Babymatratze – Was beim Kauf beachten
Auf einen Blick
- Die Matratze muss exakt zur Bettgröße passen – Standard ist 140 x 70 cm für Babybetten
- Dein Baby sollte maximal 3 cm einsinken, um Rückenlage und Atmung zu sichern
- Achte auf abnehmbare, bei 60°C waschbare Bezüge und Prüfsiegel wie Oeko-Tex Standard 100
Die richtige Matratze für dein Baby ist mehr als nur eine Schlafunterlage – sie ist ein wichtiger Baustein für gesunden Schlaf und sichere Entwicklung. Zwischen zu weich, zu hart, verschiedenen Materialien und Sicherheitsaspekten kann die Auswahl ganz schön überwältigend sein. Hier erfährst du, worauf es wirklich ankommt.
📏 Die richtige Größe finden
Bett und Matratze müssen hundertprozentig in der Größe zusammenpassen. Ist die Matratze kleiner als das Bett, rutscht sie hin und her. Eine zu große Matratze muss in das Bett gequetscht werden und würde dann an den Seiten hochstehen. Beide Varianten würden Gefahren für dein Kind in sich bergen.
Die meist verkaufte Matratze für Babybetten hat eine Länge von 1,40 Meter und eine Breite von 70 Zentimeter. Diese Größe entspricht den handelsüblichen Betten und ist somit in jedem Matratzengeschäft, bei jedem Babyausstatter oder Versandhaus erhältlich. Diese Größe bietet genug Raum und Bewegungsfreiheit für die ersten Lebensjahre. Dein Liebling kann solange in dem Bettchen schlafen, solange er oder sie noch mehr als 10 cm Platz am Kopf- und Fußende hat.
Gut zu wissen: Neben dem Standardmaß 140 x 70 cm gibt es auch Matratzen in 120 x 60 cm und 160 x 70 cm. Die Matratzenhöhe bewegt sich normalerweise zwischen 7 und 13 Zentimetern.
Spezialgrößen für verschiedene Schlafplätze
- Stubenwagenmatratze: 37 x 70 cm, oval
- Wiegenmatratze: 40 x 90 cm, rechteckig
- Reisebettmatratze: 60 x 120 cm, meist in 3 Segmente faltbar
🛏️ Sicherheit geht vor: Warum die richtige Matratze so wichtig ist
Bei Babys und Kleinkindern hört man immer wieder vom plötzlichen Kindstod („SIDS" – Sudden Infant Death Syndrome) im Schlaf. Woran das liegt, ist noch nicht abschließend erforscht worden, aber Experten bringen damit die Umgebung, also auch die Matratze in Verbindung. Man vermutet, dass eine gute Matratze und das Bettchen die Gefahr erheblich vermindern können.
Es kommt darauf an, eine optimale Luftzirkulation zu gewährleisten, wozu die Matratze einen guten Beitrag leisten kann. Man nimmt an, dass wenn das Baby nicht genügend frische Luft erhält, das Risiko für SIDS steigen kann. Dieses Szenario ist gegeben, wenn das Baby zu viel Kohlenstoffdioxid einatmet. Kohlenstoffdioxid entsteht dann, wenn vor oder über dem Köpfchen des Babys etwas liegt, so, dass die ausgeatmete Luft nicht richtig entweichen kann und dann praktisch vom Kind wieder eingeatmet wird.
Achtung: Lege dein Kind immer auf dem Rücken ins Bettchen. Die Bauchlage ist als wichtiger Risikofaktor für den plötzlichen Kindstod einzustufen. Verzichte auch auf Bettumrandungen (Nestchen) und nutze einen Baby-Schlafsack statt einer Decke.
Die 3-Zentimeter-Regel
Als allgemeine Richtlinie gilt, dass dein Baby nicht mehr als drei Zentimeter in die Matratze einsinken sollte. Das ist aus dem Grund von besonderer Bedeutung, dass das ältere Kind sich ohne fremde Hilfe aus der Bauchlage wieder auf den Rücken legen kann. Auf einer zu weichen Matratze könnte das Baby einsinken und, wenn es auf dem Bauch liegt, nicht genügend frische Luft bekommen.
Eine richtige Matratze sollte weder zu weich noch zu hart sein. Ich habe bei meinen beiden Kindern immer darauf geachtet, dass sie gut gestützt werden, aber die Matratze sich trotzdem ihrer kleinen Körper anpasst – das gibt mir als Mama einfach ein sicheres Gefühl.
🌸 Welches Material ist das richtige?
Viele Hersteller verwenden unterschiedliche Materialien bei der Herstellung ihrer Matratzen. Da die Gesundheit unserer Kinder nun mal das Wichtigste ist, muss darauf geachtet werden, dass die Matratze in jeder Hinsicht die Voraussetzungen für einen guten und erholsamen Schlaf gewährleisten kann.
Kaltschaummatratzen
Die Matratzen aus Kaltschaum sind hergestellt aus Polyurethan. Die Kerne dieser Matratzenart sind teilweise mehrfache Lagen aus verschiedenen Materialien wie z. B. Viscoschaumauflagen. Die Viscoschaumauflage erhärtet sich bei kühlen Zimmertemperaturen und werden weicher bzw. geben nach bei Körperwärme. Diese Matratzen haben Belüftungskanäle und Luftkammern und sorgen daher bei deinem Baby für ein angenehmes Schlafklima.
Latex-Kokos-Matratzen
Eine Latex-Kokos Matratze ist etwas schwerer als andere Matratzen und auch ein wenig dünner. Die Kokosfasern haben naturgemäß gewöhnlich eine gute Luftdurchlässigkeit, sind aber auch ziemlich hart. Weitere Belüftung wird durch Belüftungskanäle gewährleistet.
Schaumstoffmatratzen
Die meistens günstigsten Vertreter unter den Matratzen sind die Schaumstoff-Matratzen. Sie bestehen aus aufgeschäumtem Polyurethan und sind leicht. Manchmal weisen sie senkrechte Luftkanäle auf. Trittkanten sind aus härterem Schaumstoff angeklebt.
Gut zu wissen: Im Handel erhältlich sind Matratzen mit zwei unterschiedlichen Seiten für das Babyalter und für das Kleinkindalter. Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass dies nicht unbedingt notwendig ist – beim größeren Kind wird das Gewicht einfach auf die größere Fläche verteilt.
💪 Punktelastisch oder flächenelastisch?
Aufgrund der Funktion ihrer Federung lassen sich Matratzen in punkt- und flächenelastische Matratzen einteilen:
Punktelastizität
Bei der Punktelastizität reagiert die Matratze nur punktuell auf Druck. Das bedeutet, dass nur in dem Bereich, wo größeres Gewicht einwirkt, die Matratze nachgibt. Liegt dein Kind z. B. auf der Seite, sinkt die Hüfte etwas in die Matratze ein, während die umliegenden Bereiche der Matratze weiterhin ihre stützende Wirkung haben. Die punktelastische Matratze passt sich voll und ganz der Anatomie an.
Nach Meinung der Experten zeichnet sich eine optimale Matratze dadurch aus, dass sie keinen Zwischenraum zwischen Körper und Matratze aufweist. Je höher die Punktelastizität desto besser ist die Anforderung an die Matratze erfüllt. Punktelastische Matratzen sind solche mit Taschenfederkern, aus Kaltschaum, Latex oder Viscoschaum.
Flächenelastizität
Bei der Flächenelastizität ist es anders. Hier sinkt nicht nur der belastete Bereich ab, sondern auch die umliegenden. Daher spricht man hier auch vom Hängematten-Effekt, wodurch rückenbelastende und falsche Körperhaltungen begünstigt werden können. Der Liegedruck wird hier großflächig abgefedert. Flächenelastische Matratzen sind solche mit einem „Bonell" Federkern, welche im Handel oftmals als Federkernmatratzen angeboten werden.
✨ Wichtige Ausstattungsmerkmale
Trittkante für mehr Sicherheit
Damit du verhinderst, dass dein kleiner Liebling beim Hopsen, Springen oder Stehen zwischen Matratze und Bettkante rutscht und die kleinen Füße einklemmt, kaufe am besten eine Matratze mit verstärkter Kante. Dies trifft auf Schaumstoffmatratzen und Matratzen aus Kaltschaum zu. Bei Matratzen aus Kokos-Latex-Kern ist eine verstärkte Außenkante nicht erforderlich, da die ganze Matratze wesentlich stabiler ist als die anderen.
Der richtige Matratzenbezug
Der Matratzenbezug sollte aus einem festen biologischen Baumwoll-Vlies bestehen, der ohne chemische Zusätze hergestellt wurde. Weiterhin sollte sich der Bezug durch eine sehr gute Luftzirkulation und eine hohe Saugfähigkeit auszeichnen. Einige Matratzenbezüge haben mehrere Funktionen und weisen auch einen antifungiziden und antibakteriellen Effekt auf und haben einen speziellen Nässestopp. Andere Bezüge sind mit Aloe Vera besonders veredelt.
Tipp: Der Bezug sollte in jedem Fall abnehmbar und bis 60 Grad waschbar sein, was ihn für Allergiker geeignet macht. Ohne Bezug sollte die Matratze noch 10 cm stark sein.
🌿 Allergien und Schadstoffe
Bei möglichen Allergien, z. B. wenn es in deiner Familie schon Hausstauballergien geben sollte, ist es ratsam, eine Matratze aus Naturlatex oder eine Kokosmatratze zu kaufen. Du kannst die Matratze auch mit einem wasserdampf- und wärmedurchlässigem Bezug überziehen. Milbenallergene werden hierdurch effektvoll vermieden. Jedoch ist hierbei wieder zu beachten, dass so ein Bezug die Belüftung etwas reduziert. In jedem Fall ist es sinnvoll und anzuraten, zu diesem Thema deinen Kinderarzt zu befragen.
Achtung: Verzichte auf Schutzbezüge oder gummierte Auflagen, da sie den Belüftungsprozess einschränken.
Prüfsiegel beachten
Unabhängige Prüfinstitute kontrollieren nach strengsten Richtlinien und in regelmäßigen Abständen, ob die Matratzen Schadstoffe oder bedenkliche Stoffe enthalten. Siegel wie „Oeko-Tex Standard 100" oder „Der Blaue Engel" stellen sicher, dass die Matratze auf Schadstoffe hin geprüft wurde.
🏠 Die neue Matratze richtig vorbereiten
Wenn du die neue Matratze nach dem Kauf auspackt, macht sich oftmals ein strenger und nicht gerade angenehmer Geruch breit. Du solltest deshalb, bevor dein Kind darauf schläft, die Matratze für mehrere Tage erst einmal lüften. Im Sommer und bei gutem Wetter gerne draußen, da Wärme die Gerüche am besten vertreibt. Im Winter und bei schlechtem Wetter in einem gut durchlüfteten Raum. Wird die Matratze im Kinderbett gelüftet, sollte sie mehrmals täglich gewendet werden.
👶 Warum keine zu weiche Matratze?
Viele Muttis und Vatis wollen ihrem Baby mit einer weichen Matratze etwas Gutes tun. Leider ist dies vom orthopädischen Gesichtspunkt aber nicht richtig. Bei Babys und Kindern bis zum 8. Lebensjahr ist die Wirbelsäule noch gerade. Die S-Form wird erst danach gebildet. Babys und Kleinkinder wachsen besonders schnell, wobei die Bildung der Muskeln mit dem Knochenwachstum nicht Schritt hält.
Das bedeutet, dass die Wirbelsäule in diesem Alter noch nicht ausreichend von der Muskulatur geschützt werden kann. So könnte eine zu weiche Matratze der Wirbelsäule Schäden zufügen und somit für das Kind dauerhafte Haltungsschäden bedeuten. Die Matratze sollte also nicht zu weich, sondern schon eher fest sein, aber gleichzeitig sollte sie sich der kindlichen Anatomie anpassen.
Gut zu wissen: Da Babys noch sehr leicht sind, ist es nicht nötig, eine Matratze mit Liegezonen zu erwerben. Die Wirbelsäule der Kleinen ist noch gerade und muss in keinem Bereich mehr oder weniger gestützt oder entlastet werden.
🔍 Checkliste: Darauf solltest du beim Kauf achten
- Passende Größe zum Bett (meist 140 x 70 cm)
- Maximales Einsinken von 3 cm
- Punktelastisches Material (Kaltschaum, Latex, Taschenfederkern)
- Gute Luftzirkulation durch Belüftungskanäle
- Verstärkte Trittkante bei Schaumstoff- und Kaltschaummatratzen
- Abziehbarer, bei 60°C waschbarer Bezug
- Prüfsiegel wie Oeko-Tex Standard 100 oder Der Blaue Engel
- Matratzenhöhe zwischen 7 und 13 cm
- Ohne Bezug noch mindestens 10 cm stark
Häufig gestellte Fragen
Wie lange kann mein Baby auf der Babymatratze schlafen?
Dein Liebling kann solange in dem Bettchen schlafen, solange er oder sie noch mehr als 10 cm Platz am Kopf- und Fußende hat. Bei der Standardgröße 140 x 70 cm reicht das meist für die ersten Lebensjahre.
Brauche ich wirklich eine Matratze mit Baby- und Kleinkindseite?
Nein, das ist nicht unbedingt notwendig. Untersuchungen haben ergeben, dass Babys und Kleinkinder nicht unbedingt besser auf den dafür ausgewiesenen Seiten liegen. Beim größeren Kind wird das Gewicht einfach auf die größere Fläche verteilt und es sinkt somit nicht weiter ein als ein leichteres Kind.
Wie erkenne ich, ob die Matratze den richtigen Härtegrad hat?
Der richtige Härtegrad kann durch Drücken und Befühlen der Materialien herausgefunden werden. Als Faustregel gilt: Dein Baby sollte maximal 3 cm einsinken. Die Matratze sollte weder zu weich noch zu hart sein, sondern das Kind gut abstützen und gleichzeitig Entlastung schaffen können.
Kann ich einen Nässeschutz auf die Matratze legen?
Es ist ratsam, auf Schutzbezüge oder gummierte Auflagen zu verzichten, da sie den Belüftungsprozess einschränken. Die optimale Luftzirkulation ist wichtig für die Sicherheit deines Babys.
Welche Matratze ist bei Allergien am besten?
Bei möglichen Allergien, besonders Hausstauballergien, ist eine Matratze aus Naturlatex oder eine Kokosmatratze ratsam. Du kannst die Matratze auch mit einem wasserdampf- und wärmedurchlässigem Bezug überziehen. Sprich am besten mit deinem Kinderarzt über die beste Lösung für dein Kind.
Wie lange muss ich die neue Matratze auslüften?
Lüfte die neue Matratze für mehrere Tage, bevor dein Kind darauf schläft. Im Sommer und bei gutem Wetter gerne draußen, da Wärme die Gerüche am besten vertreibt. Im Winter in einem gut durchlüfteten Raum. Wird die Matratze im Kinderbett gelüftet, solltest du sie mehrmals täglich wenden.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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