Hoch

U6-Untersuchung: Ablauf und Zeitpunkt

Nadine Scheiner
04 Mar 2026
10 Min.
Mögen 0
Nicht mögen 0

Was ist die U6-Untersuchung?

Die U6-Untersuchung ist die sechste Vorsorgeuntersuchung im Kindesalter, die zwischen dem 10. und 12. Lebensmonat des Kindes stattfindet. In manchen Fällen kann sie frühestens ab dem 9. Lebensmonat und spätestens bis zum 14. Lebensmonat durchgeführt werden. Diese Untersuchung wird auch als „Einjahresuntersuchung” bezeichnet, da sie ungefähr zum ersten Geburtstag des Kindes erfolgt.

Die U6 wird in der Regel von einem niedergelassenen Kinderarzt durchgeführt. Der Hauptfokus dieser wichtigen Vorsorgeuntersuchung liegt auf dem Erkennen von Entwicklungsauffälligkeiten sowie der Beurteilung der Eltern-Kind-Interaktion. Dabei achtet der Arzt besonders auf mögliche Entwicklungsverzögerungen, um bei Bedarf frühzeitig fördern oder behandeln zu können.

Im Rahmen der U6 wird untersucht, welche Fortschritte das Kind im ersten Lebensjahr gemacht hat. Der Arzt begutachtet die motorische Entwicklung, das Koordinationsvermögen sowie die sozialen und emotionalen Fähigkeiten des Kindes. Zudem werden das Seh- und Hörvermögen überprüft[13]. Wichtig ist außerdem die Beobachtung, wie das Kind auf Schallreize reagiert und ob seine Ernährung altersgemäß ist.

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der U6-Untersuchung ist die körperliche Untersuchung des Kindes. Diese umfasst das Messen von Gewicht, Größe und Kopfumfang sowie das Abhören von Herz und Lunge. Ferner werden die Muskelspannung, Muskelreflexe und die Beweglichkeit der großen Gelenke untersucht.

Die U6 beinhaltet darüber hinaus eine Impfberatung und gegebenenfalls die Verabreichung empfohlener Impfungen. Für Kinder im Alter von 11 Monaten empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) verschiedene Impfungen, darunter die letzte Impfdosis der Sechsfachimpfung und die erste Impfdosis gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken.

Während der Untersuchung berät der Kinderarzt die Eltern zu verschiedenen gesundheitsrelevanten Themen wie Unfallverhütung, Ernährung, Rachitis-Prophylaxe mit Vitamin D und Kariesprophylaxe mit Fluorid[13]. Außerdem erfolgt ein Hinweis auf die kostenlose zahnärztliche Früherkennungsuntersuchung für Kinder zwischen dem 10. und 20. Lebensmonat[13].

Bei teilnehmenden Kinderärzten erhalten Familien zur U6 ein Lesestart-Set für Einjährige, das eine kleine Stofftasche mit einem Bilderbuch für die Kinder und einer mehrsprachigen Broschüre mit Informationen für die Eltern enthält.

Die Kosten für die U6-Untersuchung werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen und direkt über die Gesundheitskarte des Kindes abgerechnet. Die Ergebnisse aller Vorsorgeuntersuchungen werden im sogenannten „Gelben Heft” dokumentiert.

Wann findet die U6-Untersuchung statt?

Der ideale Zeitraum für die U6-Untersuchung liegt zwischen dem 10. und 12. Lebensmonat des Kindes. Diese Vorsorgeuntersuchung wird aufgrund ihres Zeitpunkts häufig auch als “Einjahresuntersuchung” bezeichnet, da sie ungefähr zum ersten Geburtstag des Kindes durchgeführt wird.

Allerdings besteht bei der zeitlichen Planung ein gewisser Spielraum. Frühestens kann die U6 bereits ab dem 9. Lebensmonat stattfinden. Falls Termine verschoben werden müssen oder andere Umstände eintreten, darf die Untersuchung spätestens bis zum 14. Lebensmonat erfolgen. Diese Flexibilität gewährleistet, dass auch bei kurzfristigen Terminproblemen die wichtige Vorsorgeuntersuchung nicht versäumt wird.

Der Zeitpunkt der U6-Untersuchung ist bewusst gewählt, da das Kind in diesem Alter einen bedeutenden Entwicklungsschritt erreicht hat. Mit dem ersten Geburtstag wird das Kind offiziell zum Kleinkind – ein wichtiger Meilenstein in der kindlichen Entwicklung. Die Phase markiert den Übergang vom Babyalter zum Kleinkind und bringt zahlreiche neue Fähigkeiten und Verhaltensweisen mit sich.

Zwischen dem zehnten und zwölften Lebensmonat durchläuft das Kind typischerweise rasante Entwicklungsfortschritte. In diesem Alter werden Kinder zunehmend mobiler und eigenständiger. Die motorischen Fähigkeiten verbessern sich deutlich, viele Kinder beginnen zu krabbeln, sich hochzuziehen oder machen sogar erste Gehversuche. Zudem entwickeln sich die Greiffähigkeiten weiter, und das Verständnis für einfache Zusammenhänge nimmt zu.

Diese Einjahres-Untersuchung ist besonders wichtig, da sie zeigt, wie sich das Kind nach seinem ersten Lebensjahr entwickelt hat – einem Zeitraum, in dem es enorm viel gelernt hat. Daher betrachtet der Arzt bei der U6 die Gesamtentwicklung des Babys, um sicherzustellen, dass alle Entwicklungsschritte altersgerecht verlaufen.

Der gewählte Untersuchungszeitraum ermöglicht zudem eine optimale Impfplanung. Für Kinder im Alter von 11 Monaten empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) wichtige Impfungen, darunter die letzte Impfdosis der Sechsfachimpfung gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hib und Hepatitis B sowie die erste Impfdosis gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken. Für Kinder mit 12 Lebensmonaten wird zusätzlich die letzte Dosis der Meningokokken-B-Impfung empfohlen.

Die körperliche Entwicklung des Kindes hat seit der Geburt beachtliche Fortschritte gemacht. Das zeigt sich unter anderem in der deutlichen Zunahme von Körpergröße und Gewicht sowie in der verbesserten Koordination und Motorik. Verglichen mit den vorherigen Untersuchungen können Eltern bei der U6 deutliche Entwicklungssprünge ihres Kindes feststellen.

Bei der Terminvereinbarung für die U6-Untersuchung sollten Eltern beachten, dass viele Kinderärzte längere Wartezeiten haben können. Es empfiehlt sich daher, den Termin rechtzeitig zu planen, damit die Untersuchung innerhalb des empfohlenen Zeitfensters zwischen dem 10. und 12. Monat stattfinden kann. Falls dies nicht möglich ist, sollte die Untersuchung keinesfalls ausgelassen, sondern im erweiterten Zeitrahmen bis zum 14. Monat nachgeholt werden.

Was wird bei der U6 gemacht?

Bei der U6-Untersuchung führt der Kinderarzt verschiedene umfassende Untersuchungen durch, um die Entwicklung des Kindes im Alter von 10 bis 12 Monaten zu beurteilen. Der Schwerpunkt liegt besonders auf der Erkennung von Entwicklungsauffälligkeiten, damit bei Bedarf frühzeitig gefördert oder behandelt werden kann.

Anamnese und Vorgeschichte

Die U6 beginnt mit einer ausführlichen Befragung der Eltern zur Vorgeschichte des Kindes. Der Arzt erkundigt sich zunächst, ob das Kind seit der letzten Vorsorgeuntersuchung schwere Erkrankungen hatte oder operiert werden musste. Außerdem fragt er nach den Essgewohnheiten und ob das Kind normalen Stuhlgang hat. Weitere wichtige Aspekte der Anamnese sind die Schlafgewohnheiten des Kindes sowie die Häufigkeit von Krankheiten in der Vergangenheit. Diese Informationen helfen dem Arzt, ein umfassendes Bild vom allgemeinen Gesundheitszustand des Kindes zu bekommen und mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen.

Entwicklungsprüfungen

Ein zentraler Bestandteil der U6-Untersuchung sind die verschiedenen Entwicklungsprüfungen. Der Arzt beobachtet dabei besonders folgende Fähigkeiten:

  • Grobmotorik: Kann das Kind krabbeln, mit ausgestreckten Beinen aufrecht sitzen, sich bei Fall vorn oder seitlich abstützen und sich an Gegenständen hochziehen, um zu stehen
  • Feinmotorik: Beherrscht das Kind den Pinzettengriff mit Daumen und Zeigefinger
  • Soziale und emotionale Fähigkeiten: Zeigt das Kind Fremdeln, nimmt es bewusst seine Umwelt wahr und hat es Freude am Spielen und Verstecken
  • Sprachentwicklung: Gibt das Kind zweisilbige Laute wie “ba-ba” oder “da-da” von sich[93]

Darüber hinaus prüft der Arzt, ob das Kind der Mutter oder dem Vater nach Aufforderung einen Gegenstand reicht, was auf die Wahrnehmung und Informationsverarbeitung im Gehirn hinweist. Die Interaktion zwischen dem Kind und seiner primären Bezugsperson wird ebenfalls beobachtet – wirkt das Kind zufrieden, lächelt es die Bezugsperson an und wie reagiert es auf eine kurze Trennung.

Körperliche Untersuchung

Bei der körperlichen Untersuchung misst der Arzt zunächst Gewicht, Größe und Kopfumfang des Kindes. Anschließend hört er mit dem Stethoskop Herz und Lunge ab. Leber und Milz werden abgetastet. Bei Jungen wird geprüft, ob die Hoden im Hodensack liegen und nicht im Bauch oder Leistenkanal (Hodenhochstand).

Zudem untersucht der Arzt die Muskelspannung, Muskelreflexe und die Beweglichkeit der großen Gelenke wie die Hüftgelenke. Auch die Zähne und Schleimhäute in Mund und Nase werden begutachtet. Diese umfassende körperliche Untersuchung dient dazu, den allgemeinen Gesundheitszustand des Kindes zu beurteilen und mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen.

Seh- und Hörtests

Die Gesundheit der Augen ist ein wichtiger Schwerpunkt der U6-Untersuchung. Der Arzt prüft, ob die Pupillen gleich groß sind und ob das Kind schielt (Strabismus). Mit einem speziellen Gerät (Ophthalmoskop) leuchtet er dem Kind in die Augen, um Hinweise auf eventuelle Sehstörungen oder Augenerkrankungen zu gewinnen (Brückner-Test). Zum Erkennen von Sehstörungen werden weitere Untersuchungen der Augen durchgeführt.

Bei der Überprüfung des Hörvermögens beobachtet der Arzt, ob sich das Kind dem Geräusch einer Hochtonrassel zuwendet, die es nur hört, aber nicht sieht. Außerdem wird getestet, ob das Kind auf Schallreize reagiert, beispielsweise indem es zur Schallquelle – etwa einem lauten Radio – hinschaut.

Neben diesen Untersuchungen berät der Kinderarzt die Eltern zu wichtigen Themen wie Ernährung, Unfallverhütung, Sprachentwicklungsförderung, Rachitisprophylaxe mittels Vitamin D und Kariesprophylaxe mittels Fluorid. Die Rachitisprophylaxe mit Vitamin D kann nach dem ersten Lebensjahr beendet werden. Zuletzt wird der Impfstatus überprüft und über die empfohlenen Schutzimpfungen informiert.

Welche Impfungen stehen bei der U6 an?

Im Rahmen der U6-Untersuchung überprüft der Kinderarzt den Impfstatus des Kindes und führt die zu diesem Zeitpunkt empfohlenen Impfungen durch. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt für Kinder im Alter von etwa 11 Monaten mehrere wichtige Impfungen, die entweder während der U6 oder in zeitlicher Nähe dazu verabreicht werden können.

Zu den empfohlenen Impfungen für Kinder in diesem Alter gehört zunächst die letzte Impfdosis der sogenannten Sechsfachimpfung, die Schutz gegen folgende Krankheiten bietet:

  • Diphtherie
  • Tetanus (Wundstarrkrampf)
  • Keuchhusten (Pertussis)
  • Kinderlähmung (Poliomyelitis)
  • Haemophilus influenzae Typ b (Hib)
  • Hepatitis B

Mit dieser letzten Teilimpfung wird die Grundimmunisierung gegen diese sechs Krankheiten abgeschlossen. Voraussetzung für die Gabe ist allerdings ein Mindestabstand von sechs Monaten zur vorangegangenen Dosis.

Darüber hinaus steht bei der U6 die letzte Impfdosis der Grundimmunisierung gegen Pneumokokken an. Pneumokokken können besonders bei Kleinkindern schwere Infektionen wie Lungenentzündungen oder Hirnhautentzündungen verursachen.

Etwa ab dem 11. Lebensmonat beginnt zudem die Gabe der sogenannten Lebendimpfungen. Hierbei handelt es sich um die erste Impfdosis gegen:

  • Masern
  • Mumps
  • Röteln
  • Windpocken (Varizellen)

Diese Impfungen können entweder als kombinierte Masern-Mumps-Röteln-Impfung (MMR) mit separater Windpocken-Impfung oder als Vierfachimpfung (MMRV) verabreicht werden. Die STIKO empfiehlt, diese Impfungen so früh wie möglich nach dem vollendeten 12. Lebensmonat durchzuführen. Für einen vollständigen Impfschutz ist eine zweite Impfdosis im Abstand von mindestens vier Wochen notwendig, die zwischen der U6 und der U7 erfolgt, typischerweise im Alter von etwa 15 Monaten.

Zusätzlich wird für Kinder mit 12 Lebensmonaten die letzte Dosis der Meningokokken-B-Impfung empfohlen. Außerdem sollte nach Vollendung des ersten Lebensjahres eine einmalige Impfung gegen Meningokokken C erfolgen.

Obwohl alle diese Impfungen im Rahmen der U6-Untersuchung verabreicht werden können, besteht auch die Möglichkeit, sie auf mehrere Impftermine aufzuteilen. Bei separaten Terminen für die MMR-Impfung und die Windpocken-Impfung müssen allerdings vier Wochen dazwischen liegen.

Der Kinderarzt wird während der U6-Untersuchung den individuellen Impfstatus des Kindes überprüfen, mit den Eltern den Impfplan durchgehen und offene Fragen zu Impfungen klären. Anschließend kann er die entsprechenden Impfungen durchführen oder separate Impftermine vereinbaren.

Für alle Impfungen gilt: Sie sind freiwillig, werden jedoch von den Krankenkassen vollständig übernommen und von der STIKO ausdrücklich empfohlen, um Kinder vor schwerwiegenden Infektionskrankheiten zu schützen. Die durchgeführten Impfungen werden im Impfpass des Kindes dokumentiert, damit der Impfschutz jederzeit nachvollziehbar ist.

Wie läuft die körperliche Untersuchung ab?

Die körperliche Untersuchung bildet einen zentralen Bestandteil der U6-Untersuchung und umfasst mehrere wichtige Elemente. Bei dieser gründlichen Beurteilung überprüft der Kinderarzt alle wesentlichen Körperfunktionen und Entwicklungsaspekte des Kindes. Die Untersuchung folgt dabei einem strukturierten Ablauf, der verschiedene Teilbereiche abdeckt.

Gewicht und Größe messen

Zunächst misst der Kinderarzt die grundlegenden Körpermaße des Kindes. Dies umfasst das Gewicht, die Körpergröße sowie den Kopfumfang. Diese Werte werden in eine sogenannte Perzentilkurve eingetragen. Diese spezielle Wachstumskurve ermöglicht den Vergleich mit den Durchschnittswerten gleichaltriger Kinder und hilft dem Arzt, die altersgerechte Entwicklung des Kindes zu beurteilen. Im ersten Lebensjahr wächst ein Kind durchschnittlich etwa 24 cm und verdreifacht sein Geburtsgewicht. Bei der U6 liegt das Durchschnittsgewicht bei etwa zehn Kilogramm und die Größe bei durchschnittlich 70 bis 75 Zentimetern. Allerdings entwickelt sich jedes Kind individuell, weshalb diese Werte nur als Orientierung dienen.

Herz und Lunge abhören

Anschließend hört der Arzt mit dem Stethoskop Herz und Lunge des Kindes ab. Diese Untersuchung gehört zu den Standardmaßnahmen bei jeder Vorsorgeuntersuchung. Hierbei achtet der Arzt auf regelmäßige Herztöne und normale Atemgeräusche. Darüber hinaus werden Leber und Milz abgetastet. Bei Jungen wird zusätzlich geprüft, ob die Hoden im Hodensack liegen und nicht im Bauch oder Leistenkanal (Hodenhochstand). Diese umfassende körperliche Untersuchung dient dazu, mögliche gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen.

Untersuchung der Augen

Die Augenuntersuchung stellt einen besonderen Schwerpunkt bei der U6 dar. Der Kinderarzt prüft dabei, ob die Pupillen gleich groß sind und ob das Kind schielt (Strabismus). Mit einem speziellen Gerät namens Ophthalmoskop leuchtet der Arzt dem Kind in die Augen, um Hinweise auf eventuelle Sehstörungen oder Augenerkrankungen zu gewinnen (Brückner-Test). Außerdem beobachtet er, ob das Kind mit den Augen einem Lichtpunkt folgen kann und ob die Augen dabei parallel mitgehen. Diese detaillierten Untersuchungen helfen, mögliche Sehprobleme frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls zu behandeln.

Prüfung der Motorik

Bei der Untersuchung der Motorik begutachtet der Kinderarzt die Beweglichkeit und Körperbeherrschung des Kindes. Er überprüft, ob das Kind bereits krabbeln kann und mit gestreckten Beinen und geradem Rücken frei sitzen kann[213][214]. Viele Kinder können sich in diesem Alter bereits in den Stand hochziehen und sich an Möbeln festhalten. Der Arzt beobachtet ebenfalls die Feinmotorik des Kindes, insbesondere den sogenannten Pinzettengriff mit Daumen und Zeigefinger[213][181]. Hierbei nimmt das Kind kleine Gegenstände gezielt zwischen Daumen und Zeigefinger auf, was eine wichtige Entwicklung der Hand-Hand-Koordination darstellt.

Die motorischen Fähigkeiten werden oft mit spielerischen Übungen getestet, bei denen der Arzt folgende Aspekte beobachtet:

  • Krabbeln und aufrechtes Sitzen mit ausgestreckten Beinen
  • Abstützen bei Fall nach vorn oder zur Seite
  • Hochziehen an Gegenständen zum Stehen
  • Verfolgen eines Lichtpunkts mit beiden Augen parallel
  • Zuwenden zu Geräuschen, die das Kind nur hört, aber nicht sieht

Bei der U6-Untersuchung wird neben diesen Standarduntersuchungen auch auf Anzeichen für Krankheiten oder andere Störungen geachtet, wie beispielsweise Krampfanfälle, Schwierigkeiten beim Essen, Verdauungsprobleme oder gehäufte Infektionen.

Was sollten Eltern zur U6 mitbringen?

Für einen reibungslosen Ablauf der U6-Untersuchung ist die richtige Vorbereitung entscheidend. Eltern sollten bestimmte Unterlagen und Dokumente zum Termin mitbringen, damit der Kinderarzt alle notwendigen Informationen zur Verfügung hat.

Zunächst benötigen Eltern folgende wichtige Dokumente für den Arztbesuch:

  • Die Gesundheitskarte (Krankenversicherungskarte des Kindes)
  • Den Impfausweis des Kindes
  • Das Gelbe Kinderuntersuchungsheft mit Teilnahmekarte

Diese Unterlagen sind unverzichtbar, da der Arzt den bisherigen Gesundheits- und Impfstatus des Kindes überprüfen muss. Im Gelben Heft werden außerdem alle Ergebnisse der Untersuchung dokumentiert, während die Gesundheitskarte für die Abrechnung mit der Krankenkasse erforderlich ist.

Der Besuch beim Kinderarzt zur U6-Untersuchung kann sich deutlich anders gestalten als bei früheren Vorsorgeuntersuchungen. Da das Kind mittlerweile etwa ein Jahr alt ist, nimmt es seine Umgebung bewusster wahr und reagiert möglicherweise anders auf die ungewohnte Situation in der Arztpraxis.

Eltern sollten darauf vorbereitet sein, dass ihr Kind während der Untersuchung unruhig oder sogar ängstlich reagieren könnte. Dies ist ein völlig normales Verhalten in diesem Alter und kein Grund zur Beunruhigung. Die Kinderärzte sind mit solchen Situationen vertraut und wissen, wie sie damit umgehen müssen.

Darüber hinaus bietet die U6-Untersuchung eine hervorragende Gelegenheit, mit dem Arzt oder der Ärztin ausführlich ins Gespräch zu kommen. Es empfiehlt sich daher, vorab Fragen zu notieren, die während des Termins besprochen werden sollen. In diesem Entwicklungsstadium des Kindes haben viele Eltern spezifische Anliegen, die sie in Ruhe mit dem Mediziner besprechen möchten.

In der Zeit um den ersten Geburtstag herum stehen bei vielen Eltern bestimmte Themen im Vordergrund. Beispielsweise Fragen zur Ernährung, zur Zahnpflege nach dem Durchbruch der ersten Zähne oder zur motorischen Entwicklung des Kindes. Manche Eltern beschäftigen auch Schlafprobleme oder Fragen zur Erziehung. Die U6-Untersuchung bietet den passenden Rahmen, um diese Anliegen vertraulich und mit ausreichend Zeit zu besprechen.

Neben den genannten Unterlagen kann es hilfreich sein, ein Lieblingsspielzeug des Kindes mitzubringen. Dies kann in der ungewohnten Umgebung beruhigend wirken und dem Kind Sicherheit geben. Falls das Kind besondere Bedürfnisse hat, wie beispielsweise Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder regelmäßig Medikamente einnimmt, sollten Eltern diese Informationen ebenfalls zum Termin mitbringen.

Bei manchen teilnehmenden Kinderarztpraxen erhalten Familien zur U6 zusätzlich ein Lesestart-Set für Einjährige. Dieses enthält typischerweise eine kleine Stofftasche mit einem Bilderbuch für die Kinder und einer mehrsprachigen Broschüre mit Informationen für die Eltern. Diese Initiative soll die Freude am Vorlesen und Lesen frühzeitig fördern.

Die gute Vorbereitung auf den Termin trägt wesentlich dazu bei, dass die U6-Untersuchung für alle Beteiligten – Kind, Eltern und Arzt – angenehm und effektiv verläuft. Mit den richtigen Unterlagen und einer mentalen Vorbereitung auf mögliche Reaktionen des Kindes steht einem erfolgreichen Vorsorgetermin nichts im Wege.

FAQs

Q1. Wann sollte die U6-Untersuchung durchgeführt werden? Die U6-Untersuchung sollte idealerweise zwischen dem 10. und 12. Lebensmonat des Kindes stattfinden. Sie kann frühestens ab dem 9. Monat und spätestens bis zum 14. Monat durchgeführt werden.

Q2. Was umfasst die körperliche Untersuchung bei der U6? Bei der U6 werden Gewicht, Größe und Kopfumfang gemessen, Herz und Lunge abgehört, die Augen untersucht und die motorische Entwicklung geprüft. Auch werden Leber und Milz abgetastet und bei Jungen die Hodenlage kontrolliert.

Q3. Welche Impfungen stehen bei der U6 an? Bei der U6 steht die letzte Dosis der Sechsfachimpfung an, sowie die erste Impfdosis gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken. Auch die letzte Dosis der Pneumokokken-Impfung und die Meningokokken-C-Impfung werden empfohlen.

Q4. Wie wird die Entwicklung des Kindes bei der U6 überprüft? Der Arzt prüft die grob- und feinmotorischen Fähigkeiten, wie Krabbeln, Sitzen und den Pinzettengriff. Auch soziale und emotionale Fähigkeiten sowie die Sprachentwicklung werden beurteilt. Seh- und Hörtests sind ebenfalls Teil der Untersuchung.

Q5. Was sollten Eltern zur U6-Untersuchung mitbringen? Eltern sollten die Gesundheitskarte des Kindes, den Impfausweis und das Gelbe Kinderuntersuchungsheft mitbringen. Es ist auch hilfreich, Fragen zu notieren und gegebenenfalls ein Lieblingsspielzeug des Kindes mitzunehmen.

Teilen:

Teilen: