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Waden- & Muskelkrämpfe in der Schwangerschaft

Nadine Scheiner
25 Jan 2022
4 min
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Waden- & Muskelkrämpfe in der Schwangerschaft

Krämpfe verschiedener Art sind in Eurer Schwangerschaft keineswegs mehr selten. Besonders in der zweiten Schwangerschaftshälfte leiden heute viele Frauen unter Waden- und Muskelkrämpfen. Besonders häufig taucht der nächtliche Wadenkrampf auf, der einen aus dem Schlaf weckt. Schwangere sind besonders in der zweiten Hälfte ihrer Schwangerschaft betroffen. Bei Verkrampfungen, egal welcher Art ziehen sich die Muskeln sehr fest zusammen. Muskelkrämpfe lassen sich jedoch in verschiedene Bereiche unterteile. Schwangere Frauen sind in der Regel von den sogenannten paraphysiologischen Krämpfen betroffen. Hierbei handelt es sich um eine schmerzhafte Muskelkontraktion, die eine eher harmlose Ursache hat.

Was gegen Muskelkrämpfe in der Schwangerschaft hilft und welche Krämpfe völlig harmlos sind haben wir Euch in diesem Artikel einmal genauer zusammengefasst.

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Welche Arten von Muskelkrämpfen gibt es in der Schwangerschaft?

In der Regel treten Muskelkrämpfe in der Beinmuskulatur auf. Besonders in Eurer Schwangerschaft ist dies der Fall. In sehr seltenen Fällen sind die Gesäßmuskeln betroffen. In sehr seltenen Fällen kann es in Eurer Schwangerschaft aufgrund einer Venenentzündung zu Krämpfen kommen. Sogar die Bänder Eurer Wirbelsäule können betroffen sein und Rückenkrämpfe auslösen.

Bei Bauchkrämpfen ist es in Eurer Schwangerschaft jedoch anders. Diese entstehen häufig durch die wachsende Belastung Eurer Mutterbänder. Auch die Gebärmuskulatur und Eure Gewichtszunahme können ein Grund dafür sein. Selbst wenn es zu einer hormonbedingten Verstopfung kommt, kann es passieren, dass es in Eurer Schwangerschaft zu heftigen, krampfartigen Schmerzen im Unterleib kommt. Diese Schmerzen sind bei vielen Frauen lediglich durch ein leichtes Ziehen zu deuten. Die Muskelkrämpfe sind mit deutlich mehr Schmerzen verbunden.

Fraglich ist natürlich, wie ein Muskelkrampf entsteht. Häufig macht sich dieser, wie bereits erwähnt, durch einen stechenden und ziehenden Schmerz bemerkbar. Dabei geht es um die unwillkürliche Muskelkontraktion eines Muskelstranges in Eurem Körper. Diese Art von Krampfattacke lässt in der Regel nach einer kurzen Zeit wieder nach. Je nachdem, wie stark jedoch die Verkrampfung und der Schmerzzustand war, kann sich dies auch noch viele Stunden nach bemerkbar machen. Ein leichter Druck und ein leichter Belastungsschmerz im Bein können auch nach der Krampfattacke auftreten und für Beschwerden sorgen.

Muskelkrämpfe Schwangerschaft – Welche Symptome stecken dahinter?

Wadenkrämpfe können Euch in Eurer Schwangerschaft darauf aufmerksam machen, dass ihr unter einem Magnesiummangel leidet. Die plötzlich stechenden Schmerzen in der Wade hinterlassen in den meisten Fällen eine Verhärtung in Eurer Muskulatur. Aufgrund der hormonellen Veränderungen Eures Körpers ist es nicht selten, dass ihr unter einem Magnesium Mangel leidet. Schließlich wird dieser Nährstoff vermehrt über Euren Urin ausgeschieden.

Besonders in Eurer Stillzeit solltet ihr unbedingt darauf achten, dass ihr eine ausreichende Menge an Magnesium am Tage zu Euch nehmt. Euer Bedarf ist dann deutlich höher. Schließlich ist in Eurer Muttermilch sehr viel Magnesium enthalten, da es sich um einen Nährstoff handelt, den Euer Baby braucht.

Grundsätzlich ist Magnesium ein gutes Mittel, um vor Muskelkrämpfen vorbeugen zu können. Sollten in Eurer Schwangerschaft Muskelkrämpfe entstehen, könnt ihr Euch mit Eurem Arzt besprechen. Dieser kann Euch dabei helfen, die Ursache für die Krämpfe zu finden und diese zu beheben. Sollte es sich daher um einen Mangel handeln, werden Euch Magnesiumpräparate verschrieben, bei der ihr die genaue Dosierung mit Eurem Arzt besprechen solltet. Achtet auf die genaue Verzehrsempfehlung. Häufig wird Magnesium als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Brausetabletten mit Zitronengeschmack (Beispiel Biolectra) angeboten. Doch auch die Kapselform ist nicht selten. Diese Magnesium-Tabletten versorgen Euren Körper und helfen dabei, Krämpfe zu lindern. Bei Muskelerkrankungen oder Problemen der Muskeltätigkeit solltet ihr lieber mit Eurem Arzt sprechen. Dies gilt auch für Erkrankungen Eures Nervensystems.

Die Nahrungsergänzungsmittel helfen Eurem Körper dabei, den Magnesiumspeicher wieder aufzufüllen und die Wadenkrämpfe zu lindern. Auch in Eurer Schwangerschaft übernimmt das Magnesium selbst eine entscheidende und relevante Rolle. Es hilft Eurem ungeborenen Kind dabei, gesund heranzuwachsen. Außerdem spielt Euer Magnesiumspiegel bei der Zellteilung eine sehr wichtige Rolle und ist selbst in Eurer Stillzeit von großer Bedeutung.

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Was hilft konkret bei Muskelkrämpfen in der Schwangerschaft?

Um Beinkrämpfen in der Schwangerschaft vorbeugen zu können ist es wichtig, dass ihr Euch viel bewegt. Krämpfe in den Beinen treten in der Regel nachts auf. Oftmals hilft es nur noch, Eure Beine hochzulegen oder Dehnungsübungen zu machen, um die Schmerzen in der Nacht zu lindern. Beispielsweise kann bei einem Wadenkrampf ein Ausfallschritt helfen. Dabei könnt ihr die Ferse fest an den Boden drücken. Ihr könnt aber auch im Liegen Euer Bein durchstrecken und es langsam dehnen, damit der Schmerz nachlässt.

Im Akutfall hilft nur eins: Bewegung! Solltet ihr einen Wadenkrampf bekommen steht auf und bewegt Euch. Lauft herum und fangt an, dass krampfende Bein nach und nach langsam zu belasten. Natürlich kann es passieren, dass es zu Anfang noch etwas weh tut. Der Dehnungseffekt wird sich jedoch nach einer gewissen Zeit einstellen und demnach auch zur Schmerzlinderung in dem betroffenen Bein beitragen.

Magnesium und Kalzium über die tägliche Ernährung

Magnesium und Kalzium gehören zu den wichtigsten Nährstoffen in Eurer Schwangerschaft, besonders dann, wenn ihr unter starken Krämpfen leidet. Wie schon erwähnt kann eine ausgewogene und gesunde Ernährung in Eurer Schwangerschaft viele Vorteile bieten.
In den folgenden Lebensmitteln ist viel Magnesium enthalten:

  • Vollkornprodukte aller Art
  • Kürbiskerne
  • Sonnenblumenkerne
  • Sesam
  • Leinsamen
  • Nüsse (vor allem Mandeln)
  • Mineralwasser

Auch Kalzium kann Eure Wadenkrämpfe lindern. Daher könnt ihr die folgenden Lebensmittel mit in Euren täglichen Speiseplan einbauen:

  • Fisch
  • Nüsse
  • Milchprodukte
  • getrocknete Feigen
  • getrocknete Datteln
  • Rosinen
  • Mangold
  • Kohl

Daneben ist auch Chinin ein Mittel, welches schon zu damaligen Zeit gerne zur Krampfbehandlung eingesetzt wird. Dieser Bitterstoff wird aus der Rinde des bekannten Chinarindenbaumes gewonnen. Wichtig für Euch in der Schwangerschaft ist es allerdings, dass Chinin auch vorzeitige Wehen auslösen kann. Besprecht die Einnahme daher immer mit Eurem Arzt.

Neben einer gesunden und ausgewogenen Ernährung gibt es noch weitere Tipps, mit denen ihr Krämpfen in der Schwangerschaft vorbeugen könnt. Die folgenden vorbeugenden Maßnahmen könnten Euch ebenfalls helfen:

  • ausreichende Zufuhr von Flüssigkeiten
  • Wechselduschen
  • Massagen (vom Fachmann)
  • häufigeres Hochlegen der Beine
  • regelmäßige Bewegung oder Sport

Sollten dennoch Beschwerden auftreten ist es wichtig, dass ihr mit Eurem Arzt sprecht und Euch Hilfe holt und neben den vorbeugenden Maßnahmen eventuell Medikamente einnehmt.

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