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Wochenbettbetreuung – Wer, wann und wie oft?

Nadine Scheiner
23 Mai 2022
2 Min.
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Nach der Entbindung habt ihr Anspruch auf eine Wochenbettbetreuung, die durch eine Hebamme durchgeführt wird. Dies gilt sofort nachdem ihr ein Baby bekommen habt. Seid ihr in einer Entbindungsklinik, wird eine der Hebammen vor Ort die ersten Schritte der Wochenbettbetreuung übernehmen. Bei einer Hausgeburt oder im Geburtshaus ist meist die Hebamme an eurer Seite, die euch bereits durch die Schwangerschaft begleitet hat.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Wochenbettbetreuung bezieht sich auf euch und euer Baby. Hier wird geschaut, ob eure Geburtsverletzungen gut verheilen und sich das Baby optimal entwickelt.
  • Einige Hebammen bieten nur die Nachsorge als Wochenbettbetreuung an.
  • Die Wochenbettbetreuung dauert normalerweise acht Wochen.
Wochenbettbetreuung mutter neugeborenes
Iryna Inshyna via shutterstock

Was ist unter einer Wochenbettbetreuung zu verstehen?

Mit dem Abschluss der Entbindung beginnt für acht Wochen euer Wochenbett. Das ist die Zeit, in dem euer Körper den größten Heilungsprozess durchläuft und die euer Baby normalerweise braucht, um in der Welt anzukommen. Im Rahmen der Hebammenbetreuung habt ihr einen Anspruch auf eine Wochenbettbetreuung. Diese erfolgt über Hausbesuche durch die Hebamme.

Was umfasst die Wochenbettbetreuung?

Die Hebammenhilfe im Wochenbett hat viele Facetten und ist sowohl für euch als Eltern als auch für euer Baby eine optimale Unterstützung. Welche Angebote ihr in Anspruch nehmt, besprecht ihr individuell mit eurer Hebamme. Grundsätzlich umfasst die Wochenbettbetreuung die folgenden Punkte:

  • Kontrolle der Rückbildung der Gebärmutter
  • Kontrolle der Geburtsverletzungen und der Wundheilung
  • Dokumentation des Wochenbettverlaufs
  • Einführung in die Stillzeit und Hilfe bei Stillproblemen
  • Kontrolle bei Kaiserschnitt
  • Der Blick auf den Nabel bei eurem Baby
  • Einführung in die Säuglingspflege
  • Gewichtskontrolle und Kontrolle beim Trinkverhalten eures Babys
  • Tipps zur Einführung der Beikost nach Auftreten der Beikostreifezeichen

Die Nachsorge ist also umfassend. Einige Hebammen zeigen euch auch, wie eine sanfte Babymassage geht, wie ihr euer Baby pucken und beruhigen könnt.

Wochenbettbetreuung
Kzenon via shutterstock

Wie oft kommt die Hebammenbetreuung im Wochenbett?

Innerhalb der ersten zehn Tage nach der Geburt kann eure Hebamme täglich für eine halbe Stunde oder auch eine Stunde kommen. Habt ihr Probleme, beispielsweise mit dem Stillen, sind auch zwei Besuche pro Tag über die Krankenkasse finanzierbar.

Nach dem Ablauf der ersten zehn Tage wird der Abstand zwischen den Terminen immer größer. Eure Hebamme wird in einem Abstand von zwei bis drei Tagen kommen, dann vielleicht nach fünf Tagen und dann nur noch einmal die Woche.

Ihr könnt in der Wochenbettbetreuung aber jederzeit die Hebamme kontaktieren und euch Unterstützung bei Fragen und Problemen holen.

Wichtig: Ihr habt nicht nur in der Wochenbettbetreuung Anspruch auf eine Hebamme. So lange ihr stillt, könnt ihr auch über die acht Wochen hinaus Hilfe einer Hebamme in Anspruch nehmen. Das gilt übrigens auch dann, wenn euer Kind schon ein Jahr oder älter ist.

Muss ich eine Wochenbettbetreuung in Anspruch nehmen?

Euch steht nach der Entbindung gesetzlich für acht bis zwölf Wochen die Hilfe einer Nachsorgehebamme zu. Die Kosten dafür werden durch die Krankenkasse übernommen. Dennoch müsst ihr die Wochenbettbetreuung nicht in Anspruch nehmen.

Einige Frauen, die vielleicht schon ein oder mehrere Kinder haben, empfinden es nicht als notwendig, wieder eine Betreuung im Wochenbett in Anspruch zu nehmen. Daher verzichten sie auf die Nachsorgehebamme.

Das könnt ihr natürlich tun. Allerdings ist wichtig zu wissen, dass jede Geburt und jedes Wochenbett anders ist. Auch wenn ihr schon viel Erfahrung habt, kann es hilfreich sein, dennoch die Hilfe der Hebamme in Anspruch zu nehmen.

Individuelle Absprachen sind möglich

Bei den Gesprächen mit eurer Hebamme während der Schwangerschaft könnt ihr natürlich auch schon über die Wochenbettbetreuung sprechen. Möchtet ihr nicht jeden Tag einen Besuch behalten, ist das natürlich auch möglich. Bedenkt aber auch, dass die Hebamme mehrere Frauen betreut und daher nicht immer flexibel in ihrer Terminplanung ist.

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