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Der 6. Schwangerschaftsmonat – der Fötus ist nun überlebensfähig

Nadine Scheiner
06 Jan 2022
5 min.
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Der sechste Schwangerschaftsmonat beginnt mit der 21. SSW und endet mit der 24. SSW. Zum Ende des sechsten Monats hin ist euer Baby bereits lebensfähig. Würde es jetzt zur Welt kommen, würden die Ärzte lebenserhaltende Maßnahmen ergreifen.

6. Schwangerschaftsmonat
VictoriaArt via Shutterstock

In der 21. Schwangerschaftswoche wächst euer Baby plötzlich schnell

Wenn ihr in der 21. Schwangerschaftswoche eine Vorsorgeuntersuchung mit Ultraschall beim Gynäkologen habt, werdet ihr euch vielleicht wundern. Denn wenn der Frauenarzt euer Baby jetzt misst, scheint es einen beeindruckenden Sprung gemacht zu haben. Dabei wird nun ab dem 6. Schwangerschaftsmonat einfach nicht mehr nur die Schädel-Steiß-Lage gemessen, sondern von Kopf bis Fuß, also der Scheitel-Fersen-Länge. Der Fötus hat nun eine Größe von rund 25 cm und ein Gewicht von etwa 350 Gramm.

Nach wie vor braucht das Ungeborene jede Menge Schlaf. Rund 20 Stunden schläft es und daher kann es sein, dass ihr euer Baby nur wenig spürt. Dies hängt auch damit zusammen, dass die Stupser noch etwas zurückhaltend sind. Ab der 21. Schwangerschaftswoche arbeiten die Nieren und bilden Urin.

Ihr bemerkt jetzt die Bewegungen eures Babys immer mehr? Euer Baby nimmt auch die Wärme der Hand von außen wahr. Jetzt merkt es, wenn Mama oder Papa die Hand auf den Bauch legen.

Ab der 22. Schwangerschaftswoche macht das Gehirn einen Sprung

Schon seit mehreren Wochen hat der Fötus immer wieder Schluckauf und das ist auch gut so, denn auf diese Weise wird das Zwerchfell trainiert. Inzwischen dürftet ihr jedoch merken, wenn es wieder soweit ist. Die kleinen rhythmischen Stöße gegen den Bauch werden euch in den nächsten Monaten noch häufiger begleiten. Manchmal schluckt euer Baby zu viel Fruchtwasser. Jeder Schluckauf ist für das Zwerchfell eine sehr gute Übung.

Wenn es darum geht, was euer Baby nun alles erkennen kann, dann ist es wichtig zu wissen, dass in der 22. Schwangerschaftswoche die Augen noch nicht geöffnet werden. Dennoch nehmen die Babys immer mehr die Schattierungen von hell und dunkel wahr.

Das Gehirn eures Babys ist inzwischen hervorragend durch die Schädelplatten geschützt, die auch immer mehr verhärten. Allerdings härten sie erst in den ersten Jahren nach der Geburt komplett aus. Vorher gibt es auch noch zwei Öffnungen, die es möglich machen, dass sich die Platten unter der Entbindung verschieben lassen. Hier wird von der Fontanelle gesprochen.

Ab der 23. Schwangerschaftswoche merkt sich euer Baby eure Stimme

Geräusche nimmt der Fötus schon länger wahr, wenn auch zu Beginn vor allem über Schwingungen. Doch nun tut sich hier im sechsten Schwangerschaftsmonat etwas bei den Innenohrknochen. Sie sind besonders wichtig, wenn es um den Hörsinn geht. Unter anderem ist der Fötus nun in der Lage, Erinnerungen abzuspeichern. Das ist eine wichtige Eigenschaft für die Zeit nach der Geburt. Euer Baby wird sich jetzt eure Stimmen merken und sie später Mama und Papa zuordnen können.

Sehr interessant ist zudem die Entwicklung der Lungen. Der Lungenkreislauf setzt ein, eine wichtige Grundlage, damit euer Baby später selbst atmen kann. Euer Baby braucht die Zeit im Mutterleib und daher würden Ärzte jetzt, wenn eine Frühgeburt droht, alles tun, um diese aufzuhalten. Sollte das Ungeborene dennoch auf die Welt kommen, würden Überlebensmaßnahmen eingeleitet werden.

Der Fötus hat eine Größe von rund 28 cm und ein Gewicht von etwa 470 Gramm. Er ist aber noch nicht in der Lage, seine Temperatur zu regulieren. Daher würde ein Frühchen jetzt noch sehr viel Unterstützung benötigen.

In der 24. SSW lernt euer Baby Geschmack kennen

Oft wird davon ausgegangen, dass das Fruchtwasser in der Gebärmutter auch nach Frucht schmeckt. Doch ganz so ist es nicht. Für euer Baby ist es ein täglicher Begleiter. Rund 750 ml nimmt es pro Tag davon auf – Tendenz steigend. Doch erst jetzt ab der 24. SSW wird es auch merken, dass es geschmackliche Unterschiede gibt. Die Geschmacksknospen haben sich nun soweit gebildet, dass es unterschiedliche Aromen schmecken kann.

Wenn ihr euch gerne sehr herzhaft ernährt, dann kann es durchaus sein, dass euer Kind später auch lieber zum Brot und nicht zum Kuchen greift. Nutzt ihr für die Ernährung sehr viele süße Stoffe, macht sich dies ebenfalls bemerkbar.

Sehr spannend ist auch die Information, dass der Fötus nun zum Ende des sechsten Monats hin in der Lage sein wird, seine Augen zu öffnen. Es ist das erste Mal, dass sich die Lider nach oben schieben und euer Baby sich ein wenig umsehen kann. Natürlich erkennt es dabei nichts. Dennoch ist das ein großer Schritt in der Entwicklung.

goodluz via Shutterstock

Die Risiken im 6. Schwangerschaftsmonat

Mit dem Ende des sechsten Schwangerschaftsmonats habt ihr einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht. Würde euer Baby nun auf die Welt kommen, dann würde es erste Chancen haben, auch zu überleben. Dennoch sind nach wie vor Risiken vorhanden.

Kontraktionen oder vorzeitige Wehen können sich auf den Gebärmutterhals auswirken. Ist der Gebärmutterhals nicht stabil, wird auch für die schwere Gebärmutter und den Fötus nicht mehr ausreichend Halt geboten. Daher kann es sein, dass ihr in diesem Fall ins Krankenhaus oder auf dem Sofa liegen müsstet.

Auch für euch als werdende Mutter gibt es einige Risiken. Hier ist vor allem die Präeklampsie zu benennen. Es handelt sich um die sogenannte Schwangerschaftsvergiftung. Anzeichen dafür sind unter anderem ein erhöhter Blutdruck, Schwäche und auch Schwindel. Solltet ihr diese Anzeichen bemerken, ist eine schnelle Reaktion gefragt. Wichtig ist es, jetzt direkt zur Hebamme oder dem Arzt zu gehen.

Was könnt ihr im sechsten Schwangerschaftsmonat tun?

Der sechste Schwangerschaftsmonat ist eine gute Zeit, um die Planungen für die kommenden Wochen und die Geburt in Angriff zu nehmen. Vielleicht habt ihr euch schon entschieden, ob ihr im Geburtshaus oder in der Klinik entbinden möchtet. Dann wird es jetzt Zeit, mögliche Orte zu besichtigen und euch zu informieren, wie eine mögliche Entbindung hier durchgeführt werden kann. Oft gibt es auch Tage der offenen Tür. Hier werden Führungen durch die einzelnen Bereiche durchgeführt und ihr könnt alle offenen Fragen stellen.

Tipp: Sprecht mit eurer Hebamme über eure Gedanken zur Geburt. Sie kann euch Tipps und Hinweise geben, was ihr berücksichtigen solltet und welche Optionen es noch gibt, wie die Hausgeburt oder auch die ambulante Geburt.

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