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Hausgeburt Vorbereitung – So bereitet ihr euch darauf vor

Nadine Scheiner
29 Dez 2021
3 min.
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Eine Hausgeburt ist für viele Schwangere eine gute Alternative zu einer Klinikgeburt. Allerdings benötigt eine außerklinische Geburt eine andere Vorbereitung. Damit ihr auch an alles Wichtige denkt, findet ihr bei uns viele Tipps und Checklisten mit den wichtigsten Gegenständen. So seid ihr optimal auf eure selbstbestimmte Geburt vorbereitet.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Macht euch frühzeitig auf die Suche nach einer Hausgeburtshebamme und einem Kinderarzt. Die Nachfrage ist oft größer als das Angebot.
  • Besprecht mit eurer Hebamme, welche Dinge wirklich wichtig sind und wie ihr euch die Geburt vorstellt.
  • Bereitet euch auch auf mögliche Notfälle und eine Verlegung in die Klinik vor. Besprecht alle Sorgen und Bedenken mit eurer Hebamme.
Hausgeburt Vorbereitung
Larysa Vasylenko via Shutterstock

Welche Fachpersonen benötigt ihr für eine Hausgeburt?

Eines der wichtigsten Dinge, um die ihr euch vor einer Hausgeburt kümmern müsst, ist eine Hebamme. Ihr solltet euch auch schon sehr früh auf die Suche machen, weil es nicht viele Hebammen gibt, die Hausgeburten anbieten. Die Nachfrage übersteigt daher das Angebot in vielen Gebieten. Weil die Versicherungskosten für freiberufliche Hebammen in den letzten Jahren stark gestiegen sind, bieten darüber hinaus viele keine Hausgeburten mehr an.

Aus diesem Grund habt ihr oft nur dann eine Wahl bei der Geburtsbegleitung, wenn ihr euch früh auf die Suche macht. Es ist hilfreich für eine Hausgeburt, wenn ihr mit der Hebamme auf einer Wellenlänge seid und ihr vertrauen könnt. Wenn möglich, sollte ihr Anfahrtsweg auch nicht zu lang sein, damit sie euch auch bei einer schnellen Geburt beistehen kann.

Darüber hinaus solltet ihr die geplante Hausgeburt auch frühzeitig bei eurem Gynäkologen ansprechen. Einige Frauenärzte arbeiten mit passenden Hebammen zusammen oder können euch die Kontakte vermitteln.

Eine weitere wichtige Fachperson ist ein Kinderarzt, der die U2 übernehmen kann. In vielen Fällen wird die U2 nach der Geburt im Krankenhaus gemacht. Daher solltet ihr schon vor der Geburt beim Kinderarzt abklären, wie die U2 ablaufen kann.

Wie könnt ihr euch emotional auf die Hausgeburt vorbereiten?

Bei einer Hausgeburt ist es besonders wichtig, dass ihr euch mit den Abläufen genau vertraut macht. Dafür könnt ihr einen Geburtsvorbereitungskurs belegen. Darüber hinaus wird auch eure Hebamme mit euch über alle wichtigen Informationen sprechen.

Nehmt euch für diese Gespräche genügend Zeit und stellt alle Fragen, die euch im Kopf herumgehen. Denkt auch daran mit eurer Hebamme über das Risiko einer Verlegung ins Krankenhaus zu sprechen. Auch wenn diese Möglichkeit nicht zu eurem Wunsch passt, kann es doch Sicherheit geben, wenn ihr wisst, was in einem Notfall auf euch zukommt. Denkt auch daran, die Bedenken eures Partners ernst zu nehmen und zu besprechen.

Weil ihr für eine Hausgeburt gesund sein müsst und eine komplikationslose Schwangerschaft haben solltet, sind Komplikationen eher selten. Aber ihr solltet auch auf einen Notfall vorbereitet sein. Ein Handy oder Telefon sollte immer schnell erreichbar sein, damit ihr einen Krankenwagen rufen könnt. Auch eine gepackte Kliniktasche ist eine gute Vorbereitung für einen Notfall.

Denkt auch an Betreuungspersonen für vorhandene Geschwisterkinder. Ihr könnt euch nicht in Ruhe auf die Geburt konzentrieren, wenn ihr eure älteren Kinder nicht in sicheren Händen wisst.

Was braucht ihr für die Hausgeburt?

Weil ihr natürlich nicht immer alles für eine Hausgeburt vorrätig habt, solltet ihr einige Dinge besorgen. Viele Hebammen bringen schon einen Teil der benötigten Gegenstände mit. Ihr solltet daher absprechen, wie ihr euch die Geburt vorstellt und was ihr noch zusätzlich besorgen müsst.

Generell werden in der Regel diese Dinge für eine Hausgeburt benötigt:

  • wasserdichte Unterlagen oder Malerflies
  • eventuell alte Laken
  • ein großer Mülleimer und passende Mülltüten
  • verschiedene Schüsseln (unter anderem für die Plazenta)
  • Handtücher und Waschlappen
  • frische Bettwäsche
  • eine warme Decke
  • ein weiches und vorgewärmtes Handtuch für das Baby
  • eine Wärmflasche oder Kirschkernkissen
  • heißes Wasser
  • Kühlkissen
  • eventuell Kaffee, wenn die Hebamme ihn für Dammschutz-Kompressen nutzt
  • alles für eine gemütliche Atmosphäre (Kerzen, Aromaöle und -lampen)
  • Massageöl
  • Getränke und Snacks
  • ein Fotoapparat
Hausgeburt vorbereiten
New Africa via Shutterstock

Welcher Raum ist der richtige für die Hausgeburt?

Für die Hausgeburt solltet ihr einen Raum aussuchen, in dem ihr euch wohlfühlt und den ihr immer auf eine angenehme Temperatur bringen könnt. Am besten habt ihr auch genügend Platz, um euch zu bewegen und verschiedene Positionen einzunehmen. Darüber hinaus sollte im Geburtszimmer folgendes vorhanden sein:

  • ein kleiner Tisch für wichtige Utensilien
  • eine kleine helle Lampe, falls ihr nach der Geburt genäht werden müsst
  • ein Platz an dem ihr verschiedene Positionen einnehmen könnt, zum Beispiel ein Bett oder Sofa
  • verschiedene Kissen zum Abstützen

Was benötigt ihr nach der Hausgeburt?

Auch für die erste Zeit nach der Geburt solltet ihr vorbereitet sein. Daher müsst ihr folgende Dinge schon vorher vorbereiten:

  • große Binden für die Nachblutungen und den Wochenfluss
  • Kleidung für das Baby (es ist aber auch möglich, am Anfang viel Haut an Haut zu liegen)
  • Windeln für das Kind
  • bequeme Kleidung für die Mutter

Welche Unterlagen benötigt ihr bei einer Hausgeburt?

Für eine Hausgeburt benötigt ihr einige wichtige Dokumente. Bewahrt sie so auf, dass ihr sie schnell zur Hand habt und im Notfall auch mit ins Krankenhaus nehmen könnt.

Zu den wichtigen Dokumenten gehören vor allem diese Unterlagen:

  • der Mutterpass
  • euer Personalausweis
  • Krankenkassenkarte
  • wichtige medizinische Unterlagen
  • Familienstammbuch oder Geburtsurkunde, Vaterschaftsanerkennung und Sorgerechtserklärung
  • wichtige Telefonnummern und Kontakte
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