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Breifreie Beikost für mein Baby – Wie funktioniert sie?

Nadine Scheiner
07 Sep 2018
4 min.
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Das Umdenken bei der Beikost, weg vom Brei und hin zur breifreien Beikost, wurde vor ein paar Jahren in England angestoßen. „Vom Baby gesteuertes Entwöhnen“. So kann man die englische Bezeichnung „Baby-led weaning“ für den hierzulande gebräuchlichen Begriff breifreie Beikost übersetzten.

Der Gedanke hinter der breifreien Beikost ist, dass Ihr Baby die Entwöhnung, den Übergang von der Muttermilch oder der Flaschenmilch hin zu fester Nahrung nach eigenem Tempo selbst steuert. Ihr Baby lernt bei der breifreien Beikost auf natürlichem Wege und Schritt für Schritt neue Lebensmittel kennen und bestimmt selbst das Tempo, mit dem es isst. Und es bestimmt, was und wie viel es ist.

Bei der breifreien Beikost ist Mutter- oder Flaschenmilch immer noch die Hauptnahrung Ihres Babys. Aber auf den sonst üblichen Zwischenschritt über die Fütterung mit Brei wird ganz verzichtet.

Breifreie-Beikost-fur-mein-Baby
Africa Studio - Shutterstock

Was ist breifreie Beikost?

Bei der breifreien Beikost wird die feste Beikost während des Stillens oder der Flaschenfütterung ohne den Umweg über Brei eingeführt. Wichtig ist, dass Ihr Baby weiterhin gestillt wird oder seine Milchmahlzeiten aus der Flasche bekommt. Zur Milch erhält Ihr Baby dann die feste Beikost in Form von hand- und mundgerechtem Fingerfood.

Ihr Baby sitzt dabei idealerweise mit am Tisch und nimmt an dem Mahlzeiten der anderen Familienmitglieder teil. Ihr Baby lernt so ganz einfach und in seinem eigenem Tempo, wie die verschiedenen Lebensmittel schmecken und was Essen bedeutet.

Wann kann ich mit breifreier Beikost beginnen?

Bei gesunden Babys, ohne gesundheitliche Einschränkungen ist ein Alter um den sechsten Monat herum der geeignete Zeitraum, um mit der breifreien Beikost zu beginnen. Ihr Baby sollte alleine, oder nur mit geringer Hilfe, sitzen können. Auch sollte es in der Lage sein, dass Essen zu greifen und zum Mund zu führen.

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Africa Studio - Shutterstock

Wie beginne ich mit breifreier Beikost?

Setzen Sie Ihr Baby so hin, dass es auf den Tisch schauen kann. Nehmen Sie Ihr Baby mit an den Tisch, wenn auch alle anderen essen. Arme und Hände sollte Ihr Baby frei bewegen können. Ihr Schoß oder ein Hochstuhl ist genau der richtige Sitzplatz.

Für den Anfang sind Nahrungsmittel in Form von Streifen oder Sticks, die Ihr Baby einfach greifen kann, ideal.
Bieten Sie Ihrem Baby nicht zu viel auf einmal an. Zwei oder drei verschiedene Lebensmittel sind ausreichend. Ein größeres Angebot würde Ihr Baby wahrscheinlich überfordern.
Lassen Sie Ihr Baby einfach selbst entscheiden, was es von den angebotenen Leckereien nehmen und probieren will.

Wenn das, was Sie essen, für Ihr Baby geeignet ist, geben Sie ihm das gleiche Essen. Ihr Baby wird es lieben, Sie nachzuahmen.
Bieten Sie Ihrem Baby weiterhin Muttermilch oder seine Flasche an. Ungefähr bis zum ersten Geburtstag wird die Milch noch seine Hauptnahrung sein. Wenn Ihr Baby im Laufe der Zeit mehr und mehr feste Nahrung zu sich nimmt und weniger Milch benötigt, wird es ganz von selbst die Milchmahlzeiten reduzieren.

Wichtig ist: Lassen Sie Ihrem Baby alle Zeit, die es benötigt um die neuen Dingen kennenzulernen, zu untersuchen und zu kosten. Drängen Sie Ihr Baby nicht, oder versuchen Sie nicht, es zu überreden, mehr zu essen, als es sich von alleine nimmt. Und lassen Ihr Baby nie unbeaufsichtigt alleine essen!

Welche Lebensmittel eignen sich für die breifreie Beikost?

Alle gesunden Lebensmittel, die sonst auch auf den Tisch kommen oder für Brei empfohlen werden, eignen sich auch für die breifreie Beikost. Insbesondere Gemüse wie Karotten, Brokkoli, Zuccini, Kartoffeln und Gurken sind für den Anfang gut geeignet. Weich gedünstet und in faustgerechte Stücke geschnitten ist Gemüse das perfekte Fingerfood.

Ebenso können Sie Ihrem Baby verschiedene Obstsorten anbieten. Banane, verschieden Melonen, Nektarinen, Avocado, Mango und Birnen können in handliche Streifen geschnitten werden und eignen sich hervorragend als breifreie Beikost.

Auch gekochter Fisch ohne Gräten und Fleisch (mehr zum daran lutschen) kann als Beikost angeboten werden. Sehr kohlenhydratreiche Lebensmittel, wie Nudeln oder Reis können auch dabei sein, jedoch nur in kleinen Portionen.

Welche Lebensmittel sind ungeeignet?

Fertiggerichte und Fast Food sind bei der breifreien Beikost tabu. Babys vertragen keine Geschmacksverstärker.

Ebenso sollten stark salzhaltige Lebensmittel und Lebensmittel mit viel Zucker nicht gefüttert werden. Würste sind zwar handlich, enthalten aber in der Regel zu viel Salz, Gewürze und andere Zutaten, die man in diesen Mengen seinem Baby nicht zumuten sollte. Süßigkeiten sind ebenfalls nicht für die breifreie Beikost geeignet.

Bei Nüssen, kleinen Beeren oder Erbsen besteht die Gefahr des Verschluckens.

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Elvira Koneva - Shutterstock

Was sind die Vorteile der breifreien Beikost?

Die breifreie Beikost ist für Ihr Baby eine wunderbare Chance den Geschmack, den Geruch und die Konsistenz der verschiedensten Lebensmittel auf seine ganz eigene Art und Weise Stück für Stück kennenzulernen.

Das Essen ohne gefüttert zu werden stärkt das Selbstbewusstsein und fördert die Selbstständigkeit Ihres Babys. Und nicht zuletzt wird die Koordination zwischen Händen, Augen und Mund positiv entwickelt.

Wann sollte ich auf eine breifreie Beikost verzichten?

Wenn in der Familien Allergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten bekannt sind, oder Ihr Baby unter Verdauungsproblemen leidet, dann ist ein Gespräch mit dem Kinderarzt oder der Hebamme vor dem Beginn mit der breifreien Beikost angebracht. Wenn Ihr Baby spezielle Nahrung benötigt oder zu früh geboren ist, sollte die breifreie Beikost mit der Hebamme oder dem Arzt abgesprochen werden.

Fazit - Breifreie Beikost

Wirklich neu ist die Idee der breifreien Beikost im Grunde nicht. Babys, die mit am Tisch sitzen, verfolgen genau, was ihre Mutter isst, und wie sie isst. Meist bekommen sie dann etwas vom Teller der Großen zum Kosten. Ein Stück Kartoffel, etwas Karotte vom Teller der Mutter oder der anderen Familienmitglieder, aber auch eine Stück Banane und weiches Brot, dass die Kleinen zwischendurch angeboten bekommen, sind nicht anderes als breifreie Beikost.

Viele Eltern füttern ihre Kinder ganz instinktiv mit einer Mischform aus Mutter- oder Flaschenmilch, Brei und festen Nahrungsmitteln. Der einzige Unterschied bei der breifreien Beikost ist, dass ganz auf den Brei verzichtet wird.

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