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Das erste Trimester – Verlauf und Risiken

Nadine Scheiner
18 Aug 2021
4 min.
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Das erste Trimester einer Schwangerschaft beginnt mit der 1. SSW und endet mit der vollendeten 12. SSW. Es handelt sich um eine ganz besonders sensible Zeit, denn hier werden alle Anlagen gelegt, die für den Embryo wichtig sind. Auch bei euch zeigen sich schon die ersten Veränderungen am Körper, auch wenn von außen noch nichts zu sehen ist.

Von Ocskay Mark - Shutterstock

Der Verlauf des ersten Trimesters

Das erste Trimester beginnt mit der ersten Schwangerschaftswoche, doch in dieser Woche ist natürlich noch nichts zu spüren. Es ist die Zeit, in der ihr eure Menstruation habt. Dennoch tut sich in den nächsten 12 Wochen richtig viel. Von einer Zelle wird euer Baby zu einem Embryo und schließlich zu einem Fötus. Nach der vollendeten 12. SSW sind alle organischen Anlagen vorhanden und sogar das Geschlecht ist schon ausgebildet.

Das können die ersten Schwangerschaftsanzeichen sein

Doch wie kündigt sich eine Schwangerschaft nun eigentlich an? Im ersten Trimester gibt es ganz unterschiedliche Anzeichen. Jede Frau ist anders. Es gibt durchaus werdende Mütter, die lange gar nicht merken, dass sie ein Baby erwarten. Es gibt aber auch Frauen, die besonders sensibel auf die Anzeichen reagieren und sogar unter Hyperemesis leiden. Hierbei handelt es sich um eine verstärkte Schwangerschaftsübelkeit. Zu den häufigsten Anzeichen für eine Schwangerschaft gehören:

  • Der positive Schwangerschaftstest: Mit dem Ausbleiben der Menstruation könnt ihr einen Schwangerschaftstest machen. Das sicherste Anzeichen ist es, wenn zwei Striche auf dem Test erscheinen. Ihr könnt davon ausgehen, dass es geklappt hat und ihr schwanger seid. Das ist normalerweise in der 5. bis 6. SSW der Fall.
  • Ziehen der Mutterbänder: In den ersten Schwangerschaftswochen erwarten viele Frauen doch noch das Eintreffen der Menstruation, denn das Ziehen im Unterbauch ist trotzdem vorhanden. Allerdings hängt dies damit zusammen, dass sich eure Mutterbänder dehnen und sich nun viel im Unterleib tut. Noch ist die Gebärmutter ganz klein. In den nächsten Monaten wird sich das aber deutlich ändern.
  • Schmerzende Brüste: Nicht nur euer Unterleib, auch eure Brüste stellen sich auf die neue Situation ein. Sie werden vermutlich spannen und auch Schmerzen bereiten. Die blauen Adern treten stärker hervor, die Brustwarzen nehmen eine dunklere Färbung an. Das muss nicht bei jeder Frau der Fall sein.
  • Die Übelkeit: Übelkeit, ein metallischer Geschmack im Mund und eine hohe Geruchsempfindlichkeit sind besonders häufige Anzeichen für eine Schwangerschaft. Euer Körper beginnt mit der Bildung von HCG. Das Schwangerschaftshormon wirkt sich auch auf euer persönliches Wohlbefinden aus. Gerade am Morgen ist die Übelkeit oft sehr stark. Da euer Blutvolumen zunimmt, kann es auch sein, dass euch schwindelig ist. Die Umstellungen im Körper sorgen zudem für eine verstärkte Übelkeit.

Die Entwicklung des Babys im ersten Trimester

Noch ist an eurem Bauch nicht zu sehen, dass ihr ein Baby erwartet, doch in der Gebärmutter tut sich jetzt richtig viel. In den ersten Schwangerschaftswochen kommt es erst einmal zum Eisprung und dann zur Befruchtung. Die Eizelle wandert aus den Eierstöcken in die Eileiter und von dort aus in die Gebärmutter. Hier hat sich schon eine reichhaltige Gebärmutterschleimhaut gebildet, in die sich der Embryo dann einnistet.

Nach der Einnistung kommt es in den nächsten vier Wochen zu wirklich großen Schritten in der Entwicklung. Das Herz wird gebildet und beginnt zu schlagen und das ist dann sogar auf dem Ultraschall zu sehen. Die Grundlagen für die weitere Ausbildung der Organe werden gelegt. Hier ist das Neuralrohr einer der wichtigsten Aspekte.

Wenn ihr dann den 3. Schwangerschaftsmonat erreicht habt, sind alle wichtigen Organe bereits angelegt. Sie haben zwar noch nicht die volle Funktion übernommen, das wird aber in den nächsten Wochen passieren.

Ab der 9. SSW setzen ganz sensible Prozesse ein. Die Plazenta übernimmt vom Dottersack die Versorgung des Embryos und das Nervensystem entwickelt sich. Daher ist es ganz besonders wichtig, dass ihr am besten schon vor der Schwangerschaft Laster, wie das Rauchen und Alkohol, ablegt. Die Prozesse bei der Entwicklung eures Babys können sonst stark beeinflusst werden.

So groß und schwer ist das Baby

Alles beginnt mit der Größe eines Mohnkorns. Könnt ihr euch vorstellen, dass euer Baby in der 4. Schwangerschaftswoche noch so klein ist? Zum Ende des ersten Trimesters hin ist das jedenfalls schon nicht mehr vorstellbar, denn der Embryo erreicht eine Scheitel-Steiß-Länge von rund 6 cm und ein Gewicht von bis zu 15 Gramm. Auf diesen geringen Maßen wurden bereits der Kopf, der Körper und die Extremitäten ausgebildet. Selbst das Geschlecht kann jetzt schon erkannt werden. Dafür ist aber normalerweise eine Blutuntersuchung wichtig.

In den ersten 12 Schwangerschaftswochen ist die Wahrscheinlichkeit für eine Fehlgeburt leider besonders hoch. Dies hängt damit zusammen, dass hier sehr viele sensible Prozesse stattfinden, bei denen schon ein kleiner Fehler ausreicht und das Baby nicht lebensfähig.Es ist gut, wenn ihr euch schont und auf euren Körper hört. Zudem solltet ihr auf eine ausgewogene Ernährung achten, ausreichend Flüssigkeit zu euch nehmen und dem Körper Folsäure zuführen.

Von fizkes - Shutterstock

Diese Untersuchungen stehen im ersten Trimester an

Im ersten Trimester wünscht ihr euch natürlich ganz besonders, den Beweis für eure Schwangerschaft zu sehen. Die erste Kontrolluntersuchung steht durchschnittlich in der 7. Schwangerschaftswoche an. Hier habt ihr den Vorteil, dass auf dem Ultraschall schon das Herz zu sehen ist und der Gynäkologe die Fruchtanlage nicht lange suchen muss. Zudem möchten Frauenärzte so verhindern, dass bei den werdenden Müttern Sorge aufkommt.

Die Vorsorgeuntersuchung für das erste Trimester wird durch den Frauenarzt dann zwischen der 9. SSW und der 12. SSW angesetzt. Euch wird Blut abgenommen, um zu schauen, ob ihr gesund seid und einen Rötelnschutz habt. Zudem erfolgt ein vaginaler Ultraschall, auf dem euer Baby zu sehen sein sollte. Der Gynäkologe schaut darauf, ob das Baby zeitgerecht entwickelt ist. Er wird den voraussichtlichen Entbindungstermin ausrechnen und den Mutterpass ausfüllen.

Zudem werdet ihr gefragt, ob ihr weiterführende Untersuchungen wünscht. Sinnvoll sind diese beispielsweise dann, wenn eine Mehrlingsschwangerschaft oder auch eine Risikoschwangerschaft vorliegen. Möglich sind die folgenden Untersuchungen:

  1. Chorionzottenbiopsie: Sie kann bereits ab der 10. SSW durchgeführt werden. Bei diesem Test wird geschaut, ob es beim Embryo mögliche Fehlbildungen gibt oder ob Erbkrankheiten vorliegen.
  2. Nackentransparenzmessung: Zwischen der 11. und 14. SSW wird die Nackentransparenzmessung durchgeführt. Hier wird nach genetischen Auffälligkeiten geschaut. Unter anderem erfolgt die Berechnung der Wahrscheinlichkeit für eine Trisomie 21.

Wichtig: Diese zusätzlichen Untersuchungen werden nur dann durch eure Krankenkasse gezahlt, wenn es dafür auch einen medizinischen Grund gibt. Ist dies nicht der Fall, liegt die Kostenübernahme bei den Eltern.

Suche nach einer Hebamme

Bereits mit dem positiven Schwangerschaftstest ist es empfehlenswert, auf die Suche nach einer Hebamme zu gehen. Erkundigt euch bei Freunden, ob diese Empfehlungen haben. Führt ruhig mehrere Gespräche mit verschiedenen Hebammen durch. Es muss auch auf emotionaler Ebene passen, denn die Hebamme begleitet euch durch die ganze Schwangerschaft.

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