Hoch

Wochenfluss – Infos rund um die Lochien

Nadine Scheiner
17 Dez 2021
5 min.
Mögen 0
Nicht mögen 0

40 Wochen lang wächst euer Kind in der Gebärmutter und wird einen sehr großen Teil dieser Zeit über die Plazenta versorgt. Der sogenannte Mutterkuchen wächst an der Gebärmutterwand und ist mit dieser verbunden. Wird euer Baby geboren, löst dies auch die Nachgeburt aus. Das heißt, die Plazenta löst sich von der Gebärmutterwand und wird ebenfalls geboren. An der Wand der Gebärmutter verbleibt eine Wunde. Sie ist der Grund für den Wochenfluss. Der Wochenfluss wird auch als Lochien bezeichnet.

 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Jede Frau hat nach der Entbindung den Wochenfluss. Er ist notwendig, damit die Blutungen aus der Gebärmutter austreten können.
  • Der Wochenfluss dauert zwischen vier und acht Wochen. Daher wird empfohlen, sich im Wochenbett viel Ruhe zu gönnen.
  • Riecht der Wochenfluss unangenehm, habt ihr Schmerzen oder Fieber, ist eine Kontrolle unbedingt notwendig.
Wochenfluss
Von Focus and Blur - Shutterstock

Das solltet ihr über den Wochenfluss wissen

Seid ihr schwanger, macht ihr euch in erster Linie natürlich Gedanken über die Geburt und die erste Zeit nach der Entbindung. Ihr denkt darüber nach, ob ihr stillen möchtet, wie ihr das Wochenbett am besten verbringt und was ihr noch alles braucht. Es gibt aber auch ein Thema, das ebenfalls beachtet werden sollte: der Wochenfluss.

Jede Frau hat den Wochenfluss. Der postnatale Ausfluss hat nach der Entbindung eine hellrote Farbe. Die Farbe wird sich im Laufe der Zeit verändern. Während der ersten Tage ist das Blut noch sehr frisch und es wird verhältnismäßig viel Wochenfluss fließen. Die Farbe ändert sich dann und wird nach und nach eher einen rosafarbenen Ton annehmen. Sobald sich die Wunde verschließt, wird das Blut bräunlich. Der Abschluss vom Wochenfluss ist schließlich ein gelblicher Ausfluss.

Hinweis: Die Lochien haben bereits alle Stadien durchlaufen und plötzlich bekommt ihr wieder hellrote Blutungen? In diesem Fall kann es sich auch um eure erste Menstruation nach der Entbindung handeln.

Kann mir der Wochenfluss Probleme bereiten?

Natürlich ist der Wochenfluss nicht gerade angenehm, es handelt sich allerdings um einen völlig normalen Vorgang im Körper. Normal ist dieser Vorgang aber nur dann, wenn er euch keine Probleme bereitet. Leider kann das jedoch passieren. Die Ursachen dafür sind unterschiedlich. Möglicherweise ist euer Körper akutem Stress ausgesetzt oder es sind noch Reste der Plazenta in der Gebärmutter verblieben. Es gibt Anzeichen dafür, dass etwas mit dem Wochenfluss nicht stimmt.

  1. Achtet auf die Menge des Wochenflusses

Natürlich habt ihr in den ersten Tagen nach der Entbindung etwas anderes zu tun, als ständig nach dem Wochenfluss zu schauen. Achtet allerdings darauf, wie oft ihr die Einlagen wechseln müsst, weil sie voll sind. Das sollte pro Stunde nicht mehr als einmal bis zweimal der Fall sein. Merkt ihr, dass ihr sehr stark blutet, sollte das kontrolliert werden.

  1. Zunahme des Wochenflusses beobachten

Es kann immer sein, dass der Wochenfluss kurz verschwindet und anschließend wieder auftaucht. Nach dem Frühwochenbett, das mit den ersten beiden Wochen nach der Entbindung endet, sollte der Wochenfluss nicht wieder stark zunehmen.

Hinweis: Wenn ihr natürlich sehr viel auf den Beinen seid, beispielsweise weil ihr noch ältere Kinder habt, kann es gut sein, dass der Wochenfluss auch kurzzeitig wieder stärker wird. Das sollte aber immer nur eine kurze Zeit so sein. Das gilt auch, wenn ihr länger gelegen habt und plötzlich aufsteht.

  1. Gestocktes Blut berücksichtigen

Der Wochenfluss ist flüssig. Wenn ihr merkt, dass sich auf den Einlagen immer wieder Koagel oder auch Gerinnsel zeigen, solltet ihr dies der Hebamme sagen. Das kann darauf hindeuten, dass der Wochenfluss nicht richtig abfließen kann.

  1. Beobachtet euren Körper

Ihr fühlt euch krank? Ihr habt vielleicht sogar eine erhöhte Temperatur oder auch Schüttelfrost? Dann sagt direkt dem Gynäkologen Bescheid. Dieser wird prüfen, ob eine Infektion vorliegt, die durch den Wochenfluss entstanden ist.

Zu welchen Komplikationen kann es beim Wochenfluss kommen?

Eine der häufigsten Komplikationen ist der Lochialstau. Der Wochenflussstau bedeutet, dass der Ausfluss nicht richtig abfließen kann. Steht das Blut zu lange in der Gebärmutter, wird es zu einem Herd für Bakterien und kann zu einer schweren Infektion führen. Bis hin zu einer Blutvergiftung ist alles möglich.

Merkt ihr, dass der Wochenfluss schon frühzeitig schnell nachlässt, könnt ihr ihn wieder ein wenig in Schwung bringen. Häufiges Stillen ist dabei eine sehr gute Möglichkeit, aber auch leichte Massagen eures Bauches oder eine sanfte Gymnastik wirken anregend.

Ein Hinweis darauf, dass sich möglicherweise ein Stau oder eine Infektion gebildet haben, ist auch ein sehr unangenehmer Geruch. Normalerweise riecht der Wochenfluss nach Eisen. Merkt ihr, dass er eine fischige Note hat oder sehr muffig wirkt, solltet ihr das kontrollieren lassen.

Eine weitere Komplikation ist ein Verbleib von Plazenta-Teilen in der Gebärmutter. Dies zeigt sich durch Bauchschmerzen, Schüttelfrost oder auch Fieber. Wenn sich die Nachgeburt nicht ganz gelöst hat, kann dies zu starken Beschwerden führen. Eine Ausschabung ist dann notwendig.

Wochenfluss
Von ChameleonsEye - Shutterstock

Wann endet mein Wochenfluss?

Das kommt auf verschiedene Punkte an. Wenn ihr einen Kaiserschnitt hattet, dann könnt ihr davon ausgehen, dass der Wochenfluss früher endet. Der durchschnittliche Zeitraum liegt bei vier Wochen. Nach einer natürlichen Entbindung wird er vermutlich zwischen sechs und acht Wochen andauern.

Ihr könnt euren Körper dabei unterstützen, dass sich die Wunde in der Gebärmutter schneller schließt. Achtet darauf, euch viel Ruhe zu gönnen, tragt nicht zu schwer, esst und trinkt ausreichend und genießt einfach die ersten Wochen mit eurem Baby. Damit ist die wichtigste Basis für eine gute Regeneration schon gelegt.

Was ist während des Wochenflusses wichtig?

Der Wochenfluss ist ein Wundsekret und damit auch leicht infektiös. Daher gibt es einige Hinweise, die ihr während der Zeit der Lochien beachten solltet. Diese sind:

  1. Reinigt immer eure Hände

Nachdem ihr auf Toilette gewesen seid oder auch anderweitig in Kontakt mit den Lochien hattet, solltet ihr immer gut die Hände reinigen und auch ein Desinfektionsmittel nutzen. Immerhin berührt ihr mit den Händen auch euer Baby, eure Brust beim Stillen oder die Umgebung.

  1. Geht regelmäßig zum Wechseln auf die Toilette

Die Vorlagen, die den Wochenfluss auffangen, sollten regelmäßig gewechselt werden. Ihr solltet die Binden nicht länger als drei Stunden tragen. Ist der Wochenfluss länger am Intimbereich, erhöht das die Gefahr für Infektionen.

  1. Nehmt kein Bad

Während des Wochenflusses solltet ihr kein Bad nehmen. Ausnahmen bilden dabei Sitzbäder, die eine Heilung von Geburtsverletzungen unterstützen können. Bei einem Vollbad kann es passieren, dass Bakterien aus dem Wochenfluss an die Brüste gelangen und von dort in die Milchkanäle eintreten. Dies führt zu Infektionen.

  1. Verzichtet auf Synthetik

Unterwäsche aus Synthetik ist nicht atmungsaktiv. Daher kann es hier zu einem Wärmestau kommen. Dieser bietet eine optimale Grundlage für die Entwicklung von Infektionen. Besser ist es, ausschließlich Unterwäsche aus reiner Baumwolle zu tragen.

Fazit: Gebt eurem Körper Zeit

Der Wochenfluss ist ein natürlicher Vorgang, der nach der Entbindung eintritt. Auslöser sind Blutungen in der Gebärmutter. Hier hat sich nach der Entbindung eine Wunde an der Stelle gebildet, an der sich die Plazenta befand. Während des Wochenflusses solltet ihr auf eine besondere Hygiene achten und euch ausreichend Ruhe gönnen. So können die Rückbildung und die Wundheilung unterstützt werden.

Teilen:

Kommentar schreiben

Teilen: