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Mastitis – was bei einer Brustentzündung zu beachten ist

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 29.05.2026 Lesezeit 10 Min.
Mastitis – was bei einer Brustentzündung zu beachten ist

Auf einen Blick

  • Eine Mastitis entsteht meist durch Bakterien oder einen Milchstau während der Stillzeit
  • Typische Anzeichen sind Rötung, Schwellung, Schmerzen und manchmal Fieber
  • Weiterstillen ist wichtig – Kühlen, Wärmen und Massage können Linderung verschaffen

Du stillst dein Baby liebevoll und plötzlich spürst du einen stechenden Schmerz in der Brust? Eine gerötete, geschwollene Stelle macht sich bemerkbar und du fühlst dich schlapp? Eine Brustentzündung kann das Stillen zur Herausforderung machen – aber mit den richtigen Maßnahmen bekommst du sie gut in den Griff.

🔍 Was ist eine Brustentzündung?

Die Mastitis puerperalis ist eine Entzündung der Brust, die während des Stillens auftritt. Sie kann sich auch im Wochenbett entwickeln, selbst wenn du dich entscheidest, nicht zu stillen. Teilweise wird zwischen einem Milchstau und einer Brustentzündung unterschieden.

Gut zu wissen: Es gibt auch die Mastitis non-puerperalis – eine Entzündung der Brustdrüse, die unabhängig vom Stillen entsteht. Sogar Männer können betroffen sein, wenn Bakterien über die Brustwarze eindringen.

💡 Was ist der Auslöser für eine Mastitis?

Grundsätzlich steht die Mastitis für eine Brustdrüsenentzündung oder eine Entzündung des Gewebes in der Brust. Gerade während der Stillzeit steigt die Gefahr für eine Entzündung von Brustgewebe oder der Milchgänge an. Dazu gehören folgende Ursachen:

  • Im Rahmen eines Milchstaus kommt es zu einem Abszess oder der Milchstau wird nicht schnell genug abgebaut
  • Über Verletzungen an den Brustwarzen dringen Bakterien ein, wie Staphylococcus aureus oder Streptokokken
  • Du trägst einen nicht passenden BH, der die Milchkanäle einengt
  • Die Stillposition, die Stilltechnik oder die Häufigkeit beim Stillen passen nicht
  • Die Brust wird nicht richtig entleert
  • Du stillst plötzlich und nicht korrekt ab
  • Du bist krank oder hast sehr starken Stress

Achtung: Abstillen ist ein Prozess, bei dem der Milchfluss langsam reduziert werden soll. Wenn du zu schnell aufhörst, wird die Brust nicht mehr entleert – das kann zu einer Mastitis führen.

🌸 Wie zeigt sich eine Mastitis?

Wie viele Brusterkrankungen zeigt sich auch die Brustentzündung meist durch Schmerzen, die einen Hinweis auf den entzündeten Bereich geben. Teilweise zeigt sich auch eine Rötung oder eine Schwellung.

Ist eine Stelle gerötet, deutet dies darauf hin, dass sich hier möglicherweise ein Milchstau entwickelt hat. Zudem kann es sein, dass die entzündete Seite eine höhere Temperatur hat als die nicht betroffene Seite.

Teilweise verspürst du Schmerzen im Bereich der Brustwarzen oder in den Achselhöhlen. Es kann sein, dass deine Lymphknoten in den Achseln anschwellen. Bei einer fortgeschrittenen Brustentzündung kann es zu einem Abszess kommen. Die eitrige Entzündung sollte unbedingt behandelt werden. Auch eine erhöhte Körpertemperatur ist ein Hinweis auf eine Mastitis.

Tipp: Sieh dir deine Brustwarze genau an. Möglicherweise zeigt sich ein gelber Punkt – dieser kann auf einen verstopften Milchkanal hindeuten. Sprich deine Hebamme dazu an. Diese wird den sogenannten Milchpickel mit einer sterilen Nadel öffnen.

💪 Was kann ich gegen eine Brustentzündung tun?

Es gibt verschiedene Wege, wie du einen Milchstau oder eine Brustentzündung auflösen kannst. Wichtig ist das Weiterstillen, auch wenn es schmerzhaft ist. Spürst du verhärtete Stellen, sollten diese während dem Stillen gewärmt und leicht massiert werden. Teilweise sind die Milchdrüsen nur verstopft und durch die Massage löst sich diese Verstopfung. Achte darauf, dass es nicht zu einer Überwärmung kommt.

Hat dein Baby die Brust entleert, wird mit Kompressen gekühlt. Du kannst auch Quarkwickel verwenden. Diese sollten aber nicht auf die Brustwarze gelangen, da sich sonst weitere Bakterien verteilen können.

Bei meiner ersten Brustentzündung habe ich den Fehler gemacht, aus Angst vor Schmerzen seltener zu stillen – das hat alles nur schlimmer gemacht. Weiterstillen ist wirklich der Schlüssel zur Heilung.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

Tipp: Informiere dich über Retterspitz. Das Naturheilmittel wird äußerlich eingesetzt und hat kühlende sowie entzündungshemmende Effekte. Retterspitz wird auf ein sauberes Tuch aufgetragen und auf die entzündete Stelle gelegt. Der Wickel kann bis zu zwei Stunden auf der Brust verbleiben.

Du solltest zudem Schmerzmittel einnehmen. Lass dich von deiner Hebamme beraten, welche Schmerzmittel du dir während der Stillzeit verschreiben lassen kannst. Gerade bei Schüttelfrost, Gliederschmerzen oder anderen grippeähnlichen Symptomen solltest du deinen Arzt aufsuchen. Möglicherweise muss mit einem Antibiotikum gearbeitet werden, damit sich die Bakterien nicht vermehren. Der Arzt wird einen Abstrich durchführen, um zu schauen, welche Bakterien der Auslöser für die Entzündung sind.

✨ Tipps für die Behandlung der Mastitis auf einen Blick

Für eine schnelle Hilfe hast du hier einen Überblick über Handlungen, die bei einer Brustentzündung Linderung verschaffen:

  1. Stille weiter: Eine Stillpause ist kontraproduktiv, da diese einen Milchstau verstärken kann. Auch wenn es Schmerzen bereitet, ist es wichtig, dass dein Baby regelmäßig an der betroffenen Seite trinkt. Massiere dabei die gerötete Stelle und wärme die Brust beim Stillen.
  2. Wende Wickel an: Quarkwickel oder auch Retterspitz kühlen die Brust und können so die Entzündung oder die Schmerzen verringern. Achte darauf, dass du frische und saubere Tücher verwendest, wenn du den Wickel machst und spare die Brustwarze aus. Ist eine Stelle besonders geschwollen, kann der Wickel auch vor allem dort aufgelegt werden.
  3. Pumpe ab: Gerade dann, wenn dein Baby noch sehr klein ist, kann es sein, dass es noch nicht die Kraft hat, gegen den Milchstau zu trinken oder die Brust richtig zu entleeren. In dem Fall kann eine Milchpumpe zum Einsatz kommen. Durch das Abpumpen wird die Milchproduktion nicht reduziert und die Brust entleert.
  4. Ruhe und Entspannung: Stress ist ein möglicher Auslöser für eine Mastitis. Umso wichtiger ist es, dass du dir Ruhe gönnst. Nimm Hilfe an, geh zurück ins Wochenbett und genieße mit deinem Baby einfach Entspannung. Schlafe, kuschle Haut an Haut und iss gesund. Dadurch gibst du deinem Körper Zeit, dich zu regenerieren.

🍼 Mit Stillpositionen gegen den Milchstau arbeiten

Oft kann es sein, dass dein Baby nicht richtig saugt oder die Brustwarze unzureichend greift. Das sorgt dafür, dass sich Milch staut und dies kann eine Brustentzündung begünstigen, da sich ein Milchstau ausbilden kann. Dein Baby sollte die Brust richtig entleeren und dazu gehört die passende Stillposition.

Spürst du den Bereich des Milchstaus, kannst du hier ansetzen. Optimal ist es, wenn sich das Kinn deines Babys an genau der Stelle befindet. Beim Stillen wird der Milchstau dadurch natürlich massiert und die Milch tritt aus. So kann er sanft gelöst werden.

Ein weiterer Tipp ist es, sich in die Vierfüßlerposition zu begeben. Diese hat gleich mehrere Vorteile. So kann dein Baby hier die Brustwarze deutlich besser fassen. Zudem agiert auch die Milch nach der Schwerkraft und fließt besser zur Brustwarze hin. Dadurch kann ein Milchstau ebenfalls gelöst werden.

Lass dich zu den verschiedenen Stillpositionen gerne von deiner Hebamme beraten. Du kannst auch eine Stillberaterin ansprechen, die sich deine Stillpositionen ansieht.

🏥 Die Mastitis nicht unbehandelt lassen

Besonders wichtig ist es, dass du eine Brustentzündung nicht unbehandelt lässt. Gerade weil nicht sicher ist, was der Auslöser ist und ein bakterieller Befall nicht ausgeschlossen werden kann, sollte hier genau geschaut werden. Lassen die Symptome innerhalb von wenigen Tagen nicht nach oder bekommst du Fieber oder auch Schüttelfrost, sollten immer Hebamme oder Arzt aufgesucht werden.

Achtung: Bei Fieber, Schüttelfrost oder wenn sich die Symptome nach 2-3 Tagen nicht bessern, unbedingt ärztliche Hilfe suchen. Ein unbehandelter Abszess kann gefährlich werden.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich bei einer Brustentzündung weiterstillen?

Ja, unbedingt! Weiterstillen ist sogar wichtig, damit die Brust entleert wird und sich der Milchstau nicht verschlimmert. Die Milch ist für dein Baby unbedenklich, auch wenn du Antibiotika nehmen musst.

Wie lange dauert eine Mastitis?

Mit den richtigen Maßnahmen sollte eine Besserung innerhalb von 2-3 Tagen eintreten. Bei bakterieller Infektion und Antibiotika-Behandlung kann es bis zu einer Woche dauern, bis die Symptome vollständig abklingen.

Wann muss ich mit einer Brustentzündung zum Arzt?

Suche einen Arzt auf, wenn du Fieber über 38,5°C bekommst, Schüttelfrost hast, sich die Symptome nach 2-3 Tagen nicht bessern oder du einen eitrigen Ausfluss aus der Brustwarze bemerkst.

Kann ich einer Mastitis vorbeugen?

Ja! Achte auf regelmäßiges Stillen, eine gute Stillposition, dass dein Baby die Brust richtig entleert, trage einen gut sitzenden Still-BH und vermeide Stress. Bei wunden Brustwarzen sofort handeln, damit keine Bakterien eindringen können.

Helfen Quarkwickel wirklich bei Mastitis?

Ja, Quarkwickel haben eine kühlende und entzündungshemmende Wirkung. Wichtig ist, dass du die Brustwarze aussparst und frischen, sauberen Quark verwendest. Nach dem Stillen auflegen und etwa 20 Minuten wirken lassen.

Was ist der Unterschied zwischen Milchstau und Mastitis?

Ein Milchstau ist eine Vorstufe der Mastitis – die Milch staut sich in den Milchgängen, was zu Verhärtungen führt. Wird er nicht behandelt oder kommen Bakterien hinzu, kann daraus eine Brustentzündung (Mastitis) mit Fieber und stärkeren Schmerzen entstehen.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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