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Wo soll ich entbinden? – Krankenhaus, Geburtshaus oder Zuhause

Nadine Scheiner
14 Jan 2022
3 Min.
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Bereits mit dem positiven Schwangerschaftstest kommen die ersten Gedanken dazu, wo die Geburt stattfinden sollte. In den letzten Jahren hat sich in Bezug auf die selbstbestimmte Geburt viel getan und als werdende Eltern könnt ihr selbst entscheiden, wo ihr euch bei der Entbindung geborgen fühlt und euer Baby empfangen möchtet. Neben der klassischen Klinikgeburt stehen auch eine Hausgeburt oder das Geburtshaus an außerklinischen Varianten zur Verfügung.

 

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Entbindung Zuhause oder im Geburtshaus darf nur erfolgen, wenn ihr eine Schwangerschaft ohne Komplikationen habt.
  • Auch im Krankenhaus ist eine Wassergeburt oder eine selbstbestimmte Entbindung möglich.
  • Eine Entbindung Zuhause darf normalerweise erst ab der 37. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden
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Warum ist die Wahl des Geburtsortes so wichtig?

Eine Entbindung ist ein besonderes Erlebnis, das für die ganze Familie möglichst unvergesslich werden soll. Viele werdende Eltern haben bereits ungefähre Vorstellungen davon, wo sie ihr Baby bekommen möchten. Wir empfehlen euch jedoch, euch über alle Optionen umfassend zu informieren, beraten zu lassen und dann eine Entscheidung zu treffen.

Die Geburt in der Klinik – das ist wichtig zu wissen

Ihr möchtet gerne in einem Kreißsaal entbinden? Eine Geburtsklinik ist für viele werdende Eltern ein sicherer Hafen, wenn es um die Entbindung geht. Bei Risikoschwangerschaften gibt es normalerweise keinen anderen Weg als der in die Geburtsklinik. Dabei solltet ihr genau schauen, ab welcher Schwangerschaftswoche eine Anmeldung möglich ist, wie die Thematik rund um den Kaiserschnitt gehandhabt wird und ab welcher Schwangerschaftswoche in der Klinik generell entbunden werden kann.

 

Möchtet ihr in einer Klinik entbinden, könnt ihr bei einem Tag der offenen Tür einen guten Einblick in das Angebot bekommen. Erkundigt euch, ob eine Beleghebamme mitgebracht werden kann, wenn die von euch ausgewählte Hebamme eine Rufbereitschaft anbietet.

 

Weitere mögliche Fragen, die ihr in einem Geburtsgespräch stellen könnt, sind:

 

  • Ist eine natürliche Geburt auch bei Beckenendlage möglich?
  • In welchen Positionen kann ich gebären?
  • Wie lange nach dem Geburtstermin wird mit der Einleitung gewartet?
  • Wie häufig wird im Krankenhaus eine Peridualanästhesie durchgeführt?
  • Was passiert mit der Plazenta nach der Entbindung?
  • Wird eher mit Dammschnitten gearbeitet oder darf der Damm natürlich reißen?

 

Je umfassender ihr informiert seid, umso sicherer fühlt ihr euch, wenn es dann an die Entbindung geht.

 

Tipp: Kennt ihr den hebammengeführten Kreißsaal? Hierbei handelt es sich um einen Kreißsaal in einer Klinik, der jedoch rein von Hebammen geführt wird. Ein Arzt wird nur zur Entbindung gerufen, wenn es zu Komplikationen kommt. Ihr habt also die Selbstbestimmung der Geburt mit Hebamme und die Sicherheit durch den Gynäkologen und meist auch direkt durch den Kinderarzt.

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Die Geburt im Geburtshaus – das ist wichtig zu wissen

Das Geburtshaus ist eine Alternative zwischen der Hausgeburt und der Klinikgeburt. In vielen größeren Orten ist ein Geburtshaus zu finden. Es wird von Hebammen geführt und ermöglicht eine Entbindung in einem ruhigen Ambiente. Ihr werdet während der Wehen sanft durch eine Hebamme begleitet, könnt im Stehen, im Liegen, im Sitzen oder auch in der Badewanne entbinden und sehr selbstbestimmt agieren. Dennoch ist jederzeit die Begleitung durch die Hebamme gegeben. Sollte es zu Komplikationen kommen, kann sie schnell eingreifen oder veranlassen, dass ihr ins Krankenhaus kommt.

 

Bei einer Entbindung im Geburtshaus gibt es ebenfalls die Möglichkeit von schmerzstillenden Mitteln. Allerdings ist hier eine Peridualanästhesie nicht möglich. Stattdessen arbeiten viele Hebammen mit natürlichen Mitteln zur Schmerzlinderung.

 

Ihr könnt nach der Entbindung in aller Ruhe euer Baby auf der Welt begrüßen, mit dem Stillen beginnen und euch entspannen. Nach der U1, die durch die Hebamme durchgeführt werden darf, könnt ihr auch wieder nach Hause gehen.

 

Wichtig: Die Hebamme wird immer darauf achten, ob es euch und dem Baby gut geht. Sollte sie feststellen, dass sich Komplikationen zeigen, wird sie den Krankenwagen rufen und euch ins Krankenhaus verlegen.

 

Auch bei Geburtshäusern ist eine rechtzeitige Anmeldung notwendig. Hier könnt ihr euch über das Haus und die Hebammen informieren, Fragen rund um die Geburtsmethoden stellen und das Ambiente kennenlernen.

Die Geburt Zuhause – das ist wichtig zu wissen

Wo fühlt ihr euch am Wohlsten? Das ist vermutlich in den eigenen vier Wänden der Fall. Es ist also verständlich, dass viele werdende Eltern gerne eine Entbindung Zuhause in Betracht ziehen. Wichtig für euch zu wissen ist: Ihr braucht eine Hebamme, die euch dabei unterstützt und die Suche kann schwierig werden. Daher solltet ihr damit bereits mit dem Bekanntwerden der Schwangerschaft beginnen.

 

Statistisch gesehen bringt eine Geburt Zuhause nicht mehr Risiken mit sich, als eine Entbindung im Geburtshaus oder im Krankenhaus. Die Voraussetzung ist auch hier, dass ihr eine komplikationslose Schwangerschaft habt und nicht über den Entbindungstermin geht. Auch eine Mehrlingsschwangerschaft sollte nicht Zuhause entbunden werden.

 

Im Rahmen der Vorbereitungen könnt ihr mit der Hebamme abstimmen, was ihr kauft und was sie mitbringt. Möchtet ihr beispielsweise im Wasser entbinden, könnt ihr einen portablen Geburtspool leihen oder auch kaufen. In der Badewanne findet ihr nicht den Platz und die Entspannung, die ihr benötigt.

 

Hinweis: Tauscht euch mit anderen werdenden Eltern aus, die ebenfalls eine Hausgeburt planen oder vielleicht sogar schon erlebt haben. Hier gibt es viel Input für die Planung und die Umsetzung.

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