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Wochenbett Dauer – auf den eigenen Körper hören

Nadine Scheiner
29 Dez 2021
4 min.
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Wie lange dauert das Wochenbett? Auf diese Frage werdet ihr wohl immer die Antwort bekommen, dass das Wochenbett acht Wochen andauert. Das ist die rechtliche Vorgabe und die durchschnittliche Zeit, während der euer Körper Ruhe braucht und noch den Wochenfluss hat. Doch natürlich entscheidet ihr für euch selbst, wie lange diese magische Zeit dauern soll.

Das Wichtigste in Kürze

  • Rechtlich gesehen hat das Wochenbett eine Dauer von acht Wochen. In dieser Zeit befindet ihr euch im Mutterschutz.
  • Das Wochenbett beinhaltet, eurem Körper Ruhe zu gönnen und als Familie mit dem Neugeborenen anzukommen.
  • Ruhe nach der Entbindung ist sowohl für den Einstieg in das Stillen wichtig als auch für euren Körper zur Rückbildung.
Wochenbett dauer
Iryna Inshyna via Shutterstock

Was genau ist das Wochenbett eigentlich?

Bevor wir darauf eingehen, wie lange das Wochenbett dauert, wollen wir es kurz einmal definieren. Es handelt sich hierbei um die ersten Wochen nach der Geburt und wird unter anderem auch als „Kennenlernzeit“ bezeichnet. Ihr lernt in diesen Wochen das Baby kennen, stellt euch auf den Rhythmus ein und versucht, die Bedürfnisse zu erkennen.

Die Bezeichnung „Wochenbett“ kommt auch nicht von ungefähr. Die Empfehlungen lauten, diese ersten Wochen wirklich die meiste Zeit im Bett zu verbringen. Ihr solltet euch möglichst wenig bewegen und euch und eurem Körper sowie der Psyche Zeit geben, in der neuen Situation anzukommen.

Auch für euer Baby ist das Wochenbett eine wichtige Zeit. Nachdem es zehn Monate in eurem Bauch sicher und geschützt in einer gedimmten Umgebung gelebt hat, wird es nun von den äußeren Einflüssen überrannt. Das kann schnell für Überreizungen sorgen. Daher ist es gut, wenn ihr euch in den ersten Wochen in einer reduzierten und ruhigen Umgebung aufhaltet.

Wie lang ist das Wochenbett eigentlich?

Die Wochenbett Dauer wird mit acht Wochen angesetzt. Dies ist der Zeitraum, den euer Körper ungefähr braucht, um die Wunde in der Gebärmutter zu schließen, Geburtsverletzungen heilen zu lassen und die Rückbildung der Gebärmutter abzuschließen.

Acht Wochen sind eine lange Zeit, vor allem dann, wenn es euch sehr gut geht oder ihr noch mehr Kinder habt. Dann lässt sich der Zeitraum kaum hauptsächlich im Bett verbringen. Das heißt, die Dauer des Wochenbettes entscheidet ihr.

Tipp: Das Früh-Wochenbett beträgt zwei Wochen. Es ist wichtig, dass ihr euch wenigstens diesen Zeitraum nehmt, um die Ruhe zu genießen und euch nicht zu überanstrengen.

Das Wochenbett und das Stillen

Habt ihr euch entschieden zu stillen, hat das Wochenbett für euch eine weitere wichtige Bedeutung. Die Routinen für euer Baby und für euch, die sich beim Stillen einstellen, brauchen ihre Zeit. Der Milcheinschuss kann durch Stress verzögert werden. Generell haben Belastungen und Stress Auswirkungen auf die Milchmenge. Zudem können Brustentzündungen gefördert werden.

In der Ruhe des eigenen Bettes bleibt euch ausreichend Zeit, diese Routinen zu entwickeln und zu lernen, auf euren Körper zu hören. Ihr werdet schnell merken, wann die Milch kommt, wann euer Baby Hunger hat oder eure Nähe braucht. Zudem könnt ihr immer wieder entspannt schlafen und euren Körper bei der Regeneration unterstützen.

Dauer Wochenbett
Natalia Deriabina via Shutterstock

Die Zeichen eures Körpers und eurer Seele wahrnehmen

Einen Einfluss auf die Dauer des Wochenbettes sollten für euch die Zeichen eures Körpers nehmen. Achtet darauf, welche er euch gibt.

Achtet darauf, was euch und eurem Baby guttut. Wir haben einige Tipps zusammengestellt, wie ihr das Wochenbett verbringen und lernen könnt, die Signale eures Körpers zu lesen:

  1. Haut an Haut

Ein großer Vorteil, wenn ihr die Zeit hauptsächlich im Bett verbringt, ist die Intimität. Hier habt ihr die Wärme und Umgebung, um auf das Oberteil zu verzichten und könnt Haut an Haut mit eurem Baby liegen. Das tut auch eurer Seele gut, die manchmal nach der Entbindung ein wenig heilen muss.

  1. Der Schlaf

Die Umstellung nach der Entbindung ist groß. Ständig wach zu sein in der Nacht fordert sein Tribut und euer Körper wird euch dies zeigen. Spürt ihr eine starke Müdigkeit und Erschöpfung, gebt dieser nach. „Schlafen, wenn das Baby schläft“ ist ein Tipp, der sich vor allem im Wochenbett gut umsetzen lässt. Ihr werdet merken, wie wichtig das für euren Körper ist.

  1. Der Appetit

Bist du schon schnell nach der Entbindung wieder auf den Beinen, wirst du vielleicht nicht merken, wenn du Appetit hast. Gerade in den ersten Wochen nach der Geburt ist eine ausgewogene und gesunde Ernährung jedoch wichtig. Lerne, auf deine Bedürfnisse zu hören. Im Wochenbett kannst du sehr gut darauf achten, regelmäßig zu essen und zu trinken.

  1. Gespräche mit dem Partner

Nicht zu vergessen ist auch die Paar-Ebene. Ihr seid nun Eltern, das ist auch für euren Partner eine Umstellung. Für ihn ist das Wochenbett ebenfalls eine wichtige Zeit. Er kann Nähe mit dem Baby tanken und euch unterstützen. Mit gemeinsamen Gesprächen arbeitet ihr die vergangenen Monate auf und teilt euch gegenseitig eure Vorstellungen mit.

Ihr fühlt euch schon sehr gut und möchtet bereits nach wenigen Wochen wieder in den Alltag zurückkehren? Versucht es, aber achtet auf euren Körper und schaltet auch wieder einen Gang zurück, wenn das notwendig wird. Zeichen dafür, dass ihr das Wochenbett verlängern solltet, sind:

  • Blutungen verstärken sich wieder
  • ihr bekommt Schmerzen im Unterleib
  • es deutet sich ein Milchstau an
  • ihr fühlt euch sehr erschöpft
  • ihr bekommt Fieber
  • euer Baby ist sehr unruhig und weint viel

Bei verstärkten Blutungen, Fieber oder einem allgemeinen Erschöpfungszustand solltet ihr euch zudem an den Gynäkologen wenden.

Fazit: Das Wochenbett dauert so lange, wie ihr es braucht

Auch wenn es heißt, dass das Wochenbett acht Wochen dauert, entscheidet letztendlich ihr, wie viel Zeit ihr euch nehmen möchtet. Bedenkt immer: „Das Wochenbett ist kein Wochenmarkt.“ Ein Neugeborenes ist auch noch niedlich, wenn es schon einige Wochen alt ist. Das heißt, Besucher können sich ruhig etwas gedulden. In den ersten Wochen nach der Entbindung geht es vor allem um euch und euer Baby.

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