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Rückbildung nach dem Kaiserschnitt – So kommt ihr zurück zur alten Form

Nadine Scheiner
30 Mrz 2022
4 min
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In der Schwangerschaft macht euer Körper enorme Veränderungen durch. Diese brauchen nach der Geburt einige Zeit, um sich wieder zurückzubilden. Auch wenn ihr nicht vaginal, sondern durch einen Kaiserschnitt entbunden habt, gibt es viele Bereiche eures Körpers, die sich erholen müssen. Die richtige Rückbildungsgymnastik kann ihn dabei effektiv unterstützen. Warum das so ist, und wann ihr wieder richtigen Sport macht, das könnt ihr hier nachlesen.

 

Das Wichtigste in Kürze

  • Auch nach einem Kaiserschnitt ist die Rückbildung wichtig. Schon in der Schwangerschaft sind Beckenboden und Bauchmuskeln enormen Belastungen ausgesetzt.
  • In den ersten Wochen solltet ihr die Bauchmuskeln so wenig wie möglich anspannen. Achtet vor allem auf schonendes Aufstehen.
  • Nach circa acht bis zehn Wochen könnt ihr mit einem Rückbildungskurs beginnen. Sanftes Beckenbodentraining ist meist schon früher möglich.
Rückbildung nach Kaiserschnitt
Drazen Zigic via shutterstock

Warum ist die Rückbildung nach einem Kaiserschnitt wichtig?

Manchmal geht noch der Mythos um, dass die Rückbildungsgymnastik nach einem Kaiserschnitt nicht wichtig ist. Das stimmt aber nicht. Auch wenn die enorme Belastung des Beckenbodens durch die vaginale Entbindung nicht stattgefunden hat, gibt es doch verschiedene Belastungen durch die Schwangerschaft. Dazu gehören unter anderem diese Veränderungen:

  • Das Gewicht des Kindes drückt auf den Beckenboden
  • Der Körperschwerpunkt verändert sich und dadurch die Haltung der Mutter
  • Die Schwangerschaftshormone machen Muskeln und Bänder weicher
  • Die Bauchmuskeln werden zur Seite gedrückt

Auch der Kaiserschnitt ist eine Belastung. Die Bauchmuskeln werden in der Regel durch die Ärzte auseinander gedrückt. In einigen Fällen werden sie auch mit dem Skalpell durchtrennt. In die Gebärmutter wird ein Loch geschnitten und auch die äußeren Haut- und Gewebeschichten werden durchtrennt.

Das alles muss wieder richtig verheilen. Dafür braucht es vor allem Zeit. Aber auch die richtige Bewegung kann hilfreich sein. Die belasteten Muskeln können wieder gestärkt werden und der Kreislauf wird trainiert. Darüber hinaus verbessert sich auch die Durchblutung und die belasteten Gewebe werden mit wichtigen Nährstoffen versorgt. Auf Dauer vermeidet ihr auch Beckenbodenprobleme wie zum Beispiel eine Harninkontinenz.

Wann kann man nach einem Kaiserschnitt mit der Rückbildung beginnen?

Die ersten leichten Übungen für den Beckenboden könnt ihr schon wenige Tage nach der Geburt machen. Diese kann euch eure Hebamme zeigen. Auch im Krankenhaus gibt es Fachleute, die euch weiterhelfen können.

Die richtige Rückbildungsgymnastik muss nach dem Kaiserschnitt aber noch ein bisschen warten. In der Regel ist es nach etwa acht bis zehn Wochen so weit, dass ihr loslegen könnt. In dieser Zeit sollten die Gewebeschichten gut verheilt sein.

In dieser Zeit seid ihr wahrscheinlich auch vor allem mit dem Zurechtfinden im neuen Alltag beschäftigt. Der Schlafmangel und der Stillstart können sich als große Herausforderungen herausstellen. Auch körperlich passiert in dieser Zeit viel ohne euer zutun. Die hormonelle Lage stellt sich ganz neu ein.

Aber auch diese ersten Wochen müsst ihr nicht nur im Bett oder auf dem Sofa verbringen. Am Anfang sind leichte Spaziergänge ideal, um sanft wieder in Schwung zu kommen. Achtet immer darauf, dass ihr euch nicht überlastet.

Wie lange dauert es, bis der Bauch nach einem Kaiserschnitt weg ist?

Jede Schwangerschaft führt zu enormen Veränderungen eures Bauchs. Einige Frauen haben Glück und sehen schon nach einigen Tagen wieder fast so aus, wie vor der Schwangerschaft. Viel häufiger ist jedoch eine viel längere Zeit, bis ihr wieder zu eurer alten Figur zurückgekehrt seid.

Die meisten Hebammen geben den Frauen die folgende Regel an die Hand: „Neun Monate kommt der Bauch, neun Monate geht er.“ Diese Weisheit spiegelt die Wirklichkeit ziemlich gut wider. Eine Rückbildungszeit von neun bis zwölf Monaten ist für die meisten Frauen realistisch.

Bei einigen Frauen wird der Bauch auch nie wieder so fest wie vor der Schwangerschaft. Das ist besonders oft bei Frauen mit mehreren Kindern der Fall. Aber eure Körper leisten in der Schwangerschaft ja auch unglaubliches. Die Rückbildungsübungen können aber oft eine erhebliche Verbesserung erzielen.

Wie lange sollte man mit dem Sport nach einem Kaiserschnitt warten?

Sicherlich wollt ihr wissen, wann ihr wieder mit eurem Lieblingssport beginnen könnt. Das kommt ganz auf die konkrete Sportart an. Generell empfehlen viele Hebammen, dass ihr erst einen Rückbildungskurs abschließen solltet.

Allerdings brauchen manche Sportarten noch eine längere Regenerationszeit. Dazu zählen vor allem die Spotarten, die den Beckenboden stark belasten. Joggen und Trampolin springen sind zwei Beispiele für diese Sportarten. Solche starken Belastungen solltet ihr eurem Körper erst nach etwa sechs Monaten wieder zumuten. Dann sind die Gewebe wieder deutlich fester geworden.

Wann kann man nach einem Kaiserschnitt wieder Bauchmuskeltraining machen?

Es ist sehr unterschiedlich, wann ihr wieder mit einem kompletten Bauchmuskeltraining beginnen könnt. Besonders wichtig bei der Beurteilung ist der Zustand eurer geraden Bauchmuskeln. Diese rücken im Verlauf der Schwangerschaft auseinander.

Dieser Spalt, der zwischen den Muskelschichten entsteht, wird als Rektus-Diastase bezeichnet. Diese ist meist auch nach der Geburt noch vorhanden. Ihr könnt das relativ einfach testen, indem ihr die Bauchmuskeln leicht anspannt und über und unter dem Bauchnabel in der Mitte des Bauches nach den Muskeln tastet. Eure Hebamme kann euch auch dabei helfen und die Rektus-Diastase überprüfen.

Ist der Spalt zwischen den Bauchmuskeln noch vorhanden, solltet ihr zunächst nur Übungen für die schrägen Bauchmuskeln machen. Dadurch werden die geraden Bauchmuskeln in die Mitte geschoben und die Rektus-Diastase schließt sich langsam. Erst dann sind wieder alle Übungen möglich.

Bei einem Kaiserschnitt ist es in den ersten sechs bis acht Wochen besonders wichtig, dass ihr die Bauchmuskeln so wenig wie möglich anspannt. Ihr solltet in der ersten Woche zunächst lernen, wie ihr euch sicher hinlegt und wieder aufsteht. Wenn ihr im Verlauf der Rückbildung Schmerzen verspürt, solltet ihr das Training immer unterbrechen. Vor allem Mikrofissuren und Verwachsungen können euch noch länger Probleme bereiten.

Rückbildungsübungen nach Kaiserschnitt
Drazen Zigic via shutterstock

Wie kann man die Rückbildung nach einem Kaiserschnitt im Alltag unterstützen?

Auch im Alltag könnt ihr einiges für eine erfolgreiche Rückbildung nach einem Kaiserschnitt tun. Achtet auf eine gerade Haltung, egal ob beim Stillen auf dem Sofa oder dem Essen am Tisch. Sorgt dafür, dass eure Bauchmuskeln beim Aufstehen nicht zu stark belastet werden. Wenn ihr nicht genau wisst, wie ihr das machen sollt, kann eure Hebamme euch weiterhelfen.

Vermeidet Belastungen der Bauchmuskulatur und des Beckenbodens. Schweres Heben und Tragen solltet ihr unbedingt anderen Personen überlassen. Oftmals erhalten Mütter nach der Entbindung den Hinweis, dass sie im Wochenbett nichts Schwereres als ihr Kind heben sollten. Das ist eine gute Richtlinie für den Alltag.

Darüber hinaus könnt ihr auch euren Beckenboden schon früh unterstützen. Idealerweise habt ihr schon im Geburtsvorbereitungskurs gelernt, wie ihr den Beckenboden anspannen könnt. Das solltet ihr auch regelmäßig im Alltag durchführen.

Auch die richtige Pflege der Kaiserschnittnarbe solltet ihr euch im Krankenhaus oder von eurer Hebamme zeigen lassen. Das kann die Heilung beschleunigen.

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