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Das dritte Trimester – Vorbereitung auf die Geburt

Nadine Scheiner
17 Aug 2021
6 min.
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Das dritte Trimester beginnt mit dem 8. Schwangerschaftsmonat und endet mit dem 10. Schwangerschaftsmonat. Ab der 28. SSW wird gezählt. Euer Baby hat nun schon eine sehr umfangreiche Entwicklung hinter sich gebracht. Nun kommt es darauf an, dass weiter Fett eingelagert und noch die letzten Feinschliffe an den Organen durchgeführt werden. Für euch wird das dritte Trimester vermutlich einige weitere Schwangerschaftsbeschwerden mit sich bringen.

drittes Trimester
Von Olena Yakobchuk - Shutterstock

Der Verlauf des dritten Trimesters

Der Entbindungstermin laut Mutterpass ist in greifbare Nähe gerückt. Ihr zählt nun immer mehr die Wochen herunter, die es noch dauert, bis euer Baby geboren wird. Der Fötus nutzt die sichere Zeit im Mutterleib, um seine Sinne zu verfeinern, Reflexe zu trainieren und die Ruhe zu genießen. Er schläft nun sehr viel. Euer Bauchumfang wächst und auch die ersten Wehen machen sich wahrscheinlich bemerkbar.

Das passiert mit eurem Körper im dritten Trimester

Die Schwangerschaftsbeschwerden haben im zweiten Trimester deutlich nachgelassen, doch das kann sich jetzt wieder ändern. Mit dem zunehmenden Umfang eures Körpers ist es auch immer beschwerlicher, durch den Tag zu gehen.

  • Rückenschmerzen: Das Ziehen im Rücken ist wohl vielen Frauen bekannt, die sich im dritten Trimester befinden. Das hohe Gewicht des Bauches, der meist deutlich nach vorne geht, wirkt sich auf die Muskulatur aus. Vermutlich geht ihr automatisch in das Hohlkreuz. Dies sorgt noch einmal für eine zusätzliche Belastung des Rückens. Sehr hilfreich ist es, wenn ihr den Rücken immer wieder entlastet und euch vielleicht auch die eine oder andere Massage gönnt. Achtet darauf, dass ihr zu einem professionellen Anbieter geht, der genau weiß, welche Handgriffe bei einer Massage in der Schwangerschaft erlaubt sind.
  • Die Verdauung: Auch im dritten Trimester wird eure Verdauung vermutlich noch nicht richtig in Schwung kommen. Das ändert sich oft dann, wenn die Wehen zunehmen, da die Kontraktionen auch den Darm anregen und auf diese Weise dafür sorgen, dass er wieder effektiver arbeitet. Ihr könnte eurem Darm ein wenig auf die Sprünge helfen. Je mehr euer Baby auf den Organen liegt, desto schmerzhafter sind Verstopfungen. Trockenobst, viel Flüssigkeit und auch Ballaststoffe sind eine ideale Unterstützung.
  • Kreislauf: Ihr bemerkt, dass ihr euch öfter hinsetzen müsst? Vielleicht habt ihr auch nach dem Aufstehen Probleme mit dem Kreislauf. Das hängt sehr oft mit dem hohen Blutvolumen zusammen, welches durch eure Adern fließt. Für euren Körper ist es eine echte Belastung, die hohen Mengen zu transportieren. Daher kann es sein, dass er hier mit Schwindel reagiert. Gönnt euch immer wieder Pausen und nehmt vor allem die Geschwindigkeit heraus. Es ist gut, wenn ihr auf euren Körper hört und euch immer wieder ausruht.
  • Wehen: Das dritte Trimester steht ganz im Zeichen der Kontraktionen. Vermutlich habt ihr auch vor der 28. SSW schon immer mal ein paar Kontraktionen verspürt. Die sogenannten Braxton-Hicks-Kontraktionen sind normalerweise harmlos. Sie helfen nur dabei, die Gebärmutter auf die Geburt vorzubereiten. Die Gebärmutter ist ein großer Muskel, der immer wieder übt. Doch langsam aber sicher stellt sich im dritten Trimester die Frage, wann die echten Wehen einsetzen. Vielleicht spürt ihr einen vermehrten Druck nach unten und könnt plötzlich wieder freier atmen. Dafür sind oft die Senkwehen zuständig. Sie helfen, das Baby weiter in das Becken zu drücken. Die Kurzatmigkeit lässt dann nach und ihr fühlt euch wieder besser.
  • Gemütsschwankungen: Es lässt sich nicht leugnen, dass eine Schwangerschaft oft von sehr starken Gemütsschwankungen geprägt ist. Das ist einmal aufgrund der Hormone der Fall. Aber natürlich ist es auch die Ungewissheit, die bei euch dafür sorgt, dass ihr zwischen Freude und Angst schwankt. Umso wichtiger ist es, dass ihr bei Unsicherheit mit der Hebamme, dem Partner oder auch Freunden sprecht und euch die Sorgen nehmen lasst.
  • Harndrang: Euer Baby fühlt sich wohl auf euren Organen. Der Fötus braucht Platz und diesen nimmt er sich sehr gerne. Das heißt aber auch, dass Darm, Blase und Magen verschoben werden. Mit zunehmender Größe eures Babys verspürt ihr daher vermutlich einen häufigen Harndrang.

Die Entwicklung des Babys im dritten Trimester

Euer Baby hat nun mit dem Beginn des dritten Trimesters schon ein Gewicht von rund 1.000 bis 1.500 Gramm erreicht. Die Größe liegt zwischen 30 und 35 cm und wird vom Scheitel bis zur Ferse gemessen. In den letzten Monaten haben sich das Gehirn und das Nervensystem detailliert entwickelt. Das dritte Trimester hat in dem Zusammenhang noch einmal eine wichtige Bedeutung. Die Furchen im Gehirn bilden sich weiter aus und euer Baby ist zunehmend in der Lage, seine Umwelt wahrzunehmen, Erinnerungen zu bilden und sogar zu träumen. Das ist auch ein wichtiger Fakt, denn nach der Geburt wird es sich an eure Stimme erinnern und sich durch diese beruhigen lassen.

Damit der Fötus nach der Geburt in der Lage ist, die Temperaturregulation des eigenen Körpers zu übernehmen, lagert er im dritten Trimester zunehmend braunes Fett ein. Dieses kann später schnell zu Energie umgewandelt werden. Nach der Entbindung erhält euer Baby das Kolostrum beim Stillen. Danach dauert es aber noch drei bis sieben Tage, bis es zum Milcheinschuss kommt. Daher braucht das Neugeborene Energie.

Das dritte Trimester bedeutet für das Ungeborene, dass der Platz im Mutterleib immer enger wird. Es füllt die Gebärmutter aus und alle Bewegungen sind stark durch die Bauchdecke zu spüren. Es gibt Babys, die sich mit zunehmender Größe weniger bewegen. Das ist erst einmal kein Grund zur Sorge. Behaltet die Aktivität dennoch im Auge. Solltet ihr bemerken, dass sie stark nachlässt, lasst dies lieber kontrollieren.

Auch die Geburtsposition ist ein Thema. Bis zur 36. SSW können sich Babys im Bauch oft noch von allein drehen. Danach wird es immer enger. Liegt der Fötus dann nicht in der Beckenendlage, kann über Maßnahmen nachgedacht werden, wie eine äußere Wendung oder den Kaiserschnitt.

Ab der 37. Schwangerschaftswoche gilt euer Baby nicht mehr als Frühgeburt. Wehen würden jetzt nicht mehr aufgehalten werden und auch die Lunge hat sich sehr gut entwickelt. Sie bildet nun Surfacant und ist in der Lage, sich aufzublähen. Das sind die besten Voraussetzungen für eine eigenständige Atmung nach der Entbindung.

So groß und schwer ist das Baby

Mit dem Einstieg in das dritte Trimester ist euer Baby rund 30 cm groß und etwa 1.300 Gramm schwer. Hierbei handelt es sich um durchschnittliche Werte, die natürlich abweichen können. Mit zunehmender Größe ist es auch nicht mehr so einfach für den Gynäkologen, die Messungen bei eurem Baby vorzunehmen. Daher kann er nur noch ungefähre Werte mitteilen.

Am Ende des dritten Trimesters steht die Entbindung an. Die durchschnittlichen Werte eines Babys liegen bei 52 cm und rund 3.400 Gramm. Aber auch hier sind natürlich Abweichungen möglich. Gerade dann, wenn ihr übertragt, ist das Baby meist deutlich schwerer und größer. Vielleicht bekommt ihr aber auch ein eher zartes Baby, das gerade so an der Marke zu den 3.000 Gramm kratzt.

letztes Trimester
Von Gajus - Shutterstock

Diese Untersuchungen stehen im dritten Trimester an

Im dritten Trimester hat der Marathon an Untersuchungen langsam sein Ende gefunden. Nach wie vor geht ihr zur Vorsorge zur Hebamme und den Frauenarzt. Hier wird geprüft, wie der Gebärmutterhals ist, ob sich etwas am Muttermund tut und wie es euch geht. Durch die Kontrolle von Urin und Blutdruck soll ausgeschlossen werden, dass sich eine Schwangerschaftsvergiftung bildet. Eine Früherkennung ist hier besonders wichtig.

Gerade bei einer Mehrlingsschwangerschaft oder einer Risikoschwangerschaft werdet ihr vermutlich noch deutlich engmaschiger untersucht. Grundsätzlich erhaltet ihr aber die folgenden Untersuchungen im dritten Trimester:

  1. Screening: Das letzte große Screening steht an und wird zwischen der 29. SSW und der 32. SSW durchgeführt. Hier prüft der Gynäkologe noch einmal genau die Versorgung des Babys. Er wird einen Blick auf die Plazenta und die Nabelschnur werfen. Die Plazenta hat hart gearbeitet und es kann sein, dass sich bereits Verkalkungen bilden. Das ist grundsätzlich erst einmal kein Problem, wenn euer Baby weiter gut versorgt wird. Anders sieht es aus, wenn die Verkalkungen zu sehr zunehmen, das Wachstum eures Babys aber auf eine Unterversorgung schließen lässt. In diesem Fall wird noch einmal genau geprüft und vielleicht auch über eine vorzeitige Einleitung der Schwangerschaft gesprochen.
  1. CTG: Im dritten Trimester wird auch damit begonnen, ein CTG zu schreiben. Hierbei geht es um die Überwachung der Herztöne eures Babys sowie den Blick auf die möglichen Wehentätigkeiten. Hier kann schnell erkannt werden, wenn die Versorgung nicht mehr optimal ist.

Wichtig: Das CTG gehört zu den normalen Vorsorgeuntersuchungen und wird von der Krankenkasse auch übernommen. Es gibt jedoch immer wieder Frauen, die darauf verzichten möchten. Auch das ist euer gutes Recht. Einige Babys reagieren stark auf das CTG und sind sehr gestresst. Solltet ihr auf das CTG verzichten wollen, geht dennoch zum Arzt, wenn ihr das Gefühl habt, dass die Bewegungen eures Babys nachlassen.

3. Trimester
Von evrymmnt - Shutterstock

Anmeldung für die Geburt

Die Geburt rückt immer näher und daher ist es wichtig, sich Gedanken über die Geburt zu machen. Möchtet ihr zu Hause entbinden, im Geburtshaus oder im Krankenhaus? Bei allen drei Varianten sind Vorbereitungen wichtig. Für eine Entbindung zu Hause braucht ihr eine erfahrene Hebamme. Diese solltet ihr rechtzeitig suchen. Anmeldungen im Geburtshaus oder im Krankenhaus müssen ebenfalls durchgeführt werden. Stellt auch schon einmal die Kliniktasche zusammen. So habt ihr weniger Stress, wenn die Wehen dann starten.

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