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Kaiserschnitt Ablauf – so wird ein Kaiserschnitt durchgeführt

Nadine Scheiner
29 Dez 2021
6 min.
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Der Kaiserschnitt wird auch als Sectio bezeichnet und ist der Begriff dafür, dass euer Baby über einen Schnitt in die Bauchdecke auf die Welt geholt wird. Unterschieden wird dabei zwischen der primären Sectio und der sekundären Sectio sowie dem Wunschkaiserschnitt. Der Wunschkaiserschnitt ist ein geplanter Kaiserschnitt. Kommt es unter der Geburt zu einer Notsituation, wird ein ungeplanter Kaiserschnitt durchgeführt.

Kaiserschnitt Ablauf
Aron M via Shutterstock

Wie wird der Kaiserschnitt durchgeführt?

Auch wenn ihr euch vielleicht auf eine vaginale Geburt einstellt, ist es nicht verkehrt zu wissen, wie ein Kaiserschnitt durchgeführt wird. Hier sind die folgenden Schritte die Grundlage:

  1. Das Vorgespräch

In einem Vorgespräch werdet ihr über die Risiken aufgeklärt. Hier könnt ihr auch alle eure offenen Fragen stellen. Es ist natürlich ganz selbstverständlich, dass ihr unsicher seid und euch Sorgen macht. Nehmt daher auch unbedingt die Möglichkeit wahr, euch zu informieren und alle eure Fragen zu stellen, die euch auf der Zunge liegen.

  1. Die Betäubung

Für den Kaiserschnitt wird mit einer Betäubung gearbeitet. Dabei stehen verschiedene Formen der Betäubung zur Verfügung. Eine Vollnarkose wird nur in seltenen Fällen eingesetzt. Vor allem dann, wenn es sich um einen Notkaiserschnitt handelt, besteht oft nicht mehr die Möglichkeit, eine lokale Betäubung zu legen. Hier kann dann nur noch mit einer Vollnarkose gearbeitet werden. Einige Frauen sind auch sehr unsicher oder leiden unter einer Vorerkrankung, bei der eine Vollnarkose notwendig ist.

Die lokale Anästhesie ist so aufgebaut, dass hier nur der Bereich betäubt wird, bei dem die Operation stattfindet. Ihr könnt also bei vollem Bewusstsein die Geburt wahrnehmen. Schmerzen spürt ihr während des Eingriffs nicht. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass ihr natürlich ein Ruckeln und die Bewegungen der Ärzte spürt.

  1. Nach der Betäubung

Sobald die Betäubung greift, wird mit dem Kaiserschnitt begonnen. Hier setzen viele Krankenhäuser inzwischen auf die Misgav-Ladach-Methode. Hierbei handelt es sich um eine sanfte Form der Bauchöffnung. Der Arzt setzt nur einen kleinen Schnitt und die weiteren Schichten des Gewebes werden gedehnt. Sie reißen dann auf einen natürlichen Weg, was die spätere Heilung für den Körper deutlich leichter macht.

  1. Das Baby wird entnommen

Jetzt ist es soweit. Von der Öffnung eures Bauches bis zur Geburt eures Babys dauert es oft nur wenige Minuten. Vorsichtig wird euer Baby aus der Gebärmutter gehoben. Vielleicht hört ihr hier schon den ersten Schrei und euch wird euer Baby gezeigt. Euer Partner oder auch ihr könnt das Baby in den Arm nehmen. Anschließend kümmert sich die Hebamme um das Neugeborene.

  1. Reinigung der Gebärmutter

Sobald euer Baby aus der Gebärmutter gehoben wurde, zieht sich diese auch schon wieder zusammen. Allerdings wird sie jetzt noch gereinigt. Die Ärzte lösen vorsichtig eure Plazenta und nehmen sie heraus. Auch Reste, die noch von der Eihaut vorhanden sind, werden entfernt, ebenso wie Blut und Fruchtwasser. Ziel ist es, möglichst die Gebärmutter komplett zu reinigen und so Infektionen zu verhindern.

  1. Verschluss des Operationsbereiches

Jetzt wird der Operationsbereich wieder verschlossen. Schicht für Schicht werden die Nähte gesetzt. Hiervon merkt ihr ebenfalls nichts. Es kann sein, dass euch das unangenehm ist. In dem Fall erhaltet ihr durch den Anästhesisten ein Beruhigungsmittel, das dafür sorgt, dass ihr euch entspannen könnt. Schließlich werdet ihr zu eurem Baby gebracht.

Was passiert nach dem Kaiserschnitt?

Auch nach einem Kaiserschnitt habt ihr Nachwehen und es setzt ein Wochenfluss ein. In den meisten Fällen ist dieser deutlich geringer als nach einer natürlichen Geburt. Allerdings ist jede Frau anders. Solange ihr keine Schmerzen im Unterleib bekommt oder gar kein Wochenfluss einsetzt, ist alles in Ordnung. Seid ihr unsicher, dann lasst euch noch einmal untersuchen.

Euer Körper leidet viele Strapazen bei einer Geburt per Kaiserschnitt. Daher ist nach dem Eingriff eine Schonzeit unbedingt notwendig. Das heißt nicht, dass ihr euch nicht bewegen dürft. Allerdings solltet ihr nicht schwerer heben, als euer Baby wiegt. Zudem ist es wichtig, sich nicht zu viel zu bücken und so die Narbe immer wieder zu reizen.

Gerade bei einem Kaiserschnitt ist das Wochenbett eine sehr wichtige Zeit. Macht nur langsame Spaziergänge, bleibt aber in Bewegung und nehmt euch viel Zeit mit eurem Baby.

Das Stillen ist auch nach dem Kaiserschnitt natürlich möglich. Wenn ihr möchtet, könnt ihr euer Baby oft schon direkt nach dem Eingriff anlegen und ihm so das wertvolle Kolostrum mit auf den Weg geben. Der Milcheinschuss wird einige Tage später erfolgen. Es braucht ein wenig Übung um zu schauen, wie ihr das Baby gut anlegen könnt. Hier erhaltet ihr Hilfe durch die Hebamme.

Den Körper bei der Heilung unterstützen

Euer Körper braucht Unterstützung dabei, nach dem Kaiserschnitt wieder in seine alte Form zu finden. Hier ist natürlich einmal die Schonung ein wichtiger Aspekt. Ebenso wichtig ist aber auch eine fundierte Narbenpflege. In der Nachsorge wird eure Hebamme schauen, wie sich die Gebärmutter zurückbildet und wie die Narbe verheilt. Nachdem sich die Narbe geschlossen hat und keine Kruste mehr aufweist, könnt ihr einen Narbenpflege verwenden. Sie hilft dabei, die Narbe geschmeidig zu machen. Um die Bildung von Verhärtungen zu vermeiden, sind auch Massagen der Narbe eine gute Idee.

Nach einem Kaiserschnitt ist ebenso eine Rückbildung zu empfehlen, wie nach einer natürlichen Geburt. Nach einem Zeitraum von rund sechs Wochen könnt ihr an einem Rückbildungskurs teilnehmen. Die Übungen, die euch hier gezeigt werden, stabilisieren euren Beckenboden und helfen euch dabei, eure Mitte zu finden.

Tipp: Ihr wisst nicht, ob ihr eigentlich schon bereit seid für die Rückbildung? In dem Fall könnt ihr einfach eure Hebamme fragen. Diese wird noch einen Blick auf euren Bauch werfen und euch dann Empfehlungen geben.

Ablauf Kaiserschnitt
Kzenon via Shutterstock

Ist nach einem Kaiserschnitt noch eine natürliche Entbindung möglich?

Manchmal ist der Kaiserschnitt der einzige Weg, damit euer Baby gesund auf die Welt kommt. Viele Frauen machen sich darüber Gedanken, ob sie anschließend bei einer weiteren Schwangerschaft dennoch auf natürlichem Weg entbinden können. Ein Kaiserschnitt schließt weitere Geburten nicht aus und diese können in den meisten Fällen auch durchaus vaginal stattfinden.

Oft wird von einem erhöhten Risiko gesprochen. Dazu ist zu sagen, dass der Uterus durch die Narbe natürlich geschwächt ist. Es kann zu einer Uterusruptur durch den Druck der Wehen kommen. Eure Geburtsbegleiter wissen jedoch, dass ihr bereits einen Kaiserschnitt hattet und haben die Risiken im Blick. Sie beobachten die ganze Zeit die Gebärmutter und die Narbe und können auch hier im Notfall sehr schnell reagieren.

Fazit: Der Kaiserschnitt als Methode für die Geburt

Der Kaiserschnitt ist eine Variante der Entbindung, die schon vielen Frauen und Kindern das Leben gerettet habt. Ob medizinisch indiziert oder doch Wunschkaiserschnitt – der Ablauf ist normalerweise klar festgelegt und sorgt dafür, dass die Risiken sehr gering sind. Dennoch ist es ein operativer Eingriff, bei dem ihr danach Schonung einplanen solltet. Bevor die OP stattfindet, habt ihr umfangreiche Gespräche für die Aufklärung und könnt alle eure Fragen stellen. Ärzte und Hebammen stehen euch zur Seite. Auch euer Partner hat die Möglichkeit, bei einem Kaiserschnitt mit dabei zu sein und euch zu unterstützen.

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