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Frühgeburt in der SSW 34-36 – Das solltet ihr Wissen

Nadine Scheiner
17 Mai 2022
4 min
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Auch Babys, die zwischen der 34. und der 36. Schwangerschaftswoche geboren werden, gehören noch zu den Frühchen, werden jedoch ab der 35 SSW als sogenannte „späte Frühgeburten“ bezeichnet. Mit Beginn der 35. SSW. Wird nicht mehr versucht, die Geburt zu verzögern, dass Baby wird aber in den ersten Lebenstagen mit besonderer Sorgfalt überwacht, um Komplikationen auszuschließen.

Die meisten „späten Frühchen“ brauchen auch keine spezielle Betreuung im frühgeborenen Zimmer. Ausnahmen können bei vorgeburtlichen Erkrankungen, Entwicklungsstörungen oder einem schwierigen Geburtsverlauf gemacht werden. Kinder, die vor der 37. SSW geboren werden, bleiben im Normalfall nur ein paar Tage zur Beobachtung in der Klinik und wenn nötig im Frühchen-Zimmer.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Überlebenschancen von „späten Frühchen“, die im Alter von 34 bis 36 Wochen geboren wurden, liegen zwischen 98 % und 100 %. Die Risiken für das Baby sind sehr gering.
  • Auch Komplikationen oder eine gravierende Entwicklungsstörung werden mit diesen Geburten kaum in Verbindung gebracht. Zum Ende der Schwangerschaft ist das Risiko für Krankheiten und Störungen sehr klein.
  • In den Wochen 35 und 36 unternehmen die Ärzte normalerweise nichts, um die Wehen zu stoppen. In speziellen Fällen wird sogar ein Kaiserschnitt durchgeführt, um kein Risiko einzugehen.
Frühgeburt SSW 34-36
My Life Graphic via shutterstock

Die Entbindung in Woche 34

In der 34. Schwangerschaftswoche misst euer Baby von Kopf bis Fuß etwa 46 cm und wiegt im Schnitt 2,5 kg. Seine pränatale Entwicklung ist abgeschlossen, abgesehen von der Schaffung zusätzlicher Energiereserven und einigen „Anpassungen“ der Funktionen des Gehirns, des Nervensystems und anderer Organe. Grundsätzlich ist die Entwicklung aber soweit abgeschlossen das euer Frühchen geboren werden kann ohne Langzeitschäden davonzutragen.

Kalzium ist besonders wichtig

Aufgrund seiner Knochenstruktur hat euer Kind in diesem Moment einen sehr hohen Bedarf an Kalzium, das es normalerweise aus eurem Blut erhält. Daher muss bei einer Frühgeburt in der 34. SSW auf eine ausreichende Kalziumversorgung geachtet werden, die wie die Versorgung mit anderen lebenswichtigen Nähr- und Inhaltsstoffen am besten durch die Fütterung mit Muttermilch gewährleistet werden kann.

Muttermilch für eine bessere Entwicklung

Studien zeigen, dass gestillte Frühgeborene im ersten Lebensjahr schneller wachsen als Flaschenkinder mit vergleichbarem Geburtsdatum. Die Zusammensetzung der Muttermilch ist auf die Bedürfnisse des Babys abgestimmt und schützt vor Infektionen und Allergien, regt die Verdauung an und fördert die Produktion von Enzymen und Hormonen. Mit diesen Eigenschaften ist es auch möglich, die kleinen Verzögerungen in der Entwicklung von Frühgeborenen auszugleichen.

Stillt so lange wie möglich

Hebammen empfehlen, Frühgeborene möglichst lange und auch nach den ersten sechs Lebensmonaten zu stillen, am besten so lange, wie Mutter und Kind die Stillzeit wünschen. Manche Mütter stillen ihre Frühchen bis zu 2 Jahre. Um Mangelerscheinungen auszuschließen, wird die Nahrungsaufnahme bei „späten Frühgeburten“ in der Regel streng überwacht. Ein Inkubator oder ein Wärmebett ist zwar nicht nötig, wird aber oft von Ärzten und Hebammen für die ersten Tage empfohlen.

 

Die Frühgeburt in Woche 35

Wird euer Baby in der 35. SSW geboren, ist es circa 46 cm groß und wiegt etwa 500 g mehr, also 2,55 kg. Die Bewegungskoordination sowie die Reflexe und Sinne sind weiter ausgebildet und funktionieren immer besser. Auch die Temperatur des Körpers kann euer Kind zu diesem Zeitpunkt schon selbst regulieren.

Das Immunsystem aktiviert sich

Außerdem wird auch das Immunsystem des Babys in der 35. SSW aktiviert, sodass es nicht mehr abhängig vom Immunsystem der Mutter ist. Es dauert allerdings lange, bis das Immunsystem von Babys die gleichen Kapazitäten hat wie das Immunsystem von Erwachsenen. Hingegen die inneren Organe wie Lunge, Herz und Leber für die Welt bereit sind und korrekt funktionieren.

Euer Baby bleibt normalerweise für ein paar Tage im Krankenhaus, sodass es beobachtet werden kann und sichergestellt werden kann, dass alle Körperfunktionen korrekt funktionieren. Ein Inkubator oder ein Wärmebett ist nicht nötig, da euer Kind die Körpertemperatur schon selbstständig regulieren kann.

 

Die Geburt in SSW 36

Mit Beginn der 36. SSW befinden sich Mutter und Baby schon in der Endphase der Schwangerschaft. Wird euer Baby in der 36. SSW geboren, gilt es noch als „späte Frühgeburt“, es sind aber alle Entwicklungsprozesse abgeschlossen und euer Baby kann problemlos gebärt werden.

Euer Baby wiegt zu dieser Zeit etwa 2,8 kg und misst circa 47 cm. Das Wachstum ist ebenfalls abgeschlossen und die körperliche Entwicklung eures Babys konzentriert sich auf die Bildung von kleinen Fettpölsterchen mit denen sich euer Baby auf das Leben in der Außenwelt vorbereitet. Da die Bildung dieser in der 36. Woche noch nicht abgeschlossen ist, sollte in den ersten Wochen auf eine stetige Gewichtszunahme geachtet werden.

Woche 36 ist die letzte Woche, in der ein Baby als zu früh geboren gilt, Komplikationen oder Entwicklungsstörungen sind zu diesem Zeitpunkt nicht mehr mit einer Frühgeburt verbunden, sodass weder beim Baby noch bei der schwangeren Frau mit Komplikationen gerechnet werden muss.

Alltag mit Frühchen: Manchmal ist es nicht einfach

Wenn die Geburt eures Babys in der 34 SSW bis 36 Schwangerschaftswoche erfolgt, unterscheidet sich sein Alltag kaum vom Leben mit einem Baby, das bis zum voraussichtlichen Geburtstermin „gewartet“ hat. Bei den meisten „späten Frühgeborenen“ ist mit langen Wartezeiten bis zur Heimreise aus dem Krankenhaus oder ernsthaften gesundheitlichen Problemen nicht zu rechnen.

Anders kann es bei Kindern sein, die viel früher geboren wurden und noch viele Entwicklungsschritte vor sich haben, die eigentlich Teil der Schwangerschaft sind. Für viele Eltern ist der lange Krankenhausaufenthalt ihres Frühgeborenen ein fast traumatisches Erlebnis. Auch bei einem Frühchen ist eine gute Planung wichtig.

Gerade Babys, die längere Zeit im Frühchen-Zimmer verbrachten, brauchen mehr Zeit, bis sie sich an den Tag-Nacht-Rhythmus gewöhnen. Konkret bedeutet das, dass ihr euer Baby häufig und zu völlig unvorhersehbaren Zeiten füttern und euch um seine Bedürfnisse kümmern müsst.

Dieser Prozess kann für viele Eltern schwierig sein und sorgt für viele schlaflose Stunden, aber keine Angst mit Geduld und Ruhe schafft ihr auch dies. Bereitet euch, wenn nötig ein paar Fläschchen vor, sodass ihr nicht immer aufstehen müsst, um eurem Baby die Brust zu geben, sondern euer Partner einen Teil übernehmen kann.

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