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Nachsorgehebamme – Wie wichtig sind ihre Besuche?

Nadine Scheiner
16 Aug 2021
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Euer Baby ist endlich auf der Welt und ihr befindet euch in der wunderbaren Babyblase. Gerade der erste Tag mit dem Neugeborenen ist oft ein Gang durch die Wolken. Doch spätestens dann, wenn ihr Zuhause seid, kommen die ersten Fragen auf. Hier ist die Nachsorgehebamme euer Ansprechpartner. Sie kommt in den ersten acht Wochen nach der Geburt für die Nachsorge zu euch.

Hebamme nach der Geburt
Monkey Business Images - Shutterstock

Was sind die Aufgaben einer Nachsorgehebamme?

Schon in der Schwangerschaft und bei der Geburtsvorbereitung sind Sie durch die Hebamme begleitet worden. Im Wochenbett stehen Sie vor ganz anderen Herausforderungen. Die Gebärmutter bildet sich zurück, der Wochenfluss begleitet euch durch die Zeit und auch im Rahmen der Stillzeit gibt es Fragen. Die Aufgaben einer Nachsorgehebamme im Wochenbett sind also sehr vielseitig:

  • Sie wird eure Geburtsverletzungen und die Rückbildung kontrollieren. Bei den Besuchen bei euch zu Hause tastet sie die Gebärmutter ab und prüft eine mögliche Kaiserschnittnarbe. Habt ihr Verletzungen, wie einen Dammriss, wird dieser ebenfalls geprüft. Wichtig ist zu schauen, ob die Wundheilung gut verläuft.
  • Sie wird beim Neugeborenen schauen, ob alles in Ordnung ist. Im Rahmen der Hausbesuche prüft sie die Abheilung beim Nabel und das Gewicht des Babys. Sie kann zudem schauen, ob sich eine Gelbsucht bildet.
  • Die Stillberatung ist ein weiterer Punkt. Habt ihr euch entschieden, euer Baby zu stillen, kann sie schauen, ob alles gut läuft oder ob ihr als Wöchnerin Unterstützung dabei braucht, das Baby anzulegen. Viele Unsicherheiten begleiten euch in den ersten Lebenstagen eures Babys und durch die Stillzeit. Ihr habt so lange Anspruch auf eine Hebamme, wie ihr stillt. Das geht auch über die Wochenbettbetreuung hinaus.
  • Interessant ist auch die Hilfe bei der Babypflege. Wickeln und baden, eincremen und auch eine Babymassage sind Themen, die hier durch die Nachsorgehebamme aufgegriffen werden.

Wichtig zu wissen: Nicht jede Hebamme übernimmt die Nachsorge. Vielleicht habt ihr eine Beleghebamme, die genau dies nicht anbietet. Das ist ein Aspekt, den ihr bei der Planung berücksichtigen solltet. In dem Fall ist es wichtig, schon vor der Geburt auf die Suche nach einer Nachsorgehebamme zu gehen. Fragen Sie vielleicht im Geburtsvorbereitungskurs nach, ob es Empfehlungen gibt. Auch beim Gynäkologen können Sie fragen, ob dieser eine gute Nachsorgehebamme empfehlen kann.

Unterstützt mich die Nachsorgehebamme auch emotional?

Als frischgebackene Mama ist das Leben voller Aufregung und auch voller Tränen. Vielleicht hattet ihr einen Kaiserschnitt oder starke Geburtsverletzungen und noch Probleme, euch richtig um euer Baby zu kümmern. Möglicherweise hat der Kinderarzt darauf hingewiesen, dass das Baby zu wenig zunimmt. Aber auch die Veränderung der Hormone ist nicht zu unterschätzen. Bereits als Schwangere haben eure Emotionen viel mit euch gemacht. Nach der Entbindung befindet ihr euch ebenfalls in einem emotionalen Ausnahmezustand.

Hier braucht ihr eine Stütze. Die Nachsorgehebamme ist in dem Fall eure Ansprechpartnerin. Das hat gleich mehrere Vorteile. Sie ist eine Fachkraft und kennt alle Anzeichen für eine Überforderung oder auch für eine mögliche Depression. Aber auch dann, wenn ihr von den Emotionen einfach nur überwältigt werdet, ist sie eine wichtige Person, die euch helfen kann.

Wie sieht es aus, wenn ich eine ambulante Geburt hatte?

Entscheidet ihr euch für eine ambulante Entbindung oder auch für die Entbindung im Geburtshaus, ergänzt die Nachsorgehebamme euren Kinderarzt. Bei diesem müsst ihr vorstellig werden, um die U2 durchführen zu lassen. Auch die Nachsorgehebamme kann hier helfen.

Gerade dann, wenn ihr nicht mehrere Tage im Krankenhaus unter Beobachtung seid, ist die Nachsorgehebamme sehr wichtig. Sie kann feststellen, wenn die Nachwehen nicht nachlassen oder sich die Gebärmutter nur schwierig zurückbildet. Hier tastet sie den Bereich täglich ab und informiert im Notfall den Frauenarzt.

Nachsorgehebamme
Von Mila Supinskaya Glashchenko - Shutterstock

Wer übernimmt die Kosten für die Nachsorgehebamme?

Wenn ihr gesetzliche Krankenversicherte seid, werden die Kosten durch die Krankenkassen übernommen. Normalerweise arbeiten die Hebammen freiberuflich. Die Abrechnung führen sie aber direkt mit der Krankenkasse durch. Dadurch habt ihr hier keinen weiteren Aufwand. Allerdings ist wichtig zu beachten, dass die Nachsorgehebamme keine Rückbildungsgymnastik durchführt. Hier müsst ihr euch bei einem Kurs anmelden und braucht dafür einen Überweisungsschein durch den Frauenarzt.

Es kann sein, dass eure ausgewählte Hebamme ebenfalls Rückbildungskurse zur Verfügung stellt. Hier ist es wichtig, dass ihr vorher eine Absprache durchführt und schaut, ob ihr einen Platz im Kurs bekommt.

Muss ich eine Nachsorgehebamme in Anspruch nehmen?

Ihr seid natürlich nicht verpflichtet, eine Hebamme für die Nachsorge in Anspruch zu nehmen. Ihr müsst auch in der Schwangerschaft keine Begleitung durch eine Hebamme nutzen. Dennoch ist es sinnvoll zu überlegen, ob ihr euch nicht vielleicht doch betreuen lassen möchtet.

Einige Frauen empfinden es als sehr anstrengend, wenn jeden Tag nach der Entbindung die Hebamme kommt. Hier könnt ihr natürlich auch individuelle Absprachen treffen. Es ist nicht unbedingt ein täglicher Besuch notwendig. Vielleicht möchtet ihr die Betreuung nur in einem Abstand von zwei Tagen. Bedenkt immer, dass die Hebammen auch planen müssen und mehrere Frauen betreuen. In dem Zusammenhang ist es gut, wenn sie weiß, wann ihr ihre Hilfe in Anspruch nehmen wollt.

Fazit: Eine Nachsorgehebamme ist eine wichtige Ansprechpartnerin

Nach der Geburt ändert sich euer ganzes Leben erst einmal. Ihr findet euch als Familie im Alltag ein. Vielleicht sind schon Kinder da, die mit den Veränderungen nicht so gut umgehen können. Möglicherweise seid ihr aber auch zum ersten Mal Eltern geworden und nun besonders unsicher. Gerade in dieser Zeit ist es wichtig, eine kompetente Ansprechpartnerin zu haben, auf die ihr euch verlassen könnt. Die Nachsorgehebamme übernimmt nicht nur die medizinische Kontrolle der Rückbildung und Wundheilung. Sie kann euch auch emotional eine wichtige Stütze sein.

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