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Wie eine Frühgeburt verhindern?

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 30.04.2026 Lesezeit 10 Min.
Wie eine Frühgeburt verhindern?

Auf einen Blick

  • Etwa 10 Prozent aller Babys kommen zu früh – oft durch Stress, Überlastung oder körperliche Faktoren ausgelöst
  • Schmerzhafte, rhythmische Wehen, die nicht abklingen, sind ein Warnsignal – sofort zum Arzt oder ins Krankenhaus
  • Schon kleine Anpassungen im Alltag (mehr Ruhe, gesunde Ernährung, Stressabbau) können das Risiko deutlich senken

Du gibst alles – Job, Familie, Haushalt. Und dann noch ein Baby im Bauch. Kein Wunder, dass dein Körper manchmal streikt. Frühgeburten nehmen zu, und oft hat das mit unserem modernen Lebensstil zu tun. Die gute Nachricht: Du kannst aktiv gegensteuern und deinem Baby die beste Chance geben, in Ruhe heranzuwachsen.

🔍 Die ersten Hinweise erkennen

Viele Frauen bemerken in der zweiten Schwangerschaftshälfte Wehen – oft sind das nur „Übungswehen", die deinen Körper auf die Geburt vorbereiten. Sie sind schmerzlos, rhythmisch und hören von selbst wieder auf. Das ist völlig normal.

Achtung: Wenn die Wehen schmerzhaft sind, rhythmisch kommen und nicht von selbst abklingen, solltest du sofort deinen Frauenarzt oder ein Krankenhaus aufsuchen.

Dort wird per Ultraschall gecheckt, wie es dir und deinem Baby geht: Zustand der Fruchtblase, Länge und Form des Gebärmutterhalses, allgemeine Verfassung. So kann schnell entschieden werden, ob eine Behandlung nötig ist oder ob du beruhigt nach Hause kannst.

Bei hohem Risiko – etwa wenn die Fruchtblase geplatzt ist oder sich der Gebärmutterhals bereits öffnet – wirst du möglicherweise in eine spezialisierte Klinik für Frühgeburten verlegt. Dort seid ihr beide bestens versorgt, falls eine vorzeitige Entbindung unvermeidlich wird.

Die wichtigsten Anzeichen:

  • Uteruskontraktionen (schmerzhaft, rhythmisch, anhaltend)
  • Reißen der Fruchtblase
  • Starke Blutungen aus der Scheide

💪 Risikofaktoren kennen – Die Hauptgründe für Frühgeburten

Es gibt Umstände, die das Risiko einer verfrühten Geburt erhöhen. Wenn du einen oder mehrere dieser Faktoren bei dir erkennst, sprich unbedingt mit deinem Frauenarzt darüber.

Zwillings- oder Mehrlingsschwangerschaften

Bei Zwillingen oder Drillingen wird der Geburtstermin oft einen Monat früher angesetzt – besonders, wenn nur eine Plazenta vorhanden ist. Sie kann irgendwann nicht mehr beide Babys ausreichend versorgen. Auch die starke Ausdehnung der Gebärmutter kann Wehen auslösen oder die Fruchtblase vorzeitig zum Platzen bringen.

Ein schwacher Gebärmutterhals

Normalerweise halten die Muskelfasern des Gebärmutterhalses die Schwangerschaft bis zum Ende stabil. Bei manchen Frauen sind sie aber nicht stark genug oder dehnen sich zu leicht. Das wird oft erst nach einer Frühgeburt oder wiederholten Fehlgeburten festgestellt – manchmal auch per Ultraschall während der Schwangerschaft.

Wird eine echte Zervixinsuffizienz diagnostiziert, kann am Ende des ersten Trimesters eine kleine Naht am Gebärmutterhals gesetzt werden, die nach 37 Wochen wieder entfernt wird.

Überlastung, Müdigkeit, Stress

Viele Schwangere erleben endlose Tage, wenn sie Beruf, Haushalt und Familie unter einen Hut bringen müssen. Die Gesellschaft erkennt „Babytragen" noch immer nicht als Vollzeitjob an – dabei ist genau diese Doppel- oder Dreifachbelastung ein Hauptgrund für steigende Frühgeburtenraten.

Gut zu wissen: Studien zeigen einen direkten Zusammenhang zwischen Erwerbstätigkeit, Doppelschichten im Haushalt und der Zahl der Frühgeburten.

Harnwegsinfektionen

Eine anhaltende Harninfektion – besonders wenn sie die Nieren erreicht – kann Uteruskontraktionen auslösen und zu vorzeitigen Wehen führen. Oft wird sie nicht erkannt oder unterschätzt. Im Zweifel: ab zum Arzt. Eine Infektion lässt sich problemlos behandeln und eine Frühgeburt so verhindern.

Erkrankungen der Mutter

Bluthochdruck, Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen, Herzprobleme, Beckeninfektionen, Fehlbildungen in der Gebärmutter – all das kann eine verfrühte Geburt begünstigen. Teile deinem Frauenarzt unbedingt alle gesundheitlichen Beschwerden mit.

Vorzeitiges Reißen der Amnionmembran

Die Ursache ist nicht immer klar, aber oft steckt eine latente Infektion dahinter. Dein Körper ist „weise" und leitet die Geburt ein, um eine schwere Infektion im Mutterleib zu verhindern. Mehr zur Amnionmembran findest du hier.

Komplikationen der Schwangerschaft

Seltene Erkrankungen wie Hydramnion (übermäßige Zunahme des Fruchtwassers), Plazentablutung, vorzeitiger Plazentaabriss oder schwere Wachstumsverzögerung des Babys können ebenfalls eine Frühgeburt auslösen – entweder vom Körper selbst oder durch ärztliches Eingreifen (natürliche Einleitung oder Kaiserschnitt).

Ich habe bei meiner zweiten Schwangerschaft gelernt, wie wichtig es ist, auf die Signale des Körpers zu hören. Manchmal reicht schon eine Stunde mehr Schlaf am Tag, um den Unterschied zu machen.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

🌸 Frühgeburt verhindern, wenn es bereits eine gab?

Hattest du bereits eine Frühgeburt und bist erneut schwanger, wirst du häufiger untersucht. Deine Hebamme oder dein Arzt wird dich mit großer Wahrscheinlichkeit dabei unterstützen, deinen Lebensstil anzupassen, Anzeichen drohender Wehen zu erkennen und Probleme zu vermeiden.

Tipp: Bei einer Zwillings- oder Mehrlingsschwangerschaft ist die Notwendigkeit, das Lebenstempo zu reduzieren und von Beginn der Schwangerschaft an auf dich selbst zu achten, noch größer.

✨ Den Lebensstil anpassen & Frühgeburt herauszögern

Alles, was dir physisch und psychisch widerfährt, wirkt sich direkt auf dein Baby aus. Trotzdem machen viele werdende Mütter genauso weiter wie vor der Schwangerschaft. Dabei können schon kleine Veränderungen das Risiko einer Frühgeburt minimieren.

  • Reduziere deine Aktivität und schlaf eine Stunde mehr – auch kleine Nickerchen zwischendurch helfen dir und deinem Kind, die nötige Entspannung zu erleben
  • Vermeide Stress und schlechte Laune. Optimistische Frauen haben weniger Frühgeburten, wahrscheinlich weil sie weniger gestresst sind. Yoga oder ähnliche Techniken helfen dir, dich bewusst zu entspannen
  • Gutes Essen ist wichtig. Iss täglich frisches Gemüse und Obst, vermeide gesättigte Fette und raffinierten Zucker. Omega-3-Fettsäuren (Nüsse, Kürbiskerne) und Nahrungsergänzungsmittel (Jod, Folsäure) können dich gegebenenfalls unterstützen – sprich am besten mit deinem Arzt
  • Kein Tabak und kein Alkohol. Rauchen lässt die Plazenta vorzeitig altern und verringert die Sauerstoffversorgung des Babys. Alkohol wirkt sich ebenfalls auf dein Baby aus – selbst das Glas Sekt mit Freunden solltest du vermeiden
  • Ein Baby in dir zu tragen ist ein Vollzeitjob, der zusammen mit der beruflichen Tätigkeit und der Versorgung der Familie eine große körperliche Belastung darstellen kann. Versuche die Anzeichen von Müdigkeit zu erkennen und gönn dir so viele Pausen wie möglich

🖤 Fazit: Geht es ruhig an!

Oft leichter gesagt als getan, aber deinen Lebensstil anzupassen kann entscheidend sein. Kleine Veränderungen können ausreichen, um eine Frühgeburt zu vermeiden. Sprich mit deinem Partner und dem Rest der Familie darüber, dass du Pausen benötigst und sie dich mehr im Haushalt unterstützen.

Auch auf der Arbeit kann es hilfreich sein, die Kollegen und gegebenenfalls auch den Chef um Verständnis und Unterstützung zu bitten. Zudem empfehlen Hebammen, Ärzte, Komplementärmediziner und Ernährungsexperten, bei der Nahrung auf gesunde und nährstoffreiche Lebensmittel zu achten.

Achte außerdem genau auf deinen Körper – er wird dir „sagen", wenn es Zeit für eine Pause ist, und er wird dir auch sagen, wenn das Risiko einer Frühgeburt steigt.

Häufig gestellte Fragen

Woran erkenne ich, ob es echte Wehen oder nur Übungswehen sind?

Übungswehen sind schmerzlos, rhythmisch und hören von selbst wieder auf. Echte Wehen sind schmerzhaft, kommen in regelmäßigen Abständen und werden stärker. Wenn du unsicher bist, lieber einmal zu viel zum Arzt als zu wenig.

Kann ich eine Frühgeburt komplett verhindern?

Eine Garantie gibt es leider nicht – manche Faktoren wie Zwillingsschwangerschaften oder körperliche Besonderheiten liegen außerhalb deiner Kontrolle. Aber durch einen angepassten Lebensstil, Stressabbau und regelmäßige Vorsorge kannst du das Risiko deutlich senken.

Muss ich bei einer Zwillingsschwangerschaft mit einer Frühgeburt rechnen?

Zwillings- und Mehrlingsschwangerschaften haben ein höheres Frühgeburtsrisiko, weil die Gebärmutter stärker gedehnt wird und die Plazenta irgendwann nicht mehr beide Babys optimal versorgen kann. Der Geburtstermin wird oft einen Monat früher angesetzt. Besonders wichtig: von Anfang an das Lebenstempo reduzieren und auf dich achten.

Welche Rolle spielt Stress wirklich bei Frühgeburten?

Stress, Überlastung und Müdigkeit sind nachweislich Hauptfaktoren für Frühgeburten. Die Doppel- oder Dreifachbelastung aus Job, Haushalt und Familie setzt deinen Körper unter Dauerdruck. Studien zeigen einen direkten Zusammenhang zwischen Erwerbstätigkeit, Doppelschichten und steigenden Frühgeburtenraten.

Was kann ich tun, wenn ich bereits eine Frühgeburt hatte?

Du wirst häufiger untersucht und deine Hebamme oder dein Arzt wird dich intensiv begleiten. Wichtig ist, deinen Lebensstil konsequent anzupassen: mehr Ruhe, Stressabbau, gesunde Ernährung. Lerne, die Anzeichen drohender Wehen frühzeitig zu erkennen, und zögere nicht, bei Unsicherheit sofort Hilfe zu holen.

Sind Harnwegsinfektionen wirklich so gefährlich in der Schwangerschaft?

Ja, eine anhaltende Harninfektion – besonders wenn sie die Nieren erreicht – kann Uteruskontraktionen auslösen und zu vorzeitigen Wehen führen. Oft wird sie unterschätzt oder nicht erkannt. Deshalb: Im Zweifel immer zum Arzt. Eine Infektion lässt sich einfach behandeln und eine Frühgeburt so verhindern.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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