorische Kindereinlagen sind speziell angefertigte Einlagen. Diese speziellen Einlagen werden auch als propriozeptive Einlagen oder als afferenzstimmulierende Einlagen bezeichnet. Sensomotorische Kindereinlagen eignen sich zur Stärkung, Aktivierung und Stabilisierung der Fußmuskulatur Deines Kindes. Viele geschwächte Kinderfüße reagieren sehr schnell und aktiv auf sensomotorische Kindereinlagen. Sensomotorische Kindereinlagen bringen die Körperhaltung Deines Kindes wieder in die richtige Stellung.
Geeignet für:
- Lähmung
- Spastik
- Spitzfuß
- Senkfuß
- Klumpfuß
- Knickfuß
- Achillessehnenbeschwerden
- Fersenspornprobleme
- Zehenspitzgang
Gut zu wissen: Die Funktion dieser Kindereinlagen liegt darin, dass die Fußmuskeln sowie die Sehnen der Kinderfüße entsprechend stimuliert werden. Auf diese Stimulation wiederum reagiert der Kinderkörper mit einer Veränderung der Muskelspannung. Dies hat zur Folge, dass der Kinderfuß entlastet und das Laufen erleichtert wird.
🏥 Wann ist das Tragen von Kindereinlagen notwendig?
Sobald Dein Kind über Schmerzen beim Gehen, Stehen oder beim Sport klagt, sollte dies durch einen Arzt oder Orthopäden abgeklärt werden. Häufig sind es Fehlstellungen der Füße, Beine, Knien oder Hüften. Mit Kindereinlagen besteht die Möglichkeit, diese Fehlstellungen entsprechend zu korrigieren.
Ich rate allen Mamas: Vertrau auf Dein Bauchgefühl. Wenn Du das Gefühl hast, dass Dein Kind anders läuft oder über Schmerzen klagt, lass es lieber einmal zu viel als zu wenig abklären.
📅 Wie lange müssen Kindereinlagen getragen werden?
Wie lange Dein Kind Kindereinlagen tragen muss, hängt vom Zustand der Füße ab. Sowohl die Füße Deines Kindes als auch die Kindereinlagen sollten regelmäßig kontrolliert werden. Kindereinlagen müssen getragen werden, solange es nötig ist, den kleinen Kinderfuß und somit auch die Muskulatur zu unterstützen. Nur so kann sich die Muskulatur wieder richtig aufbauen. Damit sich die Füße Deines Kindes wieder korrigieren, ist eine Einlagentherapie zwingend notwendig. Auch regelmäßige Gymnastik hilft dabei, Fehlstellungen von Kinderfüßen zu korrigieren.
✨ Wie werden Kindereinlagen richtig in die Kinderschuhe gelegt?
Bevor Du die Kindereinlagen in die Schuhe legst, ist es wichtig, dass Du das bereits vorhandene Polster oder das bereits vorhandene Schuhbett entfernst. Beachte beim Einlegen der Kindereinlagen, dass Du die richtige Seite verwendest. Es gibt jeweils eine Kindereinlage für die linke Seite als auch eine Kindereinlage für die rechte Seite.
Tipp: Gib Deinem Kind Zeit, um sich an die Kindereinlagen zu gewöhnen. In der Regel benötigt ein Kind zwei bis vier Wochen zum Eingewöhnen. Damit sich Dein Kind langsam an die neue Situation beim Gehen gewöhnen kann, ist es ratsam, die Kindereinlagen anfangs nur stundenweise zu benutzen.
💰 Was kosten Kindereinlagen?
Welche Kosten für Dich mit der Anschaffung von Kindereinlagen entstehen, ist davon abhängig, ob Du oder bzw. Dein Kind privat- oder kassenversichert seid.
Gesetzlich versichert
Gesetzlich versicherte Familien benötigen zur Anschaffung von orthopädischen Kindereinlagen ein Rezept. Mit einem entsprechenden Rezept übernehmen Krankenkassen die Kosten für die orthopädischen Kindereinlagen. Da Kinder eigentlich von der Zuzahlung befreit sind, muss keine Zuzahlung geleistet werden. Wenn Du für Dein Kind hochwertigere Kindereinlagen anschaffen möchtest, die mehr Komfort als das Kassenmodell bieten, wird ebenfalls eine Zuzahlung fällig.
Privat versichert
Privat versicherte Personen müssen die Kosten für Kindereinlagen häufig selbst mittragen. Dennoch haben auch privat versicherte Familien die Möglichkeit, einen Teil der Anschaffungskosten bei der privaten Krankenkasse, auch Beihilfe genannt, einzufordern.
🛍️ Was sollte bei der Anschaffung von Kindereinlagen beachtet werden?
Dein Kind mit einbeziehen
Für Kleinkinder ist es schwierig nachzuvollziehen, was Kindereinlagen wirklich bezwecken sollen. Damit Dein Kind die Kindereinlagen wirklich gerne trägt, solltest Du Dein Kind bei der Anschaffung von Kindereinlagen mit einbeziehen. Bei vielen Orthopäden besteht die Möglichkeit, die Farbe der Kindereinlage bzw. des Bezugs der Kindereinlage selbst auszuwählen. Lass bei der Farbauswahl Dein Kind entscheiden, denn so kannst Du Dich sicher sein, dass Dein Kind die Kindereinlagen auch gerne trägt.
Achtung: Achte bei der Anschaffung von Kindereinlagen darauf, dass diese perfekt passen, denn ein späterer Umtausch von orthopädischen Kindereinlagen ist nicht möglich.
Auf Qualität achten
Achte bei der Anschaffung von Kindereinlagen darauf, dass diese qualitativ hochwertig sind. Minderwertige Kindereinlagen sorgen dafür, dass das eigentliche Ziel, Fehlstellungen der Kinderfüße zu korrigieren, nicht erreicht wird. Außerdem drücken minderwertige Kindereinlagen schnell und ein angenehmer Tragekomfort bleibt aus, was wiederum zur Folge hat, dass Dein Kind die Kindereinlagen nicht tragen möchte. Ob es sich bei den Kindereinlagen um hochwertige Produkte handelt, kannst Du ebenfalls vom Fachmann erfahren. Sollte der Fachmann auf die Frage hinsichtlich der Qualität keine plausible Antwort haben, solltest Du Dich überlegen, ob es sich wirklich um hochwertige Kindereinlagen handelt oder ob das Unternehmen nur auf schnell verdientes Geld aus ist.
Wie erfolgt der Abdruck zur Herstellung von Kindereinlagen?
Bevor Du Kindereinlagen anschaffst, ist es wichtig, dass Abdrücke der Kinderfüße genommen werden. Nur so können die Einlagen optimal an die Füße angepasst werden. Der Abdruck wird in den meisten Fällen direkt im Orthopädiefachgeschäft genommen.
Gängige Verfahren:
- Blauabdruck: Mit dieser sehr einfachen Technik können zweidimensionale Fußabdrücke genommen werden. Bei diesem Verfahren kann Dein Kind sowohl aufrecht stehen oder auch sitzen. Denn bei diesem Verfahren reicht das Eigengewicht der Unterschenkel sowie der Füße aus, um einen genauen Abdruck zu erhalten. Außerdem lassen sich hiermit sowohl eventuell vorhandene Hornhautstellen als auch Druckstellen sehr gut darstellen. Ebenfalls sind Abweichungen der Fußachsen und Abflachungen des Längsgewölbes sehr gut darstellbar.
- Schaumformabdruck: Diese Variante ist auch sehr häufig verbreitet. Zur Herstellung eines Schaumformabdrucks werden die Kinderfüße in einen Schaumblock gedrückt. Dieser Schaumblock ist circa vier bis fünf Zentimeter dick. Der durch den Schaumabdruck entstandene dreidimensionale Fußabdruck wird dann anschließend entweder mit Kunststoff oder Gips ausgegossen.
- Elektronischer Fußabdruck: Einige, sehr moderne Orthopädiefachgeschäfte stellen auch elektronische Fußabdrücke her.
Auf der Grundlage der Fußabdrücke werden dann die individuellen Kindereinlagen gefertigt.
Sind ein Paar Kindereinlagen ausreichend?
Die Antwort dieser Frage ist von den persönlichen Vorstellungen abhängig. Wenn Du nur ein Paar Kindereinlagen anschaffst, musst Du Dir bewusst darüber sein, dass Du bzw. Dein Kind die Kindereinlagen bei jedem Schuhwechsel mit wechseln müssen. Deshalb ist es sehr zu empfehlen, mehrere Paare Kindereinlagen anzuschaffen. So ist es ratsam, sowohl für die Hausschuhe Deines Kindes als auch für die Straßenschuhe Kindereinlagen fertigen zu lassen.
🧼 Wie werden Kindereinlagen richtig gepflegt?
Bei der Reinigung und Pflege von Kindereinlagen gibt es einiges zu beachten. Du solltest Kindereinlagen stets nur mit einem feuchten Tuch abwischen. Trockne die Kindereinlagen ab oder lass diese lufttrocknen. Bei der Trocknung solltest Du beachten, dass Du die Kindereinlagen nicht direkter Hitze aussetzt, d. h., dass Du die Kindereinlagen auf keinen Fall zum Trocknen auf die Heizung oder die direkte Sonne legen solltest.
Das ist tabu:
- Chemische Reinigung
- Fett- und säurehaltige Reinigungsmittel
- Direkter Kontakt mit Salbe
- Direkte Hitze (Heizung, Sonne)
Kindereinlagen, die nicht im Gebrauch sind, sollten stets ausgelüftet werden.
Häufig gestellte Fragen
Ab wann braucht mein Kind Einlagen?
Sobald Dein Kind über Schmerzen beim Gehen, Stehen oder beim Sport klagt, solltest Du dies durch einen Arzt oder Orthopäden abklären lassen. Auch wenn Du selbst Fehlstellungen an Füßen, Beinen oder der Haltung bemerkst, ist ein Besuch beim Orthopäden sinnvoll.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Kindereinlagen?
Bei gesetzlich versicherten Familien übernimmt die Krankenkasse die Kosten mit einem entsprechenden Rezept vom Arzt. Kinder sind von der Zuzahlung befreit. Nur wenn Du hochwertigere Einlagen als das Kassenmodell wünschst, wird eine Zuzahlung fällig.
Wie lange dauert es, bis sich mein Kind an die Einlagen gewöhnt?
In der Regel benötigt ein Kind zwei bis vier Wochen zum Eingewöhnen. Es ist ratsam, die Kindereinlagen anfangs nur stundenweise zu benutzen, damit sich Dein Kind langsam an die neue Situation beim Gehen gewöhnen kann.
Reicht ein Paar Einlagen oder brauchen wir mehrere?
Wenn Du nur ein Paar Kindereinlagen anschaffst, müsst ihr die Einlagen bei jedem Schuhwechsel umstecken. Deshalb ist es sehr zu empfehlen, mehrere Paare anzuschaffen – zum Beispiel jeweils eines für Hausschuhe und Straßenschuhe.
Kann ich die Einlagen auch in Sandalen oder Turnschuhen verwenden?
Das hängt von der Art der Einlagen ab. Plexilederkindereinlagen sind sehr platzsparend und passen in die unterschiedlichsten Schuhe. Für Kinderschuhe mit sehr dünner, weicher Sohle sind sie allerdings nicht geeignet. Lass Dich hierzu am besten im Orthopädiefachgeschäft beraten.
Wie pflege ich die Einlagen richtig?
Wisch die Kindereinlagen nur mit einem feuchten Tuch ab und lass sie lufttrocknen. Setze sie nicht direkter Hitze aus (keine Heizung, keine direkte Sonne). Chemische Reinigung sowie fett- und säurehaltige Reinigungsmittel sind tabu. Auch direkter Kontakt mit Salbe sollte vermieden werden.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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