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Ab welchem Alter ein Girokonto? Der Elternratgeber 2025

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 17.05.2026 Lesezeit 18 Min.
Ab welchem Alter ein Girokonto? Der Elternratgeber 2025

Auf einen Blick

  • Rechtlich möglich ab 7 Jahren mit Zustimmung beider Elternteile – Experten empfehlen 12 Jahre
  • Kinderkonten funktionieren nur auf Guthabenbasis – keine Schulden möglich, kein Dispo
  • Die meisten Banken bieten kostenlose Kontoführung bis zur Volljährigkeit

Bargeld war gestern – heute überweisen 31 Prozent der Kinder ihr Taschengeld digital. Doch ab wann macht ein eigenes Girokonto wirklich Sinn? Und wie führt ihr eure Kinder sicher an den Umgang mit Karte und Online-Banking heran? Wir zeigen euch, worauf es ankommt.

💰 Ab welchem Alter ist ein Girokonto möglich?

Die rechtliche Lage: Geschäftsfähigkeit ab 7 Jahren

Das deutsche Recht unterscheidet bei Minderjährigen verschiedene Stufen der Geschäftsfähigkeit:

  • Kinder unter 7 Jahren: Nicht geschäftsfähig, können keine Verträge abschließen
  • Kinder zwischen 7 und 17 Jahren: Beschränkt geschäftsfähig, Verträge nur mit elterlicher Zustimmung
  • Ab 18 Jahren: Volle Geschäftsfähigkeit

Für die Kontoeröffnung bedeutet das: Kinder ab 7 Jahren können ein Konto eröffnen, benötigen jedoch die Einwilligung beider Elternteile. Das gilt auch bei getrennt lebenden Eltern mit gemeinsamem Sorgerecht. Bei alleinigem Sorgerecht ist ein Sorgerechtsbeschluss nötig.

Viele Banken und Sparkassen bieten Konten bereits ab 7 Jahren an. Manche ermöglichen sogar Konten ab der Geburt – meist handelt es sich dabei um Sparkonten.

Gut zu wissen: Steht ein Minderjähriger bereits in einem Arbeitsverhältnis und haben die Eltern zugestimmt, kann er eigenständig ein Girokonto eröffnen.

Was Experten empfehlen

Der Bundesverband der Banken empfiehlt ein Einstiegsalter von 12 Jahren für das erste Girokonto. In diesem Alter verstehen Kinder finanzielle Zusammenhänge besser.

Thomas Mai von der Verbraucherzentrale Bremen rät: "Eltern sollten schauen, ob der Nachwuchs schon rechnen und mit Geld umgehen kann." Ab 10 oder 12 Jahren könnt ihr über ein Konto nachdenken.

Funktionen nach Alter:

  • 7-11 Jahre: Grundfunktionen wie Ein- und Auszahlungen, meist ohne EC-Karte
  • Ab 12 Jahren: EC-Karte wird sinnvoll
  • Ab 14 Jahren: Mehr Eigenverantwortung, erste digitale Zahlungen

Ich habe bei meinen beiden Kindern mit 12 Jahren angefangen – da konnten sie schon gut einschätzen, was Geld wert ist. Vorher haben wir mit Bargeld und Sparschwein geübt.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

🌸 Warum ein Kinderkonto heute wichtiger ist als früher

Unsere Kinder wachsen in einer bargeldlosen Welt auf. Diese Entwicklung macht ein eigenes Girokonto nicht nur sinnvoll – es wird zur Grundlage für finanzielle Bildung.

Vom Sparschwein zur Karte: So zahlen Kinder heute

Das klassische Sparschwein verliert an Bedeutung. Münzen und Scheine wandern seltener ins Sparschwein – stattdessen fließt Taschengeld direkt aufs Konto. 31 Prozent der Kinder erhalten ihr Taschengeld bereits digital. Bei 18-Jährigen sind es sogar 61 Prozent.

Mit einem Girokonto können eure Kinder mehr als nur sparen:

  • Mit der Karte an der Kasse bezahlen
  • Geld überweisen für gemeinsame Aktivitäten
  • Erste Schritte in die digitale Finanzwelt machen

Achtung: Kinder-Girokonten von der DKB haben keinen Dispositionskredit. "Kinder dürfen keine Schulden machen. Deshalb gibt es bei diesen Girokonten keinen Dispo". So lernen sie von Anfang an: Nur ausgeben, was vorhanden ist!

Digitale Zahlungen im Kinderalltag

29 Prozent der 10- bis 18-Jährigen möchten in Geschäften mit Karte bezahlen. Bei älteren Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren finden 71 Prozent digitale Zahlungen wichtig. Selbst jüngere Kinder zwischen 10 und 15 Jahren wünschen sich diese Möglichkeit – 44 Prozent möchten sie nutzen.

Besonders praktisch zeigt sich das auf Klassenfahrten oder bei Ferienjobs, wo der Lohn überwiesen wird. Spätestens bei einer Ausbildung wird ein Girokonto unumgänglich.

73 Prozent der Eltern halten finanzielle Bildung für wichtig. Das Geld fließt heute über Apps und Online-Dienste – nicht mehr nur durchs Portemonnaie.

Finanzexpertin Taiga Brahm von der Universität Tübingen bestätigt: „Den Umgang mit Geld über eine Karte zu erlernen, kann eine gute Chance sein, etwa damit Kinder und Jugendliche lernen, ihr Geld besser einzuteilen".

🔍 Welche Kontoarten gibt es für Kinder?

Sparkonto: Langfristiges Sparen ab der Geburt

Sparkonten eignen sich ideal für langfristige Geldanlagen und sind oft bereits ab der Geburt verfügbar. Hier können Großeltern oder Paten regelmäßig Geld für euer Kind einzahlen. Viele Banken bieten attraktivere Zinssätze für Kinderkonten – allerdings meist nur bis zu einem bestimmten Maximalbetrag. Die Hamburger Sparkasse zahlt beispielsweise auf ihr "Mäusekonto" bis 500 Euro fünf Prozent Zinsen, darüber hinaus 0,75 Prozent (Stand: September 2024).

Sparkonten für Kinder bieten:

  • Hohe Sicherheit durch Einlagensicherung
  • Einfaches Verständnis des Sparprinzips
  • Möglichkeit für regelmäßige Einzahlungen

Die Verzinsung klassischer Sparbücher liegt allerdings nur bei 0,001 bis 0,5 Prozent. Als Alternative bieten manche Banken Tagesgeldkonten für Kinder mit Zinssätzen von bis zu 3,05 Prozent pro Jahr.

Girokonto: Alltägliche Zahlungen ab 7 Jahren

Ein Kinderkonto ist ein spezielles Girokonto für Minderjährige. Ihr könnt es je nach Bank bereits ab der Geburt, meist jedoch ab 7 Jahren eröffnen. Damit sammeln eure Kinder erste Erfahrungen mit bargeldlosem Zahlungsverkehr.

Girokonten bieten deutlich mehr Funktionen:

  • Bargeldein- und -auszahlungen an Automaten
  • Überweisungen (oft mit Limits)
  • Kartenzahlungen im Geschäft
  • Online-Banking (meist ab 12 Jahren)

Wichtiger Sicherheitsaspekt: Kinderkonten funktionieren ausschließlich auf Guthabenbasis. "Kinder dürfen keine Schulden machen. Deshalb gibt es bei diesen Girokonten keinen Dispo," bestätigen Finanzexperten. Die meisten Banken bieten Kinderkonten kostenfrei an – ohne Grundgebühr für Konto und Bankkarte.

Prepaid-Kreditkarte: Sicheres Bezahlen für Reisen

Für Kinder und Jugendliche gibt es keine herkömmlichen Kreditkarten mit Kreditrahmen. Stattdessen werden Prepaid-Kreditkarten angeboten, die nur mit vorher aufgeladenem Guthaben funktionieren.

Diese Karten ermöglichen:

  • Sicheres Online-Shopping ohne Verschuldungsrisiko
  • Weltweite Zahlungen auf Reisen
  • Klare Übersicht über Ausgaben

Einige Banken bieten ab dem 12. Geburtstag eine Mastercard Debitkarte zum Jugendkonto. Bei anderen Anbietern gibt es Prepaid-Kreditkarten erst ab 14 Jahren.

Gut zu wissen: Prepaid-Kreditkarten haben besondere Sicherheitsfunktionen wie Jugendschutzcodierung für bestimmte Produkte, tägliche Ausgabenlimits (bei der ING beispielsweise 200 Euro täglich, maximal 1.000 Euro) und Benachrichtigungen an die Eltern bei Transaktionen.

✨ Worauf ihr bei der Auswahl achten solltet

Kosten und Gebühren

Die meisten Banken bieten Kinderkonten kostenfrei an – ohne Grundgebühr für das Konto und die Bankkarte. Ein kostenfreies Girokonto sollte daher Standard sein. Achtet aber auf versteckte Kosten:

  • Gebühren für Bargeldabhebungen
  • Kosten für Überweisungen oder Daueraufträge
  • Gebühren ab der Volljährigkeit

Die Altersgrenzen für kostenlose Kontoführung variieren: Manche Banken bieten diese bis 18 Jahre, andere wie die norisbank sogar bis 21 Jahre.

Tipp: Prüft, ob das Kinderkonto verzinst wird. Die Sparkasse verzinst beispielsweise Kinderkonten ab dem ersten Euro bis zu einem bestimmten Maximalbetrag. Die DKB ermöglicht direkt bei der Kontoeröffnung ein kostenloses Tagesgeld mit attraktiven Zinsen.

Verfügbarkeit von Geldautomaten

Kostenloser Zugang zu Bargeld ist entscheidend. Die Angebote unterscheiden sich deutlich:

  • Sparkasse: 20.000 Geldautomaten deutschlandweit
  • Volksbanken: 17.000 Automaten im BankCard ServiceNetz
  • Cash Group: 5.000 Geldautomaten (Deutsche Bank, Postbank, HypoVereinsbank, Commerzbank)

Viele Banken bieten zusätzlich kostenloses Abheben beim Einkauf an. Die norisbank ermöglicht dies an über 22.000 Standorten bei Rewe, Aldi und Lidl. Auch die Commerzbank bietet ähnliche Services.

Online-Banking und App-Funktionen

Moderne Banking-Apps werden für Kinder immer wichtiger. Die Zugangsmöglichkeiten variieren je nach Alter:

  • 0-9 Jahre: Online-Banking meist nur durch Eltern (z.B. Sparda-Bank Berlin)
  • Ab 12 Jahren: Oft eigener Zugang möglich
  • DKB: Eltern können alle Aktivitäten im eigenen Banking einsehen und kontrollieren

Wichtige App-Funktionen für Kinderkonten:

  • Push-Mitteilungen bei Kontobewegungen
  • Sofortige Kartensperrung bei Verlust
  • Ausgabenübersicht
  • Biometrischer Login

Filialen vor Ort

Für die Kontoeröffnung ist oft ein Filialbesuch nötig, da persönliche Identifikation erforderlich ist. Direktbanken bieten zwar Online-Eröffnung, aber Bargeldeinzahlungen können schwieriger werden – wichtig für Taschengeld und Geldgeschenke.

Tipp: Wählt am besten dieselbe Bank wie ihr selbst. Dadurch entfällt oft die erneute Authentifizierung und ihr könnt euer Kind besser beim Online-Banking unterstützen. Vergleicht mindestens drei Angebote verschiedener Banken, bevor ihr euch entscheidet.

🛡️ Wie sicher ist ein Kinderkonto?

Kein Dispo – keine Schulden

Der wichtigste Sicherheitsaspekt: Kinderkonten funktionieren ausschließlich auf Guthabenbasis. Euren Kindern steht nur das Geld zur Verfügung, das tatsächlich auf dem Konto vorhanden ist. Überziehungen sind technisch unmöglich.

Diese Regelung hat einen wertvollen Lerneffekt: Kinder lernen von Anfang an, nur das auszugeben, was sie besitzen. "Das Konto läuft grundsätzlich auf Guthabenbasis, daher sind Kredite und auch Kontoüberziehungen nicht zulässig", bestätigt der Bankenverband.

Alle grundlegenden Kontofunktionen bleiben verfügbar. Überweisungen und Bargeldauszahlungen funktionieren normal – allerdings nur bei ausreichendem Guthaben. Dieser Mechanismus schützt vor unüberlegten Ausgaben!

Limits für Abhebungen und Ausgaben

Als Eltern könnt ihr individuelle Limits festlegen und bestimmen, wie viel Geld euer Kind maximal abheben oder ausgeben darf. Diese Beschränkungen lassen sich je nach Alter anpassen.

Moderne Banken bieten folgende Limitierungen:

  • Tägliche oder wöchentliche Höchstbeträge für Bargeldabhebungen
  • Begrenzungen für Kartenzahlungen im Geschäft
  • Sperrung bestimmter Zahlungsarten wie Online-Shopping
  • Blockierung von Auslandszahlungen

Bei Prepaid-Kreditkarten gibt es zusätzlich eine Jugendschutzcodierung, die das Bezahlen bestimmter Produkte ausschließt.

Elternkontrolle per App

Digitale Kontrollmöglichkeiten geben euch den perfekten Überblick. Nahezu alle Banken bieten heute umfassende Einblicke durch Online-Banking oder spezielle Apps.

Als Eltern habt ihr verschiedene Möglichkeiten:

  • Alle Kontobewegungen in Echtzeit einsehen
  • Benachrichtigungen bei jeder Transaktion erhalten
  • Karte sofort über die App sperren bei Verlust
  • Volle Kontrolle über alle Vorgänge behalten

Spezielle Kinder-Apps sind einfach gestaltet und enthalten nur die wichtigsten Funktionen. Diese helfen euren Kindern, ihre Finanzen zu verstehen.

Achtung: Trotz aller technischen Schutzmechanismen bleibt das persönliche Gespräch über verantwortungsvollen Umgang mit Geld wichtig.

📋 So läuft die Kontoeröffnung ab

Diese Unterlagen braucht ihr

Für die Kontoeröffnung benötigt ihr folgende Dokumente:

Für das Kind:

  • Geburtsurkunde (bei Kindern unter 16 Jahren)
  • Personalausweis oder Kinderreisepass (ab 16 Jahren)
  • Steuer-Identifikationsnummer

Für die Eltern:

  • Personalausweis oder Reisepass beider Elternteile
  • Bei alleinigem Sorgerecht: Sorgerechtsbeschluss
  • Meldebescheinigung (bei manchen Banken)

Zustimmung beider Elternteile erforderlich

Kinder unter 18 Jahren können ein Girokonto nur mit Zustimmung beider Elternteile eröffnen. Das gilt auch bei getrennt lebenden Eltern mit gemeinsamem Sorgerecht.

Zwei Wege der Identifikation:

  • Filialbanken: Persönlicher Termin vor Ort
  • Direktbanken: PostIdent- oder VideoIdent-Verfahren

Manche Banken wie die ING verlangen immer einen amtlichen Lichtbildausweis des Kindes.

Freistellungsauftrag direkt mitbeantragen

Nach der Kontoeröffnung solltet ihr einen Freistellungsauftrag erteilen. Für Kinder gilt 2025 ein Sparerfreibetrag von 1.000 € jährlich.

Als Eltern könnt ihr diesen Auftrag im Namen eures Kindes stellen. Viele Banken bieten die Online-Beantragung an. Bei der DKB findet ihr diese unter "Verwaltung > Steuerübersicht > Angaben zum Freistellungsauftrag".

Gut zu wissen: Bei höheren erwarteten Kapitalerträgen lohnt sich eine Nichtveranlagungsbescheinigung vom Finanzamt.

💪 Wie Kinder den Umgang mit dem Konto lernen

Taschengeld per Dauerauftrag

Das regelmäßige Taschengeld bildet die Grundlage für den Umgang mit dem Kinderkonto. Statt Bargeld zu geben, überweist das Taschengeld per Dauerauftrag. Das hat mehrere Vorteile: Ihr vergesst es nicht, zahlt nicht versehentlich doppelt, und euer Kind weiß genau, wann das Geld auf dem Konto ist.

Die Taschengeld-Höhe sollte altersgerecht sein:

  • Bis 9 Jahre: bis zu 3 Euro wöchentlich
  • Bis 13 Jahre: 16-26 Euro monatlich
  • Bis 17 Jahre: 26-63 Euro monatlich
  • Ab 18 Jahre: 63-79 Euro monatlich

Achtung: Taschengeld sollte unabhängig vom Verhalten oder den Schulnoten gezahlt werden. Es dient dem Lernen, nicht als Erziehungsmittel. Bis zum 10. Lebensjahr empfiehlt sich wöchentliche Zahlung, danach monatlich.

Unterschied zwischen Sparen und Ausgeben erklären

Ein Kinderkonto bietet ideale Möglichkeiten, den Unterschied zwischen sofortigem Ausgeben und langfristigem Sparen zu zeigen. Bereits ab 4-5 Jahren haben Kinder ein erstes Zahlenverständnis.

Geht regelmäßig gemeinsam die Kontoauszüge durch und besprecht, wofür Geld ausgegeben wurde. Legt sinnvolle Spartöpfe für größere Wünsche an. Bewährte Methode: "Jeden Monat bei Taschengeldzahlung einen Sparbetrag aufs Sparkonto zu legen ist sinnvoller, als zu warten, was am Ende übrig ist".

Ältere Kinder können "Budgetgeld" für bestimmte Ausgaben wie Kleidung oder Schulmaterial verwalten. So lernen sie, Prioritäten zu setzen und längerfristig zu planen.

Verlust der Karte – was tun?

Eure Kinder müssen wissen, wie sie im Notfall reagieren. Bei Kartenverlust sofort die Sperrnummer 116 116 anrufen. Dieser zentrale Sperr-Notruf ist kostenlos und sperrt die Karte sofort.

Für die Sperrung werden benötigt:

  • Name des Karteninhabers
  • IBAN oder Kontonummer und Bankleitzahl
  • Geburtsdatum

Bei Diebstahl zusätzlich Anzeige bei der Polizei erstatten. Die Polizei nimmt dann die KUNO-Sperrung vor, wodurch auch Zahlungen mit Unterschrift blockiert werden.

Tipp: Viele Banken bieten die Kartensperrung über Online-Banking oder Banking-App an. Diese praktische Option solltet ihr euren Kindern ebenfalls erklären.

🎂 Was passiert mit dem Konto bei Volljährigkeit?

Automatische Umstellung auf Erwachsenenkonto

Die Umwandlung des Kinderkontos erfolgt meist automatisch mit der Volljährigkeit. Euer Kind erhält nun die alleinige Verfügungsgewalt über sein Konto. Das bedeutet: Ihr als Eltern habt keinen direkten Zugriff mehr. Möchtet ihr weiterhin Einsicht behalten, muss euer volljähriges Kind eine Bankvollmacht ausstellen.

Manche Banken handhaben den Übergang unterschiedlich. Die comdirect führt das JuniorGiro als kostenloses Girokonto weiter – alle Karten bleiben gültig. Hierfür muss ein "Antrag zur Volljährigkeit" unterschrieben werden.

Gebühren und neue Funktionen prüfen

Wichtig: Mit 18 Jahren können sich die Kontokonditionen ändern! Kostenlose Kontoführung gibt es meist nur noch mit Ausbildungsnachweis:

  • Ausbildungsverträge
  • Immatrikulationsbescheinigungen
  • Nachweise über Freiwilligendienste

Diese Nachweise müsst ihr rechtzeitig einreichen. Dafür stehen eurem Kind neue Funktionen zur Verfügung: Dispokredit und echte Kreditkarten.

Mit 18 Jahren kann euer Kind eine reguläre Kreditkarte mit Kreditrahmen erhalten. Besonders praktisch für Reisen, Hotelbuchungen und Online-Shopping. Alternativ funktioniert auch weiterhin eine Prepaid-Kreditkarte.

Bankwechsel als Chance nutzen

Die Volljährigkeit ist der perfekte Zeitpunkt für einen Konditionenvergleich! Falls Gebühren zu hoch werden oder euer Kind sich ein nachhaltigeres Konto wünscht, lohnt sich ein Bankwechsel.

Viele Banken bieten Kontowechselhilfen an. So wird der Wechsel zum wichtigen Lernmoment für finanzielle Selbstständigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Ab welchem Alter kann mein Kind wirklich ein Girokonto eröffnen?

Rechtlich ist es ab 7 Jahren möglich – allerdings nur mit Zustimmung beider Elternteile. Experten empfehlen jedoch meist ein Alter von 12 Jahren, da Kinder dann finanzielle Zusammenhänge besser verstehen und verantwortungsvoller mit Geld umgehen können.

Kann mein Kind mit dem Kinderkonto Schulden machen?

Nein, das ist ausgeschlossen! Kinderkonten funktionieren ausschließlich auf Guthabenbasis. Es gibt keinen Dispositionskredit, sodass euer Kind nur das ausgeben kann, was tatsächlich auf dem Konto vorhanden ist. Das ist ein wichtiger Sicherheitsmechanismus.

Welche Bank ist die beste für ein Kinderkonto?

Das hängt von euren Bedürfnissen ab. Achtet auf kostenlose Kontoführung, gute Erreichbarkeit von Geldautomaten und altersgerechte App-Funktionen. Oft ist es praktisch, dieselbe Bank wie ihr selbst zu wählen – das erleichtert die Unterstützung beim Online-Banking.

Wie viel Kontrolle habe ich über das Konto meines Kindes?

Bis zur Volljährigkeit habt ihr volle Kontrolle. Ihr könnt Limits für Abhebungen und Ausgaben festlegen, alle Kontobewegungen in Echtzeit einsehen und bei den meisten Banken Push-Benachrichtigungen bei Transaktionen erhalten. Ab 18 Jahren entscheidet euer Kind allein.

Was passiert mit dem Kinderkonto, wenn mein Kind 18 wird?

Das Konto wird meist automatisch in ein Erwachsenenkonto umgewandelt. Euer Kind erhält die alleinige Verfügungsgewalt. Wichtig: Die Konditionen können sich ändern – kostenlose Kontoführung gibt es oft nur noch mit Ausbildungs- oder Studiennachweis.

Wie bringe ich meinem Kind den verantwortungsvollen Umgang mit dem Konto bei?

Überweist das Taschengeld per Dauerauftrag, besprecht regelmäßig gemeinsam die Kontoauszüge und legt Sparziele fest. Erklärt auch wichtige Notfallmaßnahmen wie die Kartensperrung. Der beste Lerneffekt entsteht durch praktische Erfahrung unter eurer Aufsicht.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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