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Kinderradiosender – Welche gibt es?

Nadine Scheiner
12 Nov 2018
4 min.
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Radio speziell für Kinder – ja, so etwas gibt es. Im deutschsprachigen Raum habt Ihr die Auswahl zwischen mehreren privaten Anbietern und Programmen der öffentlich-rechtlichen Sender. Da nicht alle Kinderradios auch über Antenne zu empfangen sind, empfiehlt sich die Anschaffung eines Internetradios. Das können die Kinder dann auch gut selbst bedienen.

Ihr glaubt gar nicht, wie gerne die Kleinen einfach mal einem Hörspiel lauschen, Bastel- und Spieltipps verfolgen, bei Musik mitsingen oder sich durch kindergerechte Nachrichten informieren lassen. Auf jeden Fall springt ein bisschen mehr Freizeit dabei raus, wenn die Kinder vor dem Radio sitzen.

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Das Wer, Wie, Was der Kinderradios im deutschsprachigen Raum

1. Radijojo

Der gemeinnützige Kanal Radijojo ist ständig im Internet unter www.radijojo.org verfügbar und sendet teilweise auch per UKW. Ein Beirat wacht darüber, dass das Programm für Kinder zwischen drei und dreizehn Jahren auch pädagogisch Sinn macht. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel ist Schirmherrin für die europäischen Projekte von Radijojo, der Dirigent und Intendant Daniel Barenboim garantiert als Schirmherr für die deutschen Projekte.

Radijojo ist die Perle im deutschsprachigen Raum, das beweisen Dutzende von Preisen, die das Team schon eingeheimst hat. Im täglichen Programm wechseln sich Musik und Wortbeiträge sinnvoll ab. In vielen Sendungen dürfen die Kinder auch selbst mitproduzieren.

Radijojo setzt zudem auf internationale Vernetzung und nimmt seine Hörer dadurch in Reportagen und Musik oft mit auf eine Reise um die Welt. In der Internetpräsenz finden sich zudem Videos und auch Mitmachbereiche. Unbedingt ausprobieren – Radijojo ist das wohl ausgereifteste Projekt unter den deutschsprachigen Kinderradios.

2. KiRaKa

Der öffentlich-rechtliche Kinder-Radio-Kanal (KiRaKa) des WDR ist die Alternative zu Radijojo und Radio Teddy, die über die GEZ-Gebühren finanziert wird. Hier dürfen die Eltern davon ausgehen, dass Euren Kindern das vorgesetzt wird, was pädagogisch sinnvoll ist und neben Spaß auch Lerneffekte transportiert werden. KiKaRa ist ständig über das Internet empfangbar und in Zeitfenstern zudem auch über den Hörfunk.

Das Programm reicht von Musik und Konzerten über Livereportagen bin zu Hörspielen. Kindergerechte Nachrichten runden das Angebot genauso ab wie vielfältige Zusatzinformationen auf der Webseite von https://www1.wdr.de/kinder/radio/kiraka/. Multimedia-Reportagen, Mitmachangebote, eine Kummerbox und Verweise auf Fernsehsendungen – der WDR zieht hier für Euch alle Register.

Die Zielgruppe beginnt bei etwa zwei Jahren, und es wird sich lohnen, wenn Ihr KiKaRa eine Sendertaste zuweist.

3. Radio Teddy

Der privaten Internetsender funkt unter www.radioteddy.de. Radio Teddy bietet ein Vollprogramm, von Musiksendungen über eine Morgenshow bis hin zu Ratgeberprogrammen. Auf der Internetpräsenz von Radio Teddy überzeugen auch kleine Spiele, Videos, ein spezieller Elternbereich und vieles mehr.

Kein Wunder also, dass Radio Teddy schon mehrfach ausgezeichnet wurde. Schaltet unbedingt mal rein und überzeugt Euch selbst!

4. LautFM – Kinderradio

Der Internetsender LautFM bietet einen Kinder- und einen Jugendkanal. Das private Internetradio findet Ihr unter www.laut.fm. Die Musik ist handverlesen, die Werbepausen halten sich in Grenzen. LautFM setzt im Kinderkanal auf Bekanntes wie Filmmelodien von der Biene Maja bis Heidi. Da gibt es für Eure Kleinen viel Wiedererkennungswert und es lässt sich gut mitsingen.

Im Jugendkanal wird die Musik schon aktueller, auch Partyhits gehören dort zum Programm.

5. Mein Kinderradio

Mein Kinderradio sendet aus Wien und ist im Internet unter www.meinkinderradio.at zu empfangen. Keine Angst – österreichischer Schmäh ist eher selten zu hören, meist wird Hochdeutsch gesprochen.

Das Programm wurde von Eltern entwickelt und richtet sich an Kinder zwischen zwei und zehn Jahren. Auf klassische Werbung verzichten die Macher.

Im Programm wechseln sich Musik und Ratgeber wie Back- und Kochtipps regelmäßig ab. Im Internet finden sich auch kleine Spiele und praxisorientierte Tipps für Eltern. Hört doch einfach mal rein!

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Podcasts und Sendungen

Neben den aufgeführten Sendern, die tagsüber live On Air sind, verstecken sich viele weitere kindergerechte Perlen im Internet. Podcasts und regelmäßige Radiosendungen sind durchaus empfehlenswert, aber Ihr werdet dabei Euren Kindern helfen müssen, sie zugänglich zu machen.

  • Der Ohrenbär vom rbb (www.radioberlin.de/programm/schema/ohrenbaer.html) läuft jeden Abend in Berlin und Umgebung im Radio, kann aber anderswo und zu anderer Zeit auch per Internet nachgehört werden. Bekannte Schauspieler lesen dort mit großer Empathie Geschichten für die Kleinen. Hört mal rein!
  • Bayern 1 bietet unter dem Stichwort “Betthupferl” (www.br.de/radio/bayern1/sendungen/betthupferl/index.html) tägliche Gutenacht-Geschichten, schon seit fünf Jahrzehnten, quasi eine Wundertüte wie Sesamstraße für die Ohren. Absolut ein Tipp!
  • Der KaKaDu (www.kakadu.de) im Deutschlandfunk nimmt Eure Liebsten mit in Hörspiele, das Programm kommt so bunt daher wie ein echter Papagei. Auch hier lohnt es, sich einmal mit der Technik auseinanderzusetzen und anschließend auf ein prall gefülltes Archiv zugreifen zu können.
  • Der NDR bündelt seine Kinderprogramme unter dem Titel Mikado (www.ndr.de/info/sendungen/mikado/index.html). Von Buchtipps bis zu Hörspielen reicht das Spektrum, ein weiterer Schwerpunkt sind schulrelevante Themen, auf der Webpage auch für Leser, Lehrerinnen und andere Multiplikatoren aufbereitet.
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Fazit - Kinderradiosender

Anders als im Fernsehbereich, wo im deutschsprachigen Raum mehr als ein Dutzend Kanäle nonstop miteinander konkurrieren, müsst Ihr Euch in Sachen Radio auf wenige gute Anbieter und ein bisschen mehr Technikverständnis im Vorfeld einstellen.

Wer seinen Kindern Gutes gönnen möchte, sollte unbedingt die etwa 100 Euro in ein spezielles Internetradio investieren. Die Vorteile liegen auf der Hand: Einmal programmiert, können Eure Kleinen über Sendertasten selbst Programm abrufen – und der Klang eines echten Lautsprechers erzieht nebenbei das Gehör, während eingebaute Soundquellen bei Computer, Tablet oder Smartphone doch eher plärren als klingen.

Ist der Schritt aber einmal getan, dürft Ihr auf große Archive zugreifen, findet begleitend im Internet Anregendes, Beschäftigendes und Entzückendes. Das gute alte Prinzip des Radios, Unterhaltung mit Information zu verbinden, hat nichts von seinem ganz speziellen Reiz verloren. Einfach mal zuhören, regt die Fantasie oft viel mehr an, als mit schnellen Schnittwechseln und grellen Farben auf einem großen Bildschirm bombardiert zu werden.

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