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Fehlgeburtsrisiko – wie hoch ist das Risiko für eine Fehlgeburt?

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 27.03.2026 Lesezeit 11 Min.
Fehlgeburtsrisiko – wie hoch ist das Risiko für eine Fehlgeburt?

Auf einen Blick

  • Das Fehlgeburtsrisiko sinkt mit jeder Schwangerschaftswoche – ab Herzschlag liegt es nur noch bei 10 %, ab der 15. SSW bei 3 %
  • Dein Alter spielt eine Rolle: Bei Frauen zwischen 20-24 Jahren liegt das Risiko bei 11 %, ab 40 Jahren bei 51 %
  • Frühere Fehlgeburten können das Risiko erhöhen, aber die meisten Ursachen liegen außerhalb deiner Kontrolle

Die Angst vor einer Fehlgeburt begleitet viele Frauen durch die ersten Schwangerschaftswochen – besonders, wenn du bereits einen Abort erlebt hast. Klare Zahlen und Fakten können dir helfen, das tatsächliche Risiko besser einzuschätzen und etwas ruhiger durch diese aufregende Zeit zu gehen.

💭 Was sagt das Fehlgeburtsrisiko eigentlich aus?

Das Fehlgeburtsrisiko ist ein statistischer Wert, der angibt, bei wie vielen von 100 Frauen die Wahrscheinlichkeit für eine Fehlgeburt besteht. Wichtig zu verstehen: Statistische Werte bilden den Durchschnitt ab – sie müssen nicht zwingend auf dich zutreffen. Dennoch hilft es vielen Frauen zu wissen, ob sie ein eher geringes oder höheres Risiko haben.

Gut zu wissen: Das Fehlgeburtsrisiko ist nur eine Orientierung. Jede Schwangerschaft ist einzigartig und die Zahlen sagen nichts über deine individuelle Situation aus.

🔍 Welche Faktoren beeinflussen das Fehlgeburtsrisiko?

Verschiedene Faktoren spielen eine Rolle dabei, wie hoch dein persönliches Risiko ist:

In welcher Schwangerschaftswoche befindest du dich?

Mit zunehmenden Schwangerschaftswochen nimmt das Fehlgeburtsrisiko ab. Bereits ab dem Punkt, wo bei deinem Baby ein Herzschlag festgestellt wurde, liegt das Risiko nur noch bei knapp 10 %. Hast du die 15. SSW erreicht, sinkt das Risiko auf 3 %.

Wie alt bist du?

Einen Einfluss auf eine mögliche Fehlgeburt hat auch dein Alter. Mit zunehmendem Alter steigt auch die Gefahr, dass es zu einer Fehlgeburt kommt. Dies hängt mit dem Fakt zusammen, dass im Alter die Chromosomenfehlverteilungen zunehmen und der Embryo nicht gesund ist.

Wie viele Fehlgeburten hattest du schon?

Du hattest bereits eine oder auch mehrere Fehlgeburten? Dies kann das Fehlgeburtsrisiko noch einmal erhöhen.

Wurde schon ein gesundes Kind geboren?

Bei Frauen, die bereits ein oder mehr gesunde Kinder geboren haben, ist das Risiko einer Fehlgeburt geringer als bei Frauen ohne Kinder.

📊 Der Einfluss von früheren Fehlgeburten

Manchmal gibt es einfach keinen erkennbaren Grund dafür, dass es zu einer Fehlgeburt kommt und teilweise tritt ein Frühabort sogar unbemerkt auf. Hier gehen Betroffene davon aus, dass sich möglicherweise die Menstruation nur um ein paar Tage verschoben hat. Allerdings haben Untersuchungen gezeigt, dass eine vorangegangene Fehlgeburt das Risiko für einen weiteren Abort erhöhen kann.

Dabei wurden die folgenden Beobachtungen gemacht:

  • Hast du schon ein gesundes Kind geboren und bisher noch keine Fehlgeburt gehabt, liegt das Fehlgeburtsrisiko für eine weitere Schwangerschaft bei 12 %
  • Hast du schon ein gesundes Kind geboren und bisher eine Fehlgeburt gehabt, liegt das Fehlgeburtsrisiko für eine weitere Schwangerschaft bei 24 %
  • Hast du schon ein gesundes Kind geboren und bisher zwei Fehlgeburten gehabt, liegt das Fehlgeburtsrisiko für eine weitere Schwangerschaft bei 26 %
  • Hast du schon ein gesundes Kind geboren und bisher drei Fehlgeburten gehabt, liegt das Fehlgeburtsrisiko für eine weitere Schwangerschaft bei 32 %

Die Zahlen können beängstigend wirken, aber denk daran: Selbst nach mehreren Fehlgeburten ist die Chance auf eine gesunde Schwangerschaft immer noch größer als das Risiko eines erneuten Aborts.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

📅 Fehlgeburtsrisiko nach Altersgruppen

Mit zunehmendem Alter kann die Qualität der Eizellen einer Frau abnehmen und sich dadurch auf das Fehlgeburtsrisiko auswirken. Hier ein Überblick:

  • 20 bis 24 Jahre: 11 % Fehlgeburtsrisiko
  • 25 bis 29 Jahre: 12 % Fehlgeburtsrisiko
  • 30 bis 34 Jahre: 15 % Fehlgeburtsrisiko
  • 35 bis 39 Jahre: 25 % Fehlgeburtsrisiko
  • 40 bis 45 Jahre: 51 % Fehlgeburtsrisiko
  • Über 45 Jahre: mehr als 70 % Fehlgeburtsrisiko

Gut zu wissen: Auch das Alter der Spermien hat einen Einfluss auf das Fehlgeburtsrisiko. Die Samenzellen bilden sich zwar neu, dennoch nehmen Fehlbildungen im Alter zu.

🍷 Der Einfluss von Alkohol auf das Fehlgeburtsrisiko

Die Aufnahme von Alkohol sollte komplett unterbrochen werden, wenn eine Schwangerschaft vorliegt. Schon geringe Mengen reichen aus, um dem Ungeborenen zu schaden oder sogar eine Fehlgeburt auszulösen.

Achtung: Zwischen der 5. bis zur 12. SSW ist die Gefahr für Störungen von außen ganz besonders hoch, was das Fehlgeburtsrisiko angeht. Hier entwickeln sich die Grundlagen für das Nervensystem und die Organe.

In den ersten vier Wochen der Schwangerschaft ist der Fötus noch nicht mit deinem Blutkreislauf verbunden. Das ist auch die Zeit, zu der du oft noch gar nichts von der Schwangerschaft weißt. Hast du in dieser Zeit Alkohol getrunken, kann sich dies auf die Entwicklung auswirken, muss es aber nicht. Nimmt die befruchtete Eizelle Schaden, wird sie normalerweise schon früh vom Körper abgestoßen.

Tipp: Planst du eine Schwangerschaft, ist es von Vorteil, schon frühzeitig mit dem Konsum von Alkohol aufzuhören.

🔬 Die Ursachen einer Fehlgeburt

Mach dir immer bewusst, dass die Ursachen für eine Fehlgeburt nicht in deinen Händen liegen. Du hast kaum bis gar keinen Einfluss darauf, ob deine Schwangerschaft intakt ist. Mit einer gesunden Ernährung und dem Verzicht auf Alkohol und Nikotin machst du bereits alles richtig.

Es ist wichtig zu wissen, dass der Beginn einer Schwangerschaft ein sehr umfangreicher Komplex ist, bei dem es zu vielen Problemen kommen kann. Die Gefäßsysteme in deinem Uterus sind umfangreich. Damit sich hier eine befruchtete Eizelle einnisten kann, muss alles stimmen.

Bei vielen Fehlgeburten gibt es keine Ursache oder die Ursache wird nicht gefunden. Untersuchungen haben jedoch festgestellt, dass die folgenden Punkte zu den Auslösern gehören können:

  • Erkrankungen des Stoffwechsels
  • Hormonelle Störungen, wie eine Gelbkörperschwäche
  • Missbildungen oder Chromosomenstörungen beim Fötus
  • Schwäche des Gebärmutterhalses

Bei einer Fehlgeburt wird der Gynäkologe vermutlich noch keinen Anlass zu weiteren Untersuchungen sehen. Bei drei oder auch mehr Fehlgeburten ist jedoch davon auszugehen, dass es eine gesundheitliche Grundlage gibt, die nicht nur beim Fötus liegt.

Damit du bei einer weiteren Schwangerschaft die richtigen Vorkehrungen treffen kannst, beispielsweise durch die Einnahme von Medikamenten, können weiterführende Untersuchungen durchgeführt werden. Teilweise ist es notwendig, dafür zu spezialisierten Ärzten zu gehen.

🩺 Wie erkenne ich eine Fehlgeburt?

Eine Fehlgeburt an sich wird erst durch einen Arzt bestätigt. Dieser kontrolliert deinen Uterus sowie den HCG-Wert und teilt dir dann mit, ob sich der Verdacht bestätigt.

In vielen Fällen lässt sich eine Fehlgeburt – gerade im frühen Stadium – nicht mehr aufhalten. Dennoch solltest du bei einem vorliegenden Verdacht immer den Arzt aufsuchen. Einige Hinweise können daraufhin deuten, dass die Schwangerschaft möglicherweise nicht intakt ist:

  • Schmerzen im Unterleib oder Kontraktionen im Uterus
  • Schmierblutungen
  • Abgang von blutigen Klumpen oder auch von Gewebe

Achtung: Nicht immer müssen die Anzeichen für eine Fehlgeburt stehen. So können Blutungen beispielsweise von einem Hämatom kommen oder nach der Untersuchung beim Frauenarzt auftreten. Auch Schmerzen im Unterleib sind keine Seltenheit, da sich dein Uterus weitet und der Embryo Platz braucht. Dennoch ist eine Abklärung bei Auffälligkeiten immer zu empfehlen.

💪 Was du selbst tun kannst

Eine Schwangerschaft ist ein Wunder der Natur und ein sehr komplexer Vorgang im Körper einer Frau. Hier muss schon bei der Einnistung alles stimmen, damit sich die Schwangerschaft entwickelt. Manchmal passt es leider nicht und der Körper entscheidet sich, eine Fehlgeburt einzuleiten.

Du selbst kannst für eine intakte Schwangerschaft schon Vorbereitungen treffen. Planst du ein Kind, ist eine gesunde Ernährung besonders wichtig. Verzichte auf Nikotin und auch auf Alkohol und bleib in Bewegung. Fühlt sich dein Körper gesund, ist er auch bereit dafür, ein Baby auszutragen.

Tipp: Generell ist der Gynäkologe in der Schwangerschaft dein erster Ansprechpartner und sollte bei Unsicherheit immer aufgesucht werden.

Häufig gestellte Fragen

Wann ist das Fehlgeburtsrisiko am höchsten?

Das Fehlgeburtsrisiko ist in den ersten 12 Schwangerschaftswochen am höchsten. Sobald der Herzschlag deines Babys festgestellt wurde, sinkt das Risiko bereits auf etwa 10 %. Ab der 15. SSW liegt es nur noch bei 3 %.

Erhöht sich das Fehlgeburtsrisiko nach einer früheren Fehlgeburt?

Ja, eine vorangegangene Fehlgeburt kann das Risiko erhöhen. Bei Frauen mit einem gesunden Kind und einer früheren Fehlgeburt liegt das Risiko bei 24 %, verglichen mit 12 % bei Frauen ohne vorherige Fehlgeburt. Dennoch ist die Chance auf eine gesunde Schwangerschaft immer noch deutlich höher.

Spielt mein Alter wirklich so eine große Rolle beim Fehlgeburtsrisiko?

Ja, das Alter hat einen deutlichen Einfluss. Bei Frauen zwischen 20-24 Jahren liegt das Risiko bei 11 %, während es bei Frauen zwischen 35-39 Jahren auf 25 % steigt. Ab 40 Jahren liegt es bei 51 %. Dies hängt mit der Qualität der Eizellen zusammen, die mit dem Alter abnimmt.

Kann ich durch mein Verhalten das Fehlgeburtsrisiko senken?

Die meisten Ursachen für eine Fehlgeburt liegen außerhalb deiner Kontrolle. Dennoch kannst du durch gesunde Ernährung, Verzicht auf Alkohol und Nikotin sowie ausreichend Bewegung optimale Bedingungen für deine Schwangerschaft schaffen.

Wann sollte ich nach einer Fehlgeburt zum Arzt gehen?

Nach einer Fehlgeburt wird dein Gynäkologe in der Regel erst nach drei oder mehr Fehlgeburten weiterführende Untersuchungen empfehlen. Bei wiederholten Aborten kann es sinnvoll sein, nach gesundheitlichen Ursachen zu suchen, um bei einer weiteren Schwangerschaft die richtigen Vorkehrungen treffen zu können.

Was bedeuten Blutungen in der Frühschwangerschaft?

Blutungen müssen nicht zwingend auf eine Fehlgeburt hindeuten. Sie können auch von einem Hämatom kommen oder nach einer gynäkologischen Untersuchung auftreten. Dennoch solltest du bei Blutungen, Schmerzen im Unterleib oder Gewebeabgang immer deinen Arzt aufsuchen, um die Ursache abklären zu lassen.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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